Bernanke geht: Zeit für eine Nationalbank!

von Lyndon H. LaRouche jr.

Inhaltsübersicht

I. Die „Dreifachkurve"
II. Das Kreditsystem von innen
III. Dynamik: Nikolaus von Kues' Leidenschaft für das Unbekannte
IV. Was uns erwartet
V. Die Wissenschaft der physischen Ökonomie


Die Ansprache von Queen Elisabeth II. vor dem Commonwealth am 27. November bezeichnete das Todesröcheln des jetzigen Weltwährungssystems. Nun signalisiert die Krise des EU-Mitglieds Griechenland das bald drohende Ende des Euro-Systems, das die britische Premierministerin Margaret Thatcher zusammen mit dem französischen Präsidenten François Mitterrand und ihrem damaligen Lakaien, US-Präsident George Bush senior, in Gang gesetzt hatte. Die Vereinigten Staaten ihrerseits müssen, wenn sie überleben wollen, die Politik, die bisher mit der Regierung von Barack Obama verbunden ist, komplett über Bord werfen und so den Absturz des gesamten Planeten in ein unmittelbar drohendes langes dunkles Zeitalter für die ganze Menschheit abwenden.

Wenn die USA sich daran beteiligen, das im Oktober zwischen Rußland und China vereinbarte Abkommen auszuweiten, wären die Bedingungen dafür geschaffen, das heutige monetaristische System von der Erdoberfläche zu vertilgen. Dies ließe sich erreichen, indem die vier Mächte USA, Rußland, China und Indien sich darauf einigen, praktisch weltweit ein Kreditsystem mit festen Wechselkursen einzurichten. Dies bedeutete praktisch die Abschaffung des monetaristischen Weltwährungssystems, welches heute die größte Gefahr für die ganze Menschheit darstellt.

Dazu muß das amerikanische Federal-Reserve-System, das durch die „Rettungspakete" 2007-09 praktisch ruiniert wurde, umgehend nach dem Vorbild des wesentlich in der Verfassung der USA verankerten Glass-Steagall-Gesetzes einer Konkursreorganisation unterzogen werden.

Das Ergebnis einer solchen allgemeinen Reform wäre, daß die Hülse des kranken Federal-Reserve-Systems in einer tatsächlich „Hamiltonischen" Nationalbank aufgeht, welche die Beziehungen des amerikanischen Handelsbankwesens national und international mit den verfassungsmäßigen Kreditschöpfungsfunktionen der US-Regierung abstimmt. Die fähigen Beamten in den Distrikten des jetzigen Federal-Reserve-Systems werden in der Regel gebeten werden, ihre wertvolle Funktion im Rahmen des neuen Werkzeugs eines Hamiltonischen Nationalbankwesens weiter zu erfüllen.

Wenn diese dringenden Reformmaßnahmen schnell, praktisch über Nacht umgesetzt werden, kann eine Welle verfassungsgemäß geschöpfter, langfristiger Bundeskredite zur Antriebskraft für den Bau großer Infrastrukturprojekte werden. Ein natürliches Nebenprodukt dieser Großprogramme wäre es, daß die Vereinigten Staaten wieder eine große, führende Nation würden, die den souveränen Staaten des neu geschaffenen, internationalen Kreditsystems fester Wechselkurse zu wachsender wissenschaftsorientierter agro-industrieller Stärke verhilft.

In diesem Prozeß wird der Fed-Vorsitzende Bernanke in den Ruhestand verabschiedet, während die rettenswerten Überreste des ruinierten Federal-Reserve-Systems in Nationalbankfunktionen nach dem Präzedenzfall der Ersten und Zweiten Nationalbank der Vereinigten Staaten übergehen.

Betrachten wir den folgenden geschichtlichen Prozeß, der auf diese Weise gewissermaßen zu einem Übermorgen führt. Betrachten wir einige kritische Probleme, die den meisten als bloße Details erscheinen mögen.

* * *

Mit den Entwicklungen um die Commonwealth-Rede von Queen Elizabeth II. am 27. November 2009 hat die Welt als Ganze das Ende des heutigen globalen politisch-ökonomischen Systems erreicht. Bereits seit den Entwicklungen vom Juli-September 2007 drohte eine allgemeine weltweite Zusammenbruchskrise, nun sind wir in eine tatsächliche globale Zusammenbruchsphase eingetreten - der Bankrott des Geldwäschezentrums Dubai letzte Woche war dabei lediglich der Auslöser. Die häßliche Drohung der britischen Königin auf dem Treffen am 27. November hat dann praktisch die Zusammenbruchskrise angestoßen, die sich derzeit im transatlantischen Teil der Welt ausbreitet und den Rest der Welt bedroht.

Dieser laufende Zusammenbruch wird, wenn er nicht gestoppt wird, auf eine Neuauflage der Zusammenbruchskrise der Weimarer Republik 1923 hinauslaufen, aber diesmal praktisch auf weltweiter Ebene. Die Vereinbarungen zwischen China und Rußland vom Oktober sind zwar der erste nötige Schritt auf dem Weg des Planeten zu einer möglichen Erholung unter einem entstehenden Kreditsystem fester Wechselkurse, aber die Lage West- und Mitteleuropas unter den Londoner Euro-Fesseln stellt sich praktisch hoffnungslos dar, solange der britisch-imperiale Würgegriff über diesen Teil der Welt nicht abrupt beendet wird und die Nationen des westlichen Kontinentaleuropas wieder ihren früheren Status als souveräne nationalstaatliche Republiken einnehmen dürfen.

West- und Mitteleuropa sowie ganz Nord- und Südamerika stehen vor einer allgemeinen Zusammenbruchskrise des transatlantischen finanziell-monetären und realwirtschaftlichen Systems, verursacht durch die jüngste Hegemonie des Britischen Empires über die politischen Entscheidungen der transatlantischen Gemeinschaft; dies bedroht auch die übrige planetare Gesellschaft.

Um die heutige Krise zu verstehen, müssen wir sie im Lichte der europäischen Geschichte seit der Zeit vor dem Peloponnesischen Krieg betrachten. Das ist die Geschichtsspanne des spezifisch europäischen Imperialismus, wie er nach dem Niedergang und Fall des einst mächtigen Perserreiches entstanden ist.

Die jetzt heraufziehende monetäre Zusammenbruchskrise ist zwar in der neueren europäischen Geschichte seit dem „neuen finsteren Zeitalter" des 14. Jahrhunderts einzigartig, aber auch dieses „neue finstere Zeitalter" des 14. Jahrhunderts ist nur als eine Phase etwa vergleichbarer Zusammenbruchskrisen zu betrachten, die in der gesamten Zeitspanne der maritimen Geschichte Europas seit dem unsäglichen Peloponnesischen Krieg immer wieder aufgetreten sind. Solange man nicht diese Sichtweise wählt, kann man weder die Wurzeln des heute drohenden weltweiten „neuen finsteren Zeitalters" verstehen noch die Zivilisation retten.

Geistvolle Leser werden daher nun mit uns die Geschichte des europäischen maritimen Imperialismus untersuchen. Man sollte davon ausgehen, daß heutzutage nominell Londons Rolle im sogenannten „Britischen Empire" im Mittelpunkt steht; man muß aber auch erkennen, daß dieser Imperialismus vorher seinen Ausdruck im mittelalterlichen Venedig gefunden hatte, das das „neue finstere Zeitalter" des 14. Jahrhunderts organisierte und dessen Erbe bis heute andauert.

Gehen wir also dementsprechend vor.

Auf den Sieg der verbündeten Seemächte des antiken Griechenland über die wiederholten Aggressionen des weitgehend landgestützten, imperialistischen Achämenidenreichs folgte leider die Torheit einer maritimen Form des monetären Imperialismus, der sich als der Peloponnesische Krieg äußerte. Seit dieser Zeit bis heute bildet das inzwischen weltweit ausgedehnte monetaristische System des Mittelmeerraums die große chronische, moralische Krankheit der um Europa konzentrierten, praktisch wirtschaftlichen Zivilisation. Beispielhaft waren das Römische Reich, Byzanz, das monetaristische Imperium Venedigs und das 1763 mit dem Pariser Vertrag gegründete britische „Empire", eingeschlossen seine heutige Erscheinungsform als Commonwealth.

Die ursprünglichen Bemühungen innerhalb des neuzeitlichen Europa,1 sich von der monetaristisch-imperialistischen Unterdrückung zu befreien, erfolgten im Zuge der von Florenz ausgehenden Renaissance des 15. Jahrhunderts, deren Grundsätze in den beiden zentralen Schriften des Kardinals Nikolaus von Kues festgehalten sind: der Concordantia Catholica, worin das Grundprinzip einer Ordnung souveräner Nationalstaaten definiert ist, und die De Docta Ignorantia, eine umfassende Initiative zur Entwicklung der neuzeitlichen Wissenschaft und klassischen Kunst.

Leider begünstigten später Venedigs Subversion des Vertragspartners der Renaissance zu Cusas Zeiten, Konstantinopel, sowie der Niedergang im Zuge der danach geführten Kriege eine aggressive Dekadenz im Einflußbereich jener großen Renaissance. Diese Entwicklungen waren für Nikolaus von Kues der Grund, transatlantische Erkundungsfahrten anzuregen, um die besten Früchte der europäischen und mediterranen Zivilisation auf ferne Kontinente zu bringen und so zu versuchen, die gemeinsamen, gerechten Ziele der Menschheit zu befördern, wie sie der Cusaner in seiner Concordantia Catholica, De Docta Ignorantia, De Pace Fidei und verwandten ökumenischen Schriften dargelegt hatte.

Später, um 1480, nahm sich der Genueser Kapitän Christoph Kolumbus diese von Nikolaus von Kues vorgeschlagene transatlantische Mission vor. 1492 gewann er die nötige Unterstützung für seinen Reiseplan, um die gegenüberliegende Küste jenseits des Atlantiks auf dem amerikanischen Kontinent zu erreichen, und zwar etwa an der Stelle, die auf der ihm von Cusas Kreisen zur Verfügung gestellten Karte angegeben war.2

Die von Kolumbus beabsichtigte kulturelle Mission wurde jedoch verdorben, weil sich die politische Macht des korrupten, reaktionären Herrscherhauses der Habsburger durchsetzte, das sich die Überreste des früheren Königshauses von Spanien einverleibte. Die Korruption durch die Habsburger war so übermächtig, daß die hervorragenden Absichten der Siedler im spanischsprachigen Amerika zunichte gemacht wurden.

Aus diesen und verwandten Gründen konnten die Pläne von Cusanus sowie Kolumbus nach ihm nicht dauerhaft verwirklicht werden, bis die Kolonisten in Plymouth in Nordamerika landeten und die Massachusetts Bay Colony unter Führung der Winthrops und Mathers gegründet wurde. Zwar wurde ab 1688 der Fortschritt in Massachusetts unterbunden durch das Eingreifen des englischen Königs James II. sowie eines Wilhelm von Oranien, der die Saat für alle späteren Vorstöße der anglo-holländischen Imperialisten gegen die im Neuengland der Winthrops und Mathers verkörperten positiven Absichten in Nordamerika legte. Aber der aktive politische und wissenschaftliche Einfluß von Gottfried Wilhelm Leibniz vor Ort in England unter Königin Anne konnte das Vermächtnis der Winthrops und Mathers sichern, was u.a. in der zunehmenden Führungsrolle Benjamin Franklins zum Ausdruck kam.

Franklins wachsender Einfluß erklärt sich auch durch die Reaktionen patriotischer Amerikaner gegen den Frieden von Paris 1763, mit dem der sogenannte „Siebenjährige Krieg" beendet und die Britische Ostindiengesellschaft als faktisches britisches Weltreich begründet wurde. Für die Konsolidierung der politischen Macht der Ostindiengesellschaft über das Vereinigte Königreich und darüber hinaus sorgte Lord Shelburne, der nicht nur die Doktrin eines Britischen Weltreiches in seiner Zeit definierte, sondern auch das britische Außenamt einrichtete, das Jeremy Bentham und später dessen Schützling Lord Palmerston übertragen wurde und seit 1782 bis zum heutigen Tage der eigentliche Mechanismus des britischen Weltreichs nach dem Vorbild des alten Roms ist.

In jener Phase von 1763 bis 1782 gelang es der neuen amerikanischen Republik, unseren Vereinigten Staaten, dank Unterstützung wichtiger Kräfte in Europa unter Führung von Freiwilligen wie dem Marquis de Lafayette aus Frankreich und durch das bewußte Eingreifen der russischen Zarin Katharina II. zur Gründung der Liga der Bewaffneten Neutralität, erfolgreich ihre Unabhängigkeit zu sichern.

Doch im gleichen Jahr 1782, in dem unser Sieg auf den Schlachtfeldern gesichert wurde, gelang es Shelburne, die Nationen der amerikanischen Kriegsallianz gegen das Empire, die USA, Frankreich und Spanien, zu jeweils separaten Friedensverhandlungen aufzuspalten. Diese Spaltung zwischen den USA und ihren Verbündeten sollte sich als verheerend erweisen, besonders für Frankreich, wo der König und sein Schwager von Jeremy Bentham mit seinen freimaurerischen Geheimdienstoperationen praktisch in den Wahnsinn getrieben wurden - besonders mit der „Halsbandaffäre", mit der Königin Marie Antoinette, Kaiser Josephs Schwester, ins Visier genommen wurde. Die Reaktionen auf diesen Freimaurerkrieg des 18. Jahrhunderts, u.a. bei Kaiser Joseph II. und König Ludwig XVI., führten sie zu Torheiten, die den Jakobinerterror und die Tyrannei des Marionettenkaisers Napoleon Bonaparte nach sich zogen. Dieser clevere Mann wurde von den herrschenden britisch-habsburgischen Interessen wie eine Puppe als Werkzeug benutzt, um den gesamten europäischen Kontinent in den Ruin zu stürzen und zur Zeit von Prinz Metternichs Vormacht (etwa 1812-48) unter eine zeitweilige gemeinsame britisch-habsburgische Herrschaft zu bringen.

Dieser Aspekt der Französischen Revolution erwies sich als Katastrophe für Kontinentaleuropa und wirkte, wie die Fehler Thomas Jeffersons zeigen, auch beinahe katastrophal auf die junge Republik der Vereinigten Staaten, nach innen wie nach außen.3

Die Amerikanische Revolution gegen die damalige britische Tyrannei hatte eigentlich schon 1763 begonnen. Dies war eine amerikanische Reaktion auf neue Formen der Unterdrückung, welche die Britische Ostindiengesellschaft unmittelbar nach dem Pariser Frieden vom Februar 1763 gegen die amerikanischen Kolonien eingeleitet hatte. Seit diesem Moment bis auf den heutigen Tag der ruinösen Methoden von Präsident Barack Obama ist die Innenpolitik der Vereinigten Staaten gespalten zwischen der Tradition jener Patrioten, die sich der räuberischen Britischen Ostindiengesellschaft widersetzten, und der gegnerischen Fraktion jener Amerikaner, die dem Britischen Empire ihre Unterstützung andienen. Beispielhaft dafür stehen der Verräter und Bentham-Agent Aaron Burr sowie die ganze Wallstreet-Bande, seit der Zeit des berüchtigten Richters Lowell bis zu den amerikanischen Schurken der heutigen Zeit, die die Hauptnutznießer der Plünderung des US-Schatzamtes durch Alan Greenspans und Ben Bernankes Kumpane bleiben.

Der erste entscheidende Schlag gegen unsere damals junge, siegreiche Republik kam im Zuge der Französischen Revolution von 1789 und des Ruins des europäischen Kontinents durch die anschließenden Napoleonischen Kriege. Ironischerweise festigte diese Serie von Kriegen bis zur Zeit des Wiener Kongresses die imperiale Macht des Britischen Reiches auf Kosten des Ruins von ganz Kontinentaleuropa. Diese Ironie des großen Narren Bonaparte mit seinen Napoleonischen Kriegen ist nur als Nachklang des früheren „Siebenjährigen Krieges" zu verstehen, mit dem 1763 das Weltreich der Britischen Ostindiengesellschaft errichtet worden war. Später waren dann der Erste und der Zweite Weltkrieg - eine Abfolge von Kriegen, die im Kern bereits mit der von London betriebenen Entlassung Reichskanzler Bismarcks sowie der anschließenden Ermordung des französischen Präsidenten Sadi Carnot und des US-Präsidenten William McKinley begann - bedeutende Folgen der „großen Strategie" des Britischen Empires, die sich während und nach dem Wiener Kongreß entfaltete.

So hatte Bismarck, der seit 1890 nicht mehr im Amt war, ausdrücklich vor einem neuen „Siebenjähriger Krieg" gewarnt, einem neuen, britischen Weltkrieg, den der Sohn der tattrigen Königin Viktoria, der Prinz von Wales Edward Albert, im Schilde führte. Hätte sich US-Präsident Franklin Roosevelt nicht politisch gegen die britischen „Cousins" von der Wall Street durchgesetzt, dann hätte jener Adolf Hitler, der ursprünglich Montagu Normans persönliche politische Marionette gewesen war und dessen Regime der Brite John Maynard Keynes so bewunderte, für lange Zeit über ganz Kontinentaleuropa und womöglich über weite Teile der Erde geherrscht.

Besonders in seiner Rolle bei der Gestaltung der Bretton-Woods-Konferenz 1944 arbeitete Präsident Franklin Roosevelt, solange er lebte, auf seine erklärte Absicht für die Nachkriegszeit hin: die Welt von Winston Churchills geliebtem „Empire" zu befreien, die unter europäischer Imperialherrschaft leidenden Nationen zu befreien und deren Entwicklung im Rahmen der von ihm für die Nachkriegszeit vorgesehenen „UN-Organisation" souveräner, freier Republiken auf der gesamten Welt zu fördern.

Der bösartige Keynes

Mit dem Tod von Präsident Franklin Roosevelt änderte sich unter dem Churchill-Bewunderer und US-Präsidenten Harry Truman die Perspektive für die Nachkriegswelt. Unter diesem widerlichen Kriecher der dekadenten britischen Imperialistenfraktion, Truman, erstanden die Imperien der Welt wie das britische, das französische und holländische, vorübergehend neu, und einige existieren unter der Fessel des Britischen Commonwealth bis auf den heutigen Tag.4

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Wechsels von Franklin Roosevelt zum Wallstreet-Wunschkandidaten Harry Truman ist entscheidend, um zu verstehen, wo die Ursprünge der Krise liegen, die unsere Vereinigten Staaten im derzeitigen Moment ihrer schrecklichen, existentiellen Krise quält. Der lautet wie folgt.

Die meisten, die sich näher mit John Maynard Keynes als Mensch wie als Ökonom beschäftigt haben, können ehrlicherweise nicht leugnen, daß man die wesentlichen Bestandteile seiner Persönlichkeit heute immer noch als pervers und in gewisser Hinsicht offen bösartig einstufen muß. Das Ergebnis der seltsamen Mischung erkennt man am deutlichen am Inhalt seiner bekannten Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes und daran, daß er das Werk bewußt zuerst als deutsche Ausgabe veröffentlichte und sich in seinem Vorwort zu dieser Ausgabe vom 7. September 1936 an die Nazi-Bewunderer des von ihm empfohlenen „Totalitarismus" wandte. Keynes war, wie Bertrand Russell, ein wahrhaft bösartiger Mann jener Zeit.

Präsident Franklin Roosevelt war sich über Keynes' verderblichen Charakter durchaus im klaren. Der Präsident bemühte sich in Bretton Woods, sicherzustellen - mit vorübergehendem Erfolg -, daß Keynes' monetaristischer Einfluß in den Plänen der Vereinten Nationen für ein Wirtschaftssystem der Nachkriegszeit nicht zum Tragen käme. Doch unmittelbar nach Roosevelts Tod schloß sich Präsident Harry Truman Winston Churchill und Keynes an und setzte eine keynesianische Interpretation für die politische Ausrichtung der US- und Weltwirtschaft durch. Gleichzeitig unterstützte Truman Churchills Rückkehr zu kolonialistischen Formen des Imperialismus in dem Maße, wie es sich damals durchsetzen ließ.

Was von Roosevelts wirtschaftspolitischen Plänen übrig blieb, war vor allem das Eingeständnis, daß die Weltwirtschaft mit der kommenden Friedenszeit nicht zurechtkommen würde, wenn man nicht den US-Dollar ins Zentrum eines Nachkriegssystems fester Wechselkurse stellte. Selbst das Britische Empire sah sich vorübergehend gezwungen, diesen Umstand zu akzeptieren.

Kurz gesagt, Roosevelts Plan eines Kreditsystems fester Wechselkurse zwischen den Nationen wurde vorübergehend durch ein dollargestütztes Währungssystem fester Wechselkurse abgelöst - der rüpelhafte Präsident Truman und seine Ideologen beraubten Roosevelts Vermächtnis seines strategisch entscheidenden, realen, physisch begründeten Inhalts.

Als später durch die Ermordung Präsident John F. Kennedys der Weg für eine noch radikalere pro-britische Politik frei wurde, folgte die unheilvolle Kombination aus dem langen Krieg in Indochina und den Machenschaften des britischen Premierministers Harold Wilson, der in einem Schumpeterschen Schwindel die „kreative Zerstörung" der produktiven Wirtschaftsbasis im eigenen Land betrieb und anschließend den Preis des Pfund Sterlings manipulierte, um den vom Vietnamkrieg zerschlissenen US-Dollar in die Krise von Januar bis März 1968 zu treiben.5 Unter Richard Nixon begann in den USA das wirtschaftliche Zerstörungswerk, das unter einem untauglichen Präsidenten Jimmy Carter weiter beschleunigt wurde. Seit der Ernennung Alan Greenspans zum Nachfolger des Fed-Vorsitzenden Paul Volcker 1987 und unter Greenspans Nachfolger Ben Bernanke folgte ein brutaler Ruin der amerikanischen Wirtschaft, der bis heute andauert und sich verschärft.

Im Sommer 2007 war es soweit, daß die Welt wegen der verschiedenen Phasen des Ruins der US-Wirtschaft unter dem verderblichen Einfluß der Fed-Vorsitzenden Greenspan und Bernanke seit Oktober 1987 an den Rand einer allgemeinen Zusammenbruchskrise geriet; dies trifft nicht nur die Wirtschaft der USA, sondern auch die in Süd- und Mittelamerika sowie West- und Mitteleuropa, und das bis auf den heutigen Tag. Zwei Jahrzehnte nach Beginn dieser Phase habe ich in meinem Internetforum vom 25. Juli 2007 festgestellt, daß sich die Welt am Rande einer allgemeinen, potentiell hyperinflationären Zusammenbruchskrise befand - sowohl die zu diesem Augenblick schon hoffnungslos bankrotten USA, als auch die europäischen Volkswirtschaften, die einer sich verschärfenden Diktatur eines von Britannien erzwungenen Eurosystems mit kolonialistischen Vorzeichen unterstanden.

Es kam genau so, wie ich gewarnt hatte.

Mir war zu jener Zeit 2007 klar, daß die im Gang befindliche allgemeine Zusammenbruchskrise zu einem Kollaps wie in Weimardeutschland 1923 führen würde, sobald diese Blase vom Juli 2007 an ihren schwächsten Punkten platzte. Das Verhältnis zwischen dem aberwitzig inflationierten Hypothekenmarkt und den Banken, die in diese völlig außer Kontrolle geratene Geldblase hineingezogen worden waren, hatte sich bis zu diesem Punkt entwickelt. Ich schlug vor, umgehend ein „Gesetz zum Schutz der Eigenheimbesitzer und Banken", wie ich es nannte, zu beschließen. Wäre dieser von mir verbreitete Gesetzentwurf nicht von Großmäulern wie dem wild polternden, verantwortungslosen Abgeordneten Barney Frank (Vorsitzender des Finanzausschusses im Kongreß) blockiert worden, dann hätte dies die Lage stabilisiert, und man hätte mit verhältnismäßig einfachen Maßnahmen zur Konkurssanierung des Finanzsystems das Chaos unter Kontrolle bringen können.

Aus Gründen wie dem hysterischen Verhalten des unmoralischen Barney Frank kann die Immobilienblase des Sommers 2007 bis auf den heutigen Tag ungehindert weiteren Schaden anrichten. Sein damaliger Schwindel war auch ein Hauptfaktor hinter der Einleitung der Politik der sogenannten „Rettungspakete" („Bailouts"), welche die ganze transatlantische Gemeinschaft in einen hoffnungslos hyperinflationierten Zustand versetzt hat. Nur ein Prozeß nach dem Vorbild des amerikanischen Glass-Steagall-Gesetzes zur Umwandlung des monetären Systems der USA in ein Kreditsystem kann die Vereinigten Staaten jetzt noch vor einem Absturz in ein langes „finsteres Zeitalter" bewahren.

Der Zerfall des Weltwährungssystems hat jetzt besonders in der transatlantischen Gemeinschaft einen Punkt erreicht, der sich grob mit dem Zustand der damals isolierten Weimarer Republik in den letzten Monaten des Jahres 1923 vergleichen läßt.

Nur durchgreifende Maßnahmen zu einer Umwandlung des Weltwährungssystems von einem monetaristischen System gleitender Wechselkurse zu einem Kreditsystem fester Wechselkurse können den drohenden Absturz der Weltwirtschaft in eine Zusammenbruchskrise vergleichbar mit dem sog. „neuen finsteren Zeitalter" des 14. Jahrhunderts abwenden.

Bei jedem kompetenten Versuch, die jetzt heraufziehende, weltweite monetäre Zusammenbruchskrise zu verstehen, muß zum Vergleich der Fall der Weimarer Republik 1923 in dessen eigenem Licht untersucht werden.

Man bedenke, wie das Ende des Ersten Weltkriegs durch die Initiativen des Britischen Empires gezielt in den Beginn des Zweiten Weltkriegs verwandelt und dann die Bedingungen für einen potentiellen „Dritten Weltkrieg" auf dem gesamten Planeten geschaffen wurden. Der von mir entwickelte Ansatz für eine dringend erforderliche Erholung, die „Dreifachkurve", ist jetzt vonnöten, um letzteres zu verhindern.

Da ich die wirtschaftliche Prognosemethode der „Dreifachkurve" erfunden und entwickelt habe, muß vieles, was ich zu relevanten wissenschaftlichen Frage zu berichten habe, in der ersten Person Singular geäußert werden, da es auf meiner professionellen Erfahrung und Erkenntnis beruht, statt nur wie ein Journalist in nicht selten völlig sophistischer Weise die Schriften meist höchst fehlbarer „anderer Autoritäten" zu kommentieren.

I. Die „Dreifachkurve"

Ich bin seit meiner Jugend ein Anhänger von Leibniz, denn gegen die aprioristische Geometrie von Euklid und Descartes im Schulunterricht hatte ich schon damals einen Widerstand, welcher sich als völlig berechtigt erwies. Meine Entscheidung als Jugendlicher beruhte auf der Auffassung, die ich vor allem durch Beobachtungen laufender Bauarbeiten auf der Marinewerft von Charlestown in der Nähe von Boston erworben hatte, daß Geometrie nicht rein abstrakt, sondern physikalisch sein muß. Ende der vierziger Jahre nahm diese Überzeugung die Form an, daß ich mich der radikal reduktionistischen Einstellung in der Wirtschaftswissenschaft widersetzte, die sich seit 1948 bei den Russell-Anhängern Prof. Norbert Wiener und John von Neumann zeigte. Anfang 1953 war ich dann soweit, mich in der Frage der Geometrie ganz dem Standpunkt von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 anzuschließen -  physikalischer Geometrie!

Seither sind meine Arbeiten auf dem Feld der Wissenschaft der physischen Ökonomie entsprechend fortgeschritten. In meiner Tätigkeit als Unternehmensberater während der fünfziger Jahre und später wandte ich die Erkenntnisse aufmerksam an. U.a. beschrieb ich zutreffend die entscheidende Narretei hinter der heraufziehenden Krise im Automobilgroß- und -einzelhandel in den fünfziger Jahren, die von einem Netz von Automobilvertragshändlern ausging. Diese letztere Untersuchung, die ich auch auf andere, ähnliche Erscheinungen des Absatzes von „Gebrauchsgütern" ausdehnte, war das Ergebnis kombinierter Bemühungen, die es mir 1956 ermöglichten, eine Rezession für Februar-März 1957 vorauszusagen. Ich verbreitete diese Vorhersage als grundsätzliche Richtlinie unter meinen Geschäftspartnern und anderen Kreisen, und es stellte sich heraus, daß sie einen hohen Grad an Bestimmtheit, Präzision und Treffsicherheit hatte. Ab Mitte 1958 bis 1960 entwickelte ich das Szenario, daß eine wahrscheinlich langanhaltende allgemeine Krise eintreten würde, falls das existierende Wirtschaftssystem bis zum Ende der sechziger Jahre unverändert fortbestünde. Aus Gründen, die ich vorhergesagt hatte, trat dies 1971 ein.

Ich habe seither immer die gleiche Vorhersagemethode verwendet, wenn auch nach und nach mit bestimmten Verbesserungen - wie von der grünen Knospe zum reifen Apfel. Das von mir benutzte Prognosesystem hat als solches nie versagt, wann auch immer ich es angewendet habe.6 Meine berühmte Debatte mit dem Keynesianer Prof. Abba Lerner, einem Kollegen von Sidney Hook vom berüchtigten europäischen Kongreß für Kulturelle Freiheit, am 2. Dezember 1971 am New Yorker Queens College ist hierfür ein wichtiges Beispiel. Mit diesem Ereignis wurde meine Methode der Wirtschaftsvorhersage sozusagen auf die Weltkarte gesetzt.

Ich hatte die führenden Ökonomen der amerikanischen Universitäten seit September 1971 wiederholt aufgefordert, einen Sprecher ihrer Seite zu benennen, der meinen Vorwurf entkräften könnte, sie hätten sich allesamt als Quackademiker erwiesen, weil sie die Realität der absehbaren Folgen von Präsident Nixons Aufkündigung des Systems fester Wechselkurse nicht sehen wollten. Meine eigene Vorhersage, die ich in den Monaten und Jahren zuvor verbreitet hatte, ist seit jener Debatte im New Yorker Queens College ein Meilenstein in der Geschichte der Wirtschaftsprognose. Einige meiner beruflichen und politischen Widersacher beschlossen, meine Herausforderung anzunehmen. So kam es, daß Abba Lerner an diesem 2. Dezember 1971 in der Debatte mit mir aus eigener Schuld eine verheerende Niederlage einstecken mußte. Meine Widersacher unter den angegriffenen Akademikern und Pressevertretern entschieden unmittelbar nach diesem bedeutenden Ereignis, ihren Ruf zu schützen, indem sie gewissermaßen so taten, als hätte es mich nie gegeben, obwohl einige persönlich anwesend gewesen waren.

