IV. Dokumentation: Rauschgift, Terror und das Empire
3. August 2010 •

Inhalt
Das britisch-saudische Netzwerk hinter den Taliban
London: Zentrum des internationalen Terrorismus
Wer schützt die Rauschgift-AG?
Guardian berichtet über Londons Rolle im internationalen Terrorismus
200 Jahre britische Opiumkriege: Der Opiumkrieg des Britischen Empire gegen China


Das britisch-saudische Netzwerk hinter den Taliban

Gruppen wie die Taliban wurden durch massive finanzielle und organisatorische Unterstützung aus Saudi-Arabien und Großbritannien künstlich aufgebaut. (Auszüge eines Artikels von Ramtanu Maitra, auf deutsch zuerst in Neue Solidarität, 7.10.2009)

Die Taliban: ein Kunstprodukt

Nach der sowjetischen Invasion Afghanistans im Dezember 1979 tat sich die „freie Welt“ zusammen, um die Rote Armee zurückzudrängen und dem russischen Bären einen Schlag zu versetzen. Aus dem Westen und vom Golf floß viel Geld nach Afghanistan, um die Souveränität des Landes zu verteidigen, den Islam zu bewahren und die Kommunisten zu besiegen. Das lief über einen Zeitraum von zehn Jahren, in denen die westlichen Mächte eine sehr große Zahl von Mudschaheddin (religiöse Kämpfer) für und in Afghanistan bewaffneten und ausbildeten. Nach zehn Jahren zogen die Sowjets 1989 übel zugerichtet und gedemütigt aus Afghanistan ab. Anschließend fielen die verschiedenen vom Westen aufgebauten Mudschaheddin-Gruppen in einem Bürgerkrieg übereinander her, in dem Versuch, die Macht in Kabul zu erlangen.

Während der achtziger Jahre brachten die von den Saudis finanzierten radikalen Koranschulen (Madrasas) in Pakistan Tausende afghanische Fußtruppen für den von den USA und Saudi-Arabien finanzierten „Heiligen Krieg“ gegen die Sowjets hervor. Die Madrasas halfen auch, die auf Unabhängigkeit bedachten Paschtunen zum ersten Mal in der Geschichte enger an die pakistanische Zentralregierung zu binden. Das entschärfte die ständige akute Unsicherheit in Pakistan in Bezug auf Afghanistan und den umstrittenen Grenzverlauf zwischen beiden Ländern.

Es dauerte bis 1994, also fast 15 Jahre nach der sowjetischen Invasion, bis die Welt von einer aufsteigenden neuen Kraft namens „Taliban“ erfuhr. In Afghanistan selbst hatte es nie eine politisch-religiöse Gruppe dieses Namens gegeben, kein Afghane hatte vorher jemals von einer solchen Gruppe gehört.

Die Taliban wurden als Handlanger ausländischer Kräfte aufgebaut. Diese Kräfte waren im wesentlichen:

1. Saudi-Arabien, das eine größere Gruppe von Afghanen indoktrinierte, indem es die Einrichtung tausender Madrasas in Pakistan finanzierte;

2. der pakistanische Geheimdienst ISI (Inter-Services Intelligence), der im Auftrag der Regierung versuchte, über eine zwielichtige Stellvertretergruppe die Kontrolle über Kabul zu erlangen; und

3. britische Geheimdienstkreise, die in den Taliban starke Verbündete britischer Interessen für das Ziel sahen, in Afghanistan und ganz Zentralasien die souveränen Nationalstaaten zu untergraben.

Washington verfolgte die Entwicklung meist wohlwollend und unterstützend aus der Distanz.

Klar gesagt: Die Taliban sind ein Kunstprodukt, das geschaffen wurde, um in der ganzen Region für Instabilität zu sorgen. Instabilität ist immer eine Voraussetzung für die Herrschaft von Imperien; wer mit der Geschichte des Britischen Empire im 18. und 19. Jahrhundert vertraut ist, erkennt diese Zusammenhänge ohne Mühe.

Pakistans ISI und Militär sorgten für die militärische Ausbildung dieser Gruppe islamischer Eiferer, die mit dem von den Saudis finanziertem Wahhabismus, einer ultrakonservativen Variante des sunnitischen Islam, indoktriniert waren. Ab 1994 gingen Pakistans Streitkräfte mit Hilfe dieser religiösen Eiferer gegen die kriegsmüden afghanischen Mudschaheddin vor. Mit der islamischen Flagge voran und der Schlagkraft der pakistanischen Soldaten überrannten die Taliban fast ganz Afghanistan.

Bis zum Jahr 2001, als die Vereinigten Staaten ihre Spezialkräfte von Usbekistan aus einflogen, hatte die Herrschaft der Taliban allerdings sehr an Stoßkraft verloren. Waren sie zunächst noch eine Einheit stiftende Kraft inmitten egoistischer, machthungriger Mudschaheddin-Führer gewesen, verloren die Taliban nach ihrer Machtergreifung schnell an Glaubwürdigkeit. Berichten zufolge unterstützten 2001 nicht mehr als 5% der Afghanen die Glaubenseiferer.

Als 2001 die US-Spezialeinheiten mit Unterstützung der sog. Nordallianz durch Afghanistan fegten und in nur sechs Wochen das ganze Land unter ihre Kontrolle brachten, stellte sich dann auch heraus, daß die Taliban nicht mehr in der Lage waren, ernsthaft dagegen zu kämpfen.

Aber obwohl die Regierung Bush es verheimlichte, sprach sich vor Ort bald herum, daß Washington der pakistanischen Regierung erlaubte, Tausende Kämpfer - afghanische Taliban, pakistanische Berater, Offiziere des ISI und der Armee, Al-Kaida-Freiwillige und Mitglieder der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) - aus der nordafghanischen Stadt Kundus zu retten. Das erinnert sehr daran, wie Mitglieder der Familie Bin Laden wenige Stunden nach den Terrorattacken des 11. September aus den USA evakuiert wurden, obwohl für den gesamten Luftraum der USA Flugverbot galt.

Die geschlagenen Taliban und Al-Kaida waren nach Kundus geflohen, nachdem sie aus den Kämpfen überall im Norden Afghanistans als Verlierer hervorgegangen waren. Viele von ihnen kapitulierten. Doch dann geschah das Unerklärliche. Drei Tage lang waren pakistanische Militärflugzeuge in pausenlosem Einsatz, um über den noch von den Taliban kontrollierten Flugplatz von Kundus sämtliche führenden Leute auszufliegen. Alle wichtigen Befehlshaber der Taliban und aus Pakistan entkamen über einen offenbar von den Amerikanern garantierten Flugkorridor. Die Kämpfer der Nordallianz waren außer sich vor Wut über diese organisierte Flucht, amerikanische Soldaten nannten es „die Luftbrücke des Bösen“. Die indische Regierung sandte Protestnoten an die Regierungen der USA und Großbritanniens.

Der Weltöffentlichkeit wurde die Geschichte dieser Luftbrücke von Kundus erst viel später bekannt, als der hohe CIA-Beamte Gary Berntsen, damals stellvertretender Befehlshaber der Operation, sie in seinem Buch Jawbreaker beschrieb. (Gary Berntsen & Ralph Pezzullo: Jawbreaker: The attack on bin Laden and al-Quaeda. A personal account by the CIA’s key field commander. Crown Publishing Group, 2005)

Die Rolle Saudi-Arabiens

Als die Taliban 1996 Kabul eroberten, erkannten nur drei Staaten das Regime an: Saudi-Arabien, Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) - allesamt enge Verbündete der Vereinigten Staaten. Besonders die Saudis hatten dafür gute Gründe.

