Die USA haben in Syrien ihre Ehre verloren
9. Mai 2016 • 10:12 Uhr

Für jeden der abseits der Propaganda in hiesigen Medien den Hintergrund des blutigen Krieges in Syrien ergründen will, ist dieses Interview von Bedeutung. In einem ca. 50 minütigen Gespräch mit EIR-Redakteur Jeff Steinberg berichtet US State Senator Richard Black (Rep., Virginia) über seine vor kurzem erfolgte Reise in den Libanon und nach Syrien. Syrien sei das fortschrittlichste Land in der arabischen Welt gewesen, in dem Christen, Alewiten, Sunniten und Schiiten friedlich miteinander gelebt haben. Auch bei der Gleichberechtigung der Frauen habe kein anderes Land der Region mithalten können. Aber das amerikanische Verteidigungsministerium habe bereits 2001 den Auftrag erteilt, die Möglichkeit eines Staatsstreichs gegen die gewählte Regierung zu ergründen. Es habe zehn Jahre an Vorbereitungen bedurft, bis diese Politik umgesetzt wurde. Dank des heroischen Einsatzes des syrischen Volkes und des russischen Eingreifens sei der Plan aber bisher mißlungen.

Viele, die 2011 demonstriert hätten, wollten Reformen aber keinen Putsch. Plötzlich seien die Fahnen Al-Kaidas und militärische Waffen bei den Demonstrationen aufgetaucht und die Terroristen hätten gegen den Willen vieler Demonstranten dem Ganzen die tödliche Richtung gegeben. Das Perfide an der Geschichte sei, daß es Amerikaner, Briten und Franzosen gewesen sind, die erst den Sturz Gaddafis, eines verbündeten Staatsoberhaupts, betrieben und dann Waffen aus Libyen über die Türkei nach Syrien verschifft hätten, um das libysche Szenario in Syrien zu wiederholen.

Heute bezeichne man die Al-Kaida- bzw. Al-Nusra-Terroristen, also diejenigen, die für die Anschläge am 11. September 2001 verantwortlich gewesen sind, als „gemäßigte Rebellen“ und will sie sogar mit tragbaren Boden-Luftraketen (Manpads) ausrüsten, mit denen sie dann, nicht nur in Syrien, jedes beliebige Flugzeug bei Start oder Landung vom Himmel holen könnten.

Senator Black, der selber bei den Marines war, zog das Resümee, daß die amerikanischen Regierungen mit dieser schmutzigen Vorgehensweise das Ansehen der Vereinigten Staaten und all die Werte, für die man einst eingetreten sei, zerstört habe. Und Redakteur Steinberg fügte hinzu, daß nur, wenn schleunigst eine Korrektur der amerikanischen Außenpolitik erreicht werde, die Gefahr eines Weltkrieges gebannt werden könne.

Hier finden Sie das ganze Interview (auf Englisch).

siehe auch: US-Senator:„Ich werde Syriens Stimme sein”