Die Mediendiktatur in Deutschland
11. September 2009 •

Von Helga Zepp-LaRouche

„In Deutschland sind die Medien heute kontrollierter als zu Goebbels' Zeiten“, so lautete die Aussage eines ehemaligen Chefredakteurs einer renommierten, der CDU nahestehenden Zeitung gegenüber dieser Autorin vor ein paar Jahren. Übertrieben? Keineswegs, wie wir gleich sehen, von kleineren Ausnahmen abgesehen.

In der März-Ausgabe 2004 der Zeitschrift Das Parlament erschien ein Artikel mit der Überschrift: „Wer die Medien macht, macht die Meinung, Demoskopen geben Journalisten Schuld an der Politikverdrossenheit“. Darin wurde der Projektleiter beim Allensbacher Institut für Demoskopie, Thomas Petersen, zitiert, „daß die Bildung der Bevölkerungsmeinung in ihrer Tendenz sehr eng den Inhalten der Massenmedien nachfolgt - und nicht etwa umgekehrt... Das bedeutet, Medien geben Meinungen nicht wieder, sie machen sie... Die publizistische Forschung könne keinen einzigen Fall nennen, bei dem sich erst die Meinung der Bevölkerung verändert habe, und dann die Medieninhalte.“

Ist Ihnen nicht auch schon aufgefallen, daß in den TV-Talkshows immer die selben Figuren auftauchen, und wenn schon einmal neue Personen erscheinen, daß auch sie keine Tabu- Themen ansprechen, und selbst Schmuddelkinder von der „Linken“ vor der Sendung offensichtlich ein paar Kilo Kreide gefressen haben, weil sie beim nächsten Mal wieder eingeladen werden möchten? Persönlichkeiten, bei denen der Verdacht besteht, sie könnten sich nicht an „die Regeln“ halten, werden nicht eingeladen.

„Putin beherrschte die Berichterstattung des am staatlichen Zügel gehenden Fernsehens, die Gegner konnten sich nicht in gleicher Weise darstellen“, schrieb die ach so demokratische Süddeutsche Zeitung. Das ist schon ganz schön Chuzpa für ein Verlautbarungsorgan der Globalisierung, das zwischen Dezember 2008 und April 2009 nicht einen einzigen Artikel über den Versuch des Europäischen Rats veröffentlichte, den Lissaboner Vertrag quasi ohne Öffentlichkeit durchzupeitschen. Oder haben wir da etwa die zahlreichen Artikel von Gegnern des Lissaboner Vertrages in der SZ übersehen?

Die Medien in Deutschland wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Besatzungsmächten mit „Lizenzen“ ausgestattet, und ihre Funktion war es, die Deutschen im Sinne vorwiegend angloamerikanischer Interessen „umzuerziehen“. In den vergangenen 60 Jahren haben eine immer weiter fortschreitende Konzentration in nur noch wenigen Verlagen auf dem Printmediensektor und der Parteienproporz bei den öffentlich-rechtlichen Sendern dafür gesorgt, daß nur systemkonforme Meinungen dargestellt werden. Aus der Struktur, die nach 1945 geschaffen wurde, haben sich Medienkonzerne entwickelt, die weniger das Recht der Bürger auf Information bedienen, als sich selbst als „Global Players“ im System der Globalisierung definieren. Die Bertelsmann-Stiftung ist da nur ein Beispiel.

Den Journalisten und Redakteuren käme es gar nicht in den Sinn, Artikel oder Sendungen zu produzieren, die nicht der gewünschten Linie entsprechen. Sie wissen, daß nur der perfekte vorauseilende Gehorsam einen Karriereknick verhindern kann.

Aufschlußreich ist ein Interview des Spiegel am 22.2. 2005 mit Lord George Weidenfeld, der 1942 die erste Studie zur Propagandapolitik von Joseph Goebbels verfaßte. Lord Weidenfeld, der übrigens regelmäßig den Bild-Lesern die Welt erklärt, gab hier zu, von Goebbels „angetan“ zu sein, den er „auf seine Weise“ für ein „Genie“ hielt: „Er hat es verstanden, sich vom Gegner schamlos das Beste oder Effizienteste herauszuklauben und die Vorzeichen umzukehren“. Diese Methode haben offensichtlich jetzt auch die Grünen angewandt, wenn sie von einem „grünen New Deal“ sprechen.