Als die Sowjetunion zerfiel und Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan und Turkmenistan als unabhängige Republiken entstanden, pumpten die Saudis viel Geld in die neuen Staaten, um die Bevölkerung zu indoktrinieren. Sie lieferten das Geld - und die Briten das Personal, in Form einer religiösen Gruppe namens Hizb ut-Tahrir (HuT).

HuT hat ihr Hauptquartier in England und kann dort unbehelligt arbeiten, ist aber in vielen zentralasiatischen Staaten verboten. Fragte man Tony Blair oder Gordon Brown nach HuT, würde die Antwort lauten, daß die Gruppe „friedliebend“ sei. Beide Premierminister haben es abgelehnt, die Aktivitäten der Gruppe zu verbieten, obwohl viele in Großbritannien dies fordern.

Stellte man die gleiche Frage irgendeinem zentralasiatischen Staatschef, so würde er erklären, daß die gefährlichste militante Gruppe in Zentralasien die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU) ist und daß so gut wie alle IMU-Mitglieder von HuT kommen. Beide Gruppen haben das Ziel, die islamischen souveränen Nationalstaaten abzuschaffen und durch ein Kalifat zu ersetzen. Das ist es, was Al-Kaida predigt, und das ist auch die Doktrin des saudischen Wahhabismus.

Die an der britischen Leine agierende HuT hat derzeit einen Stützpunkt in Lahore, der zweitgrößten Stadt Pakistans an der Grenze zu Indien. Die Londoner Times berichtete im Juli, Hizb ut-Tahrir bereite einen „unblutigen Militärputsch“ vor, um die Region, falls nötig, auch mit „militärischen Mitteln“ zu indoktrinieren. Mitglieder aus Lahore sagten, die Gruppe sei bereit, das islamische Kalifat „mit Krieg“ an die Macht zu bringen.

Als Afghanistan während der neunziger Jahre im Bürgerkrieg versank, begannen die Saudis mit der Finanzierung neuer Madrasas in Gebieten mit paschtunischer Mehrheit nahe der afghanischen Grenze wie auch in der Hafenstadt Karatschi und im ländlichen Punjab.

Die pakistanische Armee sah die große Zahl der in den Koranschulen ausgebildeten „Jihadis“ oder „Gotteskrieger“ als Aktivposten für ihre verdeckte Unterstützung der Taliban in Afghanistan, wie auch für ihren Stellvertreterkrieg mit Indien in Kaschmir. In Pakistans Nordwestlicher Grenzprovinz (NWFP), unweit des berühmten Khaiberpasses, lieferten Koranschulen afghanische Flüchtlinge und Pakistanis als Kanonenfutter für die Taliban. Gleichzeitig bildeten die Binori-Koranschule in Karatschi und mit ihr verbundene Kreise die Basis für Deobandi-Gruppen (ähneln den Wahhabiten) wie Harkat ul-Mudschaheddin und Jaish e-Mohammed, die in Kaschmir die Arbeit der Armee tun wollten. Die vielen Ahle-Hadith-Seminare lieferten Salafi-(Wahhabiten-)Gruppen wie die Lashkar e-Taiba.

Arabische Scheichs finanzierten Koranschulen im Gebiet von Rahimyar Khan im ländlichen Punjab, die den harten Kern schiitenfeindlicher Dschihad-Gruppen wie Sipah e-Sahaba bzw. ihren noch militanteren Ableger Lashkar e-Jhangvi bildeten. All diese Gruppen benutzten unter den Augen des pakistanischen ISI die gleichen Lager und Einrichtungen.

Die Petrodollars der Saudis und vom Golf sorgten für ein wahhabitisches Curriculum, in dessen Zentrum der Heilige Krieg stand. Berühmte Madrasas waren die Darul Uloom Haqqania in Akora Khattak in der Nordwestlichen Grenzprovinz und die Binori Madrasa in Karatschi. Die Haqqania rühmt sich, daß fast alle Taliban-Führer ihre Schüler waren, einschließlich des Anführers Mullah Omar, während die Madrasa von Binori, deren Führer Mufti Shamzai ermordet wurde, einmal als mögliches Versteck Osama bin Ladens galt. Dort sollen sich auch bin Laden und Mullah Omar getroffen haben, um die Partnerschaft zwischen Al Kaida und Taliban zu vereinbaren.

Gemeinsame britisch-saudische Unternehmung

Die saudischen Gelder kommen nicht aus dem Staatshaushalt, sondern von verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen. Eine dieser Organisationen ist Al-Haramain. Nachdem Al-Haramain in einer Liste saudischer Stiftungen auftauchte, die Washington nach dem 11. September der Finanzierung des Terrorismus beschuldigte, wurde sie 2005 in Saudi-Arabien geschlossen. Es wurde berichtet, Al-Haramain habe jährlich 45-50 Mio. $ an Spenden bekommen und insgesamt etwa 300 Mio. $ für humanitäre Arbeit im Ausland ausgegeben.

Bei den Geldgebern allerdings zeigten die amerikanischen Vorwürfe keine Wirkung. Die Stiftung und andere aufgelöste private Gruppen wurden mit ihren internationalen Aktivitäten und Vermögen in einer neuen Organisation zusammengefaßt, die den Namen „Nationale Saudische Kommission für Mildtätige Werke im Ausland“ bekam. Sie soll alle Mitarbeiter von Al-Haramain und anderen Stiftungen, die wegen ihrer Unterstützung für terroristische Gruppen geschlossen worden waren, wieder beschäftigen. Wie ein Sprichwort sagt: „Je mehr sich ändert, desto mehr bleibt alles beim alten.“

Das stärkste Zusammenwirken britischer und saudischer Operationen zeigt sich bei dem langjährigen „Al-Yamamah“-Schmiergeldfonds für verdeckte Operationen. Dieser Tauschhandel Öl gegen Waffen wurde von der Regierung Margaret Thatchers und dem saudischen Prinzen Bandar bin-Sultan 1985 eingefädelt und dauert immer noch an. Wie EIR exklusiv enthüllte, flossen aus dem Al-Yamamah-Geschäft Hunderte von Milliarden Dollar in schwarze Kassen in Steueroasen, die eine entscheidende Quelle für die anglo-saudische Finanzierung der afghanischen Mudschaheddin im Kampf gegen die Sowjets waren. 2006 schrieb Prinz Bandars Ghostwriter in seiner offiziellen Biographie, Al-Yamamah sei eine geopolitische Partnerschaft zwischen London und Riad, um schwarze Kassen für den „Kampf gegen den Kommunismus“ zu schaffen.

2006 wurden solche Gelder für mehrere Staatsstreichversuche in Afrika eingesetzt, die allerdings nichts mit der Bekämpfung des Kommunismus zu tun hatten, dafür um so mehr mit der britischen Politik, den Kontinent in endlose massenmörderische Kriege zu verwickeln. Die anglo-saudischen Pläne für Südasien sind die gleichen, und es gibt gute Gründe für die Annahme, daß Al-Yamamah auch bei diesen laufenden Destabilisierungen eine Rolle spielt.

Das bringt uns zu der Frage der Beziehung zwischen den Saudis und Al-Kaida. Nach Angaben der US-Regierung waren 15 von 19 Terroristen des 11. September Saudis, aber obwohl die Entfernung zwischen Südafghanistan und Riad nur ein Bruchteil der Entfernung zwischen Kabul und Washington ist, hat kein US-Flugzeug jemals einen Palast oder ein Ölfeld in Saudi-Arabien bombardiert. Dagegen haben sich alle Terroranschläge, die in Saudi-Arabien stattfanden, gegen dortige US-Ziele gerichtet.