Für mich war der Hauptpunkt in dieser Debatte mein Wissen, daß die Keynesianische Politik, wie sie sich nach der Gründung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) darstellte, in den Jahren 1931-33 der entscheidende Faktor war, warum die Liberalen-Fraktion Ende Januar 1933 Adolf Hitler in Deutschland an die Macht brachte. Dieselbe Einsicht lenkte mein Augenmerk auch auf die Inflation der Weimarer Republik im Jahr 1923, die ich bei meinen Lehrtätigkeiten Ende der sechziger Jahre und danach als wichtigen Bezugspunkt verwendete, um das Wesen der jetzigen Wirtschaftskrise verständlich zu machen.7

Die Parallelen und Unterschiede zwischen der Weimarer Hyperinflation 1923 und der von mir mehrfach vorhergesagten weltwirtschaftlichen Zusammenbruchskrise heute sind wahrscheinlich das beste Anschauungsmaterial für die Natur der Ursachen und immer ominöseren Folgen der heutigen Weltwirtschaftskrise.

Das Beispiel der Weimarer Republik 1923 ist deswegen gut gewählt, weil es ein relativ einfacher Fall aus der realen Geschichte ist und man anhand jener Krise von 1923 Grundelemente darstellen kann, die im gegenwärtigen, weltweiten Fall nicht ganz so einfach aufzuzeigen sind. Der finanzielle Zusammenbruch der Weimarer Republik ist ein viel einfacherer Untersuchungsgegenstand, dennoch enthält die Weimarer Inflation alle grundlegenden „Laborelemente", die man bei dem komplexeren Problem der ähnlichen Krise, die heute den ganzen Planeten trifft, erkennen muß.

Ein Beispiel. Es gibt es nur drei Grundaspekte bei der Weimarer Hyperinflation: 1. ständig beschleunigt anwachsende Geldinflation, 2. Wachstum oder Rückgang des Geldumsatzes durch den Vertrieb wesentlicher Verbrauchsgüter, vor allem physischer Güter, und das 3. kombiniert mit einem Rückgang des realen Wirtschaftsertrages pro Kopf, gemessen in physischen Werten, nicht in Geldwerten.8

Die von mir seit Januar 1996 verwendete „Dreifachkurve", mit der sich zeigen läßt, daß die Welt im Sommer 2007 in eine Zusammenbruchskrise eingetreten ist, verdeutlicht diesen Sachverhalt. Seit meinem Internetforum vom 25. Juli 2007 ist die Inflationsrate der Geldmenge in die Höhe geschnellt (1.), während sich das Tempo des Wirtschaftskollapses beschleunigt hat (2.), besonders seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama. Die Realwirtschaft ist unter Obama praktisch in den Zusammenbruch getrieben worden, und diesem Absturz folgt ein Absturz der Popularität des Präsidenten und des ganzen US-Kongresses auf dem Fuße. Im gleichen Zeitraum ist die Beschäftigung in nützlichen Wirtschaftsbereichen eingebrochen (3.), wobei diejenigen Beschäftigten, die den relativ höchsten wirtschaftlichen Wert pro Kopf darstellen, am härtesten betroffen sind.

Etwa zur Zeit meiner Warnung in meiner Internetsendung am 25. Juli 2007 hat sich die zweite der drei Kurven, die die Finanzlage in Handel und Produktion ausdrückt, nach unten gedreht und fällt seitdem immer rascher weiter ab. Das ist neben anderen Umständen das untrügliche Zeichen dafür, daß die allgemeine weltweite Zusammenbruchskrise weiterläuft und ihr Tempo sich beschleunigt. Die kurze Ansprache der britischen Königin beim Commonwealth-Gipfel vom 27. November 2009 fiel nicht nur mit einem neuen, noch kritischeren Phasenabschwung in der Weltwirtschaft generell zusammen, sie hat auch die globale Lage weiter verschärft.

Man vergleiche die Entwicklung der „Dreifachkurve", so wie ich sie im Januar 1996 erstmals zur Veröffentlichung entworfen hatte, dann um das Jahr 2000 und dann seit 2007.

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Als ersten Entwurf hatte ich die Dreifachkurve 1996 öffentlich vorgestellt, um davor zu warnen, daß die Trends in der US-Wirtschaft damals nicht bloß zu einem rein quantitativen, sondern zu einem schweren qualitativen Wirtschaftsabsturz hinführten. 2000 hatte die Vorhersage einen Punkt erreicht, der den Folgen des Platzens der inflationären, überdehnten „Jahr-2000-Blase" und der dadurch lauernden Gefahr einer späteren weltweiten Zusammenbruchskrise entsprach. Ab Juli 2007 entspricht sie dem unmittelbaren Ausbruch der allgemeinen Zusammenbruchskrise des jetzigen Finanz- und Währungssystems, die ich 2000-2001 vorhersagte - eine Neuauflage dessen, was Weimardeutschland 1923 niedergestreckt hatte, im ganz großen Maßstab.

Jegliche statistische Wirtschaftsprognose mit gewöhnlicher Finanzbuchhaltung als Maß der Leistung der jetzt massiv geschwächten Wirtschaft sollten wir aufgeben. Statistische Wirtschaftsprognosen, wie sie bisher benutzt wurden, sind als Werkzeug für ernsthafte ökonomische Vorhersagen grundsätzlich fehlerhaft. Sie sind falsch, weil sie sich quasi axiomatisch auf monetaristische Grundannahmen stützen, die in Bezug auf mittel- bis langfristige Wirtschaftsentwicklungen völlig in die Irre führen, und das mit üblen Folgen.

Das Scheitern von Volkswirtschaften ist hauptsächlich die Folge eines Ausbleibens notwendiger Investitionen in den wissenschaftlich-technischen Fortschritt: A) in eine steigende Energieflußdichte zur Beschleunigung des technischen Fortschritts, B) in den erforderlichen Ausbau des Realkapitals in der Produktion und entsprechender wirtschaftlicher Infrastruktur und C) in die Steigerung der wissenschaftsorientierten, zunehmend energieintensiven produktiven Arbeitskraft - im Gegensatz zu Geldanlage und finanzieller Investition als solcher.

Auch alle monetaristischen Spielarten ausgeklügelter statistischer Wirtschaftsanalyse können, wenn sie nicht vollkommen falsch sind, gelegentlich richtig erscheinen, aber nur temporär, und selbst dann nur bei der gewöhnlich fragwürdigen Interpretation „lokaler" Trends. Solche Trends sind letztlich irrelevant, weil die Annahmen, auf die sich die vorgelegten partiellen Daten beziehen, in ihrer Zusammensetzung entweder bedeutungslos oder schlicht falsch sind, wenn man sie allgemeiner und mit Bezug auf den realen (d.h. physischen) volkswirtschaftlichen Gesamtprozeß betrachtet.

Die drei Aspekte (der Dreifachkurve) genügen, um allgemein aufzuzeigen, wie und warum ganz Europa und Nord- und Südamerika sich bezüglich der realen Produktivität pro Kopf und pro Quadratkilometer in einem anhaltenden, immer steileren Niedergang befinden, seit die USA in der Zeit nach Präsident Kennedy 1964-68 immer tiefer in den Krieg in Indochina hineingezogen wurden. Die Abkehr von Kennedys Politik hatte schlimme Folgen für die amerikanische Wirtschaft, und dies läßt sich heute zusammenfassend an Präsident Obamas Gesundheitspolitik ablesen. Statt die Ärzte zu fragen, betreibt Obama - wie einst Adolf Hitler - eine Gesundheitsreform von Giftmischern und Totengräbern. Die Argumente in der Gesundheitsdebatte in den USA, die sich von Hitlers Politik im Krieg und vom früheren britischen Premierminister Tony Blair ableiten, zeigen uns die Krankheit, die die Regierung des Blair-Bewunderers Obama auf Dauer nicht überstehen würde und die die ganze Welt in das schlimmste „neue finstere Zeitalter" stürzen könnte - noch schlimmer als jenes, das im Europa des 14. Jahrhunderts durch die damaligen monetaristischen Manipulationen Venedigs entfesselt wurde.

Wirkliche Produktivität in Volkswirtschaften muß physisch in Maßeinheiten pro Kopf und pro Quadratkilometer der Gesamtökonomie angegeben werden.

Die entsprechenden Messungen müssen auf der Erkenntnis beruhen, daß man bei allen Volkswirtschaften, die man als Realwirtschaften betrachtet, von einer bestimmten Entropie als Grundmaßstab ausgehen muß. Wer morgen das gleiche tut, was er gestern getan hat, ist heute schon in Schwierigkeiten; es gibt einen konstanten Faktor (wenn auch keinen konstanten Wert) der Abnutzung im Verhältnis zum erforderlichen Zuwachs an physisch anti-entropischer Produktivität pro Kopf und pro Quadratkilometer. Fehlt der Nutzen aus praktisch umgesetztem wissenschaftlichem Fortschritt, dann gewinnen die Abnutzungskräfte die Überhand. So ist es auch beim Niedergang der transatlantischen Staatengemeinschaft seit dem Sturz des Bundeskanzlers und de-Gaulle-Freundes Konrad Adenauer, der Ermordung Präsident Kennedys und der Schwächung von de Gaulles Frankreich.

Die notwendige wissenschaftsbasierte Steigerung der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte erfordert eine beständige Erhöhung der Energieflußdichte pro Kopf und pro Quadratkilometer durch immer neue wissenschaftliche Entdeckungen. Ohne den Faktor einer steigenden Energieflußdichte gibt es auf Dauer keinen technischen Fortschritt und keine wirtschaftliche Produktivitätssteigerung.

Aus diesem Grunde befinden sich alle sogenannten „traditionellen" oder „Nullwachstums"-Gesellschaften automatisch in einem Prozeß des Sterbens, wahrscheinlich sogar der Verwesung, so wie es in Europa unter der Tyrannei des britisch gesteuerten „Euro" der Fall ist.

Das bedeutet, daß der Einsatz von Sonnenkollektoren und Windmühlen das energiepolitische Äquivalent von noch etwas viel Schlimmerem als „Katzengold" ist. Die Kernkraft und mit ihr erzeugte synthetische Treibstoffe hoher Dichte müssen der Minimalstandard zur Erhöhung der Energieflußdichte für alle heutigen Volkswirtschaften werden. Gegenteilige Strategien sind nachweislich Wahnsinn und laufen in ihrer Wirkung sogar auf Massenmord hinaus.

Ohne einen ständigen Faktor anti-entropischer Veränderung in der Politik der Nationen - eine Veränderung, die in Form und Qualität der physischen Anwendung und Wirkung international vergleichbar sein muß - schrumpfen die Volkswirtschaften. Eine Kultur der politischen Ökonomie, die keine Verbesserungen in der praktizierten Philosophie einer Zunahme der „Energieflußdichte" der gesellschaftlichen Produktion pro Kopf und pro Quadratkilometer bewirkt, ist im Kern immer eine dekadente Kultur. Die Wirkung solcher Fortschritte läßt sich physisch messen; jedoch liegt die kreative Kraft einer Kultur nicht im mathematischen Bereich der Naturwissenschaft, sondern in der Entwicklung klassischer Formen der künstlerischen Komposition und Kunstausübung - Albert Einsteins Violinspiel ist ein Beispiel dafür.

In der transatlantischen Kultur gibt es seit dem Tode von Präsident Franklin Roosevelt einen langfristigen Trend kulturellen Niedergangs mit entsprechenden realwirtschaftlichen Folgen. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Lauf der Weltgeschichte in eine solche Richtung gelenkt, symbolisiert durch die radikalen Veränderungen der langfristigen Trends der realwirtschaftlichen und kulturellen Ausrichtung in der Churchill-Truman-Ära. Dieser für die Nachkriegswelt in Bewegung gesetzte Abnutzungsprozeß ist während der gesamten Zeitspanne seither der zugrundeliegende Trend in der Weltwirtschaft geblieben.

Die entropische Gefahr in allen sozialen Kulturen der Menschheit hängt mit einer Eigenschaft zusammen, die ausschließlich die menschliche Gattung an sich auszeichnet. Es ist die spezifisch menschliche Kreativität, die ein Wachstum der menschlichen Bevölkerung auf eine Größe zuläßt, die sonst nie erreicht werden könnte. Dieser Ausdruck der Kreativität der Mitglieder der menschlichen Gattung ist einzigartig und definiert den Menschen nicht als Bewohner der Biosphäre, sondern einer Noosphäre.

Die Menschheit ist die einzige bekannte lebende Gattung, deren Existenz - seit den aufgefundenen Feuerstellen der frühen „Steinzeit" - auf der bewußten Nutzung des Feuers beruht. Der menschliche Fortschritt, ja allein schon der Fortbestand unserer Gattung beruht auf einer Zunahme der Energieflußdichte sowie auf der Quantität und Qualität des Feuers. Davon hängen das weitere Bevölkerungsniveau und unsere Lebensqualität ab.

Der olympische Zeus (der die Nutzung des Feuers verbieten will), wie ihn Aischylos in seiner Prometheus-Trilogie darstellt, ist die Verkörperung des Satans auf der Welt. Heutzutage findet man die Anhänger dieses Gentleman höchstwahrscheinlich unter den Gesinnungsgenossen von Präsident Barack Obama und den derzeit regierenden Generationen des britischen Königshauses.

So besteht zum Beispiel ein grundlegender Unterschied zwischen den Merkmalen menschlicher Gesellschaften und der gegensätzlichen Situation jeder Tier- oder Pflanzenökologie. Diese Abgrenzung des Menschen von Tier, Pflanze und Stein besteht tatsächlich hierin, daß das Merkmal, welches den Menschen ökologisch auszeichnet, seine bewußte, individuelle Schöpferkraft in klassischer Kunst und Wissenschaft ist.

Eine Ökonomie der Kunst und Wissenschaft

An dieser Stelle unseres Berichtes stellt sich nicht nur die Schwierigkeit, daß der Begriff „Kreativität" heute meistens falsch verwendet wird. Selbst in den Naturwissenschaften wird schöpferische Fähigkeit gewöhnlich falsch aufgefaßt, als liege sie im Bereich einer physikalisch inaktiven Funktion euklidischer oder quasi-euklidischer Mathematik oder, noch schlimmer, radikaleren Abarten des heute gelehrten Reduktionismus wie dem äußerst radikalen Positivismus der Verehrer des abgrundtief bösartigen Bertrand Russell.

Typisch für wirkliche wissenschaftliche Kreativität ist dagegen Filippo Brunelleschis Entdeckung, wie er mit Hilfe einer physikalischen Kurve, der Kettenlinie, die Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore in Florenz bauen konnte. Andere Beispiele findet man in der Entdeckung des Grundprinzips der kompetenten neuzeitlichen Wissenschaft in De Docta Ignorantia des Nikolaus von Kues; bei Leonardo da Vinci (seiner Verwendung einer physikalischen Kurve der geringsten Wirkung, der Kettenlinie/Schlepplinie, als Bauprinzip); bei Johannes Kepler (seiner ureigenen Entdeckung des im gesamten Sonnensystem gültigen Prinzips der Gravitation); bei Pierre de Fermat (geringste Wirkung); bei Gottfried Wilhelm Leibniz (der Kalkulus, das neuzeitliche Konzept der Dynamik); bei Abraham Kästner (nichteuklidische Geometrie); bei Carl F. Gauß (mehr oder weniger alles); bei den Brüdern Humboldt (Meister der Organisation der klassischen Bildung und Naturwissenschaft); bei Lejeune Dirichlet (die Rolle der Vorstellungskraft in der Naturwissenschaft); bei Bernhard Riemann (die gesamte kompetente physikalische Geometrie der Neuzeit); Max Planck (Einstieg in die Prinzipien des Mikroraumes im Gegensatz zu den Anhängern von Ernst Mach und Bertrand Russell); bei W.I. Wernadskij (die Prinzipien der Lithosphäre, der Biosphäre bzw. der Noosphäre); und bei Albert Einstein (die unbedingte Wechselwirkung zwischen klassischer Kunst und naturwissenschaftlicher Kreativität).9

Wirkliche Wissenschaft liegt von ihrem Wesen her außerhalb des Bereichs der deduktiven Methode. Sie liegt in einem Bereich, den man am besten als den Funktionsbereich der klassisch-künstlerischen Vorstellungskraft beschreiben kann. Typisch sind die entsprechenden Werke von Dante Alighieri, Kardinal Nikolaus von Kues, dessen Anhänger Leonardo da Vinci, Raphael Sanzio und Johannes Kepler, Rembrandt und Johann Sebastian Bach sowie der klassische Kontrapunkt in der Musik, wie ihn die gewissenhaften Anhänger des von Bach entdeckten Prinzips des wohltemperierten Kontrapunkts wie Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert usw. sowie große Dichter und klassische Dramatiker wie Gotthold Lessing, Friedrich Schiller, John Keats und Percy Bysshe Shelley. Das Bild des Physikers Albert Einstein mit seiner Violine hat in diesem Zusammenhang entscheidende experimentelle Bedeutung.

Wirkliche Wissenschaft und klassische Kunst sind dadurch vereinigt, daß ihre größten Vertreter intuitiv spüren, daß die menschlichen Sinneskraft uns kein unmittelbares Abbild der wahrgenommenen Realität liefert, sondern nur die Schatten wahrnimmt, welche diese Realität auf die Sinne wirft. Man muß den realen Gegenstand, der nicht sichtbar ist, aus den Mustern unter den Schatten herleiten, wie Johannes Kepler dies bei seiner ureigenen Entdeckung des allgemeinen Gravitationsprinzips in seiner Weltharmonik aufgezeigt hat. Auch der Fall der Helen Keller macht das in sympathischer Weise deutlich.

Die Arbeit des wahren wissenschaftlichen und schöpferischen klassischen Künstlers besteht darin, die Signale der Sinneswahrnehmung zu entschlüsseln, indem er die relativ extremen Bereiche, die sich nicht aus Sinneswahrnehmungen erklären lassen, experimentell erforscht. Beispiele sind Keplers ureigene Entdeckung eines allgemeinen Prinzips universeller Gravitation in seiner Weltharmonik; Fermats Entdeckung der geringsten Wirkung; Leibniz' ureigene Entdeckung des Kalkulus wie auch des höheren Prinzips der universellen physikalischen geringsten Wirkung; sowie all das, was Lejeune Dirichlet und Bernhard Riemann aus den von Kästners Schüler Carl F. Gauß geschaffenen Grundlagen entwickelten.10 All das zusammen war die Frucht von Nikolaus von Kues' De Docta Ignorantia und auch der Arbeit von Archytas, Platon und Eratosthenes zuvor.

Die eben angeführten Überlegungen habe ich als wichtige Verdeutlichungen eines Grundprinzips ausgewählt; und dieser Punkt muß verstanden werden, wenn eine Wissenschaft der physischen Ökonomie kompetent verstanden und in der Praxis umgesetzt werden soll. Jedes kompetente Verständnis einer tatsächlichen Wirtschaftswissenschaft muß auf der Rolle individueller menschlicher Kreativität, wie ich sie dargestellt habe, aufbauen. Entscheidend hierbei ist, daß jede Kreativität, auch jene in den Naturwissenschaften, eigentlich im Bereich der individuellen klassisch-künstlerischen Vorstellungskraft liegt, worauf uns Albert Einsteins Violine und auch Lejeune Dirichlets Einfluß auf das Schaffen Bernhard Riemanns hinweisen sollten. Ein Wissenschaftler, dem es an geistiger Reife in klassischer Kunst mangelt, ist in gewisser Weise systemisch beschädigt, was sich früher oder später in seiner Tätigkeit zeigen wird.11

Die „Tripelkurve" wird geboren

Mein pädagogisches Mittel der „Dreifachkurve" entstand in dieser Form Ende 1995, und im Januar 1996 habe ich sie als Thema zur Eröffnung meines Wahlkampfs für die Präsidentschaftsnominierung der Demokratischen Partei erstmals öffentlich vorgestellt.

Dieses Vorgehen verfolgte mehrere unmittelbare Zwecke: Erstens, meine Methode der Wirtschaftsprognose vorzustellen, um zu zeigen, nach welcher Methode die Politik unserer Republik und der Zivilisation allgemein gestaltet werden sollte. Zweitens, darzustellen, zu welchen Schlußfolgerungen die Umsetzung dieses Prozesses führen muß. Drittens wollte ich den intellektuell führenden Schichten unserer Bürger deutlich machen, daß man diese Frage der Wirtschaftsprognose einem wesentlichen Teil der führenden, denkenden Teile der Bevölkerung sehr wohl auf vernünftige Weise verständlich machen kann.

Mein großes Problem als öffentlicher Prognostiker war, daß die amerikanische Bevölkerung nicht angemessen informiert war, und dieser Mangel war so groß, daß unsere Bürger die Krise unserer Nation und der Welt gewöhnlich nicht als eine Überlebenskrise verstanden. Unter den Ökonomen, wo dieser Fehler weit verbreitet war, war das normalerweise eher die Folge einer vorsätzlich falschen Fachausbildung als ein Mangel an Bildung als solcher. Früher war eine Person - etwa jemand, der ein wenig von Maschinenbau verstand - häufig in der Lage, mein Argument aus der eigenen Erfahrung heraus zu veranschaulichen, aber diese Kompetenz ist in den Generationen seit der Nachkriegszeit mehr und mehr verloren gegangen. So hielt ich es für notwendig, zu versuchen, wenigstens bei einem Teil der Bevölkerung das nötige Verständnis der heraneilenden nationalen Krise zu wecken, damit man die Bürger auf die Gefahren aufmerksam machen konnte, die ihnen und dem Land zu dem Zeitpunkt drohten.

Im Januar 1996, als ich die Tripelkurve erstmals öffentlich vorstellte, standen wir kurz vor dem Ausbruch einer großen, praktisch existentiellen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, deren Wirkung, wie ich gewarnt hatte, im Verlauf der Jahre 1996 und 1997 und im Frühjahr und Sommer 1998 immer sichtbarer wurde. Dann, im Sommer und Herbst 1998, traf uns die Krise mit großer Macht - eben die Krise, vor der ich seit Anfang 1996 gewarnt hatte.

Diese besondere Phase der Wirtschaftskrise, die bereits sehr groß war, traf uns also Ende Sommer 1998. Im September jenes Jahres wollte US-Präsident Bill Clinton etwas gegen diese von ihm erkannte wirtschaftliche Katastrophe tun und unternahm den Versuch, eine neue Finanzarchitektur zu schaffen.12 In dieser Zeit wurde die Kampagne zu seiner Absetzung in Gang gesetzt, mit der recht offensichtliche bösartige Absichten verfolgt wurden. Hinter der Kampagne steckte die massive politische Unterstützung von Leuten, die fest entschlossen waren, keinerlei Eingriffe in das vermeintliche Eigeninteresse ihrer Kreise hinzunehmen - etwa unter den fanatischen Vertretern und Anhängern der Wall Street in New York und der Threadneedle Street in London, die schon damals in immer wahnwitzigerer Weise die Finanzspekulation betrieben, die uns den verheerenden Schwindel der „Rettungspakete" von 2007 bis heute bescherte.

In ähnlicher Weise führte die Unterdrückung meines „Gesetzes zum Schutz der Eigenheimbesitzer und Banken 2007" durch die Verbündeten des Abgeordneten Barney Frank die USA im Juli und August 2007 an den Rand einer unmittelbaren und „endgültigen" Zusammenbruchskrise. Seit diesen Entwicklungen im Zusammenhang mit Figuren wie Senator Chris Dodd und Barney Frank bis heute wurde die Ideologie der Wall Street zu einer Art Beulenpest der amerikanischen Wirtschaftspolitik.

Diese fortgesetzte Zerstörung der lebenswichtigsten Aspekte der US-Wirtschaft hat unsere Nation ruiniert und sorgt unter der fehlgeleiteten Führung eines närrischen Fanatikers namens Barack Obama für große Not und Elend in unserer Bevölkerung.

Präsident Obamas Schuld

Wie die kürzlich aufgedeckten, häßlichen betrügerischen Methoden an der britischen University of East Anglia unterstreichen - was ehrliche und kompetente Wissenschaftler sowieso schon wußten -, ist an den gegenwärtigen Behauptungen der Regierung Obama über die „globale Erwärmung" nichts Wahres. Was derzeit von prominenter Seite über dieses Thema gesagt wird, ist nachweislich nicht nur ein wissenschaftlicher Betrug, sondern Teil eines Programms für einen vorsätzlichen Massenmord auf dem gesamten Planeten, der vom Umfang wie auch vom globalen Ausmaß her weit über das hinaus geht, was das Hitler-Regime verbrochen hat. Diejenigen, die diesen Schwindel betreiben, sollten für dieses Verbrechen verurteilt werden, und verantwortliche Regierungen sollten mit den verfügbaren Mitteln ordentlicher juristischer und verwandter Maßnahmen für entsprechende Abhilfe sorgen.

Wenn man die Fakten und die damit verbundenen Konsequenzen dieses Schwindels der „globalen Erwärmung" berücksichtigt, ist die systematische Unterstützung für den von der britischen Monarchie beabsichtigten weltweiten Völkermord Grund genug für eine umgehende Amtsenthebung und auch für Strafverfahren gegen alle Politiker, deren Komplizenschaft bei der Unterstützung dieses massiven Verbrechens gegen die Menschlichkeit ein vergleichbares Ausmaß wie bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen erreicht hat. Die Behauptungen der Väter des offiziellen Schwindels der „globalen Erwärmung" sind noch viel schlimmer als so populistische Wahnideen der früheren Weltgeschichte wie die, die Erde sei eine flache Scheibe. Dahinter stehen Absichten wie etwa die von Prinz Philip und seinem WWF, die Bevölkerung des Planeten von gegenwärtig geschätzten 6,7 auf zwei oder weniger Milliarden Menschen zu verringern. Das ist das größte und bösartigste Verbrechen unter den Regierungen in der Geschichte unserer zeitgenössischen Zivilisation, das man sich nur vorstellen kann.

Wenn wir den erklärten Absichten der Täter dieses geplanten Massenmords, wie Prinz Philip vom britischen Königshaus und seinen einschlägigen Komplizen, glauben dürfen, dann darf man nicht auf die Tat warten und die Verbrecher dann nachträglich bestrafen. Man muß zu Präventivmaßnahmen greifen und sie z.B. sofort aus der politischen Verantwortung entfernen. Die Beweise belegen die völlig ernstzunehmende Absicht der neomalthusianischen Ideologen, Bedingungen zu schaffen, die ein Massenverbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, das seiner Natur nach sogar noch schlimmer wäre als alles, was die Nazis vorhatten.

Dabei möchte ich, wie ich wiederholt erklärt habe, eine Absetzung eines amtierenden Präsidenten vermeiden, solange dies irgendwie möglich ist. Man wird an den letzten Teil der Amtszeit des Ku-Klux-Klan-Fanatikers Woodrow Wilson erinnert. Adolf Hitler war intelligenter und deshalb auch schuldiger als der intellektuell unzulängliche und oft einfältige Präsident Obama, dennoch machen es das Gemeinwohl und der Fortbestand der Republik (unserer und anderer) erforderlich, daß jede Fortsetzung von Obamas Narreteien unterbunden wird und diese schnell rückgängig gemacht werden. Dazu muß man alles Vernünftige tun, um den Präsidenten zu bewegen, Beschränkungen zu akzeptieren, unter denen man ihm sorglos erlauben kann, weiterhin das Amt zu bekleiden, in das ihn eine, wie sich im Nachhinein gezeigt hat, entschieden falsch informierte Mehrheit unserer Wähler 2008 gewählt hat.

Aber es gibt auch eine Grenze für das Ausmaß an vorsätzlicher Dummheit und Inkompetenz, das man in einem solchen Fall den Schöpfer zu tolerieren bittet. Eine Absetzung sollte möglichst vermieden werden, aber eine friedliche Entfernung aus einer verantwortlichen Position mit juristischen Mitteln ist schlimmstenfalls die Alternative zu jener Art von Abhilfe, zu der Heinrich VII., ein Anhänger des exzellenten Ludwig XI. von Frankreich, gegen Richard III. griff.

Auch wenn der Zweck dieses Berichtes im wesentlichen ein wissenschaftlicher ist, stellt sich das moralische Problem am einschneidendsten durch das schiere Ausmaß der üblen Folgen der persönlichen Mängel des Präsidenten, und zwar in seiner vorsätzlich mörderischen Gesundheitspolitik, der sonstigen Wirkung seiner Wirtschaftspolitik und seiner Komplizenschaft mit führenden Elementen der britischen Monarchie und anderen in einem Programm des vorsätzlichen Völkermords unter dem Vorwand von „Umweltschutz". Die betrügerische Doktrin der „globalen Erwärmung", die einen großen Einfluß auf den gegenwärtigen Präsidenten hat, darf bei der Definition der wesentlichen Implikationen der Agenda zum nationalen Überleben, die wir nun den Bürgern unserer Republik vorlegen, nicht unerwähnt bleiben.

II. Das Kreditsystem von innen

Einige von uns denken wohl, das wichtigste sei, im Leben voranzukommen, ohne daß man die eigenen Lebens- oder Arbeitsgewohnheiten ändern müßte. Einige glauben vielleicht sogar, auch für unsere Nachkommen in einer oder zwei Generationen werde alles beim alten bleiben. Entgegen solchen rückständigen Tendenzen hängt eine erfolgreiche Zukunft unserer Gesellschaft davon ab, daß wir zu unseren Lebzeiten wohldurchdachte Entscheidungen treffen, wie wir die Entwicklung der gesellschaftlichen Aufgaben und Programme für die Dauer mehrerer Generationen beständig immer weiter verändern.

Die Prinzipien, die unsere Entscheidungen auf dem Weg des Fortschritts und besonders des wissenschaftsgetriebenen wirtschaftlichen Fortschritts bestimmen sollten, verkörpern Verpflichtungen für heute, die man um ihrer langfristigen Folgen willen eingeht. Man entscheidet sich für sie als fortlaufenden Entwicklungsweg für uns, unsere Gesellschaft und auch der gesamten Menschheit über mindestens ein paar zukünftige Generationen.

Die Ziele und Aufgaben, die dafür jetzt gesteckt werden müssen, sollten sich auf Errungenschaften beziehen, die man etwa bis Ende des jetzt noch jungen Jahrhunderts erreichen möchte. Sie sollten eine angemessene Vorausplanung für die zukünftigen Bedingungen der Menschengenerationen darstellen, die wir bis dahin hervorbringen werden. Dazu sollte man sich Ziele setzen, die man jeweils in einer Phase der Laufbahn seines Lebens erreichen möchte.

Aus diesen Gründen ist, kurz gesagt, das heute benötigte Verständnis der modernen Naturwissenschaft für uns alle im Grunde durch das Ziel definiert, daß in absehbarer Zeit Menschen ihren ersten Schritt auf den Mars tun und sicher wieder zur Erde zurückkehren werden. Die Möglichkeit, funktionierende Roboter und ähnliche Geräte auf die Marsoberfläche oder an geeignete Stellen etwas unter der Oberfläche zu bringen, ist bereits nachgewiesen. Hin- und Rückflüge zum Mond wurden schon durchgeführt und sind technisch wiederholbar. Die Vorstellung, daß ein Mensch auf dem Mars landet und sicher wieder zur Erde zurückkehrt, ist ebenfalls ein naheliegendes Unterfangen; aber bezüglich des Transports von Menschen zwischen Erd- und Marsorbit stellen sich wissenschaftliche Herausforderungen von grundlegender praktischer Natur, die noch gelöst werden müssen.

Der typische Alt-68er und „Bürohocker" von heute geht davon aus, daß man - einmal abgesehen von der ständigen Begierde nach neuartiger Massenunterhaltung - bei der laufenden politischen Planung für das Land oder die ganze Welt so einfach wie einfältig nur die heutigen Gewohnheiten und Technologien, bestenfalls leicht verbessert, über die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte in die Zukunft projiziert.

