Karikaturenverbot: Über die EU darf nicht gelacht werden
19. September 2017 • 17:07 Uhr

Eine Ausstellung von Karikaturen aus Griechenland, die der Europaabgeordnete Stelios Kouloglou von der Syriza-Partei und sein französischer Kollege Patrick Le Hyaric organisierten, soll Ende September im Rahmen der Feiern zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge in Brüssel gezeigt werden. Aber nicht weniger als 12 der 28 ausgewählten griechischen Karikaturen wurden von der EU abgelehnt, weil sie angeblich „europäischen Werten widersprechen“ - sprich scharfe Kritik an der Brüsseler Politik gegenüber Griechenland ausdrücken - und „aufhetzerisch“ gegen die Einheit der Union wirken könnten.

Zwei der abgelehnten Karikaturen zeigen ein Hakenkreuz als Polemik gegen die EU-Diktatur, um anzudeuten, daß sie an Europas finsterste Zeiten erinnert, aber die meisten könnten genausogut aus irgendeiner liberalen Zeitung stammen. Ein weiteres Beispiel für die Zensur: Eine der verbotenen Karikaturen, zum Thema „Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten“, zeigt Staats- und Regierungschefs beim Start zu einem Autorennen - Hollande aus Frankreich im Renault, Rajoy aus Spanien im Seat, Gentiloni aus Italien im Fiat, und den griechischen Regierungschef Tsipras in einem Karren, den ein Rentner zieht, während Angela Merkel in einem Porsche mit Finanzminister Schäuble als Fahrer sitzt.

Kouloglou hat beim Präsidenten des Europaparlaments, Antonio Tajani, offiziell Beschwerde eingelegt.

Die Karikaturen sind hier im Internet zu sehen
http://tvxs.gr/news/eyropi-eop/apopeira-logokrisias-xoris-proigoymeno-st...?