Wenn man sich vom falschen Bild der etablierten Medien nicht ablenken läßt, gibt es überhaupt keinen Zweifel, daß Riad und Al-Kaida unter einer Decke stecken. Eine der Hauptfiguren, die Verbindung zu den Taliban hielten und Al-Kaida deckten, war der an der Washingtoner Georgetown-Universität ausgebildete Prinz Turki bin Al-Feisal, der auch Botschafter in den Vereinigten Staaten war. 1993 wurde Prinz Turki beauftragt, zwischen den verfeindeten Fraktionen der afghanischen Mudschaheddin zu vermitteln. Ein Jahr später traten die Taliban auf. Prinz Turki arbeitete eng mit dem pakistanischen ISI zusammen und traf sich mit Mullah Omar in Afghanistan.

Turki bin Al-Feisal war von 1979 bis 2002 saudischer Geheimdienstchef. Das sind die entscheidenden Jahre, in denen die Taliban ausgebrütet wurden, Al Kaida nach Afghanistan kam und in den USA der 11. September passierte. Im Jahr 2002 ernannte der saudische König Prinz Turki zum Botschafter in Großbritannien. Diese Ernennung führte besonders in Geheimdienstkreisen zu Unruhe, aber Premierminister Tony Blair intervenierte persönlich, um die Akkreditierung durchzusetzen.

Briten am Steuer

Die Saudis und das pakistanische Militär waren zwar vor Ort wesentlich für die Unterstützung der Taliban und ihre Zusammenführung mit Al-Kaida, aber die Rolle der Briten beschränkte sich nicht auf das Bereitstellen indoktrinierender Terroristen im Gewand der „friedliebenden“ Hizb ut-Tahrir. Sie war und ist noch viel weitgehender, ganz besonders, seit sich US- und andere NATO-Truppen in Afghanistan befinden. Während ca. 9000 britische Soldaten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt wurden, unterhielten die Handlanger des Empire beste Beziehungen zu den Feinden, die britische Soldaten töteten.

Diese britischen Operationen kamen ans Licht, als der afghanische Präsident Hamid Karzai am 27. Dezember 2007 zwei MI6-Agenten auswies mit der Begründung, sie stellten eine Bedrohung für die nationale Sicherheit Afghanistans dar. Afghanische Regierungsvertreter gaben zu verstehen, daß die Ausweisung auf Geheiß der CIA erfolgte, nachdem die beiden Agenten dabei ertappt worden waren, daß sie Taliban-Einheiten bezahlten. Der eine, Mervyn Patterson, arbeitete für die Vereinten Nationen, der zweite, Michael Semple, für die Europäische Union. Beide waren Afghanistan-Spezialisten und seit mehr als 20 Jahren im Land tätig, was bedeutet, daß sie im Auftrag Londons Kontakte zu den wichtigen Anführern von Al Kaida und Taliban gehabt haben mußten.

Ein namentlich nicht genannter Vertreter der afghanischen Regierung sagte dem Londoner Sunday Telegraph: „Diese Warnung“ - daß die Männer schon seit mindestens 10 Monaten den Taliban Geld gaben - „kam von den Amerikanern. Sie waren über die Unterstützung für die Taliban nicht glücklich. Sie gaben die Information unseren Geheimdiensten, die die Verhaftungen anordneten.“ Er fügte hinzu: „Die afghanische Regierung hätte niemals von sich aus entschieden, Offizielle von derart hohem Rang auszuweisen.“ Schon 2006 hatten amerikanische Militärkommandeure in Afghanistan laut gegen den britischen Beschluß protestiert, im Rahmen eines Abkommens mit lokalen Stammesführern Truppen aus Musa Qala zurückzuziehen, wodurch der Machtübernahme durch die Taliban in der Region Tür und Tor geöffnet wurde.

Die Londoner Times schrieb, Patterson und Semple hätten bei ihrer Verhaftung 150.000 Dollar bei sich gehabt, die für die Taliban-Kommandeure in Musa Qala bestimmt waren. Weiter hieß es: „Britische Offizielle legen Wert auf eine Distanzierung der laufenden Gespräche des MI6 mit Taliban-Kommandeuren in Helmand von der Ausweisung von Michael Semple, dem irischen Leiter der EU-Mission, der weithin als Vertrauter des britischen Botschafters Sir Sherard Cowper-Coles bekannt ist, und Mervyn Patterson, einem britischen UN-Berater.“ Nicht erwähnt wurde, daß diese beiden MI6-Agenten in Helmand, dem Zentrum von Afghanistans riesiger Opium-Produktion, tätig waren. Waren Patterson und Semple nicht nur unterwegs, um eine probritische Fraktion innerhalb der Taliban aufzubauen, sondern um einen großen Opiumschmuggelring zu organisieren, der Geld für die Taschen der Londoner City und die Geheimdienste Ihrer Majestät liefert?

Die „Achse des Bösen“

Als Resultat unserer Untersuchungen bleibt festzuhalten, daß es die Taliban vor 1994 überhaupt nicht gab und sie nicht auf „natürliche“ Weise in Afghanistan entstanden sind. Die Taliban sind eine Bewegung, die sich um die wahhabitische Doktrin gruppiert, finanziert mit Geldern aus Saudi-Arabien, den Golfstaaten und den britisch-saudischen schwarzen Kassen von Al-Yamamah. Der pakistanische ISI und das pakistanische Militär haben sie ausgebildet und bewaffnet. Und die Londoner City und die Wall Street sind interessiert an dem Geld aus dem illegalen afghanischen Rauschgifthandel (weshalb Leute wie der Megaspekulant George Soros und sein Kumpan, der britische Minister Lord Malloch Brown, international für Drogenlegalisierung kämpfen).

Während Soldaten der USA und anderer NATO-Staaten ihr Leben opfern, um das „leibhaftige Böse“ Taliban und Al Kaida zu bekämpfen, erhält dieses „Böse“ jede Menge Unterstützung von den „besten“ Verbündeten der USA - Großbritannien, Saudi-Arabien, Pakistan, von der City und Wall Street ganz zu schweigen...


London: Zentrum des internationale Terrorismus

(Das Material für diesen Beitrag stammt aus dem Artikel „Schließt den britischen Stall der imperialen Terroristen!“ von Michelle Steinberg, der auf deutsch in der Neuen Solidarität, Nr. 51/2009 erschien)

Die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright erhielt am 11.1.2000 ein Memorandum des von Lyndon LaRouche gegründeten Nachrichtenmagazins EIR, in dem sie aufgefordert wurde, „Großbritannien auf die Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten zu setzen“. Das Memorandum beruhte auf Informationen, die aus Ägypten und neun weiteren Staaten - Israel, Frankreich, Algerien, Peru, Türkei, Deutschland, Nigeria, Jemen und Rußland – stammten und deren Proteste gegenüber Großbritannien dokumentierten. Terroristen hatten in London Asyl, Geld und freie Hand zum Rekrutieren, Geldsammeln und zur Ausbildung bekommen. Das Memorandum wurde auch Vertretern des Verteidigungsministeriums, des Justizministeriums, dem FBI, der CIA und beiden Kammern des Kongresses übermittelt. Wäre das umfangreiche Dossier und LaRouches Warnungen ernstgenommen worden, hätten die Anschläge vom 11. September verhindert werden können.

