Frieden heißt Entwicklung: Xi Jinping bietet Arabischer Liga „Win-win“-Zusammenarbeit an
22. Januar 2016 • 11:39 Uhr

Bei seiner Rede vor der Arabischen Liga in Kairo bot der chinesische Präsident Xi Jinping Zusammenarbeit für Frieden und Entwicklung an, einschliesslich spezifischer Projekte und Kredite für die ganze Region von mehr als 55 Mrd. $. CCTV übertrug die Rede mit englischer Simultanübersetzung live und andere chinesische Fernsehstationen in arabischer Sprache.

Präsident Xi, der zuvor zu Staatsbesuchen in Iran, Saudi-Arabien und Ägypten gewesen war, ging in seiner Rede von der chinesischen Seidenstraßen-Politik („Ein Gürtel, eine Straße“) aus. „Der Schlüssel zur Überwindung von Schwierigkeiten ist, Entwicklung zu beschleunigen.“ „Chaos im Nahen Osten rührt aus dem Mangel an Entwicklung und die letztendliche Lösung wird von Entwicklung abhängen, die für jeden Wohlergehen und Würde gewährleistet. Das ist ein Wettlauf mit der Zeit und ein Kampf zwischen Hoffnung und Ernüchterung. Nur wenn junge Menschen mit Würde ein erfülltes Leben durch Entwicklung führen können, kann sich die Hoffnung in ihrem Herzen durchsetzen. Nur dann werden sie von sich aus Gewalt, extremistische Ideologien und Terrorismus zurückweisen.“ „Aussenstehende Nationen können keine Lösungen aufdrängen. China wird sich keinen Stellvertreter [in der Region] aussuchen.“ Stattdessen biete China eine „win-win“-Strategie für alle Länder der Region an, die auf gemeinsamen Interessen basiert. Xi sprach in seiner Rede auch über die Ungerechtigkeit gegenüber der palästinensischen Bevölkerung, betonte Chinas Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung auf der Grundlage der Grenzen von 1967 und kündigte eine Unterstützung von 7.6 Mio. $ für die Palästinenser an.

In seiner Rede stellte Präsident Xi vier Bereiche für eine engere Zusammenarbeit Chinas mit den arabischen Staaten vor.

Zu Terrorismus und Extremismus sagte er, der Grund dafür liege nicht in einem einzelnen Land oder einer einzelnen Religion. „Wir sollten die Symptome behandeln, aber auch die Ursache.“ China wird deshalb ein Forschungsinstitut für chinesisch-arabische Reform gründen und dafür „100 berühmte Persönlichkeiten“ einladen. Im Sicherheitsbereich wird China den arabischen Staaten $300 Millionen $ zur Unterstützung des Kampfs gegen Terrorismus zur Verfügung stellen.

Zweitens strebt China langfristige Abkommen für die Kooperation im Energiesektor an, die sowohl den Kauf von Öl als auch fortschrittliche Technologien beinhalten soll. Er betonte, „Chinas Investitionen begeben sich auf die Überholspur“ - mit Schwerpunkt auf dem Export von Industriegütern und im Bereich Transport.

China wolle außerdem seine eigenen Fortschritte in der Entwicklung effizienter Industrien wie der Autoproduktion nutzen, um Arbeitsplätze in der arabischen Welt zu schaffen. Mit Ägypten wurden gerade für 15 Mrd. $ konkrete Investitionsprojekte abgeschlossen. 10 Mrd. $ Kredite gehen an arabische Länder zum Ausbau der Industriekapazität, 20 Mrd. $ an die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar für Hochtechnologie-Industrie und weitere 10 Mrd. für zusätzliche Projekte. Außerdem haben China und die arabischen Staaten ein Ausbildungszentrum für die friedliche Nutzung der Kernenergie und andere „saubere“ Energien eingerichtet.

Schliesslich geht es um „den zivilisatorischen Austausch“, gegründet auf dem gegenseitigen Respekt der Kulturen. In diesem Bereich werde die Zusammenarbeit „mehr Bereiche für win-win-Kooperation durch das chinesische „Ein Gürtel-Eine Straße“-Projekt entdecken.“ China lädt hundert Gelehrte und Experten ein, sowie eintausend junge arabische Führungskräfte. Jeweils zehntausend Stipendien und Ausbildungsplätze für Jugendliche aus dem arabischen Raum sollen in China geschaffen werden, für die jetzt Vorschläge eingereicht werden können.

China und die arabischen Staaten werden mit einem „Seidenstraßen-Buchprojekt" hundert chinesische und arabische Klassiker in die jeweils andere Sprache übersetzen. Xi betonte: „Die chinesische und arabische Zivilisationen haben ihre eigenen Systeme und Charakteristika, aber beide verkörpern die gemeinsamen Ideale und Bestrebungen der Menschheit für Entwicklung und Fortschritt und beide verteidigen Werte wie Mässigung, Frieden, Vergebung, Toleranz und Zurückhaltung.“