Schauen wir zurück in die Geschichte, etwa seit der Entdeckung Amerikas oder seit der Landung der Pilger und dem Fortschritt der Massachusetts Bay Colony während des 17. Jahrhunderts: Man sollte erkennen, daß diejenigen Volkswirtschaften und Kulturen, die auch nach ein oder zwei Generationen noch erfolgreich bestanden haben, ihr Verhalten immer darauf ausrichteten, innerhalb von mehreren Generationen voraussehbare, qualitativ höhere Ziele zu erreichen, damit die Gesellschaft nicht infolge der unausweichlichen Verschleißkräfte zerfällt. Man sollte immer höchsten Abscheu vor dem Verschleiß spüren, der eintreten muß, wenn die Führung der Gesellschaft heute ihre Politik nicht darauf ausrichtet, für geänderte, bessere Gewohnheiten in einem halben Jahrhundert oder noch weiter in der Zukunft zu sorgen.

So waren wir z.B. schon vor etwa zwei Generationen soweit gewesen, daß damals eine kompetente politische Planung für mehrere Generationen in die Zukunft von der Annahme ausging, daß ein zukünftiger wirtschaftlicher Erfolg mit einer klaren Entscheidung zur Erforschung und Erschließung des erdnahen Weltraums verbunden wäre.

Leider wurde dieser Fortschrittsimpuls durch den wachsenden Einfluß der „68er" angehalten. Mit dieser Aufwallung von Existentialismus in großen Teilen der Studentenschaft an führenden Universitäten hatte die Kraft eines existentialistischen Bösen - die Tradition von Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Hannah Arendt, Rachel Carsons Schwindel des Stummen Frühlings von 1962 und dem „Eindimensionalen" Herbert Marcuse - immer mehr Einfluß auf die vermeintlich liberale, oft drückebergerische, sogenannte „intellektuelle Klasse" innerhalb dieser Altersgruppe.

Schon damals hätte klar sein sollen, daß sich eine vernünftige Wirtschaftspolitik auf grundlegende Infrastrukturelemente mit einer Halbwertszeit von zwei oder mehr Generationen stützt. Doch in den USA hat es seit etwa 1967-68 per Saldo keine Erneuerung grundlegender Teile der Wirtschaftsinfrastruktur mehr gegeben. So haben wir über etwa zwei Generationen hinweg durch Gleichgültigkeit gegenüber notwendigem Fortschritt unsere Wirtschaft ruiniert. Unterm Strich hat es in der amerikanischen Wirtschaft seit mehr als vierzig Jahren keinen realen Fortschritt mehr gegeben, trotz Computertechnik und trotz der kurzen Periode bemannter Raumflüge zum Mond.

Die erwähnten Probleme zukünftiger bemannter Flüge zwischen Erde und Mars verpflichten uns, die praktischen Prinzipien des wissenschaftlichen Fortschritts neu zu definieren. Einfach gesagt, regelmäßige Reisen von Menschen zwischen Erdorbit und Marsorbit erfordern eine relativistische Beförderungsart zwischen den beiden Planeten sowie höchstwahrscheinlich deutliche Fortschritte in der Revolutionierung jener Wissenschaft der Noosphäre, die Rußlands Akademiemitglied W.I. Wernadskij eingeführt hat. Wie weit wollen wir bei der Beschleunigung eines bemannten Raumschiffs vorstoßen - wie schnell sollen wir werden, daß unsere Versuche nicht scheitern an den damit einhergehenden Belastungen für Mensch, Raumschiff und die entsprechende physikalische Raumzeit innerhalb eines relativistischen Raumzeit-Mediums? Es leuchtet ein, daß wir eine Antriebsart mit Helium-3-Treibstoff brauchen, um dies entsprechend in einem unbemannten Raumschiff zu testen.

Die Prinzipien, die in dem Zusammenhang nach Entdeckung drängen, werden automatisch Teil unserer Aufgabe, wenn wir an bemannte Flüge zwischen Erdorbit und Marsorbit denken. Gleichzeitig bedeuten diese Prinzipien eine herausragende Qualität von Entdeckungen auch hier auf der Erde. Man kann zurecht sagen, als Wernadskij die naturwissenschaftlichen Kategorien von Lithosphäre, Biosphäre und Noosphäre schuf, waren seine Leistungen die Frucht revolutionärer Veränderungen in der kompetenten Auffassung des Begriffs „Wissenschaft" zu dieser Zeit und anwendbar auf sämtliche damals untersuchten Forschungsbereiche. Diese Tatsache hervorzuheben, ist für die heutige Situation von entscheidender Bedeutung.

Dadurch wird unsere Aufmerksamkeit nämlich auf ein kompetentes Verständnis der eigentlichen Bedeutung des Begriffs „Dynamik" gelenkt, das Thema des folgenden Kapitels.

Unterdessen bringen die nötigen Vorbereitungen einer Mars-Mission ein revolutionäres Vorgehen in eine qualitativ neue Richtung mit sich, die aber bereits heute auf eine Wissenschaft der physischen Ökonomie hier auf der Erde und auch auf dem Mond anwendbar ist. Diese Arbeit auf dem Mond ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen, bevor eine bemannte Mission zum Mars in mehreren Generationen praktisch in Angriff genommen werden kann.

Um zu einem solchen Erfolg fortzuschreiten, muß auf dem gesamten Weg dorthin ein breit angelegter, immer schnellerer Entwicklungsprozeß stattfinden.

Die Art von Prinzipien, durch die wir bei solchen Überlegungen heute stoßen, sind an und für sich nicht neu. Insbesondere Gottfried Wilhelm Leibniz warf die entsprechende Frage der wissenschaftlichen Methode auf, indem er in den neunziger Jahren des 17. Jhs. den offenen Betrug in den Hauptwerken von René Descartes und implizit auch jenen der Sekte von Sir Isaac Newton offenlegte. Die Aufgabe muß in Verbindung mit der methodischen Frage definiert werden, die Leibniz als Dynamik bezeichnete. Die Dynamik ist, so gesehen, unser zentrales Thema in diesem Bericht.

Der Begriff „Dynamik" wurde in unterschiedlichem Sinn verwendet, seit Leibniz ihn einführte und damit René Descartes und den europäischen Behavioristen des 18. Jahrhunderts jeden Anspruch auf wissenschaftliche Kompetenz nahm,13 und das Wort „Dynamik" wird heute zwar häufig und gewöhnlich unüberlegt verwendet, aber die eigentliche Bedeutung des Begriffes findet auch heute sowohl in der Naturwissenschaft wie auch in der Kunst nur selten auf kompetente Weise Anwendung.14

Nachdem ich gleich einige Hintergrundfragen geklärt habe, werde ich folgendes aufzeigen: Wenn man die Zielsetzungen der heutigen Volkswirtschaften der Welt in Hinsicht darauf betrachten will, welche Zwischenschritte für die notwendigen künftigen Errungenschaften der etwa seit Beginn des neuen Jahrhunderts geborenen zwei bis drei Generationen erforderlich sind, dann braucht man ein klares Verständnis, welches besondere Prinzip sicherstellen kann, daß das, was wir uns heute vornehmen, tatsächlich ein wichtiger Schritt auf dem erfolgreichen Weg durch den Rest des Jahrhunderts wird. Richtig verstanden, heißt dieses Prinzip „Dynamik".

Für die unten folgenden Erläuterungen über diese Arbeiten von Leibniz ist der folgende Bezugsrahmen zu beachten.

Was sind wissenschaftliche Prinzipien?

Die skandalösen Aspekte der Fürsprecher des Betruges von René Descartes gehen in ihrer Argumentation zurück auf den Einfluß des venezianischen Irrationalisten Paolo Sarpi, des mutmaßlichen geistigen Vaters des Dreißigjährigen Krieges 1618-48 sowie Hauptbegründers des späteren britischen philosophischen Liberalismus im 17. und 18. Jahrhundert von so bekannten wie bösartigen Männern wie Sir Francis Bacon, Thomas Hobbes, John Locke, Adam Smith und Jeremy Bentham. Dieser gemeingefährliche Liberalismus wird manchmal auch „Behaviorismus" genannt.

Das Wesen des Behaviorismus wird in Adam Smiths Theorie der moralischen Empfindungen (1759) und bei dem Lakaien Lord Shelburnes, dem völlig verkommenen Jeremy Bentham, ausreichend klar. Diese Autoren finden Widerhall in dem typischen faschistischen Charakter der „behavioristischen" Elemente in Präsident Barack Obamas innerem Regierungskreis, wie Rahm Emanuel, dessen Bruder Dr. Ezekiel Emanuel und Peter Orszag, sowie angegliederten „äußeren" Regierungskreisen wie Larry Summers und Timothy Geithner. Der eigentliche Grundcharakter dieser Kreise zeigt sich in seinen grellsten Farben in der Gesundheitspolitik des Präsidenten selbst, der wie die existentialistischen Anhänger Friedrich Nietzsches und der Frankfurter Schule in seiner Politik keinen funktionellen Unterschied zwischen Menschen und Tieren macht, außer daß der Mensch sprechen kann.

Ich betone: Der radikale Reduktionismus von Liberalen wie jenen im 18. Jahrhundert, die den verstorbenen Leibniz und seinen Kalkulus abgrundtief haßten, besteht darin, daß sie keinerlei Bewußtsein der schöpferischen Geisteskräfte haben, die das menschliche Individuum und die menschliche Gesellschaft von den Tieren unterscheiden. Die empiristischen Anhänger Paolo Sarpis machen keinen tatsächlich gegebenen moralischen Grund für ihre eigene Existenz geltend, außer daß sie auf die Tatsache reagieren, daß sie offenbar existieren. Sie wissen nur, was sie meinen, persönlich wahrgenommen zu haben, und das nur in der Weise, wie sie darauf zu reagieren meinen. Ob daran etwas richtig oder falsch ist, wissen sie nicht; wie Smith in seiner Theorie der moralischen Empfindungen beteuert, akzeptieren sie einfach alles, was ihr Empfinden ihnen an Freude, Schmerz oder ignoranter Lust bietet.

Solche Leute haben nicht mehr Gewissensbisse als Adolf Hitler oder Prinz Philip oder der frühere US-Vizepräsident Al Gore, wenn sie Obamas Gesundheitspolitik oder ähnliche Maßnahmen zur umfassenden „Keulung der menschlichen Herde" betreiben. Ob in Wort oder nur in der Tat ist das menschliche Individuum für sie - genauso wie für Adolf Hitler - nur ein Tier: „Es" hat weder eine erkennbare Seele noch ein eigenes Recht auf Leben.

Um die Ursprünge solcher noch heute verbreiteten liberalen Ideologien zu verstehen, müssen wir die Konflikte zwischen den neuzeitlichen Aristotelikern und den Ockham-Anhängern des Paolo Sarpi in der Zeit nach der Renaissance, vor allem in der Periode von 1480 bis 1648, untersuchen. Aus den im folgenden genannten maßgebenden Gründen bleiben diese Fragen von entscheidender Bedeutung im Bereich der heutigen Naturwissenschaften.

Die „linke" wie die „rechte" Strömung in der Spaltung zwischen Neoaristotelikern und Sarpi-Anhängern verfolgte die gleiche reaktionäre Absicht, nämlich die Wissenschaft von Genies wie Filippo Brunelleschi und Nikolaus von Kues in der Mitte des 15. Jahrhunderts auszulöschen. Die Aristoteliker wollten die Uhr der Zeiten auf liebgewonnene Erinnerungen an das Römische Reich bzw. den mittelalterlichen Feudalismus zurückdrehen, während aus Sarpis Liberalismus die wiederkehrende Tendenz zu einem rückständigen Fanatismus namens „Faschismus" hervorging, der sich heute am deutlichsten in der naziähnlichen Gesundheitspolitik und verwandten Sozialpolitik bei den behavioristischen Elementen der Regierung Obama einschließlich ihres Wirtschaftsberaters Larry Summers zeigt.15

Um diese sozialen Phänomene des liberalen Behaviorismus und mögliche Heilmittel der heutigen Wissenschaft gegen sie zu verstehen, muß man erkennen, welches die Dynamik in der neuzeitlichen europäischen Zivilisation ist, die Aristoteliker wie Sarpianer so fanatisch ablehnen. Ihre Ansichten sind geprägt von der Angst oder Abscheu der Existentialisten vor den für sie erschreckenden Folgen einer Kultur von Wissenschaft und klassischer Kunst, wie sie sich im Zusammenhang mit dem berühmten, großen Florentiner Konzil entwickelte. Sie hassen die Gewißheiten der Vernunft, wie sie der klassischen künstlerischen Komposition und dem naturwissenschaftlichen Fortschritt eigen sind - die Hedonisten hassen alles, von dem sie befürchten, daß es die Umsetzung ihrer blinden, tierischen Lust blockieren könnte.

Man bedenke den Haß auf Niccolo Machiavelli, einen Anhänger des florentinischen Republikaners Leonardo da Vinci, seitens der sich ansonsten bekämpfenden Parteigänger der aristotelischen und sarpischen Richtung seit Ende des 15. Jahrhunderts, bis später zum 18. Jahrhundert und den Schrecken der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege. Sie sind getrieben vom Haß auf jede Politik, deren Umsetzung die wissenschaftliche und verwandte kulturelle Revolution, die durch den Einfluß der Goldenen Renaissance des Nikolaus von Kues u.a. entstanden war, weiter förderte.

Was die Habsburger-Dynastie wie in Vorwegnahme von Schumpeters „schöpferischer Zerstörung" auszumerzen versuchte, war jene gegenläufige, revolutionäre Entwicklung auf kulturellem, wirtschaftlichen und militärischen Gebiet, deren kulturelle Wirkung selbst die von den Habsburgern angeführten massiven Kräfte mit ihrer imperialistischen Brutalität nicht entscheidend auf dem Schlachtfeld ausschalten konnten. Sarpi, der dadurch Erfolg hatte, daß er sich und seine Anhänger von den überkommenen ideologischen und praktischen Fesseln des Aristotelismus befreite, begründete eine imperialistische Macht, die neben anderen bekannten Folgen die Bedingungen für den bis heute anhaltenden imperialen Triumph des anglo-holländischen, Sarpischen Liberalismus schuf. Die neuzeitlichen Aristoteliker haßten die Wissenschaft und versuchten sie zu zerstören; die Anhänger Sarpis setzten damals wie heute darauf, die Wissenschaft von innen her zu zerstören, wie das Beispiel Descartes' und der Newtonianer zeigt.

Betrachtet man diesen historischen Prozeß vom Standpunkt der neuzeitlichen europäischen Wissenschaft, fühlen wir uns an Aischylos' Prometheus-Trilogie erinnert, in der die satanische Gestalt des olympischen Zeus die Nutzung des „Feuers" untersagte (heute entspricht das solchen Formen des Feuers wie Kernspaltung und Kernfusion) - eine Nutzung des Feuers, welche die Menschheit geistig, moralisch und anderweitig von allen niederen Lebensformen unterscheidet. Genau das ist die reaktionäre Politik der britischen Monarchie und vieler anderer Regierungen, so auch der Regierung Obama in den USA.

Vor dem Hintergrund der unmittelbar vorangegangenen Feststellungen muß hier insbesondere betont werden, daß sowohl der aristotelische Standpunkt mit seinen Apriori-Theorien der Euklidischen Geometrie als auch der Sarpische Empirismus gleichermaßen mit ihren reduktionistischen Annahmen die Existenz tatsächlich wißbarer, universeller Prinzipien in der experimentellen Wissenschaft ablehnen.

Praktisch verbannten die Aristoteliker das Wissen von Wirkprinzipien zugunsten vorgeschriebener sozialer Verhaltenskonventionen, wo bloße Statistik an die Stelle tatsächlich wissenschaftlichen Denkens tritt, und das ist bis auf den heutigen Tag so geblieben. Anders als die Aristoteliker akzeptierten die Sarpianer die Vorteile technischer Innovationen, aber wie die verlogenen Attacken der Liberalen auf Johannes Kepler und Leibniz zeigen, setzten auch sie alles daran, die Existenz tatsächlich wißbarer Prinzipien zu leugnen. Diese Angriffe beinhalteten ein wissenschaftlich völlig unhaltbares Leugnen von Keplers einzigartigen Beiträgen zur Begründung einer kompetenten neuzeitlichen Wissenschaft - ein Leugnen, welches noch heute Geist und Sprache einer Mehrheit vermeintlich gebildeter, manchmal laut brüllender weiser Professoren trübt.

Ich habe es persönlich erlebt, wie viele führende Wissenschaftler vor Wut schäumten, wenn sie reflexartig den Schwindel verteidigten, Keplers ureigene Entdeckung der Gravitation dem närrischen Anhänger Schwarzer Magie Sir Isaac Newton zuzusprechen.

Um so wichtiger ist es zu betonen, wie Einstein unter Bezug auf Riemann die Existenz eines stets endlichen, aber unbegrenzten (d.h. anti-entropischen) Prinzips der schöpferischen Selbstentwicklung anführt, welches dem Universum innewohnt und mit Hilfe der menschlichen Entdeckerkraft verwirklicht wird: der Mensch als Abbild des Schöpfers, wie es in Genesis 1 heißt.

Dynamik in der Neuzeit

Als Gottfried Wilhelm Leibniz in seinen Schriften im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts den antiken griechischen Begriff dynamis wiederbelebte (im neuzeitlichen Europa Dynamik genannt), lag der Anstoß dafür nach seiner eigenen Aussage in den Beweisen für die bösartige, systematische wissenschaftliche Inkompetenz in den Arbeiten des René Descartes - und damit dessen Anhängern bis auf den heutigen Tag. Gemeint ist natürlich dieselbe kartesische Methode, die der venezianische Abt Antonio S. Conti zum Vorbild für die Lehrsätze nahm, die er und sein Komplize Voltaire in Verbindung mit dem Namen des englischen fanatischen Anhängers Schwarzer Magie, Sir Isaac Newton, verbreiteten.

Leibniz' Entdeckung der Dynamik geht nach seiner eigenen Darstellung auf den experimentellen Beweis eines Prinzips der „geringsten Wirkung" durch Pierre de Fermat zurück.16 Die moderne Dynamik, die Leibniz einführte, war gleichzeitig jedoch ein getreues Abbild des klassischen griechischen Begriffs der dynamis. Diese naturwissenschaftlichen Begriffe sind von ihrem Wesen her unvereinbar mit rein formalen Geometrien wie den im Namen Euklids entstandenen Verdrehungen und auch Archimedes' falscher Vorstellung der Quadratur von Kreis und Parabel.

Die beste neuere Darstellung der ontologischen Bedeutung der Leibnizschen Dynamik war Albert Einsteins Verteidigung der Bedeutung von Keplers ureigener Entdeckung der universellen Gravitation. Bei Einsteins Lob für Kepler ging es um zwei ganz entscheidende Fragen. Erstens um die Einzigartigkeit von Keplers Entdeckung des Gravitationsprinzips in der Weltharmonik und zweitens die damit verbundene Frage, daß das Universum endlich, aber nicht begrenzt sei. Um die Tiefe von Leibniz' Definition der neuzeitlichen Dynamik zu würdigen, seien die folgenden Bemerkungen über Einsteins Sicht von Kepler angefügt.

Die entscheidende Erkenntnis hinter Keplers Entdeckung und Einsteins Behandlung dieser Entdeckung ist, daß unsere Sinne nur einen Schatten wahrnehmen, den das tatsächliche, nicht direkt wahrnehmbare Universum auf die wahrnehmenden Sinne des Menschen wirft. Die Funktion des menschlichen Geistes besteht entsprechend darin, die Veränderungen der Schatten zu interpretieren und daraus die eigentliche Realität abzuleiten.

So bestand Keplers entscheidende Methode bei der Entdeckung des allgemeinen Gravitationsprinzips, welches die betrachteten Objekte des Sonnensystems umfaßt, in der Gegenüberstellung der visuellen Wahrnehmung dieses Systems (etwa mit dem bloßen Auge und dem Teleskop) und dem hierzu widersprüchlichen harmonischen Aufbau der Systembewegung (d.h. dem Gehör). Keiner der beiden Sinne beinhaltet das Gravitationsprinzip; erst der Beweis des systematischen Widerspruchs zwischen den beiden Sinneswahrnehmungen gestattet einen Einblick in den wahren Aufbau des Universums als System.

Diese Entdeckung schloß sich an Keplers vorhergehende Entdeckung des Prinzips der Opposition der Marsbahn zur Erdbahn an, bei der er genauso wie Nikolaus von Kues die Vorstellung ablehnte, gekrümmte Bewegungen würden durch die Quadratur des Kreises oder auch der Ellipse erzeugt. Filippo Brunelleschis physikalisches Prinzip der Kettenlinie als Hauptbauprinzip für die Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz wie auch Cusas Ablehnung einer Euklidischen („aprioristischen") Vorstellung der Quadratur des Kreises sind typische Beispiele für die Rolle nichteuklidischer formaler Geometrie bei den Eigenschaften physikalischer Geometrien, so wie dies auch an der Erarbeitung des anti-euklidischen Prinzips der universellen geringsten Wirkung durch Leibniz und Johan Bernouilli deutlich wird.17

Deswegen ist auch Keplers ursprüngliche Entdeckung des Gravitationsprinzips so einzigartig.18

Einstein fügte eine eigene Aussage über ein zweites, noch höheres Prinzip hinzu. Er setzte zu Keplers Entdeckung des universellen Gravitationsprinzips hinzu: Das Universum ist endlich, aber nicht begrenzt. Damit formuliert Einstein das universelle physikalische Prinzip der Anti-Entropie neu. Im Grunde ist es so, daß sich das Universum auf einem immer höheren Seinsniveau ständig neu erfindet.

Kurz, das „Zweite Gesetz der Thermodynamik" ist im Grunde völliger Quatsch, erfunden als Nebenprodukt des sogenannten „oligarchischen Prinzips", wie es Aischylos in seiner Prometheus-Trilogie darstellt: Das Prinzip des Bösen, das darin zum Ausdruck kommt, den Menschen den Gebrauch des „Feuers" zu verbieten. Dieses Verbot des Feuers, das der olympische Zeus als Gestalt in dem Drama ausspricht, entsprach der Lehre des seltsam-bösartigen Apollo-Dionysos-Kults von Delphi.19 Einfach gesagt: Der Mensch ist die einzige bekannte lebende Gattung, die sich durch nichts mehr auszeichnet als durch ihre Abhängigkeit von ihrem bewußten Gebrauch des Feuers. Das Feuer kommt auch in der allgemeinen Abhängigkeit allen Lebens von der Funktion der strahlenden Sonne zum Ausdruck, wie es sich im Chlorophyll äußert.

Die gesamte kompetente Physik der Neuzeit kommt ganz besonders darin zum Ausdruck, wie Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 die Grundlage für die Revolution in der modernen Naturwissenschaft schuf, wofür die späteren Arbeiten Einsteins und des russischen Akademiemitgliedes W.I. Wernadskij typisch sind. Es wurde damit eine Naturwissenschaft gegründet, die auf dem allgemeinen Prinzip der Anti-Entropie beruht, wie dies sich in Einsteins Betonung des „unbegrenzten" Universums von Johannes Kepler widerspiegelt.

Ansonsten gibt es gewöhnlich drei Ausdrucksformen der Rolle der Anti-Entropie einer auf diese Weise unbegrenzten physikalischen Raumzeit, und zwar in den Bereichen, die durch die Arbeit der Riemann-Anhänger Einstein und Wernadskij abgesteckt sind. In der Lithosphäre und der Biosphäre herrscht ein universelles Prinzip typischerweise unbewußter Anti-Entropie vor, das sich in der evolutionären Entwicklung des Unbelebten und lebender Arten äußert; in der Noosphäre äußert sie sich als bewußter Ausdruck des individuellen menschlichen Willens.

Der willentliche Aspekt schöpferischer Entdeckung grundlegender Prinzipien, welcher nur dem menschlichen Individuum eigen ist, definiert die qualitativ einzigartigen Erkenntnisse, die der Mensch mit seinen Geisteskräften in Form von Entdeckungen der Prinzipien hinter den Erscheinungsformen bestimmter Systeme (wie in Keplers Weltharmonik) hervorbringt. Diese Art der Kreativität gibt es nur unter menschlichen Individuen, nicht bei niederen Lebensformen. Trotzdem ist der menschliche Geist biologisch gesehen scheinbar nur eine höhere Evolutionsform von Hirnfunktionen wie denen der Menschenaffen.

In dem folgenden Absatz konzentriere ich die Aufmerksamkeit auf die Besonderheit der schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Geistes im typischen Verhalten eines gesunden Mitglieds der menschlichen Gattung. In den anschließenden Absätzen wird dieser Teil der Diskussion dann eingeordnet.

Nunmehr stellt sich die Frage: Ist menschliche Kreativität ein funktionelles Produkt der Evolution des Gehirns, oder ist es so, daß die Entwicklung des menschlichen Gehirns, im Unterschied etwa zu dem der Affen, ein Medium bietet, das als Werkzeug eine geeignete Resonanz für die schöpferischen Geistesfunktionen aufweist?

Es gibt bedeutende Indizien, derzeit jedoch noch keine eindeutigen Beweise für die letztere Annahme. Allerdings konnte bereits klar gezeigt werden, daß die Konnotationen der herkömmlichen empirischen Vorstellung der Sinneswahrnehmungen nicht wirklich irgend etwas mit der Wissenschaft menschlicher Kreativität zu tun haben. Um so mehr läßt sich der funktionelle Begriff der Kreativität ableiten von der relativ unsterblichen Rolle kompetenter Naturwissenschaft und von Überlegungen zur Wirksamkeit klassischer künstlerischer Kreativität. Tatsächlich beruht jede wirkliche wissenschaftliche Kreativität, wie sie zum Beispiel Nikolaus von Kues und Kepler gezeigt haben, auf einem inneren Antrieb, der nicht von mathematisch-physikalischen Funktionen als solchen, sondern von der Kreativität in der klassischen Kunst, wie der klassischen Dichtung und Musik, herrührt.

Die Überlegungen, die ich in den unmittelbar vorangegangenen Absätzen zusammengefaßt habe, sind von entscheidender wissenschaftlicher Bedeutung, um zu verstehen, welche Elemente einer Wissenschaft der physischen Ökonomie implizit der wirtschaftlichen Grundfunktion zugrunde liegen - seien es die historischen Entwicklungen der „Dreifachkurve" eines monetaristischen Systems oder die alternative „Doppelkurve" eines mehr oder weniger weltweiten Kreditsystems fester Wechselkurse (nach Beseitigung des monetären Systems).

Beschäftigen wir uns nach dem bisher Gesagten nun mit der Frage jener Leidenschaft zur Eroberung des Unbekannten, welche die schöpferischen Impulse in der klassischen Kunst und der Wissenschaft liefert.

III. Dynamik: Nikolaus von Kues' Leidenschaft für das Unbekannte

Unter den moralischen Fehlern, die heutige Lehrmeinungen über die Natur von Entdeckungen in Wissenschaft oder klassischer Kunst übernehmen können, ist der verderblichste die Annahme, vorgebliche Entdeckungen universeller Prinzipien könnten ein Produkt deduktiven Denkens sein.

Tatsache ist: So wie die verschiedenen chemischen Elemente und Isotope des Planetensystems der Sonne zeigen, daß dort Elemente erzeugt werden, die höher sind als diejenigen, die man von der Beobachtung des Sonnenkörpers selbst kennt, so existiert Kreativität nur „außerhalb" des Bereichs von allem, was als zuvor bekannte reduktionistische lokale Zustände existiert hatte. Ähnlich ist jeder wirkliche Fortschritt im menschlichen Sein das Ergebnis eines systematischen Durchbrechens aller Ebenen, die sich aus dem früheren Zustand des entsprechenden Teils des Universums ableiten ließen. Dieser Fortschritt läßt sich definieren als das, was aus dem Bereich des vorher Unbekannten geboren wurde - wie der Geist eines Kindes.

Das ist aber noch nicht ausreichend. Forschung bedeutet entweder die Entdeckung eines bisher unbekannten Prinzips oder einfach die nützliche Erkenntnis eines Prinzips, das in gewisser Weise schon bekannt und entweder bewußt oder unbewußt ein funktionierender Bestandteil laufender gesellschaftlicher Prozesse gewesen ist. Diese Unterscheidung stammt von dem Freund des christlichen Apostels Petrus, Philo von Alexandria, der dem Aristoteles vorwarf, entgegen der Genesis 1:26-28 geleugnet zu haben, daß die Fähigkeit des Schöpfers zur Schöpfung, zur Fähigkeit und Verpflichtung der Menschheit erweitert, sich ständig weiter fortsetzt.

Die gängige, antiplatonische Lehre des Aristoteles, die Philo attackierte, war die falsche Vorstellung, das Universum sei als Schöpfung festgelegt, sobald es einmal existierte, so daß selbst der Schöpfer das Universum nicht mehr verändern könnte. Die prinzipiellen Fakten sind hier folgende: a) wenn diese reduktionistische Lehre als richtig angenommen werden könnte, dann hätten b) weder der Schöpfer noch der Mensch die Macht, auf das einmal geschaffene Universum einzuwirken. Zwei theologische Kommentare sind in diesem Zusammenhang hervorzuheben.

Vor allem natürlich: Wessen Wille würde dann das Universum beherrschen? Satans? Vielleicht wie bei Dostojewskis berühmter Geschichte in der Geschichte über den Großinquisitor? Oder ist die Schöpfung im Gegensatz zu Aristoteles ein ständiger Übergangsprozeß zur Erzeugung immer höherer Seinszustände für die Menschheit wie für das Universum? Trifft im letzteren Fall dann nicht das zu, was der berühmte Wissenschaftler und Anhänger Bernhard Riemanns, Albert Einstein, nach seinem Verständnis von Keplers ureigener Entdeckung des universellen Gravitationsprinzips betont hat, daß nämlich das Universum zwar endlich, aber dennoch unbegrenzt ist?

Eine verwandte Überlegung ist die nicht untypische rabbinische Aussage, daß Gottes Entscheidung, wann er den Messias entsendet, nicht wie bei einem Eisenbahnfahrplan fest vorgegeben ist. Auch das ist gute Naturwissenschaft.

Dazu muß man den Ursprung von Einsteins Wertschätzung für Keplers unsterbliches Genie in dieser Frage ausfindig machen, indem man einen bestimmten wichtigen Beitrag eines großen Kepler-Anhängers, Gottfried Wilhelm Leibniz, untersucht. Man muß die Bedeutung von Einsteins Sicht des Keplerschen Universums als „endlich, aber unbegrenzt" definiert im Licht von Leibniz' Begriff der modernen Dynamik betrachten.

Die Existenz des Universums ist also ein Prozeß ständiger Schöpfung, wie Einstein betonte, indem er Keplers Entdeckung eines allgemeinen Prinzips der Gravitation im Sonnensystem so definierte, daß darin eine „endliche, aber unbegrenzte" und deshalb inhärent antientropische Ordnung unseres Universums zum Ausdruck komme - im expliziten Widerspruch zu dem betrügerischen „Zweiten Gesetz der Thermodynamik", das Halunken wie der Physiker Rudolf Clausius, der Mathematiker Hermann Graßmann und der britische Lord Kelvin propagierten.