Im Juli 2006, nach den blutigen Anschlägen auf die Mumbaier Eisenbahnen, bei denen 207 Menschen getötet und rund 600 verletzt wurden, konfrontierte der indische Premierminister Manmohan Singh den britischen Premierminister Tony Blair erneut beim Gipfeltreffen der G-8 in St. Petersburg wegen der in London ansässigen Terroristen.

Am 29. November 2008 veröffentlichte der Indian Express eine Titelgeschichte mit der Überschrift: „Dawood gab den Angreifern von Mumbai logistische Unterstützung“. Darin wird Dawood Ibrahim, eine zentrale Figur im Rauschgift-Schmuggel in Südasien, als wesentlicher logistischer Unterstützer hinter den Kleinkriegsattacken in der indischen Stadt Mumbai identifiziert.

Auch wenn Dawood Ibrahim derzeit seine Basis in Karatschi/Pakistan und in Dubai hat, war er jahrelang eine zentrale Figur des organisierten Verbrechens in Mumbai und in dem an Nepal angrenzenden indischen Bundesstaat Bihar. Er schmuggelte Gold von und nach Indien und hatte Verbindungen zu den großen Netzwerken des Opium-Schmuggels in Südasien. 1999 und erneut 2001 wurde Dawood Ibrahim mit großen Terroranschlägen in Verbindung gebracht wie der Entführung eines indischen Verkehrsflugzeugs (1999), das in das von den Taliban kontrollierte Kandahar/Afghanistan umgeleitet wurde, und dem Angriff auf das indische Parlament (2001) in Neu-Delhi. Seit 2003 steht Dawood Ibrahim wegen seiner Verbindungen zu Al-Kaida und den in Indien und Pakistan operierenden Laschkar e-Toiba (LeT) auf der vom US-Außenministerium geführten Liste der internationalen Terroristen; er gilt als Aktivposten der mit dem britischen MI-6 verbundenen Elemente des pakistanischen Geheimdienstes ISI.

Dawood Ibrahims Goldschmuggel in Dubai ist Teil des britischen Offshore-Geldwäscheapparates, der seit der Zeit des Opiumkrieges der Britischen Ostindien-Gesellschaft im 19. Jahrhundert existiert. Aus amerikanischen Geheimdienstkreisen verlautete jüngst, daß die britischen Offshore-Operationen in der Karibik und auf der Insel Man im Ärmelkanal auf Dubai ausgeweitet wurden, um die Destabilisierung von Südwest- und Südasien zu erleichtern.

Die indischen Geheimdienste kamen nach dem Verhör mehrerer Attentäter von Mumbai zu dem Schluß, daß diese Anschläge nicht ohne die Unterstützung von „innen“ möglich gewesen seien. Inzwischen wurde nachgewiesen, daß immer noch mächtige Elemente des Apparats von Dawood Ibrahim, die in der Unterwelt von Mumbai eine dominierende Rolle spielen und mit Hilfe der „Bollywood“-Filmindustrie große Mengen illegalen Goldes waschen, eine wichtige Rolle bei den Anschlägen gespielt haben.

Die Rolle des Apparates der Rauschgift AG unter Dawood Ibrahim und seiner Verbindungen zu einer weiteren, von den Briten geförderten wichtigen Figur im Terrorapparat, Ahmed Omar Scheich, wurde von EIR schon seit fast einem Jahrzehnt hervorgehoben: Das Memorandum vom Januar 2000 wurde durch den Fall eben jenes LeT-Führers Omar Scheich veranlaßt. Die britische Rolle zeigte sich „bei der Entführung des Flugzeugs der Indian Airlines im Dezember 1999 und der Reaktion der britischen Regierung auf das Ersuchen eines der befreiten Terroristen aus dem Kaschmir, Ahmed Omar Scheich, freies Geleit nach England zu erhalten. Scheich, ein britischer Staatsbürger, wurde in Indien wegen seiner Rolle bei der Entführung von vier britischen Staatsbürgern und einem Amerikaner im Jahr 1995 angeklagt und verurteilt.“

Die Briten versprachen Scheich zunächst freies Geleit nach Großbritannien und daß sie ihn nicht vor Gericht stellen oder nach Indien ausliefern würden, änderten ihre Haltung jedoch auf internationalen Druck.

Ahmed Omar Scheich ist ein Geschöpf des britischen Geheimdienstes. Der Student der Forstschule und der London School of Economics (LSE) wurde nach Angaben amerikanischer und indischer Geheimdienste vom MI-6 rekrutiert und in Bosnien eingesetzt, bevor er in Südasien wieder auftauchte. Nachdem er vom Balkan nach Großbritannien zurückgekehrt war, verließ Scheich die LSE und flog in Trainingslager in Afghanistan, von wo aus er 1995 nach Indien ging, um sich an der Entführung zu beteiligen. Nachdem er durch die Entführung des indischen Flugzeugs freigekommen war, blieb er in Afghanistan; heute sitzt er in Pakistan in Haft wegen der Entführung, Folter und Ermordung des amerikanischen Journalisten Daniel Pearl. Scheich ist auch immer noch einer der Hauptverdächtigen als Organisator der Anschläge des 11. September.


Wer schützt die Rauschgift-AG?

Frühjahr 2008: Journalisten der von Lyndon LaRouche gegründeten Nachrichtenagentur EIR enthüllen erstmals, daß USA und NATO das afghanische Opiumgeschäft systematisch schützen.Veteranen des Afghanistankrieges hatten ausführlich darüber berichtet, daß den Streitkräften in Afghanistan unter den aktuellen NATO-Vereinbarungen die militärische Bekämpfung der „Narko-Khane“ (Drogenbarone), von Opium- und Heroinlagern oder Drogenhändlern generell verboten ist.

Nur „Terroristen“ und „Aufständische“ gegen die Besetzung des Landes durch die anglo-amerikanischen und NATO-Kräfte dürfen demnach militärisch verfolgt werden. EIR wird davon unterrichtet, daß nur ein Beschluß des NATO-Rates diese Einsatzregeln ändern kann, und daß Bush, Cheney und Rumsfeld die britische Politik für den Schutz der Opiumhändler voll und ganz unterstützt haben. Schon 2006 erreichte die Jahresproduktion von Opium in Afghanistan die bis dahin beispiellose Menge von 8000 t - mehr als die gesamte Weltopiumproduktion jemals betragen hatte.

30. Juli 2008: Gen. a.D. Barry McCaffrey, der frühere Leiter des Amts für Drogenbekämpfungspolitik unter Präsident Bill Clinton, legt Oberst Michael Meese von der Militärakademie West Point einen Bericht über Afghanistan vor.

7. August 2008: EIR unterstützt McCaffreys Feststellungen in einer Presseerklärung: „McCaffrey schreibt: ,Afghanistan ist in Not.... 68% der Bevölkerung haben niemals Frieden erlebt, die Lebenserwartung liegt bei lediglich 44 Jahren, und Afghanistan hat die höchste Müttersterblichkeit der Welt... Die Atmosphäre des Terrors läßt sich allein mit militärischen Mitteln nicht bekämpfen. Wir können nicht durch einen Zermürbungskrieg gewinnen... Das Problem Afghanistan wird nicht gelöst, indem man zwei oder drei mehr Kampfbrigaden aus unserer ohnehin in schneller Auflösung befindlichen Armee einsetzt.’

