ESA-Umfrage: Überwältigende Zustimmung zur Raumfahrt bei europäischen Bürgern
6. Dezember 2016 • 11:43 Uhr

Ein „Bürgerdialog“ der Europäischen Weltraumbehörde ESA in ihren 22 Mitgliedstaaten hat ergeben, daß 88% der Befragten das Weltraumprogramm der Behörde unterstützen. Und sogar 96% waren überzeugt, daß der Weltraum Möglichkeiten bietet, die auf der Erde nicht existieren, aber wahrgenommen werden sollten. In seinem Bericht über die Umfrage beim „Frieslandmahl“ auf dem Fliegerhorst Upjever betonte der frühere deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter, der heute Chefkoordinator der ESA für Angelegenheiten der Internationalen Weltraumstation (ISS) ist, dies gebe Grund zum Optimismus.

Zu dem endlosen Budgetstreit auf europäischer Ebene sagte Reiter, die 8 Mrd.€, die in den letzten fünf Jahren ausgegeben wurden, hätten 14,5 Mrd.€ an wirtschaftlichem Nutzen für Europa und seine Bürger generiert. Weiter sagte er: „Es geht auch um den politischen Aspekt der Zusammenarbeit: Die funktioniert trotz der Konflikte auf der Erde durchaus gut.“ 95 Staaten seien an der Forschungsarbeit der ISS beteiligt, „dort oben werden Ziele zum Wohle aller Menschen verfolgt“.

Reiter sprach auch optimistisch über die Aussichten für die Erforschung des Mondes, insbesondere der erdabgewandten Seite des Mondes. Von dort aus könnten später auch Missionen zur weiteren Erkundung des Alls gestartet werden. Er verteidigte nachdrücklich die bemannte Raumfahrt: Der Mensch könne dank seiner Kreativität auf unerwartete Herausforderungen reagieren und Operationen in einer Weise anpassen, zu der Roboter nicht oder kaum in der Lage sind. Deshalb sei die Präsenz des Menschen im All unverzichtbar.

Beim Treffen der ESA-Forschungsminister am 2.12. in Luzern fiel noch keine Entscheidung über die Mondmissionen. Aber die Skepsis hinsichtlich der Fortsetzung des unbemannten Projekts ExoMars wurde überwunden, trotz des Rückschlags mit der gescheiterten Landung des Testmoduls im November. Die Minister gaben grünes Licht für weitere 400 Mio.€, damit die Landung des Rovers auf dem Roten Planeten vorbereitet werden kann. Der geplante Landetermin wurde von 2018 auf 2020 verschoben.