Davos: Chinas Seidenstraße war das beherrschende Thema
29. Januar 2018 • 13:25 Uhr

Auch wenn Sie bisher in den deutschen Medien darüber immer noch nichts oder viel zuwenig hören, mußte das jetzt sogar die New York Times zugeben. In einem Bericht aus Davos von Keith Bradsher heißt es unter dem Bild eines lächelnden Liu He ( Xi Jinpings Wirtschaftsberater, der die Hauptrede für China beim Weltwirtschaftsforum in Davos hielt), seine Präsentation sei „einer der am besten besuchten Vorträge“ gewesen und während des Forums habe OBOR die Diskussionen beherrscht.

An einem Ort der Stadt, so Bradsher, „begrüßte der brasilianische Präsident Michel Temer das unerwartete Angebot Beijings für eine enge Zusammenarbeit lateinamerikanischer Nationen für eine enge Zusammenarbeit mit der chinesischen Initiative….Am anderen Ende nutzte Pakistans Premierminister Shahid Khaqan Abbasi …. seine Rede, um die schnell wachsenden chinesischen Investitionen in seinem Land zu preisen, einschließlich dem Bau von Energieversorgung und einem großen Hafen…Nationale Staatsführer schienen in Davos darum zu wetteifern, zur engeren Zusammenarbeit mit China aufzurufen.“

Die NYT zitiert auch den Vorstandsvorsitzenden von Siemens Joe Kaeser mit den Worten: „Chinas ‚Ein Gürtel, eine Straße' wird die neue WTO – ob Ihnen das gefällt oder nicht“.

Das sei aber noch nicht alles gewesen, so Bradsher. Im selben Zeitraum rief die chinesische Regierung in einem Politischen Dokument dazu auf, eine „Polare Seidenstraße“ zu errichten, um eine Schiffsroute durch das schmelzende arktische Eis zu schaffen, die China mit Europa und dem Atlantik verbinden soll. Außerdem habe Chinas Außenminister Wang Yi beim CELAC-Treffen von lateinamerikanischen und karibischen Außenministern in Santiago/Chile enge Kooperation und Beteiligung der beteiligten Länder angeboten.

Daß derselbe Autor seinen Artikel mit der Überschrift versah, in Davos sei wohl eher China statt Trump der "Star" gewesen, ändert nichts an dieser Dyanmik und der Realität - und auch nichts daran, daß Trump eine produktive Beziehung zu Xi Jinping aufgebaut hat, die für die Lösung der amerikanischen wie der Weltwirtschaft entscheidend sein wird. Es ist nur ein weiteres Beispiel für die Versuche der alten geopolitischen Clique in Washington und London, diese positive Perspektive zu hintertreiben.

https://www.nytimes.com/2018/01/28/business/davos-trump-china.html