Statt dessen, so McCaffrey, seien neben dem Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte auch wirtschaftliche Maßnahmen erforderlich. Er fordert den Einsatz einer Pionierbrigade aus fünf Bataillonen, um ein fünfjähriges Straßenbauprogramm durchzuführen, bei dem afghanische Unternehmen eingesetzt und afghanische Ingenieure ausgebildet und beraten werden. ,Der Krieg wird dann gewonnen werden, wenn wir das System der afghanischen Landwirtschaft, das 82% der Bevölkerung beschäftigt, in Ordnung bringen... Der Krieg wird gewonnen werden, wenn die internationale Gemeinschaft die Ausrottung des Opium- und Cannabis-Anbaus verlangt und die Entwicklung alternativer wirtschaftlicher Aktivitäten nachdrücklich fördert.’

August 2008-Januar 2009: EIR veröffentlicht mehrere ausführliche Berichte, in denen die Verbindung des afghanischen Opium- und Heroinhandels zum Terrorismus dokumentiert sind, u.a. der Anschlag islamistischer Narkoterroristen in Mumbai im November 2008. Gleichzeitig wirbt die LaRouche-Bewegung bei Parlamentariern und Sicherheitsexperten für eine Änderung der NATO-Vorschriften für die Bekämpfung der Drogenhandels-Organisationen als das einzig wirksame Mittel, um die ständige weitere Stärkung der aufständischen Taliban/Al-Kaida-Netzwerke in Afghanistan und Pakistan zu beenden.

Januar 2009: Gen. Bantz John Craddock, der Oberkommandeur der NATO in Europa (SACEUR), genehmigt militärische Operationen der NATO gegen die Drogenhändler, Drogenbarone, Rauschgiftlabors und -lager in Afghanistan. Aber dieser Sieg für eine wirksame Strategie ist von kurzer Dauer. Schon am 28. Januar 2009 wird dem Magazin Der Spiegel ein Geheimdokument der NATO zugespielt, in dem Craddock das gezielte Vorgehen gegen Drogenhändler und Bombenangriffe auf Rauschgiftlabors in Afghanistan genehmigt. Kurze Zeit später endet Craddocks Zeit als SACEUR und damit auch der Versuch, den Drogenanbau zu bekämpfen.

März 2009: Obamas Sondergesandter für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, gibt in Brüssel bekannt, daß der Kampf gegen den Opiumanbau in Afghanistan eingestellt wurde, weil er zuviel koste und die afghanischen Landwirte, denen er die Existenzgrundlage entziehe, den Taliban in die Arme treibe. Holbrooke spielte die Bedeutung der Drogengelder für die Finanzierung des Aufstands herunter und log, die USA und die NATO würden ihre Bemühungen auf das Abfangen der Drogenlieferungen und die Bekämpfung der Geldwäsche konzentrieren. Aber eine solche Eskalation der Aktivitäten gegen die Rauschgiftlieferungen oder die Geldwäsche des afghanischen Rauschgifthandels fand nicht statt.

Die Internetseite der von George Soros unterstützten Rauschgiftlegalisierer www.stopthedrugwar.com begrüßte hämisch Holbrookes Äußerungen und beschrieb diese Entscheidung als einen Sieg auf dem Weg zur Legalisierung von Rauschgiften. Interessanterweise war Holbrooke einmal Geschäftspartner von Soros in einem medizinisch-pharmazeutischen Unternehmen.

11. Mai 2009: Obama entläßt plötzlich den Kommandeur des Afghanistan-Einsatzes, Gen. David McKiernan, und ersetzt ihn durch Gen. Stanley McChrystal. Wie EIR erfuhr, hatte McKiernan Craddocks Entscheidung für ein Vorgehen gegen die Drogenhändler und -labors unterstützt.

April 2010: Aufgrund einer Entscheidung von US-Außenministerin Hillary Clinton beginnen US-Marineinfanteristen, in der Gegend von Marja in der afghanischen Provinz Helmand, die Opiumfelder kurz vor der Erntereife des Schlafmohns zu zerstören. Die betroffenen Bauern bekommen von den Marines 300 Dollar je Hektar vernichteten Schlafmohns. Gleichzeitig halten die Marineinfanteristen Wanderarbeiter, die als Hilfskräfte für die große Schlafmohnernte unabdingbar sind, von der Opiumregion fern. Außerdem werden die Opiumhändler daran gehindert, den Bauern die Ernte abzukaufen.

Laut LaRouche hatten mehrere Faktoren Hillary Clinton die Gelegenheit geboten, diesen nützlichen taktischen Zug durchzusetzen: Erstens herrschte im Weißen Haus offensichtlich ein politisches Vakuum. Zweitens brauchte Präsident Obama unbedingt einen „großen Erfolg“ in der Außenpolitik, in Form des mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedjew unterzeichneten Abrüstungsvertrages über die Atomwaffen. Die Russen bestanden darauf, daß die USA etwas gegen das Opium und Heroin aus Afghanistan unternehmen müßten, weil es der Finanzierung und Logistik der jüngsten Terrorangriffe in Moskau und im Nordkaukasus dient - ganz zu schweigen von der Heroinabhängigkeit, die in Rußland epidemische Ausmaße erreicht. Der Chef der russischen Drogenbekämpfungsbehörde, Viktor Iwanow, war am 17. März in Kabul und hatte dort ein Programm vollständiger Opiumvernichtung verlangt. Eine Woche später stellte er bei einem Treffen des Rußland-NATO-Rats in Brüssel die gleiche Forderung auf. Am 30. März schickte Außenministerin Clinton eine Nachricht an die US-Botschaft in Kabul, in der sie grünes Licht für das Opiumvernichtungsprogramm in Marja gab; dies sei „angesichts einer Palette unvollkommener Optionen die beste Entscheidung“. Zwei Tage später kam die Leiterin der amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA, Michele Leonhart, zu einem dreitägigen Besuch nach Kabul, um weiter auf die Durchführung des Opiumvernichtungsprogramms zu dringen.

Schon diese begrenzte Operation traf den Apparat der Rauschgift-AG Ihrer Majestät -einschließlich jener russischen „Mafija“-Elemente, die von britischen und niederländischen Offshore-Geldwäschezentren wie den Niederländischen Antillen aus arbeiten und Gegner der patriotischen Fraktion in Moskau um Putin, Iwanow und Jakunin sind.

23. Juni 2010: Präsident Obama feuert den militärischen Oberbefehlshaber General Stanley McChrystal, nachdem dieser in einem Interview mit der Zeitschrift Rolling Stone die Stategie der Regierung kritisiert hatte. Er wird durch den bisherigen Chef des US-Zentralkommandos, General David Petraeus ersetzt, der 2007/2008 Oberkommandierender der Allierten Streitkräfte im Irak gewesen war und die gescheiterte Strategie der „Aufstandsbekämpfung“ weiterführen soll. Der inneramerikanische Widerstand gegen Obamas Vorgehen wird immer größer.

(Diese Aufstellung basiert auf Artikeln der Neuen Solidarität vom 7.4., 12.5. und 7.7.2010)


Guardian berichtet über Londons Rolle im internationalen Terrorismus

Die Interessensgemeinschaft des British Empire mit dem internationalen Terrorismus wurde am 5. Juli vom Londoner Guardian aufgegriffen. Der Autor, Mark Curtis, berichtete dort über ein seit Jahrzehnten bestehendes Geflecht von britischen Diensten mit militanten islamistischen Gruppen.