Es stellt sich uns damit die Frage: „Wie sind Schlußfolgerungen wie die meinige hier, die sich in Form eines allgemeinen Gesetzes des Universums ausdrücken, auf den menschlichen Zustand anwendbar?" Die Antwort auf solche Fragen lieferte schon im antiken Europa die Wissenschaft der Sphärik, deren Prinzip als dynamis bekannt war. Von diesem Prinzip der dynamis leitet sich die gesamte kompetente Naturwissenschaft ab, ausgedrückt in der Bezeichnung Dynamik, die Gottfried Wilhelm Leibniz für die gesamte kompetente neuzeitliche Wissenschaft und klassische Kunst prägte.

Specimen Dynamicum

Für den gebildeten Laien sei hier als geeignete Veröffentlichung von Leibniz' Gedanken auf seine Schrift Kritische Gedanken über den allgemeinen Teil der Prinzipien von Descartes (1692) verwiesen.20

Ich selbst betrachte Leibniz' entsprechenden Gedankengang erstens im Lichte der experimentellen Naturwissenschaft und zweitens hinsichtlich der Ausdehnung des Dynamikbegriffs auf die Prinzipien menschlichen Verhaltens, wie dies Percy Bysshe Shelley im Schlußabsatz seiner Verteidigung der Poesie getan hat.

Dies ist der Kern des Themas, das den wesentlichen Gegenstand des gesamten vorliegenden Aufsatzes umfaßt.

Es ist empfehlenswert, diese Schrift zusammen mit Leibniz' Specimen Dynamicum von 1695 sowie auch anderen Werken von Leibniz zu dem gleichen Thema zu lesen, die alle im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts und später entstanden sind.21

Im Zuge dieser und verwandter Entwicklungen in seinem Werk in der Tradition von Leonardo da Vinci, Kepler und Fermat lieferte Leibniz entscheidende Beiträge, um die neuzeitliche Wissenschaft von den Überresten des systemisch falschen euklidischen Formalismus zu befreien und gleichzeitig die Wissenschaftslehre von entsprechender Korruption zu reinigen, die nicht nur von den reduktionistischen Traditionen des Aristoteles sowie der Anhänger Paolo Sarpis, sondern auch von René Descartes' Anhängern im 17. Jahrhundert ausging.  Dies liegt vor allem in Leibniz' wissenschaftlich grundlegendem Nachweis physikalischer Prinzipien, wie er im Zusammenhang mit den Resultaten physikalischer Experimente betonte, die ihn zur Annahme des Prinzips der Dynamik führten - eine Leibnizsche Entdeckung, die sich später in Albert Einsteins Verteidigung des Keplerschen Genies ausdrückte, dessen von ihm entdecktes Universum Einstein als „endlich und doch unbegrenzt" bezeichnete.

Diese Überlegungen sind nicht auf die experimentelle mathematische Physik beschränkt; sie sind eine Frage der Funktion menschlicher Kreativität - Funktionen, die eigentlich mehr im subtileren Bereich der Komposition und Aufführung klassischer Kunst als in der Mathematik als solcher liegen. Es sind Fragen des universellen Prinzips, etwas, was nicht in den Grenzen der Mathematik existiert, sondern sich nur in jenen Prozessen findet, die die Mathematik umgrenzen, aber nicht in ihr ausgedrückt sind.

So stellte Leibniz also das alte Prinzip der universellen, dialektischen Wissenschaft der dynamis aus dem antiken klassischen Griechenland wieder her, aber jetzt, wie ich bereits betont habe, in der heute bekannten Form, als universelles Prinzip der Dynamik. Als solches bildet die Dynamik das Grundprinzip aller kompetenten Bereiche der modernen Naturwissenschaft und verkörpert auch die klassische künstlerische Komposition - wie z.B. die klassische Metapher in der Dichtung - sowie die allgemeinen Funktionen menschlicher Kreativität im Gegensatz zu einem prinzipiell tierähnlichen Verhalten, wie etwa den Ausdrucksformen von Reduktionismus wie dem geistig-moralisch und wissenschaftlich verkommenen Existentialismus des Kongresses für Kulturelle Freiheit im Europa der Nachkriegszeit und der sog. „Frankfurter Schule".

Keplers Entdeckung der Umlaufbahn des Planeten Erde sowie seine ureigene Entdeckung des allgemeinen Gravitationsprinzips im Sonnensystem sind typisch für die Dynamik in der neuzeitlichen Naturwissenschaft.

Aus jeder gründlichen Untersuchung der Bedeutung hiervon ergibt sich, daß das schöpferische Prinzip, das allen gültigen wissenschaftlichen Entdeckungen zugrunde liegt, nicht in deduktiven Formen wie der formalen Mathematik zu finden ist, sondern in den spezifischen schöpferischen Prinzipien der klassischen künstlerischen Komposition, so wie Percy Bysshe Shelley diesen Gedanken in seiner Verteidigung der Poesie, besonders in der Zusammenfassung am Schluß seines Werkes ausdrückt. Das Thema unseres Aufsatzes deckt sich mit der Frage des universellen Prinzips, das Shelley in den abschließenden Absätzen seiner Verteidigung der Poesie darstellt. Ich habe es bereits in früheren Schriften zu diesem Thema betont: Ein universelles Prinzip, wie beispielsweise Keplers ureigene Entdeckung der universellen Gravitation im Sonnensystem, läßt sich nur mittels der Widersprüche zwischen zwei oder mehr unterschiedlichen Interpretationen der Sinneswahrnehmungen ermitteln.

Bevor wir hier weiter auf Einsteins Rolle eingehen, müssen wir an dieser Stelle des Berichts diesen Umstand behandeln, daß eine paradoxe Widersprüchlichkeit zwischen zwei oder mehr Sinnesqualitäten erforderlich ist, um die Wirkungen von Erfahrungen im realen Universum festzustellen. Das führt uns zu wichtigen Implikationen von Leibniz' Verwendung des Begriffs „Specimen Dynamicum".

Unsere Sinneswahrnehmungen sind keine eindeutigen Abbildungen der Realität. Sie sind, wie ich in entsprechenden Veröffentlichungen wiederholt betont habe, lediglich eine Art „Zählerablesung" und nicht die Wirklichkeit, die gemessen werden soll. Die Ursache von allem, was im Universum „real" ist, liegt nicht in einer Wechselwirkung zwischen bloßen Zählerablesungen. Das Dilemma für den Menschen besteht darin, daß wir keinen direkten Zugang zu Erkenntnissen über das tatsächliche Universum haben, auf das wir einwirken und welches auf uns einwirkt. Aber während unsere Zählerablesungen das reale Universum nicht beeinflussen, beeinflußt das Universum unsere Zählerablesungen. Und hier liegt das Mittel, den Mangel unseres fehlenden direkten Wissens über das Universum zu beheben.

Zur Verdeutlichung möge dienen: Keplers ursprüngliche Entdeckung des universellen Gravitationsprinzips entstand aus der ironischen Gegenüberstellung der Interpretation der Planetenumlaufbahnen nach dem Sehvermögen und der Interpretation der Verhältnisse zwischen den Planetengeschwindigkeiten nach der Hirnfunktion hinter der Idee des Hörvermögens - der Harmonik. Die Entdeckung ist also gewissermaßen durch „Kontrastpunkte" zwischen den Funktionsbegriffen des Seh- und Hörvermögen definiert.

Aus diesem Kontrast wurde deutlich, daß keine der beiden unterschiedlichen Sinneserfahrungen die Ordnung der Planetenbahnen im Sonnensystem erklärte. Es gab somit keine einfache mathematische Lösung für die paradoxen Bereiche scheinbarer Beobachtungsfehler. Dieses Paradox der Lage definierte eine Gesetzmäßigkeit hinter beiden durch unterschiedliche Sinne aufgestellten Konstellationen, ein Prinzip des Universums, das außerhalb der Bereiche liegt, welche durch die bloße Mathematik von Sinneswahrnehmungen ausgedrückt werden kann.

Das große Hindernis für den typischen Reduktionisten von heute, der solche Konzeptionen einer wirklichen Experimentalphysik nicht verstehen kann, ist die explizit irrationalistische Lehre Paolo Sarpis und seiner Anhänger wie Adam Smith mit seiner Theorie der moralischen Empfindungen, welche die Existenz wißbarer universeller Prinzipien ausdrücklich ausschließt.

Für Einstein ist das Sonnensystem, als System betrachtet, ein Beispiel für die offensichtliche Begrenzung unserer (Sinnes-)Wahrnehmungen durch die unsichtbare Wirklichkeit, die über kein Organ verfügt, mit dem sie direkt zu den Menschen sprechen könnte. Wir sagen deshalb, die Lage ist durch eine Wirkfunktion „begrenzt", die für unsere Sinne direkt nicht sichtbar ist, deren Wirkung jedoch eine überzeugende Demonstration für die wirksame Gegenwart dieses unsichtbaren Objekts als physikalisches Prinzip ist.

Das Sonnensystem als System ist also durch ein wirkendes Prinzip begrenzt, das an und für sich der gewöhnlichen Sinneswahrnehmung nicht direkt zugänglich ist.

Das führt zu einer zweiten Ebene von Paradoxen.

Der Betrug des Aristoteles steckt in der Vorstellung einer Euklidischen Geometrie im Unterschied und Gegensatz zu einem System wirklicher, physikalischer Beweise. Dieser Aspekt der aristotelischen Ideologie hat sich praktisch auf die neo-Ockhamsche Lehre der Anhänger Paolo Sarpis übertragen.

Einsteins Universum

Nach dieser Einleitung in das Hauptthema des vorliegenden Kapitels wollen wir uns nun Albert Einsteins eigener Behandlung von Keplers Entdeckung der universellen Gravitation zuwenden, um so die bedeutsamen, aber häufig übersehenen Implikationen von Leibniz' Entdeckung und Definition der Dynamik besser zu verstehen. Konzentrieren wir uns darauf, daß Keplers allgemeines Gravitationsprinzip nach Einsteins Beschreibung ein „endliches, aber nicht begrenztes" Universum definiert.

Einstein macht damit zwei Aussagen.

Erstens, so Einstein, definiere das von Kepler entdeckte Sonnensystem ein ontologisch „endliches" Universum. Zweitens, fügt er hinzu, sei dieses Universum dennoch „nicht begrenzt", d.h. ohne „äußere Grenzen", wobei stillschweigend davon ausgegangen wird, daß die Existenz „anderer Universen" nicht erlaubt sei. Das bedeutet: was nicht auf unser Universum einwirkt, existiert in diesem unseren Universum für nichts oder niemanden zu irgendeiner Zeit in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.

Um die eben gemachte Aussage noch einmal zu betonen: Diese Formulierung bedeutet auch, daß außer dem Universum, das wir als das unsrige bewohnen, kein anderes Universum real existiert. Die offensichtliche Frage lautet: „Was hindert eigentlich unser Universum daran, sich zu begrenzen?" Die Antwort darauf läßt sich am besten vom Standpunkt einer Wissenschaft der physischen Ökonomie geben. Damit meine ich die Folgen der naturwissenschaftlichen Revolutionen der Menschheit, aus denen neu „entdeckte", wahrhaft universelle physikalische Prinzipien hervorgegangen sind.

Nach Einsteins Begriffen bedeutet es, daß weder Raum noch Zeit für sich oder zusammen eine unabhängige Dimension sind; wir leben in einer relativistischen Raumzeit, in der die Entdeckung entsprechender Eigenschaften experimentell beweisbarer universeller Prinzipien durch den Menschen sich als relativistische physikalische Raumzeit ausdrückt. Gemeint ist eine „Riemannsche physikalische Raumzeit"; das bedeutet eine universell anti-entropische, physikalische Raumzeit - und dem muß auch die Wirtschaftswissenschaft entsprechen.

Das ist kein Kinderkram. Es bedeutet eine Riemannsche physikalische Raumzeit, die dem physikalischen Universum von Riemann-Anhängern wie Einstein und W.I. Wernadskij eigen ist.

Welchen wunderbaren Platz die Menschheit in unserem Universum einnimmt, läßt sich am besten an der Wirkung der zunehmenden Energieflußdichte ablesen, die sich in einem immer höherwertigeren Äquivalent von „Feuer" ausdrückt. Dies wurde, u.a. in Diskussionen der Fusion Energy Foundation während der siebziger und achtziger Jahre, mit der Bezeichnung „steigende Energieflußdichte" versehen.

Einen vergleichbaren Fortschritt von relativ niedrigeren zu höheren Seins- oder Wirkzuständen findet sich in der evolutionären Aufwärtsentwicklung biologischer Formen mit den verschiedenen Phasen der biologischen Evolution bis hin zu den heutigen Säugetieren, einschließlich, rein biologisch betrachtet, der menschlichen Gattung. Leben, wie es zu jedem Zeitpunkt in der physikalischen Raumzeit existiert, ist ein endlicher Bereich, der aber dank der „Riemannschen Evolution" (wie man sie praktischerweise bezeichnen sollte) nicht begrenzt ist. Verallgemeinert drückt sich ein solcher Prozeß in der Zunahme eines Effektes aus, der einem universellen Anti-Entropie-Begriff als Gesetz des Universums entspricht.

Was aber die Menschheit betrifft, so schafft die Fähigkeit des menschlichen Geistes zur Erkenntnis von Prinzipien die einzigartige Möglichkeit, willentlich grundsätzliche Veränderungen im Universum zu bewirken. Die Indizien hierfür bewogen Akademiemitglied W.I. Wernadskij aus Rußland dementsprechend, ontologisch eine systematische Riemannsche Unterscheidung zwischen der Noosphäre und der Biosphäre vorzunehmen.

Experimentelle und verwandte Überlegungen lassen auf ein Universum aus Lithosphäre, Biosphäre und Noosphäre schließen, welches in sich anti-entropisch ist - und das bedeutet ein Universum, dessen inhärente Seinsform allem, was auch nur entfernt der zweifelhaften Lehre hinter dem „Gesetz universeller Entropie" oder dem sogenannten „Zweiten Gesetz der Thermodynamik" ähnelt, direkt entgegengesetzt ist.

Die Vorstellung einer solchen Riemannschen Selbstentwicklung des Universums durch die Wirkung der Gegensätze, die im Zuge solcher systemisch anti-entropischer Prozesse auftreten, definiert das „Unbegrenzte" eines stets endlos endlichen Universums, so wie Albert Einstein Kepler verstanden hatte.

Eine Wissenschaft der physischen Ökonomie

Wenn wir den Begriff „physische Ökonomie" in dem von mir angegebenen Sinn verwenden, bezieht sich „physisch" nicht auf die Ursache des Übergangs zu einem höheren Prinzip, sondern auf die physische Wirkung, die sich als Veränderung der physikalischen Raumzeit ausdrückt. Diese Wirkung ist letztlich als Veränderung der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte eines Gebietes zu messen, wobei „Gebiet" typischerweise für eine Nation, Gesellschaft oder Region stehen kann. Die entsprechende Veränderung des Blickwinkels im Geist des einzelnen Menschen ist persönlich verbunden mit dem kompetenten Entdecker eines universellen physikalischen Prinzips. Dabei tritt ein solches Prinzip als Phänomen tatsächlich in dem Bereich der Metapher auf (wie dem der klassischen künstlerischen Komposition), auf den sich das aktive Wirkprinzip bezieht.

Im Mittelpunkt steht menschliche Geistestätigkeit einer Form, die sich mit der Vorstellung einer Entdeckung bzw. Verbesserung eines Prinzips tatsächlicher menschlicher Kreativität deckt. Als Wirkform deckt sich dies mit dem klassischen Metapherbegriff.

Diese Erklärung läuft auf das gleiche hinaus, wie wenn man sagt, daß sich sämtliche menschliche Kreativität als Wirken im Bereich der schöpferischen Ironie klassischer Kunst abspielt - so wie zum Beispiel in der Metapher der klassischer Dichtung und des musikalischen Kontrapunkts in der Tradition des Begründers sämtlicher kompetenter Musikkomposition, Johann Sebastian Bach; sie ist nicht das bloße Produkt mathematischer Formalitäten.

Ich habe deshalb oft erklärt, daß unbelehrbare Anhänger der absurden Auffassung, die Mathematik als solche sei der Regulator des Erzeugungsprozesses von Entdeckungen universeller physikalischer Prinzipien, scheitern müssen, und daß entsprechende Spezialisten, insbesondere sogenannte „Positivisten", deshalb in den Wahnsinn getrieben werden. Die Anhänger von Ernst Mach und sogar von David Hilbert sind in diesem Sinne bereits eine Plage; die Anhänger des noch radikaleren Bertrand Russell sind moralisch und anderweitig meist die schlimmsten.

Dieses Problem des deduktiven Formalismus, wofür der Aristotelismus der Euklidischen Geometrie typisch ist, läßt sich nur wirklich verstehen, wenn man mathematisch-wissenschaftliche Kreativität als Frucht derselben Art der Kreativität auffaßt, die wir mit der klassischen Kultur in Verbindung bringen - wie etwa Leonardo da Vinci, Raphael Sanzio und Rembrandt oder Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Friedrich Schiller. Anders gesagt, sie liegt in dem Bereich, der für die schöpferische Phantasie in den verschiedenen Formen klassischer Kunst streng als Metapher zu definieren ist.

Die Aufgabe liegt darin, das richtige Experiment auszuwählen, das beweist, ob das vermutete Prinzip wirksam ist oder nicht.

Um mich an dieser Stelle klar auszudrücken, sei mir erlaubt, den Gedankengang zu wiederholen, den ich Anfang des Jahres zur Wissenschaft der physischen Ökonomie beschrieben habe. Ich füge hier die folgende wichtige Beobachtung über wissenschaftliche Denksysteme ein. Solche Systeme lassen sich auf vier Grundtypen zurückführen:

1. primitives Verlassen auf Sinneswahrnehmung („naiver Materialismus"),

2. Aristotelianismus, insbesondere euklidische Konzepte,

3. der quasi-aristotelische, empiristische moralische „Indifferentismus" Paolo Sarpis, wie ihn Adam Smith in seiner Theorie der moralischen Empfindungen (1759) anwendet, und

4. die platonische Methode, wie sie in heutiger Form am besten durch die Riemannsche Physik Albert Einsteins und W.I. Wernadskijs verkörpert wird.

Man muß diese vier Denksysteme aus einer Perspektive betrachten, die in dieser Weise nur in der biblischen Schöpfungsgeschichte dargestellt ist. Auf einer tieferen Ebene sollte man sie auch im Sinne des ersten Paulus-Briefs an die Korinther, Vers 13 sehen, aus Gründen, die ich hier in rein wissenschaftlicher Hinsicht erneut erläutern werde, wie ich es schon in früheren Veröffentlichungen getan habe.

Wir wollen damit auf den Trugschluß verweisen, der einem naiven Verlassen auf die Sinneswahrnehmung innewohnt. Sinneseindrücke sind nicht die Substanz des Universums, sondern nur die Schatten, die das Universum auf den Sinnesapparat des menschlichen Geistes wirft. Die Substanz existiert, doch das ist es nicht, was die Sinneswahrnehmung „sieht". Wir müssen die von der Realität geworfenen Schatten, die wir mit den Sinnen wahrnehmen, interpretieren und dann im Geist als bildähnliche Vorstellung rekonstruieren, was diesen Schatten der physischen Wirkrealität geworfen hat.

Sämtliche gültige menschliche Kreativität - wie im Fall der Entdeckung und Bestätigung universeller naturwissenschaftlicher wie klassisch-künstlerischer Prinzipien - liegt auf diese Weise im ontologischen Bereich der Vorstellungskraft. Der unabdingbare Schlüssel zu dieser Einsicht liegt in der Erkenntnis, daß diese Vorstellungskraft keine irreale Erfahrung ist, sondern - wie bei den charakteristischen Ironien, die das eigentliche Kennzeichen aller großen klassischen Poesie sind - genau das Gegenteil. In Wirklichkeit sind es die Bilder der Sinneswahrnehmung, die Einbildung sind - eine Fantasie in dem Sinne, daß Sinneswahrnehmungen gewöhnlich zwar nicht unwirklich sind, aber daß ihr Wert nur in ihrer Bedeutung als Schatten der Realität liegt, deren Ursprungsobjekte in einem Bereich jenseits der unmittelbaren Reichweite der Sinne an sich liegen. Insbesondere durch das Durcharbeiten sowohl physikalischer Experimente als auch klassisch-künstlerischer Erforschung von Sinneserfahrungen können wir praktisch beweisen, daß es dieser Bereich ist, der die Schatten erzeugt, die sich als Sinneswahrnehmungen niederschlagen. Eine solche Sicht der Vorstellungskraft ist der wahre Inhalt dessen, was man zu recht „Wissenschaft" nennen kann.

Hier liegt beispielsweise der eigentliche, systemische Unterschied zwischen dem neuzeitlichen Empirismus (wie dem von Sarpi, Descartes, Adam Smith usw.) und wissenschaftlicher Erkenntnis. Wir glauben an eine wißbare, wirksame Realität, die für den menschlichen Geist für das empfänglich ist, was wir als nachgewiesene „Materie" definieren, weil wir es für zweckmäßig halten. Aber das, woran wir glauben, hat nichts mit einem naiven, blinden Verlassen auf die Sinneswahrnehmung zu tun. Das ist das eigentliche Prinzip des Leibnischen Kalkulus.

Dieser Punkt läßt sich ganz allgemein auf die wissenschaftliche Arbeit mit Erfahrungen durch experimentelle Methoden jenseits des direkten Sinneszugangs erweitern. Der Mensch ergänzt sein Sinnesvermögen durch den Einsatz von Instrumenten, in der Wissenschaft beispielsweise Mikroskope, Elektronenmikroskope usw. Solche künstlichen Instrumente entsprechen der Funktion von Sinneswahrnehmungen und sind dazu gedacht, in die Bereiche des sehr Kleinen, sehr Großen, sehr Entfernten und auch sehr Gefährlichen hineinzureichen. Die wissenschaftlichen Methoden, die man auf den Einsatz solcher Instrumente ausdehnt, leiten sich ab von unserer Fähigkeit, die Schatten genannt Sinneswahrnehmungen zu „entziffern". So spüren wir in der Wissenschaft - in neuerer Zeit etwa bei einigen wunderbaren Beispielen aus dem Werk von Pasteur, Einstein und Wernadskij -, die Absicht, die der Schöpfer dem menschlichen Geist zugedacht hat. Wir entdecken die Bedeutung der menschlichen Natur tiefer und eindrucksvoller als je zuvor.

Von all dem, von dieser Natur und dem zugedachten Schicksal der ganzen Menschheit und des einzelnen Menschen, hat der jämmerliche, arme Präsident Barack Obama keine Ahnung. Wer bewußt den Tod von Menschen herbeiführt, weil er das für zweckmäßig hält, so wie das in Präsident Obamas „Gesundheitsreform" vorgesehen ist, der hat nicht die geringste Vorstellung von der Natur und den natürlichen Rechten eines Menschen.

Damit habe ich einen entscheidenden Punkt wiederholt, den ich schon an verschiedenen Stellen zuvor entsprechend geäußert habe. Sämtliches wahrhaft kompetentes menschliches Wissen ist ein Produkt der Vorstellungskraft in dem Sinn, wie ich oben die Grenzen der Sinnesfunktionen beschrieben habe. Die richtig entwickelten Fähigkeiten dieser Vorstellungskraft sind unser einziger Zugang zu wirklichem Wissen über das reale Universum, in dem wir leben, oder über den wahren Seinszweck der einzelnen Persönlichkeit - vorausgesetzt, der einzelne kann seine wahre, richtige Bestimmung für sein Lebenswerk praktisch erkennen.

Deswegen sind die größten Wissenschaftler und klassischen Dichter auch die wahren Theologen, weil sie in dem Bereich des Geistes leben, von dem sie sprechen. Das Bild von Albert Einsteins Liebe zu seiner Geige weist genau in diese Richtung. Auf diese Weise ist wirkliche Wissenschaft ein Ausdruck der klassischen Kunst.

Das Böse und die Phantasie

Zugegeben, es gibt schlechte Religionen, und auch starke religiöse Überzeugungen, die nichts mit den Angelegenheiten des Schöpfers zu tun haben. Mir geht es um die Idee der menschlichen Unsterblichkeit. Ich spreche von den zwingendsten inneren Überzeugungen des Einzelnen im Zusammenhang mit einem Verständnis für die unsterbliche Wirkung der individuellen Persönlichkeit über einen Zeitraum, der weit über das eigene Ende als sterbliches Wesen hinausreicht. Ich spreche von einem lebenden Erbauer besserer künftiger Bedingungen für die Menschheit, so wie die kreativen, poetischen Kräfte des mutigen naturwissenschaftlichen Fortschritts in die Zukunft reichen, in welcher der Verstorbene durch die Verwirklichung seiner Absichten weiterlebt. So leben heute die Absichten des verstorbenen Wissenschaftlers weiter als fortwirkende Kraft für reale Veränderungen, was dahin gehen kann, in der Zukunft den Lebensraum der Menschen bis zum Mars zu erweitern.

So sollte man die großen, revolutionären Entdeckungen in der Wissenschaft betrachten.

In dem bösartigen Vorstoß des üblen Prinz Philip von Großbritannien für weltweiten Völkermord muß man den Ausdruck eines Menschen sehen, der handelt, als wäre er nicht mehr Mensch. Ein solcher Mensch ist reduziert auf Leidenschaften und Absichten, die ihrem Wesen nach tierisch sind. Er spricht - das tun auch Papageien. Er hat Leidenschaften - das haben auch Schakale und Hyänen. Er hat Mitgefühl für einige andere seiner Art - aber die hat auch der Dachs, der gerade die Bewohner des Hühnerstalls schlachtet.

Denken Sie deshalb an wissenschaftliche Prinzipien, die noch Jahrtausende nach dem Tod des Entdeckers fortbestehen. Denken Sie an die großartigen Kunstwerke der Klassik, wie die eines Leonardo da Vinci, eines Raphael Sanzio, eines Rembrandt, eines Johann Sebastian Bach und seiner Nachfolger in der großartigen klassischen Schule, an die Werke all dieser Menschen. Diese werden auch noch begeistern, wenn die intellektuelle Verschmutzung durch all den Unrat verschiedener Arten sogenannter populärer sexueller Unterhaltung, aber auch bösartiger Askese endlich Vergangenheit ist. Erst wenn wir in uns selbst ein Identitätsgefühl erreicht haben, das gleichzeitig in der Ewigkeit wohnt, sind wir voll und ganz Mensch.

Nur wenn jeder einzelne von uns sein Leben als sterblicher Mensch führen kann wie einen Augenblick innerhalb einer ewig unvergänglichen Erfahrung seines Beitrags zur Rolle der Menschheit im unsterblichen Universum, nur dann können wir mit der Mission unseres zugegebenermaßen kurzen sterblichen Daseins wahrhaft glücklich sein.

Wirklich glücklich sind wir erst, wenn wir die Illusionen im Zusammenhang mit getrennten Vorstellungen von Raum, Materie und Zeit überwunden haben und uns selbst als das sehen, wozu wir geschaffen wurden - nämlich als ewig Reisende in der physischen Raumzeit -, und wenn wir die Erfüllung unserer Glückseligkeit in unserer Mission finden können. Deshalb sage ich: „Auf zum Mars!" Eine Mission, die Sie selbst mit möglich gemacht haben, kann Ihnen niemand je wieder nehmen.

Denken Sie an die großen Geister des klassischen Griechenland, wie Platon und seine Vorgänger: Das ist eine Vergangenheit, die noch heute in allen Leistungen der europäischen Zivilisation fortlebt. Denken Sie aber auch an die Übel der Vergangenheit, deren Folgen immer noch nicht überwunden sind.

Denken Sie nun in diesem Sinne an die Idee der Nationalbank.

Wissenschaft und Moral

Das wesentliche am Fortschritt sind die Investitionen in eine bessere Zukunft. Das erfordert eine Einstellung wie die der Führung der frühen Siedler von Plymouth im späteren Massachusetts und in der Massachusetts Bay Company unter der Führung der angesehenen Winthrops und Mathers bis zum katastrophalen Eingreifen der englischen Könige James II. und Wilhelm von Oranien.

Der Fortschritt dieser Siedlungen, wie in ähnlichen Fällen, hatte zwei komplementäre Aspekte. Der eine waren die bedeutenden Verbesserungen - u.a. durch die Schaffung eines Kreditsystems anstelle eines reinen Geldsystems - in materieller, wissenschaftlicher und sozialer Hinsicht, deren Ausmaß und Geschwindigkeit auf dem Territorium und unter der Bevölkerung von Massachusetts alles, was im gleichen Zeitraum in England erreicht wurde, weit übertraf.

Als wichtigste Leistung, welche die Kolonie des 17. Jahrhunderts den späteren Vereinigten Staaten hinterließ, erwiesen sich aber nicht nur die materiellen Zuwächse, die das Kreditsystem der Berechtigungsscheine in Massachusetts förderte, sondern es war die dauerhafte Verankerung eines Zieles, das die größte Reform hervorbrachte, welche die Welt seither gesehen hat, nämlich der Gründung der verfassungsmäßigen Organe der Vereinigten Staaten von Amerika.

Um dies in leicht faßlichen, aber dennoch nicht irreführenden Begriffen für die heute notwendige Gestaltung der Politik auszudrücken, müssen zum Hintergrund die folgenden Punkte erklärt werden.

Große Denker wie Philo von Alexandria haben den entscheidenden formalen Betrug des Aristoteles und seiner Anhänger treffend zusammengefaßt. Man kann sagen, dieser Betrug des Aristoteles beruht auf Grundannahmen, die wiederum unausgesprochen auf dem blinden Vertrauen in die Sinneswahrnehmung beruhen.

Das zeigt sich besonders deutlich daran, wie Aristoteles und sein Anhänger Euklid bereits wohletablierte Konzepte in der Geometrie verfälscht neu formulierten, z.B. bei Euklids Angriff auf frühere kompetente führende griechische Wissenschaftler wie Archytas (die Konstruktion der Verdoppelung des Würfels) und Platon. Man kann aus einer Geometrie, die auf Euklid beruht, in keinem Fall auch nur eine zutreffende einfache Beschreibung dieser Konzepte ableiten. Diese Geometrie ist eine Zusammenstellung fehlerhafter Beschreibungen von früher, bis zur Zeit Platons gemachten kompetenten Entdeckungen anderer.

Euklids apriori-Annahmen sind das typische Kennzeichen der unmoralischen, falschen Auffassung der sogenannten ebenen und räumlichen Geometrie, die gewöhnlich gelehrt wird. Daß die Ableitungen solcher reduktionistischer Lehren in der mathematischen Physik falsch sind, wird am besten in der Art und Weise erklärt, wie Bernhard Riemann dies in den ersten beiden Absätzen und im Schlußabsatz seiner Habilitationsschrift von 1854 tat. Diese Habilitationsschrift beruht von Anfang bis Ende auf dem revolutionären Prinzip, auf das sich in der Folge als Frage der grundlegenden Methode alle kompetenten Strömungen der modernen Wissenschaft stützen - wie bei Albert Einstein und W. I. Wernadskij.