Die angloamerikanischen Geheimdienste studierten Goebbels sehr genau, der ehemalige Chef des Senders CBS-TV, William Paley, sprach sogar davon, daß die Entwicklung des Fernsehens die Möglichkeit gebracht habe, „to outgoebbel Goebbels“ - also die Methoden von Goebbels sogar noch zu übertreffen.

Besonders angetan zeigte sich Lord Weidenfeld im genannten Interview davon, daß er in einem Handbuch für NS-Leute den Begriff „Hörfang“ gefunden habe. „Das bedeutete: Der NS-Radiokommentator sollte schon im ersten oder zweiten Satz Meinung und Nachricht vermischen, im Sinne der nationalsozialistischen Volksaufklärung.“ Aha, jetzt wissen wir endlich, woher das kommt, daß wenn die Medien überhaupt über die BüSo berichten, sie es nach diesem Prinzip „Hörfang“ tun und es immer ungefähr so lautet: „Die BüSo hat eine apokalyptische Weltsicht und sagt schon jahrelang den Kollaps des Weltfinanzsystems voraus. Kritiker sagen, die BüSo sei...“

Lord Weidenfeld: „Wenn man es schafft, den Gegner ständig moralisch zu diffamieren und zu demoralisieren, und die Gegenwehr zu schwach ist, dann ist das der halbe Sieg.“

Und Lord Weidenfeld weiter: „Natürlich kommt es irgendwann zu einer kathartischen Reaktion, wenn Propaganda und Wirklichkeit in keiner Weise mehr übereinstimmen.“ Ja allerdings. Dieser Punkt war erreicht, als die Bürger der DDR sich nicht mehr vom Schwarzen Kanal einschüchtern ließen, und der Chor anschwoll: „Wir sind das Volk“. Dieser kathartische Punkt ist jetzt in den USA erreicht, wo die amerikanische Bevölkerung der Propaganda der Regierung nicht mehr glaubt und in Zehntausenden täglich ihre Abgeordneten bei deren Veranstaltungen zur Rede stellt.

Eine sehr große Anzahl von führenden Persönlichkeiten in der ganzen Welt weiß, daß Lyndon LaRouche und die BüSo in der Tat die einzigen waren, die auf der Basis einer überlegenen wirtschaftswissenschaftlichen Methode die Systemkrise richtig prognostizierten. Wenn die westlichen Medien an der Wahrheit interessiert wären, hätten sie die unanfechtbare Erfolgsgeschichte der Prognosen von LaRouche nach dem Ausbruch der Krise Ende Juli 2007 zum Anlaß genommen, zu untersuchen, wie es kommt, daß er recht hatte, und die ganze andere Zunft der Ökonomen völlig diskreditiert ist.

Als BüSo-Mitglieder im Herbst 2007 die verschiedenen Redaktionen in Deutschland anriefen, um sie auf die Richtigkeit der Prognosen LaRouches und der BüSo hinzuweisen, war die Antwort z.B. beim Handelsblatt: „Wir wissen was Sie sagen, aber über Sie bringen wir ganz bestimmt nichts“.

Der Wiesbadener Kurier nannte es am 11.9. „Zensur“, wenn China bei der Frankfurter Buchmesse mit einem Boykott drohe, falls regimekritische chinesische Schriftsteller teilnähmen, und zitiert dann den exilchinesischen Autor Bei Ling: „Genau wie in China. Sie wollen keine abweichenden Stimmen hören.“

Genau das gilt auch für die Haltung der deutschen Medien gegenüber allen, die hier bei uns etwas sagen, was die etablierte Meinung in Frage stellt. Der Unterschied ist nur: In China berichten die größten Tageszeitungen über die Ideen Lyndon LaRouches.

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