Curtis gibt zu, daß, obwohl Terrorismus als größte Gefahr für die Sicherheit des Landes dargestellt wird, das geheime Einverständnis zwischen Whitehall und dem radikalen Islam weitergehe. Der Autor enthüllt, daß zwei der vier London-Attentäter (7. Juli 2005) in pakistanischen Lagern ausgebildet wurden, die unter Kontrolle der Terroristengruppe Harkat ul-Mujahideen (HUM) stehen, einer Gruppe, die schon lange von Pakistan unterstützt wird, um indische Streitkräfte in Kaschmir zu bekämpfen. Großbritannien hat Pakistan dabei nicht allein durch Waffenlieferungen unterstützt, sondern man gewährte der HUM auch direkte Hilfe.

Es gäbe glaubwürdige Hinweise, daß Großbritannien Freiwillige der HUM in den 1990er Jahren als Kämpfer nach Jugoslawien und Kosovo geschickt habe. Während der Bombardierung Restjugoslawiens 1999 habe die Blair-Regierung verdeckt mit der terroristischen KLA (Kosovo Liberation Army) zusammengearbeitet. Zuvor habe der Auslandsgeheimdienst MI6 schon verschiedene islamistische Gruppen in Afghanistan militärisch trainiert, um der sowjetischen Besatzung im Land zu begegnen. Viele HUM-Kämpfer wurden von Leuten instruiert, die ihrerseits vom Vereinigten Königreich verdeckt ausgebildet und mit Flugabwehrraketen ausgestattet wurden.

Der Artikel geht wohl akkurat auf die Vergangenheit ein, verschweigt aber, daß diese verdeckten Operationen weitergehen. So unterhalten zwei wichtige terroristische Gruppen, Tabligh I Jamaat und Hizb ut-Tahrir, nach wie vor ihren Sitz unbehelligt in Großbritannien und werden von London aus eingesetzt, um Rußland, China, Indien sowie auch andere Gegner des Britischen Imperiums ins Visier zu nehmen. (www.bueso.de, 8. Juli 2010)


200 Jahre britische Opiumkriege:
Der Opiumkrieg des Britischen Empire gegen China

Von Mike Billington

Um den Hintergrund der weltweiten narkoterroristischen Kriege und der Kampagnen für die Legalisierung von Rauschgiften zu verstehen, muß man die Geschichte der britischen Opiumkriege studieren.

Der gegenwärtige britisch-imperiale Rauschgiftkrieg gegen die Zivilisation insgesamt, dessen Epizentren in Afghanistan und in Südamerika liegen, ist nur eine Eskalation - wenn auch eine drastische - eines kontinuierlichen, 200jährigen Prozesses, der mit der Produktion von Opium in Britisch-Indien durch die Britische Ostindien-Gesellschaft („die Gesellschaft“) begann und zu dem zwanzigjährigen Opiumkrieg gegen China führte, um dort die Akzeptanz des britischen Freihandels mit dem todbringenden Opium in der 5000 Jahre alten chinesischen Kultur durchzusetzen.

Der Opiumkrieg von 1840-1860 bestand aus zwei Phasen direkter militärischer Feldzüge der Briten gegen China (die normalerweise als der erste und der zweite Opiumkrieg bezeichnet werden) und einem von den Briten gesteuerten Bauernaufstand, der sog. Taiping-Rebellion. Der erste Militärangriff verwüstete die Stadt Guangzhou (Canton) und andere Städte an der Südküste Chinas, während sich der zweite Angriff auf die im Norden gelegene Hauptstadt Beijing konzentrierte.

Die Taiping-Rebellion, die ganz dem imperialen Muster der von den Briten angestachelten, fundamentalistischen religiösen Bewegungen entsprach, zielte darauf ab, die nationale Einheit der Bevölkerung, gegen die sich der Angriff richtete, zu zerstören - so, wie die Briten die Moslem-Bruderschaft schufen, um den arabischen Nationalismus und damit die nationale Souveränität der betroffenen arabischen Völker zu unterminieren. Die Taiping, eine pseudochristliche Sekte, wurde von den Briten zu einer blutigen Revolte gegen die Qing-Dynastie verleitet, die während des britisch unterstützten Aufstands und seiner ebenfalls britisch unterstützten Niederschlagung insgesamt rund 20 Millionen Chinesen das Leben kostete.

Eine genauere Untersuchung dieser schwärzesten Seite in der Geschichte der Infamie des Britischen Empire wird zeigen, daß viele der führenden Figuren und Institutionen, die diese Kriege führten, eng verbunden oder sogar identisch sind mit denen, die für den heutigen Narkoterrorismus verantwortlich sind, für die Verwendung von Rauschgiftgeldern, um die produktiven Volkswirtschaften souveräner Staaten zu infizieren und zu unterminieren, und dafür, Millionen junger Opfer zum Massenkonsum verdummenden Rauschgifts zu verleiten, ein abscheuliches, geisttötendes Verbrechen.

Die Britische Ostindien-Gesellschaft

Das Rauschgift-Geschäft wird heute von privaten Institutionen gesteuert, aber mit direkter oder indirekter Unterstützung von Regierungen und ihren Streitkräften, insbesondere von London. So wurde auch im 18. und 19. Jahrhundert der privat gegründeten Britischen Ostindien-Gesellschaft eine königliche Lizenz gewährt, um den Handel und die damit verbundenen britischen Interessen im Fernen Osten zu steuern. Zunächst arbeitete die Gesellschaft durch Handelsvertretungen in ausgewählten indischen Städten, aber sie erweiterte ihren Einfluß schnell, bis sie schließlich ganz Indien kontrollierte. Dazu baute sie eine 150.000 Mann starke Privatarmee auf, um ihre besondere Sicht des „Freihandels“ durchzusetzen, mit der sie ihre koloniale Herrschaft und die Plünderung der Ressourcen rechtfertigte.

In China war die Gesellschaft jedoch weniger erfolgreich im Durchbrechen der bestehenden Barrieren gegen ausländische Einmischung und Handel, da die Herrscher der chinesischen Qing-Dynastie jede Präsenz und jeden Handel mit dem Ausland außerhalb des einzigen Handelsstützpunktes Guangzhou strikt untersagten.

Das war nicht immer so. Die Führer Chinas in der späten Ming-Dynastie (1368-1644) und der frühen Qing-Dynastie (1644-1911) hatten das Land im 17. und frühen 18. Jahrhundert den Jesuiten geöffnet. Diese waren, bewaffnet mit den Früchten der europäischen Renaissance, darunter Astronomie, Musik und neue Technologien, die für die Chinesen von großem Interesse waren, in das Land gekommen, aber sie hatten auch großes Interesse gezeigt, die chinesische Kultur kennenzulernen, die Städte hervorgebracht hatte, die um ein Mehrfaches größer waren als die in Europa, ihre landwirtschaftlichen und produktiven Technologien, die in einigen Fällen den westlichen überlegen waren, und ihre tief verwurzelte philosophische Tradition und Liebe zur Geschichte. Die Entwicklungen, die sich zur gleichen Zeit in Europa vollzogen, etwa die Entdeckungen Johannes Keplers und Gottfried Wilhelm Leibniz’, wurden von den chinesischen Gelehrten, Beamten und sogar dem Kaiser selbst aufgegriffen. Die Lehren des Christentums, die man als religiöse Übernahme wissenschaftlicher Wahrheiten verstand, wurde von vielen chinesischen Intellektuellen und Führern zugelassen und sogar unterstützt. ....