Meine besondere persönliche Autorität auf diesem Gebiet beruht auf der bleibenden Kompetenz meiner Arbeit als Wirtschaftsprognostiker, die bis heute immer noch einzigartig ist: Ich behandele die Reflexion der grundlegenden Naturprinzipien des bekannten Universums im Bereich einer Wissenschaft der Rolle der spezifisch menschlichen Kreativität in den sozialen Prozessen der Realwirtschaft. Außer meiner Prognosemethode der „Dreifachkurve" gab und gibt es - und kann es auch nicht geben - bis heute keine einzige überzeugende frühere oder widersprechende Erklärung der prinzipiellen Ursachen der gegenwärtig auf dem ganzen Planeten voranschreitenden, praktisch endgültigen Zusammenbruchskrise.

So wird die soeben von mir vorgestellte Definition dadurch veranschaulicht, wie ich anhand der „Dreifachkurve" die entscheidenden besonderen sozialen Aspekte einer monetaristischen Welt- oder Volkswirtschaft darstelle.

Man darf nicht fälschlich davon ausgehen, daß die weithin akzeptierten, aber trotzdem inkompetenten akademischen Annahmen, gegen die ich mich wende, Produkte wissenschaftlichen Denkens wären. Sie sind vielmehr Produkte einer gewissen irrationalen Form sozialer Vorurteile, die in den Bereich der wissenschaftlichen Lehre in akademischen und ähnlichen Institutionen eingedrungen sind. Diese Institutionen selbst sind praktisch Diener finanzoligarchischer Institutionen, durch die eine globale monetaristische Oligarchie die Nationen und die in ihnen gelehrten Doktrinen beherrscht. Ein solcher Professor denkt in etwa, ohne es laut auszusprechen: „Ich persönlich bin Wissenschaftler, und privat könnte ich zugeben, daß Ihr Einwand interessant ist. Aber ich werde in der Institution, der ich diene, meine Position nur behalten, wenn ich mich zusammenreiße, wann immer die Finanziers, die meine Karriere beaufsichtigen, an meinem Labor oder Lehrsaal vorbeikommen oder auf mich lauern."

Solche lakaienartigen, professoralen oder vergleichbaren Formen des Behaviorismus findet man auch unter gewählten Politikern, spätestens wenn sie in den US-Kongreß eintreten.

Soviel sei gesagt, um das übliche, rituelle unmoralische Geschwätz der eingeschüchterten Professoren beiseite zu räumen. Nehmen wir wenigstens für den Moment einmal an, daß wir frei sind, die wahre Bedeutung der kreativen Vorstellungskraft für den Fortschritt der Menschheit zu studieren. Erheben wir uns also für diesen Moment - nicht wie „die Mütze des hübschen Dundee" in dem bekannten schottischen Lied, sondern geistig, hoch über der barbarischen Art der Affen.

Was ist Kreativität? Albert Einsteins berühmte Bemerkung über die Leistungen Johannes Keplers mit seiner Beschreibung eines Universums, das endlich und gleichzeitig unbegrenzt ist, trifft den wesentlichen Punkt. Die angemessene Bezeichnung dafür ist „Dynamik" in dem Sinne, wie Leibniz sie definierte. Wenden wir unsere Aufmerksamkeit also noch einmal Einsteins Begriff des Endlichen, aber Unbegrenzten zu.

IV. Was uns erwartet

Das Hauptthema dieses Kapitels ist erneut die Rolle der „dynamis" im Gegensatz zu dem bösartigen Kult, für den die Symbolfigur Isaac Newton und der in seinem Namen verübte Betrug stehen. Dies betrifft nicht nur physische, sondern auch kulturelle Wirtschaftsprozesse.

Das Schicksal der Welt im unmittelbar vor uns liegenden Jahrzehnt ist zugegebenermaßen im Augenblick ungewiß. Aber wie in allen ihren großen Existenzkrisen muß sich die Menschheit entscheiden: Entweder sie wählt den von mir beschriebenen Ausweg aus einem großen finsteren Zeitalter, oder die globale Gesellschaft wird für ziemlich lange Zeit eine Katastrophe erleben, welche die Vorstellungskraft der jetzt Lebenden übersteigt; die Drohung der Kopenhagener Klimakonferenz ist ein Vorgeschmack darauf.

Im Augenblick besteht noch eine Überlebensoption für die Zivilisation. Ich kämpfe für das einzig mögliche Vorgehen, das (außer einem Wunder) erkennbar den Absturz der Menschheit in ein langes, neues dunkles Zeitalter auf dem gesamten Planeten verhindern kann.

Nur Narren, die ihren eigenen Untergang wollen, werden diese Option nicht gutheißen. Leider sind solche Narren heutzutage da draußen sehr zahlreich! Sie leiden an der Wahnvorstellung, ihr Lebensstil werde sie aller gegenteiligen Anzeichen zum Trotz irgendwie von selbst durch den jetzt hereinbrechenden größten Aberwitz in der gesamten Weltgeschichte der Neuzeit leiten.

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Unsere Welt befindet sich weiterhin im Griff der globalen Zusammenbruchskrise, deren Endphase jetzt naht. Um der Gefahr zu entgehen, müssen wir die Natur dieser Krise wie auch den möglichen Ausweg verstehen, den anzubieten nunmehr meine Ehre ist: Wir müssen die heutzutage üblichen Lehren der praktischen politischen Ökonomie aufgeben und statt dessen einem Ansatz folgen, der sich auf das Konzept der Dynamik stützt, wie es Gottfried Wilhelm Leibniz in das neuzeitliche Europa eingeführt hat. Hierbei müssen zwei Aspekte der Dynamik, wie sie Leibniz definiert hat, berücksichtigt werden: Die physikalische Dynamik, wie Albert Einstein diese Methode auf Johannes Keplers Entdeckung des Gravitationsprinzips anwandte, wie auch die soziale Dynamik, die Percy Bysshe Shelley am Ende seiner Verteidigung der Poesie dargestellt hat. Letztlich muß man aber beides als eins betrachten.

Beschäftigen wir uns zuerst mit einigen grundlegenden Definitionen.

Als Albert Einstein seine Sicht von Johannes Keplers Entdeckung des allgemeinen Gravitationsprinzips in dessen Weltharmonik darstellte, fügte er, wie ich bereits in einem früheren Kapitel betont habe, zwei wichtige, erläuternde Beobachtungen an. Erstens, daß Keplers erfolgreiche, ureigene Entdeckung eines allgemeinen Gravitationsprinzips ein endliches Universum definiert. Zweitens, daß dieses Universum unbegrenzt ist.

Ich habe dazu eine dritte Beobachtung gemacht, daß nämlich das Wissen, das Kepler und Einstein in dieser Frage bewiesen, notwendigerweise subjektiv war; das soll heißen, daß diese beiden Vorstellungen, eines endlichen und eines unbegrenzten Universums, vom menschlichen Geist geschaffen wurden. Zusammengenommen sind beide ein Ausdruck der Fähigkeit des menschlichen Geistes, die Natur des Universums, das er beobachtet und auf das er einwirkt, zu erfassen. Dies ist nicht bloßes Wissen, sondern eine Form des Wirkens, das seinerseits die Haupttriebkraft einer realwirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung darstellt. Die eigentliche Produktivität der menschlichen Gattung liegt nicht im Arm, sondern im Wirken des Geistes.

Das alles ist eine Frage der Dynamik, wie Leibniz die heutige Verwendung dieses Begriffs definierte. Die gleiche Bedeutung von Dynamik hat auch Shelley im Schlußabsatz seiner Verteidigung der Poesie ausgedrückt. In diesem Schlußteil seines Werkes leistete Shelley einen entscheidenden Beitrag zu dem Verständnis, was allgemein als Dynamik des subjektiven Universums Gottes und des Menschen erkannt werden sollte.

Um die vor uns liegende Aufgabe zu verdeutlichen, habe ich Dostojewskis Geschichte vom „Großinquisitor" als Beispiel dafür herangezogen, welcher Herausforderung wir auf der subjektiven Seite der Dynamik nachkommen müssen. Dostojewski zeichnet dort eine einflußreiche Weltsicht, welche derjenigen des humanistischen Optimismus, mit dem Shelley seine Verteidigung der Poesie beschließt, genau entgegengesetzt ist - ein Kontrast, der die Frage klären hilft, welche Alternative sich uns heute bietet.

Leibniz definiert den zentralen Begriff der Dynamik bezogen auf eine Art physikalische Raumzeit, eine Sicht, die den willkürlichen, euklidischen Annahmen von René Descartes vollkommen zuwiderläuft. Die physikalische Raumzeit hat einen aktiven Grundcharakter, ein universelles Prinzip der geringsten Wirkung. Auch Kepler, der sich auf Nikolaus von Kues bezieht und auf dessen Werk sich wiederum Leibniz bezieht, definierte schon ein aktives Prinzip der Raumzeit und keine Bewegung im leeren Raum. Albert Einstein erkannte die Schlußfolgerungen aus Keplers endlicher physikalischer Raumzeit und sah die anti-entropische Richtung eines unbegrenzten Universums, gewissermaßen in Übereinstimmung mit Leibniz' Dynamik.

Welche Ironien sich auch hinter Dostojewskis berühmter Geschichte vom „Großinquisitor" für die heutige Zeit versteckt halten mögen, meine Sicht der noch vorhandenen Optionen für die Menschheit bietet uns die einzige vernünftige Lösung, die derzeit für die Welt verfügbar ist.

Die besondere Gültigkeit meiner Wirtschaftsprognosen wurde vor allem seit den Entwicklungen von August bis Dezember 1971 immer wieder bewiesen, doch die Welt bewegt sich seit damals immer mehr in die gleiche Richtung hin zum Chaos. Dies wurde praktisch durch Entwicklungen im Zusammenhang mit der Politik der Regierung von US-Präsident Richard Nixon signalisiert, und von August 1971 bis nach Oktober 1987 haben sich die Zustände immer weiter verschlechtert. Blickt man auf diesen Prozeß zurück, wie er sich seit der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy entfaltete, so haben die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich seither die Welt, ausgehend von der transatlantischen Staatengemeinschaft, auf einen Pfad des wirtschaftlichen und späteren kulturellen Scheiterns geführt. Die handfesten wirtschaftlichen Beweise für diesen langen Abstieg zum immer schlimmeren seit dieser Zeit sind über jeden vernünftigen faktischen Einwand erhaben.

Wenn ich persönlich auf die jetzt mehr als 87 Jahre seit meiner Geburt zurückblicke und über die Geschichte seit den zwanziger Jahren und dann den Jahren der Regierung von US-Präsident Franklin D. Roosevelt nachdenke, so zeigen mir die historischen Tatsachen seit dem schicksalhaften 12. April 1945 - Präsident Roosevelts Tod -, daß die Richtung der Weltgeschichte, im Sinne einer globalen Dynamik, seither von gewissen „anglo-amerikanischen" monetaristischen Interessen mit London im Mittelpunkt bestimmt wurde und heute noch bestimmt wird. Untersucht man die Trends, insbesondere die realwirtschaftlichen Trends seit der Ermordung Kennedys, so zeigt sich in der Moral wie in der Ökonomie generell ein rückläufiges Muster.

An diesen Tatsachen oder den realwirtschaftlichen und sonstigen globalen Trends, den sie ausdrücken, sollte eigentlich nichts Geheimnisvolles sein. Die Welt und ganz besonders die transatlantische Welt ist von einem Prozeß der sogenannten „kreativen Zerstörung" erfaßt, wie er sich am drastischsten in der so dreist betriebenen „kreativen Zerstörung" unter dem britischen Premierminister Harold Wilson ausdrückte. Der Trend setzte nach dem Tod Franklin Roosevelts ein und festigte sich noch deutlicher nach der Ermordung Präsident Kennedys und dem beschleunigten Wirtschaftskollaps im Vereinigten Königreich von Harold Wilson wie auch in den USA unter den katalytischen Folgewirkungen der Warren-Kommission.

Wendet man die vollkommen bestätigte Funktion meiner „Dreifachkurve" an, so zeigt sich, daß die amerikanische Wirtschaft eine lange Welle des realen Niedergangs erlebt hat, der erstmals klar zum Vorschein trat, als Mitte der sechziger Jahre die langfristigen Investitionen in die grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur zu schrumpfen begannen.

Diese noch andauernde Niedergangsphase besonders in der transatlantischen Wirtschaft seit Mitte der sechziger Jahre war keine spontane Folge irgendwelcher besonderer willkürlicher Eingriffe, sondern Ausdruck eines im wesentlichen durchgehenden Trends in der transatlantischen Politik unter der politisch-ökonomischen Dominanz der Wall Street und Londons, seit unter Präsident Harry Truman und Winston Churchill nach Präsident Franklin Roosevelts Tod diese Richtung eingeschlagen wurde. Anders gesagt, wir haben es mit etwas zu tun, was man beschönigend global mächtige, politische Kräfte nennt, wie das Establishment der Finanzwelt von London und New York, das auf die amerikanische Wirtschaftskrise vom Sommer 2007 mit „Rettungspaketen" besonders für die sprichwörtlichen „40 Räuber" in London und Manhattan reagierte.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der entscheidende Punkt, der hervorgehoben werden muß, daß nur eine Ablösung der jetzigen politischen Führung, die von den derzeit noch tonangebenden Finanzinteressen beherrscht wird, es möglich machen würde, die politische Ausrichtung vor allem in der transatlantischen Gemeinschaft so zu verändern, daß die Zivilisation vor der unmittelbaren Gefahr eines plötzlichen, kettenreaktionsartigen Absturzes der weltweiten Wirtschafts- und Sozialsysteme in ein „langes neues finsteres Zeitalter" gerettet werden kann.

Alle anderen derzeit sichtbaren Optionen, die dem widersprechen, was ich als dringend erforderlichen Lösungsweg für die hereinbrechende Weltwirtschafts- und -finanzkrise beschrieben habe, haben sich jetzt schon als wertlos erwiesen.

Die verfügbare Lösung

Im Verlauf dieses Jahres (2009) hat eine noch kleine, aber bedeutsame und wachsende Zahl prominenter Denker aus aller Welt die einzigartige Qualität meiner langerprobten Methode längerfristiger Wirtschaftsprognose erkannt. Ich meine die Methode der sogenannten „Dreifachkurve", ein Konzept, das ich entwickelt habe, um die Dynamik der Wirtschaftskrise unter dem derzeitigen Weltwährungssystem so effektiv und anschaulich wie möglich darzustellen.

Faktisch haben sich alle anderen volkswirtschaftlichen Sichtweisen, die der meinigen widersprechen, wiederholt als klägliche Fehlschläge erwiesen. Stellt man noch frühere entsprechende Erfahrungen in Rechnung, so zeigte sich die Überlegenheit meiner Vorhersagemethode sogar schon in meiner berühmten Debatte mit dem international bekannten Keynesianer Prof. Abba Lerner am New Yorker Queens College am 2. Dezember 1971, also vor fast zwei Generationen.

Die Bedeutung dieser Tatsache für den Zweck des vorliegenden Berichtes liegt darin, daß „wirtschaftlicher Wert" Ausdruck einer spezifischen, unverwechselbaren Besonderheit der menschlichen Persönlichkeit gegenüber dem Tier ist. Die Art, wie wir mit der Menschheit umgehen, und der richtige Wertbegriff, der die Menschheit ontologisch unverwechselbar kennzeichnen sollte, bilden den Ausgangspunkt für jede vernünftige Vorstellung über die Weltwirtschaft als solche wie auch für die Wertbegriffe, die grundsätzlich mit der Idee von Wirtschaft in Verbindung gebracht werden sollten.

Noch einmal gesagt: Dieser wirtschaftliche Wertbegriff bildet die Grundlage meiner Methode der Wirtschaftsvorhersage, die aus der Rückschau heute gesehen spektakulär erfolgreich war. Diese Methode berücksichtigt insbesondere die schöpferischen Geisteskräfte des menschlichen Individuums, die in keiner anderen heute bekannten Lebensform im Universum vorhanden sind. Diese Werte sind lebenswichtig und sind deshalb in bezug auf ihre Konsequenzen moralische Werte. Sie beziehen sich auch darauf, welche Erfordernisse erfüllt werden müssen, damit sich die dem Menschen angeborenen moralischen Fähigkeiten der Kreativität vermehren, wovon der Produktivitätszuwachs pro Kopf und pro Quadratkilometer und sogar schon die bloße Aufrechterhaltung eines konstanten Produktivitätsniveaus abhängen.

Wahrer Profit

Die Vorstellung, daß wirtschaftlicher Wert durch das Wirken irgendeines finanziellen „Marktes" angemessen bestimmt würde, hat sich inzwischen als mehr als unsinnig erwiesen.22 Was wir produzieren müssen, sind keine Geldprofite - auch wenn wir sicherlich nichts gegen Gewinnsteigerungen in nützlichen Wirtschaftsbereichen einzuwenden haben -, sondern, richtig neu formuliert: Wir müssen dafür sorgen, daß die relative Kraft der Menschheit pro Kopf und pro Quadratkilometer Landfläche ansteigt. Dieses Ziel erreicht man durch eine ausgewogene Wahl der Produkte und Produktionsmittel, welche die Menschheit in einen Zustand ständig wachsender Produktivkräfte versetzen, was sich beispielsweise daran messen läßt, daß eine wachsende Zahl von Menschen bei steigender Lebensqualität versorgt werden kann.

Wahre Profite sind nur solche Größen, die eine Verbesserung in den Lebensbedingungen und der Existenzfähigkeit der Menschheit bedeuten.

Zu der wissenschaftlichen Methode, die ich als Ökonom verwende, gehört auch ein Verständnis für die Ausgewogenheit verschiedener Teilbereiche, wie sie die folgenden Kategorien darstellen:

1. Die grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur als bedeutender Teil gesellschaftlicher Anstrengungen.

2. Die Produktion der Produktionsmittel.

3. Die Produktion der Mittel für den menschlichen Verbrauch.

4. Die Erhaltung und Entwicklung schöpferischer Produktivität auf persönlicher und Gruppenebene in Wissenschaft und klassischer Kunst, etwa durch die Wirkung klassischer Methoden in Kultur und Bildung.

(Im übrigen ist der Wettbewerb unter Produkten für den Zustand der Menschheit insgesamt höchstens von marginaler Bedeutung.)

Die Beziehung unter diesen Kategorien ist systemisch und „organisch", nicht additiv, auch nicht additiv oder statistisch in Fishers Sinn.

Grundsätzlich ist das Ziel bei dieser Kombination von Bemühungen, die schöpferischen (d.h. noetischen) Fähigkeiten des einzelnen, seine Erkenntniskraft zu verbessern.

Um das insgesamt zu erreichen, ist ein bestimmtes Verhältnis zwischen der Freiheit zur Neuerung und der Steigerung der Arbeitsproduktivkraft pro Kopf und Quadratkilometer erforderlich. Notwendig sind einerseits Entscheidungsfreiheit, aber auch Beschränkungen für völlig willkürliche Vorstellungen von Freiheit, Beschränkungen, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, daß die potentielle relative Bevölkerungsdichte sowie die Lebensdauer des einzelnen in der Gesellschaft steigen müssen. Volkswirtschaften definieren sich funktionell als „organische Gestalt von oben nach unten", im gleichen Sinne, wie ein Mensch nicht als Ansammlung von Einzelteilen leben kann. Alle gegenteiligen Ansichten sind nachweislich eine Illusion, besonders wenn man an den laufenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft denkt, allem voran der in der jetzigen Form unter Londons Vorherrschaft todgeweihten transatlantischen Volkswirtschaften.

Ob die eben von mir beschriebenen Ziele verwirklicht werden können, hängt davon ab, daß man die schöpferische Produktivkraft des einzelnen wie der ganzen Gesellschaft erhöht, wobei beide nicht bloß als wechselwirkende, sondern als funktional integrale Teile zu betrachten sind. Insgesamt gilt für die Steigerung der Produktivkraft: Die Absicht der Produktion besteht in der Erhöhung der schöpferischen Erkenntniskräfte der Gesellschaft und jedes ihrer Mitglieder und als Folge davon der Zunahme der Zahl der Individuen und ihrer Lebensqualität.

Das Böse als Farce

Wenn man die Rolle des Produktivitätszuwachses in der Gesellschaft betrachtet, muß man einen Faktor berücksichtigen, der mit dem Inhalt von Aischylos' berühmter Prometheus-Trilogie zusammenhängt. Der bösartige Herrscher des Olymps, Zeus, ein Vorläufer der heutigen monetaristischen „Umweltschutz"-Tyrannei von London und Washington, verbietet dort den Menschen jedes Wissen über den gezielten Umgang mit dem Feuer; heute soll ein vergleichbares Verbot mit Hilfe des fanatisch betriebenen Klimaschwindels durchgesetzt werden. Eine solche bewußte Verdummung der Masse der Bevölkerung, ein Zustand, der unter Führung des Britischen Empire durch die Aushöhlung der Arbeitsproduktivkraft sowie des Kultur- und Lebensstandards fast überall auf der Erde herbeigeführt wurde, bewirkt eine relative Verrohung im Geistesleben der solchen Zwängen ausgesetzten Bevölkerung.

Speziell hierzu: Der berüchtigte spanische Großinquisitor, den Giuseppe Verdi in seiner Oper Don Carlos auf die Bühne bringt, war im wahren Leben eine Figur des satanischen Bösen, an dessen Bild die späteren Guillotinen der Französischen Revolution erinnerten. Der Großinquisitor, lebende Verkörperung des Bösen, zerstörte die Seelen der Menschen, indem er ihre schöpferische Geistestätigkeit unterdrückte, und diese Verrohung der Menschen wurde noch gesteigert, indem Männer und Frauen als Sklaven oder Leibeigene fast auf den Zustand von Tieren herabgewürdigt wurden. Verständige Menschen denken mit Schauder an diesen Kult des berüchtigten spanischen Großinquisitors, der in der realen Geschichte seine Fortsetzung in der Person des Joseph de Maistre fand, welcher als Abbild des Großinquisitors die Figur des Henkers in Verbindung mit dem Geist der Guillotine aufbrachte.

Man sollte im Großinquisitor auch den Vorläufer der heutigen finanzpolitischen Ideologen Londons und der Wall Street erkennen. Dabei seien folgende Punkte erwähnt.

Die Verweise auf de Maistre in meiner Schrift The Children of Satan (2003) sprechen noch heute für sich. Um dieses Bild der „Kinder des Teufels" und des im Großinquisitor ausgedrückten Prinzips mit herausragenden Erinnerungen an schreckliche Erfahrungen aus der realen Geschichte zu verbinden, verweist man am passendsten auf die Kreuzigung Jesu Christi und die Verfolgung seiner wichtigsten Apostel wie Petrus und Paulus, die ebenfalls im Namen römischer Kaiser ermordet wurden. Dies war Teil einer ganzen Serie von Morden, die nach biblischer Darstellung mit dem Mord an Johannes dem Täufer unter Herodes begann. Das Gemetzel setzte sich fort mit der Kreuzigung Jesu unter Pontius Pilatus, tatsächlich sogar unter der persönlichen Rechtshoheit des römischen Kaisers Tiberius, der damals seinen Sitz auf der Insel Capri hatte. Dieser Tiberius galt nach den besonderen Bestimmungen des römischen Imperialsystems sogar als Schwiegervater von Pontius Pilatus.

Heute gibt es unter Führung des Briten Prinz Philip einen ähnlichen Angriff auf die Unantastbarkeit des Lebens, wie ihn damals die heidnischen römischen Kaiser gegen die Christen führten. Es ist ein Vorstoß der Komplizen Philips aus vielen Ländern gegen große Teile der Bevölkerung der ganzen Welt. Das ist die Gefahr hinter dem satanischen, wissenschaftsfeindlichen Schwindel der sogenannten „Klimaerwärmung".

Dieser Schwindel Prinz Philips ist sicher nicht dem antiken byzantinischen Kaiser Julian Apostata anzulasten, den Edward Gibbons als Präzedenzfall anführte; er entspricht jedoch ganz dem Rat, den Gibbon als Autor von Verfall und Untergang des Römischen Reiches Lord Shelburne im Zusammenhang mit diesem Julian gab.

Dabei betrachte man den Fall nicht als Anklage gegen diesen Julian, sondern als den Vorwand für eine Politik, wie sie heutzutage der britische Prinzgemahl Philip vom berüchtigten World Wildlife Fund als Völkermordpläne in Gang gesetzt hat. Dies ist auch ein Widerhall der früheren venezianischen Operation hinter dem in anderer Weise sehr bösartigen Verhalten des englischen Königs Heinrich VIII. Ein noch früheres verwandtes Ereignis war die Vertreibung der Juden aus Spanien durch den Großinquisitor, ein Ereignis, das in Europa die Eskalation der Religionskriege von 1492-1648 auslöste, die außerdem durch die Folgen der Konversion Heinrichs VIII. massiv begünstigt wurde.

Heute besteht ein großangelegter Plan für einen weltweiten Völkermord, mit dem erklärtermaßen Milliarden von Menschen umgebracht werden sollen, eine neue britische Initiative unter Prinz Philip und dem früheren britischen Premierminister Tony Blair. Dieses Verbrechen wird von den Drahtziehern des Kopenhagener Klimagipfels mit schamloser Offenheit betrieben, wobei der einfältige US-Präsident Barack Obama Blairs Sache auch noch seine mörderische Unterstützung zusichert. [Diese Schrift LaRouches erschien kurz vor dem Gipfel - Anmerkung der Redaktion.]

An all dem trifft Julian Apostata keine Schuld. Die Komplizenschaft der an dieser neomalthusianischen Orgie beteiligten Schurken spiegelt auch das Verhalten der Leute wider, die die scheußliche Vertreibung der Juden durch den spanischen Großinquisitor - lange vor Adolf Hitler und seine an de Maistre gemahnenden rituellen Hinrichtungen - in Schutz nehmen. Alle diese Schrecklichkeiten klingen im jetzigen Augenblick der globalen Existenzkrise an. Man fühlt sich an die berüchtigte Figur des satanischen Großinquisitors erinnert, wie sie Dostojewski in Die Brüder Karamasow dargestellt hat.

Ich widme dieses Kapitel meines Berichts deshalb vor allem den Prinzipien klassischer künstlerischer Komposition und dem Versuch, mit Hilfe dieser Prinzipien die kommende Geschichte vorherzusagen, so wie einige zeitgenössische russische Mystiker dies mit oder ohne Erfolg getan haben. Die Wahrheit, der dieser Mystizismus sich zu nähern versucht, gerät mit ihrer wichtigen Bedeutung für Wissenschaft und Politik wie auch Religion erneut in den Blick.

Für ein tieferes Verständnis der Rolle der heutigen britischen Monarchie bei den Plänen für Verbrechen gegen die Menschheit, die wahrscheinlich noch weit größer wären als die des Hitler-Regimes, sollten wir Vorgänge wie die Inquisition der spanischen Habsburger noch einmal neu studieren und mit der Völkermordpolitik der britischen Monarchie und anderer Drahtzieher des Kopenhagen-Gipfels vergleichen.

Denken wir an den unzweifelhaft satanischen, ungeheuer bösartigen Charakter der Forderungen der führenden Vertreter des angeblichen Kampfes gegen die gar nicht existierende „globale Erwärmung" - etwa das offen erklärte Ziel des britischen Königshauses und seiner Mitläufer, die Weltbevölkerung von derzeit schätzungsweise 6,7 Mrd. Menschen sehr schnell auf drei oder zwei Milliarden oder sogar noch weniger zu reduzieren.

Die Verbindung zwischen dem Übel der alten spanischen Inquisition und den bösartigen Plänen hinter dem Kopenhagen-Gipfel findet sich in jener venezianischen Geldoligarchie, die Europa das mörderische „neue finstere Zeitalter" des 14. Jahrhunderts und die spanische Inquisition bescherte oder auch im 16. Jahrhundert die Konversion des sexbesessenen englischen Königs Heinrich VIII., die sein Eheberater, der venezianische Agent Francesco Zorzi, veranlaßte. Die venezianischen Machenschaften mit dieser Eheberatung Heinrichs VIII. waren ein entscheidender Auslöser der ausgedehnten Religionskriege, die in der ganzen Zeit zwischen 1492 und 1648 wüteten. Diese Rolle Venedigs damals ist auch entscheidend für das Verständnis, wie und warum die britischen Interessen um den globalen Drogenhandel und Prinz Philips WWF heute Pläne für einen weltweiten imperialistischen Völkermord betreiben.

Der Religionskrieg von 1492-1648 wurde zwar von zwei verschiedenen Generationen geführt - anfänglich von den älteren, aristotelischen Venezianern und in einer späteren Phase von einer jüngeren unter der liberalen venezianischen Fraktion von Paolo Sarpi. Aber die anhaltenden Differenzen zwischen diesen beiden Fraktionen philosophischer Reduktionisten waren eher eine Frage der Wahl unterschiedlicher Methoden für unterschiedliche Verhältnisse, in Hinsicht auf die gesellschaftlichen Ziele waren die Unterschiede relativ geringfügig.

Die mittelalterliche, venezianische Tradition der Herrschaft über ein monetaristisches, imperialistisches System - die Systeme des antiken, feudalen und anglo-holländischen liberalen Imperialismus - ist im Grunde bis auf den heutigen Tag unverändert geblieben, selbst wenn sich die unmittelbare Strategie und Taktik des Vorgehens in den Einzelheiten der jeweiligen imperialistischen Ausrichtung deutlich voneinander unterscheidet. Das System ist das Prinzip des maritimen Imperialismus, wie ihn das Römische und das Byzantinische Reich verkörperten, ein System europäischer Imperialismen, etwa seit der Zeit des delphischen Horrors des Peloponnesischen Krieges, die sich nacheinander ablösten.

Für die Räubertypen, die diese alte europäische Tradition noch heute verkörpern, war und ist die entscheidende Frage, neue Methoden zu finden, das imperiale monetaristische System, das traditionell ein Seereich des Mittelmeerraumes war, zu erhalten und ausgehend vom Atlantik zu einem Weltreich auszuweiten. Die Methoden ändern sich in wichtigen Details, aber das gemeinsame Ziel, nämlich der monetaristische Imperialismus, bleibt letztlich gleich - vom antiken Delphi bis zu Keynes in der Neuzeit und bis heute.

Die Fragen, die ich bis zu diesem Punkt in diesem Kapitel zur Veranschaulichung dargestellt habe, sollen das notwendige Bild liefern, vor welchem Hintergrund heute der weltweite Kampf für und gegen die Zivilisation ausgetragen wird.

Wenn die Realität mystisch erscheint

Wenn man Männer und Frauen so weit herabwürdigt, daß sie sich eine erzwungene geistige Selbsterniedrigung sogar noch als „unseren Lebensstil" oder „unsere Heimatkultur" zu eigen machen, dann bedeutet das, daß ihre natürliche menschliche Neigung zu produktiver schöpferischer Tätigkeit in Naturwissenschaften und klassischer Kunst massiv untergraben, wenn nicht ganz ausgelöscht wird.

