Die Kunst der Flanke: Rußland
17. März 2016 • 15:34 Uhr

Mit seiner Ankündigung des Abzugs eines Großteils der russischen Truppen in Syrien hat Präsident Putin die Welt genauso überrascht, wie vor einem halben Jahr, als er ihren Einsatz beschloß. In diesem halben Jahr hat Rußland bewirkt, was der Westen nicht erreichen konnte bzw. nicht wollte. Das war nur durch die Zusammenarbeit mit Bodentruppen vor Ort, der syrischen Armee, möglich. Viele Militärs im Westen, auch in den USA, haben frühzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß man mit einem Luftkrieg allein den Terrorismus nicht besiegen kann. Sie stießen aber bei Obama und der angloamerikanischen Kriegspartei auf taube Ohren.

Jetzt versucht Obama erneut dem amerikanischen Kongreß seine gescheiterte Politik „Ausbilden und Ausrüsten“, dem Versuch angeblich moderate Kämpfer gegen die Regierung Assad auszubilden und mit Waffen auszurüsten, zu verkaufen. Der letzte Versuch, der den amerikanischen Steuerzahler 500 Mio. Dollar gekostet hat, endete im Fiasko. Von den wenigen Kämpfern, die das Programm beendeten, liefen viele sofort zum IS oder zur Al-Nusra-Front über oder überließen diesen wenigsten das amerikanische Waffenarsenal. Daß der Kongreß mit diesem Wissen noch einmal seine Zustimmung geben wird, darf deshalb bezweifelt werden.

Wenn sich Rußland jetzt stärker auf einen Friedensschluß und die Versorgung der notleidenden syrischen Bevölkerung konzentriert, ist das sicherlich zu begrüßen. Der Waffenstillstand kam nur durch die Zusammenarbeit der USA und Rußlands in den Personen ihrer Außenminister, Kerry und Lawrow, zustande. Ost und West müssen sich jetzt auf den Wiederaufbau Syriens und der ganzen Nahostregion im Rahmen des Projekts der Neuen Seidenstraße verständigen. Nur so kann ein dauerhafter Frieden erreicht werden.

Mehr dazu:
Webcast mit Helga Zepp-LaRouche vom 16.03.2016
Das Phönix-Projekt: Syrien neu erschaffen