Opium

Die Chinesen hatten das Opium 1729 verboten, ein Verbot, das 1799 angesichts des britischen Opium-Schmuggels aus Bengalen noch verschärft wurde. Die Briten ignorierten das Verbot jedoch und schlossen lukrative Bündnisse mit chinesischen Händlerfamilien in Guangzhou, die bereit waren, die Gesetze zu übertreten, während die Briten ihre Schmuggelrouten auch auf andere Städte an der Südküste Chinas ausdehnten. Diese Operation wurde von William Jardine und James Matheson angeführt, deren berüchtigte Firma Jardine Matheson & Co. 1828 zum führenden Opium-Unternehmen der Welt aufstieg. Eng verbunden mit ihr war die Hongkong and Schanghai Bank, deren heutiger Nachkomme die HSBC ist. 1836 lieferte Jardine Matheson 30.000 Kisten Opium, genug, um damit 12 Mio. Opium-Raucher zu versorgen. Die Wirkung auf die Gesellschaft war verheerend und breitete sich rapide aus.

Dabei sollte man beachten, daß die Mitarbeit der chinesischen Händler einen direkten philosophischen Kampf in China selbst widerspiegelte - eine Tatsache, die den Briten sicher nicht unbekannt war, da sie sich schon immer darin hervortaten, die kulturellen Schwächen ihrer künftigen Opfer auszuspähen. Nach der Katastrophe des Ritenstreites und dem Abbruch der Beziehungen zwischen dem Osten und dem Westen 1715 wurde die hochentwickelte konfuzianische Kultur, wie sie von Zhu Xi entwickelt und vom Hof als grundlegende Philosophie übernommen worden war, durch eine materialistische, pragmatische Ideologie in Frage gestellt, die als „Han-Lehren“ bezeichnet wurde. Diese Schule orientierte sich an den Lehren der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.), die dem Römischen Reich ähnelte, statt an den Klassikern von Konfuzius und Menzius, wie sie die Sung-Renaissance interpretiert hatte.

Es überrascht nicht, daß die Gelehrten der Han-Lehren von Händlern finanziert wurden und nicht vom Hof, und es waren in vielen Fällen die gleichen Händler, die sich mit den Briten verbündeten, um sich dadurch zu bereichern, daß sie ihre chinesischen Landsleute unter Drogen setzten. Der wichtigste britische Comprador in Guangzhou war Huang Yuan, der auch der führende Ideologe der Schule der Han-Lehren war. Huang Yuan war Generalgouverneur von Guangdong, der Provinz, in der auch die Stadt Guangzhou liegt.

Huang Yuans wichtigster Gegner war Fang Dong-shu, der führende konfuzianische Gelehrte des Südens. Fang widersetzte sich energisch der Annahme und Legalisierung des britischen Opiums und verlangte eine Ausrottung des Opiums und des britischen Opiumhandels. Über die Han-Schule schrieb Fang: „Sie haben wirklich nicht den Wunsch, die Wahrheit zu suchen oder die Tatsachen zu erfahren. Alles, was sie interessiert, ist, Theorien zu etablieren, die den Song-Konfuzianismus stürzen werden.“

Die Zerstörung der Nation durch Opium - sowohl durch das Abfließen des Silbergeldes als auch durch die Wirkung des Rauschgiftes an sich - wurde so stark, daß der Kaiser 1839 den führenden Gelehrten und Staatsmann des Landes, Li Zexu, mit dem Befehl nach Guangzhou schickte, den Opiumhandel zu zerschlagen. Li richtete sein Hauptquartier in der Schule Fang Dong-shus ein, verhaftete die chinesischen Opiumhändler, darunter auch Beamte, und konfiszierte alle Opium-Kisten der Briten. Begleitet von einen großen Volksfest, wurden 20.000 Kisten Opium vernichtet.

Bei dieser Gelegenheit schickte Li Zexu seinen berühmten Brief an Queen Viktoria, in dem er an ihr Gewissen appellierte und sie aufforderte, ihre Untertanen daran zu hindern, daß sie China durch ihr Opium zerstören. Die Queen weigerte sich bekanntlich, das zu tun, und folgte vielmehr der Empfehlung ihres Außenministers Lord Palmerston, die Ostindien-Gesellschaft und die Britische Marine zu unterstützen, „um das Prinzip des Freihandels zu verteidigen“ - d.h., das Empire müsse Krieg führen, um nicht nur die „Freiheit“ seiner Händler, in Guangzhou Opium zu verkaufen, zu schützen, sondern auch das Recht britischer Händler, ihre üble Ware in ganz China „frei“ zu verkaufen.

1840 traf eine große britische Flotte ein, die sehr schnell die altmodischen Verteidigungsanlagen der Chinesen zerstörten. Als erstes wurde die Stadt Guangzhou bombardiert, bis sie sich unterwarf und ein Lösegeld zahlte. Dann zog die Flotte weiter, wiederholte dies in allen Küstenstädten, auch in Schanghai, und dann den Jangtse-Fluß hinauf nach Nanjing. Schließlich kapitulierte der Kaiser und bat um Frieden.

Im Vertrag von Nanjing, der am 29. August 1842 unterzeichnet wurde, trat China die Insel Hongkong für immer an Großbritannien ab, Schanghai, Ningbo, Xiamen und Fuzhou wurden für britische Händler geöffnet. Außerdem wurde britischen Kriegsschiffen erlaubt, diese Häfen anzusteuern, „wenn es das Interesse des Handels verlangt“.

Trotzdem war der Vertrag noch ein Kompromiß, denn die Chinesen gaben den Opiumhändlern keinen ungehinderten Zugang zu ihrem Territorium. Aber die teuflischen Missionare der Händler erhielten dieses Zugeständnis. Das verschaffte Lord Palmerston die nötige Munition, um die Phase II vorzubereiten - nämlich, das Land insgesamt zu übernehmen.

Die Taiping-Rebellion

Die Taiping Tianguo („Himmlisches Königreich des großen Friedens“) kontrollierten auf dem Höhepunkt ihres Aufstands, der von 1853 bis 1865 dauerte, fast die Hälfte des chinesischen Territoriums. Sie begannen in den 1840er Jahren als eine pseudoreligiöse Sekte in den ländlichen Gebieten um Guangzhou, inmitten der Ausbreitung des Opiums und der Demoralisierung nach Chinas Niederlage im Kampf gegen die britischen Opiumschmuggler 1842. ....

Nach einer Konfrontation mit Regierungsbeamten 1850 bewaffnete sich die Bewegung Hong Xiuquan [unter Führung von Hong Xiuquan und seinem Vetter Hong Rengan] und erklärte der Qing-Dynastie und der mandschurischen Rasse insgesamt den Krieg, die unter der Qing-Dynastie zur Vorherrschaft aufgestiegen war. Die demoralisierten Kräfte der Regierung, die gerade von den Briten gedemütigt worden waren, waren nicht in der Lage, die Armee der fanatischen Taiping-Bauern aufzuhalten. Hongs Kräfte gewannen schnell die Kontrolle über einen großen Teil der ländlichen Gebiete und Binnenstädte des Südens. 1853 eroberten sie Nanjing, das sie zu ihrer Hauptstadt machten. Mehrere Feldzüge, Beijing zu erobern, scheiterten nur knapp.