Eingangs betonte ich bereits wiederholt die im Sommer diesen Jahres diskutierte Frage, daß einem die Sinneswahrnehmung nur einen Schatten der Realität, nicht aber deren Substanz liefert. Das Wesen von Kreativität liegt in den schöpferischen Geisteskräften - wenn diese nicht der sogenannten „öffentlichen Meinung" zuliebe unterdrückt sind.

Diese Aussage des Berichts läßt sich aufzeigen, indem man den Unterschied zwischen zwei unserer Sinne betont, etwa dem Hören im Unterschied zum Sehen, die uns verschiedene Eindrücke des Wahrgenommenen liefern. Dieses Mißverhältnis zwischen unseren Sinnesfunktionen kann man mit den Abweichungen zwischen den verschiedenen Abbildern der Zusammensetzung des Phänomens des Krebsnebels vergleichen, die für wissenschaftliche Zwecke erstellt wurden. Die Realität eines Gegenstands der menschlichen Sinne besteht ganz ähnlich aus Widersprüchlichkeiten zwischen den Sinnen oder zwischen verschiedenen Hilfsinstrumenten, die auf den gleichen beobachteten Gegenstand gerichtet sind.

Das Beispiel der taubstummen Helen Keller sollte nach wie vor dazu dienen, die prinzipiell widersprüchliche Natur des gewöhnlichen blinden Vertrauens in die grobe Sinneswahrnehmung zu verdeutlichen. Vom wissenschaftlichen Standpunkt ist nichts im Universum wirklich „selbstevident".

So hatte ich weiter oben in diesem Bericht bereits die Tatsache betont, daß eine naive populäre Meinung häufig mit falschen Wertvorstellungen verbunden ist, beispielsweise mit schädlichen Auffassungen, die eine Folge konkurrierender Vorstellungen von Schatten und Substanz sind. So werden die Schatten, die von der Realität geworfen werden, aus falscher Sinnesgewißheit heraus mit den eigentlichen Objekten verwechselt. Vieles wird fälschlich so behandelt, als stelle es die reale Welt dar, anstatt es als das zu nehmen, was es ist, nämlich lediglich ein von der Realität geworfener Schatten und nicht deren Substanz.

Wenn man versucht, eine Metapher oder einen ähnlichen Ausdruck der klassischen Kunst bei der Interpretation zu einer „einfachen", buchstäblichen Bedeutung herabwürdigen, so verbannt man diejenigen Bereiche des Geistes, die den eigentlichen kausalen Wirkfaktor zur Gestaltung der Realität großer historischer Ereignisse bilden, in die düsteren Schatten, die der gewöhnliche naiv-abergläubische Mensch in kindischer Weise als „sinnliche Gewißheit" annimmt oder lieber gleich als Mystizismus betrachtet. Ich habe oben an mehreren Stellen wie auch in zahlreichen früheren Schriften auf diese Ironie verwiesen.

Dieses verbreitete Fehlurteil, das ich hier beanstandet habe, stellt sich leicht ein, weil dem menschlichen Geist selbst ein biologisches Organ fehlt, mit dessen Hilfe sich die reale Welt direkt wahrnehmen ließe. So sind wir angewiesen auf die Schatten namens Sinneswahrnehmung oder auch „Ironien" - dafür ist das Konzept der Metapher typisch -, die im wesentlichen ein Abbild von „Instrumentenablesungen", aber nicht die eigentliche, unsichtbare Realität sind. Wie das Beispiel Helen Keller zeigt, kann ironischerweise selbst ein ganz schwacher Sinnesapparat dazu dienen, den Irrtum des naiven Vertrauens auf die Sinne im allgemeinen offenzulegen.

Wenn das Ergebnis bloßer Sinneswahrnehmung als primär bewertet wird, besteht der Fehler gewöhnlich darin - wie das Beispiel Helen Keller verdeutlicht -, daß Sinneserfahrungen so behandelt werden, als stünden die Sinne in unmittelbarer Eins-zu-Eins-Übereinstimmung mit der Wirklichkeit und wären nicht bloße „Instrumentenablesungen". Die richtige Alternative dazu ist, die Bündel von Sinneswahrnehmungen als Ausdruck „ontologischer Paradoxe" zu behandeln. Das ist implizit verkörpert in der klassischen griechischen, voraristotelischen Methode der „Sphärik" und zeigt sich anschaulich an Keplers Methode, bei seiner Entdeckung und dem Beweis des universellen Gravitationsprinzips die Widersprüchlichkeiten zwischen Gesichts- und Hörsinn zu nutzen.

Als ich in meinen letzten Sommer erschienenen Schriften auf dieses Problem von Illusion und Selbsttäuschung beim einfachen Verlassen auf die Sinne einging, beschrieb ich dem Leser den Gegensatz zwischen der bloßen Sinneswahrnehmung als Erfahrung eines „Typs A" und dem tatsächlichen, richtigen Erfassen eines Objekts der Sinneswahrnehmung in der Funktion eines „Typs B", einer Funktion, die ein Ausdruck der kognitiven Geistesfunktionen (Erkenntniskraft) ist.

Ich erläutere dies.

Archytas und Platon

Um die Sphärik zu verstehen, muß man bedenken, daß sie aus sehr langen Erfahrungen mit der transozeanischen Schiffsnavigation während der langen Eiszeitperioden hervorging, als die Seefahrerkulturen, beispielsweise bis zu Lebzeiten des Eratosthenes, für die Navigation auf die Entwicklung einer astronomischen Wissenschaft angewiesen waren. Daraus entstand eine astronomische Praxis, die auch in den großen Entdeckungen eines Archytas, Platon, Eratosthenes und anderer anklingt. Ihre Methode, wie später die Johannes Keplers, bestand darin, hinter den Sternen- und Planetenbeobachtungen die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten abzuleiten, statt lediglich die Rohdaten solcher Beobachtungen zu kopieren. Der Versuch, dieses Wissen nach der vorläufigen Annahme zu ordnen, daß das Universum mehr oder weniger kugelförmig sei, führte zu einer später verfeinerten Denkweise, die sich auf beweisbare Wirkprinzipien stützte - anders als bei einfältigen Reduktionisten, die lediglich gesammelte Erfahrungstatsachen der Sinneswahrnehmung auf statistische Vorhersagen und ähnliches anwenden. Besonders hervorzuheben ist in dem Zusammenhang der spätere Ideensprung von Kugel- zu Ellipsenfunktionen, der durch Keplers Arbeiten angestoßen wurde und im Leibnizschen Kalkulus tiefere Bedeutung erhielt.

Hier liegt der eigentliche Ursprung der Idee von einem endlichen, aber unbegrenzten Universum - mit der Einstein Keplers großartige Leistung darstellte - im Unterschied zu etwas Einfältigem wie einem euklidischen Universum. Die erweiterte Anwendung dieser Lehre aus der Astronomie, wie sie sich ganz offensichtlich aus den ozeanfahrenden Kulturen entwickelt hat,23 ist der „Fußabdruck" der ursprünglichen Wissenschaftsmethode auf der Grundlage des Nachweises universeller Wirkgesetze. Die Idee der „Schöpfung" entspricht in diesem Zusammenhang experimentell der Wirkung dokumentierter qualitativer Veränderungen in den Sternenkonstellationen - wie etwa solchen des berühmten Äquinoktialzyklus, der mit dem Namen Platons verbunden ist - aus der Sicht der beobachteten langen Zyklen des Planetensystems in dem die Erde sich befindet.

Da der Mensch die Ordnung des realen Universums nicht unmittelbar wahrnehmen kann, stützen wir uns auf besondere Effekte von grundlegend ironischer Art im Bereich der Sinneserfahrung, um diejenigen Punkte in der Erfahrung zu definieren, in denen die sonst unsichtbare, hinter dem Schirm der Sinneswahrnehmung verborgen lauernde Realität sich offenbart. Die von Johannes Kepler bei seinen Entdeckungen verwendeten Methoden, die er in seiner Neuen Astronomie und der Weltharmonik mitteilt, verdeutlichen dies.

Derartige entscheidende Ereignisse bieten uns die Möglichkeit, das Schattenland-Universum einfacher Sinneswahrnehmung sozusagen von oben nach unten statt von unten nach oben zu betrachten. Auf diese Weise sind wir in der Lage, das Wirken von Prinzipien aufzuzeigen, wie dies in strengerer Form in Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 dargestellt ist.

Diese Sichtweise ist ganz ähnlich auf die tieferen Prinzipien des Verhaltens des Menschen und der Gesellschaft anzuwenden - ein Konzept, das der simplen Weltsicht neuzeitlicher Empiristen (oder auch „Behavioristen") wie John Locke, Adam Smith  und Jeremy Bentham direkt entgegengesetzt ist.

Der Schlußteil von Percy Bysshe Shelleys Verteidigung der Poesie, den ich häufig angeführt habe, ist ein äußerst treffendes Beispiel, um das eben angeführte Argument zu verdeutlichen. Ich bin somit in meiner Schrift wieder bei den in Shelleys Verteidigung der Poesie zusammengefaßten Fragen und der physischen Substanz von Leibniz' Dynamik angelangt.

Ein verwandtes Phänomen sozialer Dynamik hat man weithin in den Vereinigten Staaten im vergangenen August erlebt, als höchst erzürnte einfache Bürger in großer Zahl erschienen, um lauthals gegen das widerliche Verhalten ihrer gewählten Kongreßabgeordneten im halben Jahr davor unter dem immer unbeliebteren hohlen Präsidenten Barack Obama zu wettern.

Die eigentliche Botschaft, die die Adressaten verstehen sollten, war nicht so sehr das, was diese Bürger sagten, sondern was sie damit zum Ausdruck bringen wollten. 

Diese Ereignisse im letzten  Augusts kündeten Unheil an. Weder die Regierung Obama noch die Kongreßabgeordneten der Demokratischen Partei,  von wenigen, etwas mutigeren Ausnahmen abgesehen, nahmen die Botschaft hinter den unheilvollen Warnungen aus der Bevölkerung ernst. Dieser im August sichtbar ausgebrochene Volkszorn ist nicht verflogen; er durchläuft einen Prozeß, den man treffend als eine Abfolge politischer Metamorphosen beschreiben kann.

Wie das offizielle Paris am 14. Juli 1789, so haben auch die derzeit herrschenden Kreise in den Vereinigten Staaten oder auch in West- und Mitteleuropa bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach nicht begriffen, worum es geht. Sie stellen die Realität immer noch auf den Kopf, verwechseln immer noch die oberflächlichen Erscheinungen, an die sie so gerne glauben, mit den realen, „tieferen" Kräften der tatsächlich ablaufenden Ideengeschichte.

Die Lösung: Leibniz über Dynamik

Derartige ironische soziale Phänomene sind Ausdruck der Rolle der Dynamik, wie sie Leibniz in seinem Angriff auf die kartesische Methode in den 1690er Jahren für die Naturwissenschaft definiert hatte. Die gleiche Idee der Dynamik findet sich, wie bereits oben festgestellt, bei Albert Einsteins Aussage „endlich, aber unbegrenzt", mit der er den wesentlichen Inhalt von Keplers Weltharmonik charakterisierte. Wer die Frage wirklich untersuchen will, der wird einigermaßen vertraut damit sein, wie Leibniz und seine Nachfolger und Anhänger in den naturwissenschaftlichen Fakultäten das Dynamikkonzept angewendet haben. Die noch größere Bedeutung dieses Konzepts für eine mit klassischen Methoden betriebene Sozialwissenschaft findet heutzutage in den entsprechenden akademischen und vergleichbaren Kreisen leider kaum Beachtung.

Dieser Ansatz beim Dynamikbegriff, den Einstein in der Naturwissenschaft als solcher wählte, ist entscheidend, um den paradoxen, doch  hartnäckigen Glauben ignoranter Leute an die Gültigkeit  der Sinneswahrnehmung zu überwinden. Ich werde ab jetzt in diesem Kapitel wiederholt auf das Thema Dynamik zurückkommen, sowohl im Bereich der Naturwissenschaft als auch bei der Wissenschaft des menschlichen Geistes, und dies  wird im Hintergrund ständig präsent sein.

Mehr zum Thema Kommunikation: man muß wissen, daß der von Philippe Egalité organisierte widerliche Angriff auf die Bastille, praktisch ein Landesverrat, in Wirklichkeit eine Verschwörung war, hinter der die Machenschaften des Briten Lord Shelburne und seines Lakaien Jeremy Bentham steckten. Die Vorbereitungen dazu liefen bereits seit den separaten Friedensverhandlungen mit den Vereinigten Staaten, Frankreich und Spanien, die Shelburne 1782 begonnen hatte.24 Die Prozesse, die diese Abfolge von Entwicklungen steuerten, lagen jedoch nicht innerhalb der Grenzen dessen, was in dem gewaltigen Umwälzungsprozeß, der zu jener Zeit schon den gesamten Planeten erfaßte, allgemein wahrnehmbar war. Die eigentlichen Abläufe waren nur einigen wenigen bekannt, die wie der bösartige Intrigant Jeremy Bentham praktisch von oben die Fäden zogen, sich aber hinter der Bühne im Schatten hielten.

In ähnlicher Weise haben alle wichtigen Kriege in der allgemein bekannten Geschichte dieses Planeten Wendungen genommen, die für die meisten Hauptbeteiligten, Regierungen eingeschlossen, überraschend kamen. Hinter den Kulissen liefen große Verschwörungen ab, die man im Zwielicht, sozusagen aus dem Augenwinkel erkennen mußte. Solche geheimen Pläne, wie jene von Präsident Obama für Afghanistan, rufen immer Verwicklungen hervor.

Wie solche sogenannten „Verschwörungen"25 gewöhnlich wie aus dem Schatten heraus wirken, das veranschaulichen die weltbeherrschenden großen Kriege in der gesamten Zeit seit der Entlassung von Reichskanzler Bismarck 1890 bis heute, da nun ein einfältiger amerikanischer Präsident entschlossen ist, den Krieg in Afghanistan auszuweiten. Bismarck ließ sich zu seiner Zeit, als die meisten anderen sich lieber Selbsttäuschungen hingaben, nicht irreführen. Deshalb mußte mit dem, was sich zu den beiden aufeinanderfolgenden Weltkriegen entwickelte, abgewartet werden, bis dieser Bismarck als Hindernis aus dem Weg geräumt war und bis kurze Zeit danach erst der französische Präsident Sadi Carnot und dann US-Präsident William McKinley umgebracht worden waren. Dieser letztere Mord führte dazu, daß der elende Handlanger der Briten, Vizepräsident Theodore Roosevelt, in das Regierungsgebäude einziehen konnte, das er in „Das Weiße Haus" umbenannte.

Bismarck zu seiner Zeit war sich dieser strategischen Realitäten bewußt. Als er schon abgesetzt war, warnte er, daß ein großer Krieg, den der Prinz von Wales und spätere König Edward Albert schon damals im Schilde führte, praktisch ein „neuer Siebenjähriger Krieg" werden würde - eine Neuauflage der Methode der Britischen Ostindiengesellschaft, ein Weltreich zu errichten, indem man die gekrönten Häupter und Völker Kontinentaleuropas in einem für alle ruinösen Konflikt gegeneinander ausspielt. Auf diese Weise hatte sich schon das antike Griechenland, das vom monetaristischen Delphikult des Apollo-Dionysos manipuliert war, als große Seemacht im Bruderzwist des Peloponnesischen Krieges selbst ruiniert. Danach hatte jahrhundertelang das anfänglich mit den Priestern des Mithrakults verbündete imperiale Rom geherrscht, das von dem letztlich selbst dem Untergang geweihten Byzanz abgelöst wurde.

Soviel zu den aufgebauschten falschen Debatten darüber, was angeblich zu Entwicklungen wie dem Ersten und Zweiten Weltkrieg oder zu ähnlichen Konflikten führte, wie z.B. den beiden Irakkriegen, die eingefädelt wurden, und nacheinander den ersten und dann den zweiten  einfältigen Bush in den Brandherd lockten, den die Drahtzieher des Sykes-Picot-Abkommens auf der britischen Spielwiese der üblichen Angriffsziele wie dem Irak geschaffen haben.

So wie der einfältige Präsident Obama in Afghanistan erneut die britische Marionette spielt, so spielen die Nationen und Völker die Rolle der dem eigenen Untergang geweihten Narren, die wieder und immer wieder vom Britischen Empire an der Nase herumgeführt werden. Sie fallen immer wieder darauf herein, weil sie die Dinge, die durch die Sinne wahrnehmbar sind, Dinge, wie sie beispielsweise der verlogene frühere Premierminister Tony Blair arrangiert hatte, fälschlich für die Realität halten. Meist verwechseln sie vermeintliche mystische, finstere Kräfte wie das, was sie für die Ursachen des sogenannten „Ersten Weltkriegs" halten, mit dem, was jedem vernünftig denkenden Menschen - wie damals Reichskanzler Bismarck - sofort einleuchten sollte. Das gleiche gilt für die Irrtümer jener einfältigen Menschen, die - wie offenbar auch der arme Joseph Stiglitz - immer noch an die Möglichkeit monetaristischer Reformen glauben.

Vorstellungen in Rußland

Es läßt sich nicht unbedingt bestreiten, daß die kompetente Gestaltung der Politik, einschließlich der Wirtschafts- und Sozialpolitik, immer eine Frage von Vorhersagen ist.

Befassen wir uns deshalb einen Augenblick mit einem nicht unerheblichen Fall: einer scheinbar mystischen Methode zur Vorhersage von Entwicklungen der realen Geschichte, die manchmal in Rußland verwendet wird und bei der Bildsymbole als Zeichen für Zukunftstrends interpretiert werden.

Vor einigen Jahren war ich einmal in Moskau fast einen ganzen Abend lang Zeuge von etwas, was auf den ersten Blick wie Hexerei erschien: eine bekannte politische Persönlichkeit zeigte den Zuschauern auf einer großen Leinwand eine Abfolge von Bildern. Als ich darüber nachdachte, verglich ich dies mit der Methode, die ein anderer namhafter, hochangesehener russischer Fachmann, den ich recht gut kannte, zur Vorhersage von Entwicklungen verwendete. Ich studierte dann mehrere ähnliche, auf diese Art gespenstisch psychoanalytische Vorträge russischer Prognostiker, und es gelang mir, die Bedeutung solcher russischen Methoden aus der Sicht meiner eigenen Erfahrungen in den USA und einiger Fälle in Westeuropa und anderswo zu entschlüsseln.

Man kann tiefere Wurzeln dieser Methode erkennen, die auch für einen Bereich von Bedeutung sind, der nicht im rein Mystischen liegt. Auf diese Weise ideologische Fußabdrücke zu deuten, muß nicht immer irrational sein. Ich warne allerdings, daß solche delphischen Wahrsagereien oft, wie bei Midas, in tragischen Fehlurteilen enden werden, besonders wenn man leichtgläubig damit umgeht. Die Methode metaphorischer Muster mag bei richtiger Anwendung nützlich, ja sogar äußerst wichtig sein; aber die Folgen mangelnder schöpferischer Einsicht bei Delphi-Anhängern wie im Falle Midas sollte uns vor einer übertriebenen Verehrung leichtfertiger Phantasien warnen. Leider sind solche Torheiten in der gegenwärtigen Krise der Weltgeschichte weit verbreitet.

Auch wenn diese Methode ein wenig unheimlich erscheint, ist sie wirksam, wenn sie in kompetenten Händen z.B. eines geeigneten Psychoanalytikers liegt. Einige Anwendungen dieser Methode, die ich erlebt habe, waren bizarr oder schlichtweg völliger Blödsinn, es gibt aber relevante Aspekte, die ich wie folgt veranschaulichen möchte.

Die Überlegungen, die ich bisher in diesem Kapitel angestellt habe, erklären weitgehend die sonst rätselhaft erscheinende Kraft ganz großer wie auch anderer Vorhersagen. Äußerlich erscheint die Methode wie eine fantastische Symbolik, wie etwa die berüchtigten Versuchen, die Entwicklung der Finanzmärkte oder sogar Kriege nach der steigenden oder fallenden Länge von Damenröcken oder ähnlichen Maßstäben vorherzusagen (so wie die Pornographie abwechselnd die verschiedenen Fleischesregionen der Damen bzw. der „Gliedmaßen" britischer Damen zeitweise entblößte oder bedeckte, besonders von den aufrührerischen „68ern" wurden sie zu ihrer Zeit schamlos entblößt). Es gab auch Fälle von Vorhersagen anhand der Breite der Hutkrempen bestimmter Damen.26

Im besten möglichen Fall folgt diese Praxis dem Prinzip der Metapher, einem Prinzip der klassischen künstlerischen Komposition, das bei wirklichen wissenschaftlichen Entdeckungsprozessen unentbehrlich ist. Die Botschaften werden dann nicht durch Prosa oder Poesie, sondern durch eine Abfolge projizierter Bilder mitgeteilt. Wie bei der Metapher sind bei dieser Methode das Entscheidende die „Veränderungen" im Prozeß der Imagination, so wie bei der Psychoanalyse der Symbolismus eine wichtige Rolle spielt.

Wer solche symbolischen Methoden verwendet, geht häufig das Risiko ein, sich von der realen Welt zu verabschieden, wenn er nicht beachtet, daß es in der realen Welt häufig zu  Veränderungen kommt, die seinen Vermutungen widersprechen bzw. leicht widersprechen könnte und die er deshalb berücksichtigen müßte.

Viele der Prognostiker, die sich dieser mystisch erscheinenden russischen Vorhersagemethoden bedienen, werden sich mit solchem delphischen Zeug letztlich eher selber hereinlegen - so wie Midas in der Sage von der Realität eingeholt wurde, die er in seiner vermeintlichen Cleverneß verkannt hatte.

„Der Mensch denkt, und Gott lenkt." Am Ende werden, je nachdem, was der Mensch zur Entwicklung der Gesellschaft tut oder unterläßt, selbst große Mächte für ihren Eigendünkel bestraft. Am Ende werden die Unverschämten und Überheblichen dafür bestraft, was sie als Menschen dem Universum antun. Der jetzt herannahende Untergang des Weltreichs der britischen Monarchie und praktisch aller, die seine Politik mittragen, ist ein hervorragendes Beispiel dieses Prinzips. Betrachten wir als Beispiel die Realwirtschaft.

Das Prinzip, auf dem der Erfolg praktizierter Wirtschaftsprognosen letztlich beruht, ist das Prinzip physikalischer Anti-Entropie, welches verlangt, daß eine Volkswirtschaft sich allgemein an der Anwendung anti-entropischer Erfindungen, wie z.B. einer steigenden relativen Energieflußdichte der eingesetzten Wärmekraftquellen, ausrichtet.

Im Gegensatz dazu stützten sich die Imperialisten in der Geschichte wie die vermutlich fiktive Figur des olympischen Zeus in der Prometheus-Trilogie immer stets auf das, was man in der Antike das „oligarchische Prinzip" nannte, welches sich auf den einfachen Begriff bringen läßt: „Haltet die Schafe dumm!" - so wie das heute mit der „Umweltschutzpolitik" praktiziert wird. Da das menschliche Überleben davon abhängt, daß in der Gesellschaft immer höhere Energieflußdichten eingesetzt werden, bedeutet eine sogenannte „grüne Politik", wie sie von der britischen Monarchie und ihren Mitläufern heute betrieben wird, daß jede Kultur, die töricht genug ist, sich auf den Unsinn eines Prinz Philip einzulassen, sich weithin ruinieren wird.

Daß die Bevölkerung für solche Torheiten anfällig ist, wurzelt in dem verbreiteten Glauben an die  „Zuverlässigkeit der Sinneswahrnehmung", wie sie etwa die Newton-Anhänger in der heutigen Bildungspolitik vertreten. Leute, die einfach ihren Sinnen vertrauen, sollten nicht ihr Leben aufs Spiel setzen in der falschen Annahme, sie könnten kompetente Prophezeiungen machen. Ihr Denken ist für so anspruchsvolle Aufgaben nicht entsprechend entwickelt.

Zugegeben, wenn man hinter solchen fetischistischen Äußerungen von „Puppenstuben-Mystizismus" die Wahrheit erkannt hat, sollte man die in solchen Dingen weithin ausgedrückte Einfältigkeit als Warnsignal auffassen, daß die meisten Menschen in scheinbar verborgene, eigentlich jedoch klar erkennbare Entwicklungen eine falsche tiefere und finstere Bedeutung hineinlesen. In Wahrheit ist das alles eine Frage der Dynamik, wie sie der Schlußabsatz von Shelleys Verteidigung der Poesie verkündet.

Das von Shelley dort Vorgetragene bezog sich auf die Kraft eines bestimmten Optimismus, der wie von oben auf einen großen Teil der Bevölkerung einwirkt. Nach dem Jakobinerterror der Französischen Revolution und dann Napoleon Bonaparte setzte sich in jenem Europa, das sich großenteils sehr optimistisch mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg solidarisch gezeigt hatte, eine gegenteilige Dynamik durch.

Die optimistische Phase wurde wesentlich durch die Amerikanische Revolution hervorgerufen, aber den historischen Optimismus schufen weitgehend einige Wenige, deren gegenseitige Inspiration die Dynamik in einem bestimmten Teil der Gesellschaft oder sogar fast der gesamten Gesellschaft veränderte. Auf einem solchen Gespür für die Situation beruht die Fähigkeit eines bestimmten russischen Prognostikers, Muster aus Bildern abzuleiten. Das ist entscheidend für solche unheimlich anmutenden Veränderungen in massenpsychologischen Effekten, wie sie Shelley der Welle des Optimismus zuschreibt, auf die er sich in seiner Verteidigung der Poesie bezieht. Wenn kreative Menschen in einem Krisenumfeld agieren, werden nicht die wahrscheinlichen, absehbaren Szenarios die mehr oder weniger entscheidende Rolle spielen, sondern die Kreativität, und dann gibt es keine Symbolmuster, die man aufspüren könnte. Ein Beispiel: Wirklich clevere Generäle wie Friedrich der Große handelten gerne so, was niemand erwartete, und deswegen gewann Friedrich eine große Schlacht gegen eine erhebliche Übermacht. In solchen Fällen muß man sich für ein kompetentes Vorgehen entscheiden, bei der Bedingung, daß es für den Feind nicht vorhersehbar ist, damit ihm seine noch so gute Schulung in dem Fall nichts nützt.

Dieser dynamische Einfluß bestimmt in solchen Zeiten den Gang der Geschichte in wichtigen Teilen der Gesellschaft. Er funktioniert dann wie ein Wegbereiter der wesentlichen Trends, in dem gleichen Sinn, wie Leibniz von Dynamik spricht, um die Rolle universeller physikalischer Prinzipien in der Naturwissenschaft zu beschreiben.

So gewann Napoleon am Anfang seiner Karriere als Befehlshaber eine wichtige Schlacht, indem er mit einer kleinen Handvoll seiner Kavallerie den Anschein erweckte, als stürme aus einem praktisch unpassierbaren Sumpf die geballte Macht der gefürchteten französischen Kavallerie heraus.

Auch die Verfassung der Vereinigten Staaten war beispielsweise ursprünglich Ausdruck eines dynamischen Prinzips, dessen Dreh- und Angelpunkt das grundlegende Rechtsverständnis war, das in der Präambel formuliert ist. Beschäftigen wir uns deshalb hier so kurz wie zulässig mit einer Frage, die ich sehr viel ausführlicher in Schriften entwickelt habe, die in den Frühjahrs- und Sommermonaten dieses Jahres (2009) erschienen sind. Ein Großteil der bisherigen Weltgeschichte beruht darauf. Wie folgt.

Die britische Ideologie: ein typisches Beispiel

Sobald er sicher war, daß Gottfried Wilhelm Leibniz gestorben war, schritt der venezianische Verschwörer und erklärte Descartes-Anhänger, der Abt Antonio S. Conti, zur Tat und nahm seinen „Sancho Pansa" Voltaire ins Schlepptau. Contis Absicht war, Descartes' Lehre in Frankreich und in England zur offiziellen Staatsreligion zu erheben, aber er hatte erkannt, daß Descartes' unverdienter Ruf als französischer Patriot ein Hindernis bei seinem Vorhaben war, den gleichen Kult unter Descartes' Namen im damaligen England zu verkaufen. Als typischer Venezianer und damit im Herzen ein Schuft suchte Conti sich einen Narren, der die Rolle eines „englischen Descartes" einnehmen sollte, und entschied sich für einen akademischen Fachmann für schwarze Magie namens Isaac Newton.

Um diesen ungewöhnlichen Schwindel zuwege zu bringen, verbrachte Conti ab 1715 den Rest seines Lebens bis 1749 damit, in Kontinentaleuropa ein Netzwerk von Salons gegen Leibniz um den Spinner Newton aufzubauen. Das ähnelte dem Geist der Leute, die in einer Kirche, die man zum Zwecke solcher damals typisch britischen frommen Späße in Besitz nahm, einen Pavian in Frauenkleidern zur Anbetung aufstellten.27

Nach außen sichtbare Pioniere beim Aufbau von Contis religiösem Kult um Newton war ein französisches Apostelpaar, der Protestant Abraham de Moivre und sein Kollege Jean le Rond D'Alembert, deren Beitrag zum britischen Anti-Leibniz-Kult darin bestand, auf Anregung de Moivres das Leibnizsche Kalkül zu einem mystischen Kult „imaginärer Zahlen" herabzusetzen. Der wohl wichtigste Ort der Verehrung dieses merkwürdigen Newton-Kults war Berlin, gebildet um einen Deserteur aus den Leibniz-Kreisen, den eigentlich talentierten, aber gar nicht netten Leonhard Euler. Der Newton-Kult und sein deutscher Auswuchs um den Hegel-Vorgänger Immanuel Kant stießen in Deutschland auf heftigen Widerstand, solange Moses Mendelssohn und sein Freund Gotthold Ephraim Lessing lebten und aktiv waren; aber dann gewann trotz der langen Zusammenarbeit zwischen Schiller und Goethe die Gegenseite die Oberhand. Durch die schrecklichen Entwicklungen während der Französischen Revolution ging der jungen amerikanischen Republik der internationale Sicherheitsfaktor verloren, den zuvor die Verbündeten in Frankreich und Spanien sowie die Unterstützung durch die Liga der Bewaffneten Neutralität geboten hatten. Der Wiener Kongreß 1812-15 und die Entmachtung von Lazare Carnot und Gaspard Monge öffneten dem korrumpierenden britischen Einfluß Tor und Tür. Dies führte in der Folge zu ständig weiterer wissenschaftlicher Erosion und wachsender Dekadenz, ausgedrückt in den aufeinanderfolgenden Generationen von Positivisten wie Ernst Mach und später zu dem noch wilderen und widerwärtigeren Extrem des Kults um Bertrand Russell, und endete in dem heute weithin herrschenden schäbigen Zustand der naturwissenschaftlichen Lehre.

Nach diesen Hintergrundbemerkungen befassen wir uns nun mit der Dynamik als solcher und mit dem Zusammenhang zwischen den Grundsätzen der Dynamik und der gegenwärtig entscheidenden Frage für die gesamte Menschheit, nämlich der richtigen Anwendung des Nationalbankwesens.

Wirtschaftlicher Wert und Bankwesen

Es ist eine Tatsache, daß das spezifisch antimonetaristische, amerikanische System der politischen Ökonomie im Massachusetts der Winthrops und Mathers geboren wurde, bevor sich dort die entsetzlichen Folgen der Regierungen von Jakob II. und Wilhelm von Oranien entfalteten.

