China will eine neue Epoche für Afrika
11. Dezember 2015 • 18:46 Uhr

Am 4. und 5. Dezember fand in Johannesburg das 6. Forum für Chinesisch-Afrikanische Zusammenarbeit (FOCAC, www.focac.org) statt. Der chinesische Präsident Xi Jinping hielt dort eine Rede, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Die Beseitigung der Armut habe Vorrang vor allem anderen. „Armut ist die Grundursache des Chaos“, sagte er, „und Entwicklung enthält den Schlüssel, um alle Probleme zu lösen.“ Er betonte Chinas Absicht, Afrika zu unterstützen, eine unabhängige Entwicklung zu sichern, und stellte Chinas berühmte neue „win-win“-Aussicht vor.

Im Anschluß an das Forum und Xis Besuch waren afrikanische Wirtschaftsexperten sehr optimistisch, was die Zukunft des Kontinents angeht. Dank der Wirtschaftsbeziehung mit China gab es bereits deutliche Fortschritte. Prof. Gerishon Ikiara, stellv. Direktor des Instituts für Diplomatie und internationale Studien der Universität Nairobi, meinte, „Chinas Entwicklungs- und Zusammenarbeitsstrategie hat dem Kontinent dabei geholfen, eine recht zügige, sichtbare und bedeutsame wirtschaftliche und soziale Umwandlung zu schaffen.“ Im Vergleich zu der Beziehung Afrikas mit China vor zwanzig Jahren habe sich „die Situation radikal geändert; heute betrachten die afrikanischen Länder China als den geeignetsten Partner für ihre Industrialisierungs- und Entwicklungsprogramme,“ sagte er.

Als das Forum im Jahr 2000 gegründet wurde, war das Handelsvolumen zwischen China und ganz Afrika 9 Mrd. Euro. Heute ist China Afrikas wichtigster Partner mit einem erwarteten Volumen von über 270 Mrd. Euro in 2015. Aber nicht nur die Menge hat sich geändert. Heute liegt das Schwergewicht auf Infrastruktur, insbesondere Verkehr und sogenannter „Hilfe zur Selbsthilfe“. China wird 200.000 Afrikaner als Facharbeiter vor Ort ausbilden, und 40.000 werden in China eine Fachausbildung erhalten.

Viele konkrete Projekte und Investitionen wurden abgeschlossen. Im Gegensatz zu den knebelnden Kreditbedingungen, die der IWF und die Weltbank den Ländern aufzwingen, betreibt China eine ehrliche Kreditpolitik. Zum Beispiel hat Chinas Entwicklungsbank 500 Mio. Dollar an Südafrikas Stromunternehmen Eskom für dessen Infrastrukturausbaupläne vergeben. Ebenso hat das südafrikanische Bahnunternehmen Transnet einen Kredit für 2,5 Mrd. für den Ausbau von Bahnstrecken, Häfen und Pipelines erhalten, während chinesische Bahnunternehmen im letzten Jahr einen Auftrag erhielten, die Hälfte von 1000 neuen Lokomotiven zu bauen, die Transnet beschaffen will. Auch in Simbabwe, das Xi Jinping besuchte, nehmen Chinas Investitionen stark zu.

Aber nicht nur die Industrialisierung steht auf der Tagesordnung, auch die Landwirtschaft kann deutlich profitieren. Mit chinesischen Investitionen soll die Lebensmittelproduktion und deren Effizienz gesteigert werden. Wegen fehlender Lagerungs- und Verarbeitungskapazitäten geht in vielen Länder ein erheblicher Teil der Ernten verloren. China wird deswegen in 100 Dörfern in verschiedenen Ländern landwirtschaftliche Projekte anfangen, und es werden 30 chinesische Agrarexpertenteams unterwegs sein, um bei den Projekten zu helfen.

Nicht zuletzt liegt China auch viel am kulturellen Austausch. Es sollen fünf Kulturzentren entstehen, 900 afrikanische Wissenschaftler werden nach China eingeladen, und in den Dörfern soll Kommunikation über Satelliten eingerichtet werden. Sogar direkte Flugverbindungen zwischen chinesischen und afrikanischen Städte wird es geben.

Das Pariser Kontrastprogramm

In ganz gegensätzlicher Absicht fand vom 30.11 bis 11.12. der COP21-Klimagipfel in Paris statt, auf dem besonders der Westen das Ziel vorgab, weder fossile Energien noch weiter die Kernenergie zu nutzen. Der südafrikanische Ingenieur Andrew Kenny hat am 27.11. diese Politik massiv angegriffen, indem er schrieb, daß die wissenschaftlichen Schwindler mit ihren Scheinrezepten Industrialisierung verhindern und Milliarden Menschen in Armut belassen wollen. Gleichzeitig erschien auf der Titelseite des kamerunischen Wochenmagazins Integration ein Interview mit dem NASA-Wissenschaftler und Meteorologen Thomas Wysmuller über den Schwindel des menschengemachten Klimawandels. Wenn alle COP21-Ziele verwirklicht würden, bedeutete dies eine Rückkehr in die Steinzeit. Die südafrikanische Konferenzbeauftragte Nozipho Joyce Mxakato-Diseko hatte bereits im Oktober die Ziele des Gipfels als eine neue Apartheid angegriffen. Ebenso nannte Arvind Subramanian, Chefökonom der indischen Regierung, das Ziel, alle fossilen Brennstoffe zu eliminieren, „CO2-Imperialismus“, während der französische Ökonom Rémy Prud’homme in einem prominenten Interview mit Le Figaro die Absicht hinter COP21 als „Klimawandel-Imperialismus“ bezeichnete.

Wir stehen also vor einer klaren wirtschaftlichen Richtungsentscheidung: Entweder Entwicklung mit Chinas „win-win“-Politik für gemeinsamen Wohlstand und Fortschritt oder wirtschaftlichen Absturz, der für viele Menschen weltweit den Tod durch Krankheit, Hunger oder Durst bedeuten wird. Die Politik eines Prinz Philip und Prof. Schellnhuber, die auf massive Bevölkerungsreduktion hinausläuft, darf niemals verwirklicht werden. Kämpfen Sie mit uns für eine würdige Zukunft aller Menschen, für jedes Kind, ob in Südafrika, China, Deutschland oder Syrien.