Hong Xiuquans Vetter Rengan war unterdessen in Hongkong, wo er von britischen Missionaren (und einigen amerikanischen Missionaren, die das repräsentierten, woraus sich später die Südstaaten entwickelten) intensiv ausgebildet wurde. Lord Palmerstons Offiziere, Händler und Missionare in Hongkong sahen die Gelegenheit, den chinesischen Widerstand gegen Rauschgift und Freihandel ein für allemal durch diese „christliche“ Bewegung zu brechen, oder, genauer gesagt, die Taiping nach alter imperialer Tradition als Werkzeug zu nutzen, um Beijing zu zwingen, daß es den britischen Forderungen nachgab. Als Hong Rengan 1859 in die Hauptstadt der Taiping zurückkehrte, übernahm er die Leitung der meisten Operationen. In einem Manifest schrieb er: „Gegenwärtig ist England, dank seiner überlegenen Gesetze, die mächtigste Nation der Welt. Die Engländer sind bekannt für ihre intellektuelle Macht und ihre nationale Stärke, sie haben einen stolzen Charakter und weigern sich, sich unterzuordnen.“

Hong Rengans wichtigster Lehrer in Hongkong war niemand anderes als James Legge, dessen Übersetzungen und Kommentare der chinesischen - konfuzianischen, buddhistischen und taoistischen - Klassiker bis heute noch als „autoritative“ Quelle anerkannt sind. Dieser Gelehrte arbeitete in der britisch-imperialen Tradition daran, die humanistische Tradition im chinesischen Konfuzianismus zu unterminieren und zu zerstören, mit besonderem Haß auf die konfuzianische Renaissance des 12. Jahrhunderts unter Zhu Xi, während er gleichzeitig den Führer eines Bauernaufstandes ausbildete, um die britische Herrschaft in China durchzusetzen. Lawrence von Arabien wäre stolz auf ihn gewesen.

Die britischen Missionare gingen daran, internationale Unterstützung für ihre „christlichen“ Freunde aufzubauen, indem sie Zeitungsartikel verbreiteten, in denen die Taiping als die große Hoffnung für Chinas Zukunft angepriesen wurden. Der anglikanische Primat an der chinesischen Küste, Rev. George Smith, schrieb: „Die Zukunft der englischen Hoffnungen ruhen in den Taiping, deren Kombination wesentlicher Wahrheiten mit partiellen Irrtümern ein Drittel der Menschheit aufgewühlt hat.“ Eine Gruppe britischer Missionare jubelte im North China Herald, die Taiping „versprechen eine Öffnung der 18 Provinzen für den Handel“....

Die westlichen Mächte waren im Bürgerkrieg zwischen der Qing-Regierung und den Taiping offiziell neutral, aber, wie wir gesehen haben, war ihre globale Propaganda für die Taiping eine klare Botschaft an Beijing, während die britischen Diplomaten Beijing drohten, sie würden die Taiping offiziell anerkennen, wenn die Regierung nicht alle britischen Forderungen für einen neuen Vertrag akzeptierte.

Der zweite Opiumkrieg

Als der Nanjing-Vertrag 1856 auslief und Beijing den neuen Forderungen nach einer völligen Unterwerfung unter die Barbaren (die bewiesen hatten, daß sie diese in China übliche Bezeichnung verdienten) nicht nachgegeben hatte, starteten die Briten eine zweite Militäroperation, diesmal mit französischer Unterstützung. Aber den Briten kam dabei der Sepoy-Aufstand in die Quere, der 1857 in Bengalen/Indien ausbrach. Die für die Armee der Britischen Ostindien-Gesellschaft angeworbenen Inder rebellierten und gewannen in diesem „ersten indischen Unabhängigkeitskrieg“ große Unterstützung im Volk. Lord Palmerston, der inzwischen zum Premierminister aufgestiegen war, entließ das Parlament, unterstellte die Ostindien-Gesellschaft der Regierung, schlug den indischen Aufstand nieder und ging wieder daran, das chinesische Volk unter Drogen zu setzen und zu plündern.

Die Briten und Franzosen drangen unter Vorwänden, gegen die Dick Cheneys Lügen über die „Massenvernichtungswaffen des Irak“ noch ehrlich erscheinen, nach Guangzhou vor und besetzten die Stadt. Dann drangen sie an der Küste entlang nach Tianjin vor, dessen Festung sie trotz großen Widerstands der Chinesen besetzten. 1860, während die britisch gesteuerte „Konföderation der Südstaaten“ versuchte, die Vereinigten Staaten zu spalten, waren die Briten und die Franzosen in Beijing, wo sie unter Lord Elgin (dessen Vater Thomas Bruce die berühmten „Elgin Marbels“ vom Parthenon der Akropolis entfernte, die nie an Griechenland zurückgegeben wurden) große Teile der Stadt plünderten und niederbrannten, darunter den sagenhaft schönen Sommerpalast.

Schließlich kapitulierten die Chinesen. Das Opium wurde legalisiert und sogar im eigenen Land angebaut, so daß es am Ende des Jahrhunderts schätzungsweise 30-40 Millionen Opium-Abhängige in China gab (soviel zu George Soros’ Argument, eine Legalisierung werde nicht zu einer Ausweitung des Verbrauchs führen). Die Zollstationen wurden von den Briten übernommen, ganz nach dem kühlen Rat Mayer Amschel Rothschilds, der in den 1790er Jahren gesagt hatte: „Laß mich das Geld einer Nation kontrollieren, dann ist mir egal, wer die Gesetze schreibt.“

Nachdem die Regierung in Beijing unter britische Kontrolle gefallen war, blieb den Briten noch die Aufgabe, das Durcheinander aufzuräumen, das sie durch ihre Unterstützung des Taiping-Aufstandes angerichtet hatten, der nun nicht mehr als Druckmittel gegen Beijing gebraucht wurde und nur noch lästig war. Die Briten schickten also ihre Streitkräfte unter der Führung von Charles „Chinese“ Gordon aus, die gerade den Sommerpalast abgebrannt hatten, um gemeinsam mit der Qing-Armee eines der größten Massaker der Menschheitsgeschichte anzurichten. Fast alle verbliebenen Anhänger der Taiping wurden umgebracht. Man schätzt, daß in dem Jahrzehnt des Taiping-Krieges insgesamt 20 Millionen Menschen umgebracht wurden.

Die Briten hatten nun die verfallende Qing-Dynastie finanziell, militärisch und politisch vollkommen in der Hand. Erst als Sun Yatsen 1911 eine republikanische Revolution auf der Grundlage des Amerikanischen Systems der physischen Wirtschaft anführte, inspiriert durch Abraham Lincolns Sieg über den britischen Versuch, die Vereinigten Staaten zu spalten, war China in der Lage, den langen und harten Kampf zur Rückgewinnung seiner Souveränität aufzunehmen.

Als 1997 der Pachtvertrag über einen Teil des britischen Rauschgift- und Bankenhauptquartiers Hongkong ablief, bestanden die Chinesen darauf, daß das gesamte Territorium von Hongkong zurückgegeben würde. Trotz eines erbitterten Ringens um diese Frage war die britische Premierministerin Margaret Thatcher nicht in der Lage, einen neuen Opiumkrieg der traditionellen Art zu führen, so daß sie der Übergabe zustimmte. Trotzdem ist bekannt, daß heute wieder Rauschgift aus dem britisch besetzten Afghanistan China überflutet.

Anläßlich der Rückgabe von Hongkong am 1. Juli 1997 produzierten die Chinesen einen Film mit dem Titel Der Opiumkrieg über den ursprünglichen Konflikt von 1839-1840 in Guangzhou. Dieser Film mit wunderbaren Aufnahmen konzentrierte sich auf die verlogenen Behauptungen der Briten, sie hätten mit ihren Verbrechen nur den Freihandel verteidigt. Obwohl der Film nicht nur in Canton-Chinesisch, sondern auch in englischer Sprache publiziert wurde, wurde er in den Vereinigten Staaten nie veröffentlicht, und ist heute leider vergriffen.





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