Die Aussicht auf eine geeignete Reform der englischen Monarchie, bei der Gottfried Wilhelm Leibniz in England als möglicher Kandidat für das Amt des Premierministers eine führende Rolle spielte, wurde durch eine Kampagne gegen Leibniz in dem Land zunichte gemacht. Einige führende Kreise im Umfeld Benjamin Franklins, der 1729 seinen Vorschlag für eine Papierwährung (A Modest Proposal for a Paper Currency) vorlegte, konnten seinen Einfluß jedoch erneuern.

Leibniz' Einfluß auf das entstehende Amerikanische System der politischen Ökonomie in den englischen Kolonien in Nordamerika lief über wichtige Kreise in Deutschland, dabei stand die Göttinger Universität im Mittelpunkt. Führend war dort der Mathematiker und Leibniz-Anhänger Abraham Kästner, der half, Benjamin Franklin eine Ausgabe von Leibniz' zweiter Erwiderung auf den Sklavereifreund John Locke zu besorgen. Seit dieser Zeit war der Einfluß von Leibniz' Werk sozusagen omnipräsent in der Entwicklung der wissenschaftlichen Prinzipien, aus denen das hervorging, was Alexander Hamilton als das „Amerikanische System der politischen Ökonomie" bezeichnete.

Die Umstände unter welchen dieses Fundament der US-Bundesverfassung entstand, läßt sich daran ablesen, welches die Bedingungen waren, als die Mayflower England verließ, um in dem als „Neuengland" bekannt gewordenen Teil Nordamerikas zu landen.

Um einen historischen Blick für diese Situation zu bekommen, muß man bedenken, daß sich das Unternehmen, das 1620 zur Gründung dieser Siedlung führte, zu Beginn des sogenannten „Dreißigjährigen Krieges" 1618-48 und vier Jahre vor dem Tod des von seinem politischen Feind Francis Bacon so heftig drangsalierten William Shakespeares abspielte. Auf die Siedlung von Plymouth folgte 1630 die Gründung der Massachusetts Bay Colony unter Führung der Winthrops und Mathers.

Hinter der Gründung dieser amerikanischen Siedlungen stand die Absicht, einen Ort zu schaffen, wo das Beste der europäischen Kultur aufbewahrt werden konnte - das republikanische Erbe Dante Alighieris und der Kreise um Kardinal Nikolaus von Kues, u.a. Leonardo da Vinci -  und das in relativ sicherer Entfernung von der oligarchischen Kultur, die Europa vergiftete und niederdrückte. Unser amerikanisches Erbe war somit von Beginn an eine republikanische Kultur, während die parlamentarischen Systeme und Rechtstraditionen in Europa noch heute oligarchisch verwurzelt sind.

Entsprechend war das Amerikanische System, wie es sich im System der Scrip-Währung in der Kolonie von Massachusetts im 17. Jahrhunderts, in Franklins Vorschlag für eine Papierwährung und in der Verfassung der Vereinigten Staaten ausdrückte, immer ein republikanisches Kreditsystem, anders als die im Kern imperialistischen Systeme des europäischen Monetarismus - so wie heute der Euro eine solche Form imperialistischer Herrschaft über West- und Mitteleuropa darstellt.

Alle diese Fakten sind typische Belege dafür, warum wir monetaristische Systeme und Theorien heute nicht länger dulden dürfen, weil sie historisch die imperialistischen Herrschaftsinstrumente über Nationen sind, die eigentlich souverän sein sollten, es aber nicht sind, solange sie Teil und Opfer monetaristischer Systeme sind. Schon wenn man auf das Scrip-System zurückblickt, unter dem die Wirtschaft in der Massachusetts Bay Colony fortgeschrittener war als zur gleichen Zeit in England, sollte man erkennen, warum die amerikanische Ökonomie, wenn sie ihrer anti-monetaristischen Tradition folgt, der europäischen überlegen ist. Es ist auch hilfreich bei der Erklärung, warum Großbritannien so erbitterten Haß gegen Deutschland unter Reichskanzler Bismarck hegte, der ab 1877 die amerikanische Tradition aufgriff. 

Man kann also zutreffend sagen, daß ein Leben unter monetaristischen Systemen wirtschaftlich etwa genauso erfrischend ist wie ein gemeinsames Bad in der Jauchegrube.

Schauen wir auf das Massachusetts unter den Winthrops und Mathers zurück. Angesichts des Erfolgs des Scrip-Systems in der Zeit bis 1688 sollte jeder denkende Bürger zugeben, daß Geldumlauf notwendig ist, so wie damals in Form des Scrip in Massachusetts. Für uns heute ist das genauso nötig wie es die Menschen damals war. Heute wie damals müssen wir jedoch an unseren Grenzen mit Hilfe eines staatlichen Monopols für öffentlichen Kredit und Zahlungsmittel eine souveräne Aufsicht über das Geld ausüben. Für den Handel zwischen souveränen Nationen brauchen wir funktionierende vertragliche Vereinbarungen über ein System fester Preise der Zahlungsmittel jeweils souveräner Nationen.

Die Lehre daraus ist, daß Geld an sich kein wirtschaftlicher Wertmaßstab ist, es sei denn Nationen schließen Handelsverträge ab, durch welche sie als souveräne Partner Käufe und Verkäufe  nach spezifischen Vertragsregeln abwickeln. Sobald man diese Aussage als die Weisheit gebildeter und intelligenter Menschen dieser Welt akzeptiert hat, ist ein ganz neuer Begriff von der Organisation einer Weltwirtschaft entstanden (und auch einer Marswirtschaft, wann immer wir dorthin gelangen und sicher zurückkehren können).

V. Die Wissenschaft der physischen Ökonomie

Wenn wir damit beginnen, auf dem Mond die industriellen Anlagen zu bauen, die unerläßlich sein werden, wenn wir den Mars in die Wirtschaft unserer Welt integrieren wollen, dann wird und muß es auch in der Planung unserer Wirtschaftspolitik hier auf der Erde einige qualitative Veränderungen geben.

Die Verbindungen von den heutigen wirtschaftlichen Zuständen auf der Erde zu neuen Definitionen in der Wirtschaftspolitik, die wir brauchen, wenn wir uns auf die wirtschaftliche Erschließung des Mars vorbereiten, sind im Grunde für den Menschen nichts wirklich neues. Das sind sie höchstens für gewisse Akademiker und andere Spezialisten, die in den Augen intelligenter Vertreter zukünftiger Generationen nicht anders erscheinen werden als die ehrlosen Professoren von der fliegenden Insel Laputa, die der Gulliver aus dem Roman unseres geliebten Jonathan Swift besuchte.

Eigentlich brauchen wir gar nicht solange zu warten. Die entscheidenden Verbesserungen in der Methode des wissenschaftlichen Denkens können und sollten schon jetzt vorgenommen werden. Ich lenke hier das Augenmerk wieder auf bestimmte weitverbreitete Irrtümer und Schwindel, die seit den Possen des verrückten Anhängers schwarzer Magie Isaac Newton das wissenschaftliche Denken an vielen Universitäten und anderen Orten vergiften. Rückblickend läßt sich sagen, daß dieser Newton keine einzige authentische wissenschaftliche Entdeckung gemacht hat, sondern daß man aus ihm eine Art Gegenstand religiöser Anbetung machte, der intellektuell von der gleichen Art ist wie der durch die Kunst des Tierpräparators notdürftig ausgestopfte Leichnam Jeremy Benthams.28

Bestimmte Änderungen in unserer wirtschaftspolitischen Denkweise dürfen tatsächlich nicht warten. Das Problem bei der wissenschaftlichen Lehre ist im Allgemeinen auch heute noch ein Ausdruck dessen, was bestimmte Interessen als ihre berechtigten Belange am Ruf des delphischen Aristoteles oder der behavioristischen Ideologie Paolo Sarpis und seiner Nachfolger betrachten. Typisch für das spezifische, tiefergehende Hindernis, das es zu überwinden gilt, ist die Figur des olympischen Zeus, wie sie der große Dramatiker Aischylos in Der gefesselte Prometheus darstellt.

Die wesentliche Auseinandersetzung in Der gefesselte Prometheus dreht sich darum, daß Zeus befohlen hatte, daß die sterblichen Menschen nicht wissen dürfen, wie sie das Feuer nutzen können. Es gibt keinen Grund, sich über diese Geschichte zu wundern. Das war zu der Zeit bereits eine gängige delphische Doktrin, die auch das „oligarchische Prinzip" genannt wurde. Die damaligen oligarchischen Interessen wollten den gewöhnlichen Menschen nicht erlauben, sich irgendwelche Kenntnisse anzueignen, die über den „ihnen zugewiesenen Platz im Leben" hinausgingen. Dieser Humbug erinnert sehr an den Klimaschwindel heute, den Jonathan Swift auf der gleichen Ebene ansiedeln würde wie die Idee, Sonnenstrahlen aus Gurken zu sammeln.

Tatsächlich ist es gerade die Besonderheit des Menschen, die ihn von allen niederen Lebensformen unterscheidet, daß nur der Mensch das Feuer als integralen Bestandteil seines Verhaltens benutzen kann. Der entscheidende Punkt ist, daß die Verwendung des Feuers ein charakteristisches Verhaltenselement des Menschen ist, welches es der Menschheit ermöglicht, durch Steigerungen in der Energieflußdichte der Wärmekraft pro Kopf und Quadratkilometer Landfläche die potentielle relative Bevölkerungsdichte der Gesellschaft zu erhöhen.

Der Grund, warum Oligarchien in der Regel das Bevölkerungswachstum hassen, liegt darin, daß in Verbindung mit dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt die geistigen Fähigkeiten der Bevölkerung zunehmen und die Menschen sich nicht mehr verdummen und wie Sklaven behandeln lassen wollen. Kurz gesagt, wenn man Amerikaner, Europäer und andere nicht bewußt dumm hält, wird man es schwer haben, sie im moralischen Gegenstück eines Schweinestalls einzusperren. Die gezielte Förderung von Drogenmißbrauch dient beispielsweise solch bösartigen Zielen.

Im übrigens hat die Aktivität des Menschen, wie jeder einigermaßen kompetente Wissenschaftler weiß, sehr wenig mit steigenden oder fallenden Temperaturen auf der Erdoberfläche zu tun. Betrachten Sie nur, wie sich die Energieflußdichte der Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche bemerkbar macht. Oder vergleichen Sie nur die schiere Masse der Sonne mit ihrer Aktivität mit dem gesamten Rest des Sonnensystems. Dann läßt sich jeder angebliche Wissenschaftler, der von „menschengemachter Klimaerwärmung" schwätzt, schnell entweder als inkompetent oder als Lügner erkennen.

Das eigentliche Anliegen des Menschen muß sein, die Fähigkeit der Menschheit, Gutes im Universum zu tun, immer weiter zu steigern. Diese Zielsetzung ist die unverzichtbare Grundlage für jede kompetente Vorstellung von Wirtschaft, ob beschränkt auf unseren Planeten Erde oder bezogen auf die ausgedehntere Rolle der Menschen in den Weiten des Sonnensystems. Diese zunehmende Macht des Menschen entspricht in Begriffen der heutigen Wissenschaftspraxis prinzipiell der „Zunahme der Energieflußdichte".

Die erste Lektion, die ein einfältiger, typischer „Klimaerwärmungs"-Fanatiker lernen sollte, lautet: Sonnenstrahlung fängt man auf der Erdoberfläche am besten durch die Funktion des Chlorophyll-Moleküls ein. Das Chlorophyll zeichnet sich dadurch aus, daß es die Energieflußdichte der von den „Grünpflanzen" eingefangenen Sonnenstrahlung erhöht, so daß ein pflanzlicher Ertrag produziert wird, der im Verhältnis eine höhere Energieflußdichte aufweist als das einfallende Sonnenlicht. Dieser Nutzen, z.B. in Form von Begrünung sonst öder Flächen, ist die Grundlage für das Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen auf der Erde.

Weg mit den häßlichen Anordnungen von Sonnenkollektoren und lächerlichen Windmühlen, die über ihre Laufzeit mehr Energie verbrauchen, als sie an nutzbarer Energie „sammeln"! Bauen wir in öden Landstrichen Bewässerungssysteme, die das Pflanzenwachstum direkt und auch durch einen erhöhten Kreislauf von Niederschlägen fördern. Bäume sind besonders gut geeignet, eine Landschaft abzukühlen und gleichzeitig Biomasse aufzubauen. Schafft „grüne" aus gelben Landflächen! Hört nicht länger auf die Idioten, die uns irre machen wollen!

Wenden wir uns nun der Frage der Kernspaltungs- und Kernfusionsenergie zu.

Energieflußdichte

Betrachten wir die Funktion der Energieflußdichte vom Standpunkt ganz grundlegender Aspekte der heutigen physikalischen Chemie, deren Pionier der bekannte Prof. William Draper Harkins von der Universität Chikago war, der Lehrer von Prof. Robert J. Moon von der Fusion Energy Foundation, der ebenfalls an der Chikagoer Universität arbeitete. Seit den bahnbrechenden Arbeiten großer Naturwissenschafter wie Louis Pasteur, D.I. Mendelejew, Harkins und W.I. Wernadskij hat die Vorstellung von „Energie" verschiedene nachvollziehbare Entwicklungsphasen durchlaufen, in unserer Zeit insbesondere durch die Entwicklungen im Bereich der Kernspaltung und Kernfusion.

Heute stellt uns das Ziel bemannter Raumflüge vom Mond zum Mars eindringlich vor die Notwendigkeit einer Kernfusion auf der Grundlage von Helium-3, das auf dem Mond gewonnen werden könnte, als Antrieb für bemannte Raumschiffe auf der Reise zwischen Mond- und Marsorbit; dies lenkt unseren Blick auf die Funktion von Brennstoffen, die von einer höheren physikalischen Ordnung sind als die Kernspaltung. Wir stehen vor der Herausforderung, Menschen zwischen den Planeten Erde und Mars oder noch weiter mit relativistischen Geschwindigkeiten reisen zu lassen. Viele Fragen in diesem Arbeitsfeld müssen noch beantwortet werden, aber die wissenschaftliche Perspektive ist hinsichtlich bestimmter wesentlicher Überlegungen bereits klar.

Die offenen Fragen müssen irgendwie im Verlauf des jetzigen, noch jungen Jahrhunderts geknackt werden. Besonders interessant ist dabei für einige von uns, daß die verbleibenden 90 Jahre des laufenden Jahrhunderts - etwa die Lebensspanne von vier Generationen unserer heutigen Nachkommen - gar keine so lange Zeit sind, wenn man gewohnt ist, die Erfahrungen während der Lebenszeit eines Menschen im Lichte der längerfristigen qualitativen Fortschritte in Europa und Nordamerika seit der Landung der Pilger in Plymouth 1620 zu betrachten. Man muß in Hinsicht darauf denken, was im Laufe eines Menschenlebens erreicht werden kann und was erforderlich ist - u.a. die Entwicklung während Kindheit, Jugend und jungem Erwachsenenleben -, um Aufgaben zu erfüllen, wie sie etwa die Perspektive künftiger bemannter Flüge zwischen Erd- und Marsorbit in einem Jahrhunderts oder sogar früher mit sich bringt. Man muß im Laufe des Jahrhunderts mit einzelnen Schritten zu diesem Ziel voranschreiten.

Zu Veranschaulichung der praktischen Bedeutung dieser Frage bedenke man das folgende.

Mein „neues CCC-Programm"

In den USA müssen Eckpunkte für ein „neues CCC-Programm" (im Sinne von Franklin Roosevelts „Civilian Conservation Corps") für arbeitslose oder unterbeschäftigte Jugendliche und junge Erwachsene festgelegt werden, das zu einem wesentlichen Bestandteil eines nationalen wirtschaftlichen Aufschwungs werden muß. Man denke an die Teilnehmer des ursprünglichen CCC, die anschließend in den Militärdienst im Zweiten Weltkrieg eintraten oder während des Krieges und in den beiden ersten Nachkriegsjahrzehnten wichtige Beiträge für den Aufschwung von Landwirtschaft, Industrie, Maschinen- und Anlagenbau leisteten. Man betrachte diese geschichtliche Entwicklung im Lichte des konzentrierten Raumfahrtprogramms, das Präsident John F. Kennedy in Gang setzte. Denken wir an die Mondlandung der Astronauten.

Denken wir auch an die sowjetischen Raumfahrt- und Atomprogramme der gleichen Zeit zurück. Denken wir dann an die erste Stufe bemannter Flüge zum Mars und zurück, sobald wir auf den Mond zurückgekehrt sind. Die Mondlandung wurde ein Vierteljahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht, der Sputnik wurde nur etwa ein Jahrzehnt nach Kriegsende gestartet. Man betrachte sich die Einzelheiten des amerikanischen Raumfahrtprogramms, auch mit den Höhen und Tiefen, Ende der 1950er und während der 1960er Jahre. Andererseits bedenke man auch den schrecklichen Verlust an Arbeitskompetenz in der Generation, die etwa 1968 ins Erwachsenenleben eintrat. Amerika ist heute wirtschaftlich in einem weitaus schlechteren Zustand als Mitte bis Ende der 1930er Jahre, was wir insbesondere auch den Notenbankchefs Alan Greenspan und Ben Bernanke zu verdanken haben.

Ich habe daher eine Neuauflage des alten CCC-Modells vorgeschlagen. Warum? Den Menschen, die künftig in der Industrie und ähnlichen Bereichen tätig sein sollten, fehlen heute selbst die elementarsten Kenntnisse wirklich produktiver Tätigkeit. Die Arbeitskräfte, auf die sich eine wirtschaftliche Erholung stützen wird, sind derzeit bestenfalls Hilfsjobs oder sinnlose Pseudoarbeit gewohnt. Das kulturelle Niveau der Bevölkerung, die zu einem rechtschaffenen familiären Leben zurückgebracht werden muß, wie es für ernsthaften wissenschaftlich-technischen Fortschritt erforderlich ist, ist derzeit erschreckend niedrig. Kurz, derzeit sieht man in den USA unter Präsident Obama keinerlei ernsthaften Pläne für einen realwirtschaftlichen Aufschwung und auch keine angemessene Unterstützung für eine arbeitsorientierte Kultur, wie man sie für ein erfolgreiches Wirtschaftsprogramm braucht.

Die beste Option wäre eine aktualisierte Version des alten CCC.

Dabei sind wir mit der Tatsache konfrontiert, daß es heute unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen praktisch keine etablierte Arbeitskultur mehr gibt. Um das Niveau der Produktivität zu erreichen, das wir brauchen, wenn wir die Wirtschaft als wirklich produktive Wirtschaft wieder in Schwung bringen wollen, muß die Ausbildung der zukünftigen Arbeitskräfte aber auf wissenschaftlich-technischen Fortschritt ausgerichtet sein. Das bedeutet, daß wir auf allen Ebenen zu einer produktions- und wissenschaftsorientierten Erziehung zurückkehren müssen. „Keine grünen Jobs mehr!"

Es ist ziemlich offensichtlich, daß ein militärähnliches Programm zur Vorbereitung auf die beruflichen Tätigkeiten erforderlich ist. Das liefert die nötige soziale Struktur, um junge Menschen in Bereiche zu lenken, in denen ihr berufliches Potential in bezug auf Eignung und vor allem auch auf Zukunftsorientierung nicht von vorneherein unterschätzt wird. Das Ziel muß sein, morgen Wissenschaftler heranzuziehen, wo heute noch einfache Arbeiter sind.

Die Bilder von Industrieanlagen auf dem Mars und Veranschaulichungen, was ein Mars-Programm bedeutet, müssen an den Quartierwänden angebracht werden, um die jungen Menschen anzuspornen, wenn sie sich ihren Lebensweg zu der Orientierung erkämpfen, die unsere Gesellschaft ihnen als Zukunftschancen bietet. Die Idee des wissenschaftlichen Fortschritts muß die gesamte Atmosphäre des täglichen Lebens durchdringen.

Was wird aus dem Geld?

Vor allem werden wir aus dem Chaos, das die Federal Reserve in Washington unter ihren Vorsitzenden Alan Greenspan und Ben (keineswegs „benvenuto") Bernanke angerichtet hat, nicht mehr herauskommen, wenn man nicht umgehend und höchst effektiv mit den Glass-Steagall-Methoden der Roosevelt-Regierung die ungeheure Masse an völlig wertlosen Schulden auslöscht. Angesichts der verkommenen Lage in der Federal Reserve selbst muß auch sie diesen Rettungsprozeß durchlaufen. Dieser hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn der Glass-Steagall-Maßstab auf die Beziehung zwischen der Federal Reserve und dem privaten Bankensystem ausgedehnt wird.

Tatsächlich sollte die Federal Reserve mit allem, was darin von Wert ist, nicht Teil des jetzt bankrotten monetaristischen Weltsystems bleiben, sondern in der allgemeinen Reform zur Rückkehr der USA zu einem Kreditsystem aufgehen. Dazu muß eine Dritte Nationalbank der Vereinigten Staaten nach Hamiltonischen Prinzipien gegründet werden. Wichtige Führungskräfte der heutigen Federal-Reserve-Distrikte würden dann in ihrer jetziger Funktion unter dem erneuerten Hamiltonischen Nationalbanksystem der USA übernommen.

Generell müssen wir ein weltweites System souveräner Nationalbanken auf Grundlage souveräner nationaler Kreditsysteme anstatt monetärer Systeme anstreben. Unser Ziel muß es sein, das heute hoffnungslos bankrotte Weltwährungssystem durch ein Netz jeweils souveräner nationaler Kreditsysteme zu ersetzen, deren langfristige Beziehungen in einem Weltsystem souveräner nationaler Kreditsysteme mit festen Wechselkurse organisiert sind.

Wenn die Bücher von den Bergen spekulativen Finanzmülls besonders aus den Amtszeiten der Fed-Vorsitzenden Alan Greenspan und Ben Bernanke bereinigt sind, ist der Weg frei, vergleichbar große Mengen langfristigen Investitionskredits auszugeben, um auf der Grundlage eines souveränen Kreditsystems die US-Wirtschaft im Stile Franklin Roosevelts wieder anzukurbeln und massiv auszudehnen.

Vieles von dem, was dann getan werden muß, folgt im wesentlichen den bewährten Bahnen der ersten Regierung von Franklin Roosevelt.

Reformen wie die eben skizzierte sind viel einfacher durchführbar, als die meisten Mitglieder des US-Kongresses und entsprechende andere Kreise bis Ende dieses Jahres (2009) verstanden haben werden. Die für jeden Bürger sichtbaren Folgen des kläglichen Scheiterns der Regierung Obama und auch des Kongresses sind jedoch Grund zum Optimismus. Nach Kopenhagen wird der Präsident ohne Optionen dastehen, und der Kongreß, besonders dessen miserable Führung von der Demokratischen Partei, bemüht sich schon jetzt nach Kräften, dem Zorn der Bürger, die sie beim letzten Mal noch gewählt haben, zu entgehen. Wenn Präsident Obama nach der kläglichen Vorstellung von Kongreß und Präsidentschaft im Jahre 2009 noch länger im Amt verbleiben will, muß er große Teile seines Hauses von den Leuten säubern, die ihm in den letzten elf Monaten die Richtung vorgegeben und ihn sehr, sehr schlecht beraten haben.

Es ist Zeit, die Karten neu zu mischen, wie es damals hieß, Zeit für einen „New Deal". Es ist Zeit, zu tun, was getan werden muß, anstatt sich weiter „durchzuwursteln" wie bisher. Viele wichtige Bereiche in Regierung und Parlament werden uns weiter zur Verfügung stehen, sobald die schlimmsten Versager ausgemustert sind, um sich in anderen Berufen eine harmlosere Tätigkeit zu suchen. Die freigewordenen Stellen kann man mit geeigneteren Talenten besetzen oder sogar ohne große Verluste offen lassen.29

Befassen wir uns, nachdem diese Liste von Maßnahmen umrissen ist, wieder mit den Fragen der wissenschaftlichen Methode, die wir brauchen, um den Absichten der Verfassung unseres föderalen Systems wieder Geltung zu verschaffen.

Die Frage des Geldes

Wie ich bereits weiter oben betonte, wurde der Besonderheit der zukünftigen Vereinigten Staaten gegenüber den europäischen Systemen schon seit Beginn der Massachusetts Bay Colony im 17. Jahrhundert in Form des hocherfolgreichen Kreditsystems von Massachusetts Bahn gebrochen. Die Grundzüge hiervon wurden als Elemente in die Verfassung der USA aufgenommen, mit deren Hilfe Alexander Hamilton das Nationalbankwesen benutzte, um unsere durch den Krieg ruinierte Republik zu retten.

Es gab gewisse Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung dieses besonderen Prinzips unserer Verfassungsordnung, was Präsident Andrew Jackson und seinem Bankier Martin van Buren in die Hände spielte, so daß sie die Zweite Nationalbank der USA beseitigen konnten. Damit war die Bahn frei für den von Jacksons Hintermann van Buren eingefädelten Schwindel, der in die Panik von 1837 mündete, wodurch die USA beinahe in den Ruin getrieben wurden. Ein ähnlicher Vorstoß gegen unsere Republik war die erfolgreiche britische Einflußnahme zur Beendigung des amerikanischen Greenback-Systems, was die Krise der 1870er Jahre auslöste. Später schuf man das fragwürdige Federal-Reserve-System, das Werk von zwei Konföderierten-Abkömmlingen, Präsident Theodore Roosevelt und dem Ku-Klux-Klan-Anhänger Woodrow Wilson, die beide faktisch Agenten des britischen Imperialismus waren.

Diese Art von Problemen in unserer Republik, die ständig von innen wie von außen durch britische Imperialinteressen verfolgt wurde, lebte nach dem Tode Präsident Franklin Roosevelts wieder auf, weil Präsident Truman sich zum Kumpan des britischen Imperialisten und Roosevelt-Hassers Winston Churchill machte.

Zum gegenwärtigen kritischen Zeitpunkt, wo das westliche Kontinentaleuropa durch das Euro-System weitgehend seiner Unabhängigkeit beraubt ist und wo eine Zusammenarbeit zwischen den USA, Rußland, China und Indien ein neues globales Machtzentrum im Pazifik schaffen kann, sind wir in einer Situation, in der sich die Vereinigten Staaten entscheiden könnten, wieder die inspirierende Nation zu werden, die sie unter Präsident Franklin Roosevelt waren.

Diese Realität - der entstehende Pazifik-Schwerpunkt im politisch-wirtschaftlichen Leben des Planeten, kombiniert mit dem Niedergang der USA unter dem am britischen Imperialismus orientierten Präsident Obama - hat die Bedingungen geschaffen, unter denen die USA eine schwere Krise durchmachen, die wie ein Geschenk der Geschichte sein kann. Denn sie bietet uns die Chance und die Verpflichtung, wieder ganz die Rolle einzunehmen, die Amerika unter Franklin Roosevelt - den ich selbst recht früh als „unseren Präsidenten" erkannte - für einige Zeit innehatte. Wenn Obama das Präsidentenamt nicht aufgibt, wird er bald unter ganz anderen Regeln und Prinzipien arbeiten müssen als in seinem ersten Amtsjahr 2009.

Der Führung der USA stellt sich in diesem Augenblick der schwersten weltweiten Krise die Aufgabe, sich in Position zu bringen, um der uns zukommenden Verpflichtung gerecht zu werden.

Dies ist die Gelegenheit, die Vereinigten Staaten und auch einen Großteil der übrigen Welt aus dem jetzigen, hoffnungslos bankrotten Währungssystem zu einem Kreditsystem zurückzuführen.

Befassen wir uns nach diesen Bemerkungen über eine dringende Reform der gegenwärtigen US-Regierung mit einigen grundlegenden politischen Reformen, die uns aus dem Schrotthaufen des hoffnungslos bankrotten Weltwährungssystems erheben können.

Was eigentlich ist die Wahrheit des Geldes?

Das Prinzip des Kreditsystems

Man sollte an dieser Stelle festhalten, daß das „System der Dreifachkurve", das mir einen solchen Erfolg - in Hinsicht auf die Leistung, nicht auf den Beifall - als führender Wirtschaftsprognostiker gebracht hat, keinen besonderen Wert auf die Zukunft von Währungssystemen als solchen legt. Meine Antwort auf diesbezüglich gestellte Fragen lautet: Warum sich damit abgeben?

Geld, Währung, als Form offiziellen Staatskredits - statt Kredit eines monetären Systems - ist nützlich in der Beziehung des einzelnen Menschen, Haushalts und Betriebs zum Gesamtwirtschaftsprozeß und deswegen notwendig. Das Hauptproblem im Umgang mit Geld auf der Weltbühne besteht darin, daß alle monetaristischen Systeme im Grunde imperialistische Systeme sind oder zwangsläufig zur Beute eines internationalen monetären Einheitssystems werden.

Die Gefahr war einigermaßen unter Kontrolle, solange der US-Dollar der Nachkriegszeit in den Rahmen eines Systems fester Wechselkurse eingebunden war. Mit der Veränderung unter US-Präsident Richard Nixon im August 1971 (Abkopplung des Dollars vom Gold) begann der Prozeß der Unterwerfung der Welt unter die imperialistische Herrschaft des britischen Commonwealth-Systems. Dies verschärfte sich durch die von den Briten und Saudis ausgeheckte Einrichtung des „Ölspotmarkts" sowie die zerstörerische Politik der Regierung Carter. Präsident Reagans Verteidigungsminister Caspar Weinberger und Außenminister George Shultz - dessen Beziehungen zu Kreisen der Universität Chikago und zum faschistischen Chile berühmt-berüchtigt sind - trugen das ihre dazu bei, daß die alten Tage wirklicher amerikanischer Weltführung bis heute niemals wiedergekehrt sind.

Angesichts der Krise Chinas durch den Zusammenbruch eines Großteils seiner Exportmärkte, der Krise Rußlands und der dadurch drohenden Krise für Indien ist es heute unmöglich, gleichberechtigte Beziehungen unter den Nationen der Erde herzustellen, ohne die Nationen vom Einfluß des monetaristisch-imperialistischen Systems des Britischen Commonwealth zu befreien.

Betrachtet man dies aus der entsprechenden historischen Perspektive, so waren die Vereinigten Staaten speziell unter Präsident Franklin Roosevelts Führung nie imperialistisch. Wer das Gegenteil behauptet, beweist einen Mangel an Wissen in diesen Dingen. Der entscheidende Punkt ist hier, daß Roosevelt für die Nachkriegswelt beabsichtigte, die Sowjetunion, China und andere Nationen in ein System fester Wechselkurse einzubinden, womit das Britische Empire und ähnliche grundsätzlich unfaire Scheußlichkeiten ausgerottet worden wären - während sein Nachfolger Truman im wesentlichen nur ein Komplize Churchills und Bertrand Russells war.

Die Wende kam ganz plötzlich mit Präsident Trumans Amtsantritt. Drei Aspekte von Trumans und Churchills Machenschaften zu dieser Wendezeit sind noch heute von erheblicher Bedeutung:

1. Während Präsident Franklin D. Roosevelt den von John Maynard Keynes bei den Verhandlungen in Bretton Woods 1944 vorgeschlagenen Schwindel ablehnte, machten Truman und Churchill gemeinsame Sache, um Roosevelts Kreditsystem weltweit durch den Einfluß von Keynes' imperialistisch-monetaristischer Politik zu ersetzen.

2. Während Roosevelt u.a. durch den OSS-Repräsentanten in Italien die Aushandlung eines Friedensabkommens mit dem japanischen Kaiser befürwortete, verschleppte die Regierung Truman die Annahme des Abkommens unter den von Kaiser Hirohito vorgeschlagenen Bedingungen bis zum Abwurf der beiden Atombomben - der einzigen im amerikanischen Arsenal - auf im wesentlichen rein zivile Wohngebiete von Hiroshima und Nagasaki. Dieses Vorgehen unter Truman sollte die Position von General Douglas MacArthur schwächen, vor allem aber die Welt mit der atomaren Drohung von Truman, Churchill (und Bertrand Russell) auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite auf das kommende Arrangement der Weltpolitik vorbereiten, das dann sehr lange bestand.

3. Während Präsident Roosevelt die Abschaffung des britischen Kolonialismus für nach dem Krieg in Aussicht gestellt hatte, taten Truman und Churchill alles ihn zu erneuern.

Eine Überwindung des großen Komplexes von Krisen, der die Welt heute bedroht, setzt voraus, die Folgen dieser drei politischen Schritte und ähnlicher Maßnahmen rückgängig zu machen.

Unter den heutigen Verhältnissen ist die Souveränität der west- und mitteleuropäischen Länder abgeschafft - das Erbe davon, daß die britische Premierministerin Margaret Thatcher ihre Komplizen, den französischen Präsidenten François Mitterrand und US-Präsident George Bush sen., dazu aufstachelte, die Souveränität Deutschlands und praktisch aller Nationen West- und Mitteleuropas zu zerstören. Nachdem dies von Tony Blair und Gordon Brown noch weiter getrieben wurde, entstand eine Situation stark verminderter Souveränität wichtiger kontinentaleuropäischer Nationen, in der sich das strategische Zentrum der Welt vom Atlantik zum Pazifik verschob - eine eindeutige historische Tatsache.

Daraus ergibt sich die Aufgabe, umgehend eine Zusammenarbeit in dem Komplex der Nationen des Pazifischen und Indischen Ozeans zu organisieren, um die in katastrophalem Zustand befindlichen atlantischen Hauptmächte als Führung in der Weltwirtschaft abzulösen.

Mit dem bisher gesagten kehren wir nun zurück zum Thema Kreditsystem contra monetaristisches System.

Geld ist keine Hexerei!

Ich betone erneut, daß Geld an sich keinen Eigenwert hat. Es gibt auch keinen moralischen oder vergleichbaren Wertmaßstab, der sich durch ein System von „Freihandel" definieren ließe.

In einer modernen Volkswirtschaft, die auf eine hohe Wachstumsrate des Realeinkommens der Nation und ihrer Bevölkerung abzielt, muß vor allem Wert auf eine steigende Kapitalintensität der Produktion in Hinsicht auf wirtschaftliche Grundinfrastruktur, Forschung und Bildung sowie Wissenschaftsintensität gelegt werden. Dazu braucht man ein System relativ fester Wechselkurse, in dem heutige Volkswirtschaften bei der Vergabe mittel- bis langfristiger Kredite eine normale Jahreszinsbelastung von 1,5-2% anpeilen sollten.

Bei diesem durch Staatskredite getragenen System mit privat vergebenen Krediten ist ersterer der Hauptwachstumsmotor, wie das Beispiel der Entwicklung des Tennessee-Tales veranschaulicht. Die allgemeine Vorgabe für den Einsatz solcher Staatskredite ist das „nationale Interesse". Generell sollte das nationale Interesse „von oben" definiert werden, und zwar durch den flächendeckenden Ausbau der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur mit kapital- und energieintensiven Methoden. Die Folgewirkungen solch großer nationaler und internationaler Entwicklungsvorhaben stoßen dann weitere, private Unternehmungen an.

Bei der Vergabe umfangreichen Staatskredits oder bei staatlich gestützten nationalen und regionalen Vorrangprojekten hat die wirtschaftliche Grundinfrastruktur besondere Priorität, gerade in den inzwischen stark entindustrialisierten USA.

Dies ist nun unbedingt erforderlich, weil sämtliche Hochtechnologiebereiche zur Massenproduktion für die Infrastruktur systematisch zerstört wurden.

So forderte ich z.B. Ende 2004, Anfang 2005 erst die dringliche Verteidigung des bedrohten Rentensystems und dann die Sanierung des Automobilsektors und verwandter Industriebereiche in den USA durch eine Umstellung. Die wichtigsten Kapazitäten der damals existierenden Automobilindustrie, besonders ihre Abteilungen für Maschinen- und Anlagenbau, sollten auf die Produktion für dringend notwendige Projekte der öffentlichen Infrastruktur umgestellt werden, wo erstens die Beschäftigung des Maschinen- und Anlagenbaus und zweitens die Arbeitskräfte im Umfeld dieses Bereiches absorbiert würde.

Dieser Vorschlag wurde von Regierung und Kongreß im Februar 2006 „abgeschossen", was milde gesagt eine törichte Entscheidung war, die den Ruin fast des gesamten beschäftigungsintensiven Hochtechnologiesektors in der amerikanischen Privatwirtschaft zur Folge hatte.

Eines der Probleme in den erwähnten Bereichen war die verrückte Idee in der Nachkriegszeit, die produktiven Innenstadtstrukturen zugunsten ausufernder Vorstädte aufzulösen und den öffentlichen Nahverkehr dem Automobilverkehr zu opfern. Eine der Folgen dieser wirtschaftlich sinnlosen Politik war, daß am Ende sämtliche Autobahnen mit Pendlern und Lastwagen verstopft waren, was dem Bürger und der Gesellschaft insgesamt völlig kontraproduktive Kosten aufbürdet. Die logische Reaktion auf die verheerenden Folgen dieser ganzen Fehlentwicklung ist von der Idee einer kompletten Sanierung der Volkswirtschaft auszugehen, indem man die Investitionen in die große Wirtschaftsinfrastruktur erneuert und ausweitet, um den seit 1965 anhaltenden Trend umzukehren. Der Schwerpunkt muß auf folgenden Bereichen liegen: Verkehrsnetze von Bahn und Magnetbahn, große Wasserstraßen und Kanäle, Kernkraftwerke der neuesten Generation, Wiederaufbau des Gesundheitswesens sowie eine allgemeine Orientierung an dem von mir vorgeschlagenen Arbeits- und Ausbildungsprogramm des „neuen CCC". Diese CCC-ähnlichen Programme zur Beschäftigung junger Bürger sollen auch die Grundlage dafür schaffen, daß in ihrem Umfeld auch ältere Arbeitslose wieder Beschäftigung finden.

Dazu gehört ganz offensichtlich auch, den Schiffstransport über den Pazifik auszuweiten, um mit der neuen Entwicklungsperspektive im Pazifik und Indischen Ozean Schritt zu halten, aber auch den Bau eines modernen Bahn- und Magnetbahnnetzes für den weltweiten Massentransport, ausgehend von der Nationengruppe um Rußland, China, Indien und den USA über Eurasien bis hin nach Afrika und Südamerika. 

Befassen wir uns am Ende dieses Berichts mit einigen wichtigen Änderungen in unserem Denken über die Rolle des Geldes und ähnliche Wertbegriffe.

Leben trotz Geldes

Die heutigen Meinungen über sogenannten Marktwert in unserer Gesellschaft sind als zumindest fürchterlich verwirrt, wenn nicht völlig „auf den Kopf gestellt" zu betrachten.

Die gängige Annahme ist - falls der Bürger sich über dieses Thema überhaupt Gedanken macht -, der relative Wert werde durch die Neigung zum Wettbewerb auf dem niedrigst möglichen Preisniveau beim individuellen Kauf und Verkauf bestimmt. In der US-Wirtschaft gab es nach dem Krieg lange Zeit ein Korrektiv für diese Art „Freihandel", man nannte das „fairen Handel".

Die Arbeitsthese bei dieser Methode des „fairen Handel" lautete in mehreren Varianten: „Arbeit und Kapital müssen ihren Wert haben." Dem entsprach die Annahme, daß die Lebenshaltungskosten der Haushalte der Arbeitskräfte auch ihren Wert hatten, gemessen an dem, was die Haushalte benötigten, um in der Form von Entwicklung und Fortschritt der Familien wie der Beschäftigten selbst ihren Dienst an der Gesellschaft zu leisten. Anders gesagt: daß man den Preis zahlen muß, den der Kauf wert ist - im Gegensatz zu der verbreiteten, einfältigen Vorstellung, daß „nur der Preis zählt!"

Die Ausgangslage für den „fairen Handel" in der Zeit ab Ende des Zweiten Weltkriegs war, daß es in den USA im Krieg gezwungenermaßen Einschränkungen gab, weil man mehr als 16 Millionen erwachsene Bürger im Militärdienst versorgen mußte - die Rüstungsproduktion noch nicht mitgerechnet -, so daß in der Bevölkerung der Friedenszeit eine starke unbefriedigte Nachfrage angewachsen war. Das führte zu einer Krise Mitte der 1950er Jahre unter Präsident Dwight Eisenhower. Ausgehend von einem kurzen Briefwechsel, den ich 1947 mit General Eisenhower führte, sah ich in ihm später als Präsident weitgehend den Gefangenen seiner Zeit, und auch nachdem er das Weiße Haus verlassen hatte, sprach vieles dafür, daß mein früherer Eindruck von ihm weiter zutraf.

Unter dem Einfluß von Arthur Burns, dessen Aktivitäten ich aus gutem Grund niemals mochte, war Eisenhower zwar in bestimmten Fragen wunderbar standhaft, hatte aber in wichtigen anderen Bereichen, vor allem in Fragen der Binnenwirtschaft, deutliche Beschränkungen. Der schlechte Einfluß von Burns äußerte sich u.a. in einer irrsinnigen Überbewertung des Konsumgütermarktes auf Kosten dringend erforderlicher Kapitalaufstockungen für die nationale Produktivität - ein Fehler, auf den ich in meiner Tätigkeit als Unternehmensberater während der 50er Jahre stieß.

Infolge dieses „Arthur-Burns-Syndroms", wie man es nennen kann, begann in den USA Ende der 50er Jahre ein längerer Abwärtstrend, der, wie ich damals voraussagte, bis in die 60er Jahre nach der Ära Kennedy anhielt. 1965-66 stellte ich fest, daß die USA bereits in einem langfristigen Verfall gefangen waren, der bis auf den heutigen Tag zu keiner Zeit aufgehört hat. Auch die Idee des „fairen Handels" ist dabei auf der Strecke geblieben. Kennedys Politik der Investitionskredite (Steuernachlaß für Investitionen in Realkapital) war der letzte ernstzunehmende Atemzug der Orientierung am „fairen Handel".

Sobald die Idee des „fairen Handels" weitgehend ausgehöhlt und der Absturz in den langen Indochinakrieg im Gange war, blieben in den USA Investitionen in die wirtschaftliche Basisinfrastruktur aus. Die Ausgaben für das Raumfahrtprogramm waren bereits im Haushaltsjahr 1967 rückläufig, und bis zu den heutigen schrecklichen Tagen ist die US-Wirtschaft nie wieder in Fahrt gekommen.

Eine wichtige Ursache des Problems liegt in dem, was ich bereits in Hinsicht auf die „Von-unten-Sicht" der Marktwirtschaft beschrieben habe. Damit kommen wir zur Bedeutung der „Dreifachkurve".

Die „Dreifachkurve"

Wenn man sich - anstelle der Vorstellung einer „Marktwirtschaft" - mit Realwirtschaft beschäftigt, befreit man sich von dem üblichen Aberglauben und erkennt, daß eine Volks- bzw. Weltwirtschaft als Organisationsprozeß nicht „vom Markt aufwärts", sondern immer von oben nach unten verläuft. Das sieht folgendermaßen aus.

Entscheidend ist, sich mit physikalischer Ökonomie statt mit Geldwirtschaft als solcher zu beschäftigen. Vom Standpunkt der Realwirtschaft geht es dabei um folgendes.

Das eigentliche Prinzip der physischen Ökonomie ist - seit der Entdeckung des Feuers, wenn man so will - die relative Zunahme der möglichen Arbeitsproduktivkraft, die ein Ausdruck der naturwissenschaftlichen Entfaltung der menschlichen Geistesarbeit ist. Seit es die Menschheit gibt, äußert sich diese geistige Weiterentwicklung in einer durch technischen Fortschritt bewirkten realen Steigerung der physischen Arbeitsproduktivkraft.

Dieser Fortschritt wird stets von zwei wichtigen Randbedingungen begrenzt. Die eine ist die Erschöpfung der mit den bestehenden Technologien am einfachsten zugänglichen, relativ reichsten Bodenschätze. Die andere ist die relative Erschöpfung im Zusammenhang mit einer wachsenden Bevölkerung und steigenden Konsumerfordernissen wegen der Kapitalintensität der Produktion und des sonstigen Lebens, wobei man gezwungen ist, zur Deckung dieser intensiveren Bedürfnisse auf relativ ärmere Ressourcen zurückzugreifen.

Auf diese Weise ergibt sich eine natürliche Steigerung der Kapitalintensität der Produktion, um den Bedingungen des menschlichen Fortschritts zu genügen.

Am meisten kommt dies bei der steigenden Kapitalintensität der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur und der Produktionsmittel zum Tragen.

Um die Erläuterung dieser Frage so kurz wie möglich zu halten: Die Organisation der Volkswirtschaft von oben nach unten ist nicht nur die optimale Methode, sondern letztlich die einzige Alternative zum Ruin, der fehlgeleitete Kulturen ereilt, die der gegenteiligen Sicht folgen.

Die beschriebene Kombination von Beziehungen und Bedingungen läßt sich für die Funktion der Kreditsysteme und ihrer finanziellen Aspekte in sinnvoller Annäherung reduzieren.

Es bedeutet einen hohen und steigenden Anteil der Investitionen in den wissenschaftlich-technischen Fortschritt in Relation zu anderen wirtschaftlichen Prioritäten. Dies kann und muß sich in Begriffen des Geldsystems ausdrücken, etwa in Hinsicht auf die Verhältnisse zwischen den Geldflüssen, die den verschiedenen Prioritäten zugewiesen werden.

Die individuelle Initiative spielt eine unberechenbare, aber dennoch voraussehbare Rolle. Das ist die menschliche Kreativität, so wie ich Kreativität in diesem Bericht erneut beschrieben habe.

In einem gut durchdachten Wirtschaftsprozeß spielt, um den Bericht jetzt abzuschließen, die individuelle Initiative, besonders die wissenschaftlich kreative Initiative, eine entscheidende Rolle. Dies wird als Faktor begünstigt, wenn das geistige Leben der Gesellschaft auf Aufgaben zukünftiger Entwicklung über mehrere Generationen ausgerichtet wird, besonders wenn diese Entwicklung strategisch notwendig ist. Wenn man die schöpferische Herausforderung auf Grenzbereiche wissenschaftlicher Durchbrüche konzentriert, entsteht daraus eine Quelle der Inspiration, aus der auch weniger anspruchsvolle Zukunftsziele und Gegenwartsinvestitionen gespeist werden.

Um langfristig definierte Kreditsysteme der Nationen der Erde zu organisieren, müssen die Wertbegriffe unter einem Kreditsystem mit den Ideen des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts zusammengeführt werden, wie ich dies hier erläutert habe.

Anmerkungen

1. Die große Ausnahme dieser Regel innerhalb des mittelalterlichen Europa ist Frankreich (und auch ein Großteil Deutschlands) unter dem großen Feind des byzantinischen Imperialismus, Karl dem Großen, einem wahren Nationenbauer und Universalgenie und diplomatischem Verbündeten des Abbasiden-Kalifen Harun al Raschid. Dieses wichtige Thema sei an anderer Stelle behandelt. Die ökumenischen Ziele von Cusas De Pace Fidei, wie sie bereits im Frieden zwischen dem Reich Karls des Großen und dem Kalifat angedeutet waren, wurden durch Machenschaften des imperialen Byzanz nicht lange nach dem Tod Karls und des großen Abbasidenkalifen wieder zunichte gemacht.

2. Kolumbus war im Besitz einer Karte des Erdballs, die ihm von seinem Korrespondenten Paolo dal Pozzo Toscanelli, einem engen Freund des Nikolaus von Kues, geschickt worden war. Der Erdumfang war den Kreisen um Toscanelli durch die Arbeiten von Eratosthenes bekannt, der eine Methode zur Messung des Erdumfangs entdeckt hatte. Aufgrund der Aussagen über die Größe Asiens, die die venezianischen Kreise um Marco Polo gemacht hatten, erschien jedoch auf Toscanellis Karte die Atlantikküste Nordamerikas als die Küste Chinas.

3. Wenn man einmal die Rolle Lafayettes in dieser Angelegenheit unbeachtet läßt, so war der eigentliche Kandidat für die Präsidentschaftswahlen in einem nachbonapartistischen Frankreich der Wissenschaftler und geniale Militär Lazare Carnot, der zuvor das republikanische Frankreich zum Sieg über die ausländischen Besatzungsmächte geführt hatte. Er war der einzige legitime Präsidentschaftskandidat für ein nachbonapartistisches Frankreich, aber er wurde auf Befehl des Besatzungsregimes des Herzogs von Wellington nicht nur ersetzt, sondern sogar aus seinem Land gejagt, um hochgeehrt in Magdeburg zu sterben. Unter der Bezeichnung „Organisator des Sieges" wurde er auf gemeinsame Initiative Frankreichs und Deutschlands mit höchsten Ehren im Pantheon beigesetzt - ganz in der Nähe ruht auch eine gute Freundin von mir, die Widerstandsheldin Marie Madeleine Fourcade.

4. Im Rückblick auf die innere Geschichte des britischen Systems ist es wichtig, auf den Unterschied zwischen biologischen und kulturellen Traditionen zu achten - den Unterschied zwischen dem „X zeugte Y" bloßer Chroniken und den historischen Prinzipien in den Reihen führender Familien und breiterer Kreise, wie etwa dem grundsätzlichen Unterschied zwischen den Präsidenten Theodore Roosevelt und Franklin Roosevelt. Der Historiker Graham Lowry hat dies gut verstanden. Siehe dessen Buch How The Nation Was Won, Executive Intelligence Review, Washington, 1987.

5. Siehe Joseph Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, 1950.

6. Es liegt in der Natur eines guten Studenten, daß er zahlreiche Gelegenheiten vorübergehen läßt, wenn er nicht davon überzeugt ist, zu einer bestimmten Zeit einen Sachverhalt kompetent darstellen zu können. Meine eigenen Erfolge habe ich auf solche Fälle beschränkt, bei denen ich davon überzeugt war, eine richtige Entdeckung gemacht zu haben. Ich habe in meinen frühen Berufsjahren zahlreiche Gelegenheiten vorübergehen lassen, nicht aber die wirklich großen Fälle, die sich aufgrund der Natur der Sache meist leichter bewältigen lassen, da die „Beweislage" relativ besser ist.

7. Diese Untersuchung war entscheidend, um meine korrekte Verwendung des Begriffs „faschistisch" im Zusammenhang mit der gegenwärtigen US-Krise zu definieren.

8. Wie bei Johannes Keplers Methode zur Entdeckung des Prinzips der universellen Gravitation in seiner Weltharmonik beruht jede kompetente Entdeckung eines universellen Naturprinzips darauf, das Fehlen jeder allgemein erweiterbaren deduktiven Übereinstimmung zwischen zwei gegensätzlichen Arten der Sinneswahrnehmung aufzuzeigen (zum Beispiel Sehen und Hören im Fall von Keplers Entdeckung). Ein volleres Verständnis ergab sich später durch Albert Einsteins Unterscheidung zwischen dem allgemeinen Gravitationsprinzip und der Begrenzung der universellen Gravitation, die sich im Prinzip eines endlichen, aber unbegrenzten Universums ausdrückt.

9. Brunelleschis Verwendung der Kettenlinie als universelles physikalisches Bauprinzip beim Entwurf der Kuppel von Santa Maria del Fiore in Florenz muß mit Nikolaus von Kues' Verweis auf den systematischen Fehler in Archimedes' reduktionistischer Herangehensweise an die Quadratur des Kreises gleichgesetzt werden. Der Fehler des Archimedes ist letztlich vergleichbar mit dem falschen Begriff der Quadratur, der bereits in den aristotelischen Grundannahmen von Euklids Elementen angelegt war. In der Natur gibt es nur physikalische Kurven, wie der Cusa-Anhänger Johannes Kepler bei der Ableitung seines Flächengesetzes in seiner Neuen Astronomie bewies. Hier stoßen wir auch auf die revolutionäre Bedeutung des beiden Eingangsabsätze und des Schlußsatzes von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854.

10. Die beiden ersten Absätze und der Schlußsatz von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift (Göttingen 1854) genügen, um diesen Umstand zu klären.

11. „Es führt dies hinüber in das Gebiet einer andern Wissenschaft, in das Gebiet der Physik, welches wohl die Natur der heutigen Veranlassung [das Thema Mathematik] nicht zu betreten erlaubt." Bernhard Riemann im Schlußsatz seiner Habilitationsschrift von 1854.

12. 1996 nahm ich ein geladener Gast und Berichterstatter an einem Moskauer Treffen einer Expertenkommission der russischen Wirtschaftselite teil. Der bei diesem Treffen erreichte Konsens sollte neben anderen bemerkenswerten Konsequenzen Vorschläge für eine neue Wende in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den USA und Rußland vorlegen. Wären diese Vorschläge angenommen worden, hätte die Krise der russischen Staatsanleihen 1998 vermieden werden können. Aber Vizepräsident Al Gore war in seiner letzten Amtszeit als US-Vizepräsident, sagen wir mal, wenig hilfreich.

13. Siehe Gottfried Wilhelm Leibniz, Specimen Dynamicum, 1695.

14. Die verlogenen Behauptungen zur Verteidigung der Fehler von René Descartes, die verlogenen britischen Behauptungen, Isaac Newton hätte die Gravitation entdeckt und Isaac Newton hätte den Kalkulus entdeckt (von dem Newton selbst gar keine Ahnung hatte), werden heute immer wieder aufgegriffen. Ursprünglich wurden sie von dem venezianischen Ideologen, dem Abt Antonio S. Conti, und seinem „Sancho Pansa" Voltaire gegen Leibniz in Umlauf gebracht, unmittelbar nachdem die Nachricht von Leibniz' Tod durch Europa lief. Im Grunde waren die Betrügereien der Anhänger Isaac Newtons im 18. Jahrhundert nur ein Abklatsch des kartesischen Reduktionismus durch Leute wie de Moivre, D'Alembert, Leonard Euler später Laplace und Augustin Cauchy, die alle dem schematischen Argument des erklärten Cartesianers Antonio Conti folgten.

15. Die augenblickliche Gesundheitspolitik des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten und anderer Länder ist eine Kopie von Hitlers Massenmordpolitik von 1939-40, damals als „Tiergarten 4" bekannt.

16. Aus diesem Vorgehen, das Leibniz kurz vor Ende des 17. Jahrhunderts einleitete, ging die überarbeitete Version seines Kalkulus hervor, der ursprünglich 1676 einem Verleger in Paris vorlegt worden war. Die erweiterte Version ist als das universelle physikalische Prinzip der geringsten Wirkung bekannt, dessen ausgearbeitete Gliederung Leibniz in Zusammenarbeit mit Johan Bernouilli anfertigte. Es hat nie irgendeine Grundlage gegeben, Isaac Newton die Entdeckung eines tatsächlichen Kalkulus zuzuschreiben. Die späteren Ansprüche auf einen „Newtonschen" Kalkulus stammen von einem ebenfalls gescheiterten Versuch der Komplizen von Abt Antonio Conti und dessen Freund Voltaire im 18. Jahrhundert; dazu gehören Abraham de Moivre, D'Alembert, Leonhard Euler, Eulers Schützling Legendre sowie Laplace, Augustin Cauchy u.a. Einfluß auf die Entstehung von Leibniz' Kalkulus hatten vor allem Johannes Keplers Entdeckungen, der in der Neuen Astronomie die Quadratur als vermeintliches Prinzip gekrümmter Flächen ablehnte und in seiner Weltharmonik ein allgemeines Gravitationsprinzip aufgestellt hatte. Letzteres war auch der Ursprung für die Entwicklung elliptischer Funktionen durch die Zeitgenossen von Carl F. Gauß.

17. Tatsächlich „anti-euklidisch" und nicht bloß „nicht-euklidisch" wie die Geometrien Nikolai Lobatschewskis und Jonas Bolyais. Sämtliche kompetente Physik wird durch natürliche anti-euklidische Krümmungen und deren Ableitungen ausgedrückt, wie z.B. in Keplers Flächengesetz und in Brunelleschis Anwendung der Kettenlinie als physikalisches Prinzip. Keplers Entdeckungen, bei denen Cusas Ablehnung des Apriorismus in De Docta Ignorantia anklingt, sollten in späteren Werken wiedererkannt werden, wie den beiden ersten Absätzen und dem Schlußsatz von Bernhard Riemanns Habilitationsschrift von 1854 sowie Leibniz' Angriff auf jene antiwissenschaftlichen Grundannahmen, die Eingang in die Newton zugeschriebenen Werke fanden.

18. Alle Versuche, Keplers Entdeckungen durch eine newtonische, neoeuklidische statistische Mathematik zu ersetzen, gehören in die gleiche allgemeine Kategorie physikalischer Inkompetenz wie die euklidischen Geometrien, von denen sich die modernen positivistischen Verdrehungen in der Mathematik von Leuten wie Ernst Mach und Bertrand Russell ableiten.

19. Es deshalb sehr bemerkenswert, daß die Positivisten der ersten Stunde, Rudolf Clausius und Hermann Grassmann, Lord Kelvin u.a. veranlaßt haben sollen, das absurde „Zweite Gesetz der Thermodynamik" vorzuschlagen. Daß Philo von Alexandria, ein Verfechter von Genesis 1, Aristoteles mit seinen Verbindungen zum Delphi-Kult verurteilt hat, ist im Bereich der jüdisch-christlichen Theologie von Bedeutung.

20. Kritische Gedanken über den allgemeinen Teil der Prinzipien von Descartes (1692).

21. Die Schrift von Leibniz, die zu seiner ursprünglichen Entdeckung des Kalkulus 1676 führte, verdankt vieles der engen Zusammenarbeit mit Christian Huyghens unter der Protektion von Jean-Baptiste Colbert in Paris sowie dem Werk von Leonardo da Vinci, Johannes Kepler und Jean de Fermats Entdeckung des Prinzips der geringsten Wirkung, welche in Zusammenarbeit mit Johan Bernouilli zur Aufstellung des Prinzips universeller physikalischer geringster Wirkung führte. Die Entwicklung des Kalkulus ging, wie Leibniz selbst bestätigt, auf eine oder zwei ausdrückliche Anregungen durch Johannes Kepler zurück. Die erste Aufgabe, die Kepler stellte, wurde von Leibniz erledigt, die zweite, die Entwicklung elliptischer Funktionen, von Gauß' Zeitgenossen.

22. Die tatsächlich wirtschaftlich profitable Periode von 1945-1963 geht größtenteils auf die vorteilhafte Preispolitik eines „fairen", nicht aber „freien Handels" zurück. Die Veränderungen in der Politik, welche nach dem Tod von Präsident John F. Kennedy Platz griffen, vor allem der Krieg in Indochina, brachten den Beginn des Niedergangs, der sich unter den Präsidenten Nixon und Carter weiter verschärfte und als Trend bis heute anhält. „freier Markt" bedeutet „Flohmarkt".

23. Ein Odysseus hätte die Entfernung zwischen dem Mittelmeer und der Karibik in etwa der gleichen Zeit zurücklegen können, wie die erste Reise des Christoph Kolumbus in Anspruch nahm.

24. Dabei ging es im Grunde um folgendes. Im Stile der gesamten gängigen britischen Imperialstrategie, die bis heute anhält, war es die Absicht hinter der Belagerung der Bastille, einen Krieg zwischen Frankreich und den Kräften um den überaus verärgerten Bruder von Königin Marie Antoinette, dem Habsburg-Kaiser Joseph II., zu provozieren, der dafür verantwortlich war, daß damals ausländische Militärkräfte auf französischem Boden operierten. Unmittelbar sollte hierbei der Einfluß der Kreise um den Marquis de Lafayette ausgeschaltet werden. „Philippe Egalité", der aus diesem Anlaß den Mob bezahlt und bewaffnet hatte, stand bereits im Bunde mit einer entsprechenden Fraktion britischer Freimaurer, die vom britischen Außenamt bzw. dessen „Geheimkomitee" unter Führung von Lord Palmerstons Handlanger Jeremy Bentham angeleitet wurde. Darin kommt der gleiche strategische Ansatz zum Ausdruck, den die Briten benutzten, um den „Siebenjährigen Krieg" in Gang zu setzen, mit dessen Hilfe nach dem Pariser Frieden von 1763 das Weltreich der Brischen Ostindiengesellschaft eingerichtet wurde.

25. Leute, die nicht an die Existenz von Verschwörungen glauben, sollte man entweder „Schwachköpfe" oder einfach „Betrogene" nennen. 

26. In den 50er Jahren kam es in den USA zu einer Änderung bei den Backmischungen. Backmischungen, die nur die Zugabe von Wasser erforderten, wurden ersetzt durch Backmischungen, bei denen eine oder zwei Zutaten wie Eier oder Milch fehlten, so daß der Hausfrau das Gefühl vermittelt wurde, persönlich etwas für das Wohlbefinden der anderen Familienmitglieder zu tun.

27. Der Pavian entwischte eines Nachts noch halbbekleidet, aber nicht unbemerkt, und so fand eine weitere neuartige britische religiöse Sekte ihr Ende.

28. Es gab wirklich kompetente Wissenschaftler in England zur Zeit jener Spaßvögel, die den einfältigen Isaac Newton neu erfanden. Dessen überzeugendste wissenschaftliche Entdeckung ereignete sich während Newtons Inkarnation als Parlamentsabgeordneter anläßlich seiner Anregung, ein Fenster des Saales zu öffnen. Newton hat ganz sicher nicht das Gravitationsprinzip entdeckt, welches Newtons Bewunderer als schludriges Plagiat von Keplers Werk zusammengeschustert hatten, das bereits zu Newtons Zeit in veröffentlichter Form vorgelegen hat. Weder Newtons Berater noch Newton selbst haben jemals einen wirklichen Kalkulus entdeckt. Praktisch alles, was als seine Entdeckungen ausgegeben wurde, haben führende europäische Wissenschaftler Anfang des 19. Jahrhunderts als Fälschung entlarvt. Leider gibt es bis auf den heutigen Tag bestimmte Kreise, deren besondere Interessen sie dazu treiben, die Legende von Newtons vermeintlichen Erfolgen als Teil ihrer eigenen Mythologien zu verbreiten.

29. Der widerliche, hysterische Rahm Emmanuel könnte beispielsweise sein altes Ballettröckchen wieder hervorholen, um eine neue Karriere zu beginnen.

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