Staatsbesuch von Präsident Xi in Ägypten: "Win-win"-Kooperation für Frieden
21. Januar 2016 • 12:51 Uhr

Der Staatsbesuch in Ägypten von Chinas Präsident Xi Jinping ist Teil der „Seidenstraßen“-Friedensdiplomatie“ Chinas in Nordafrika und Nahost.

China und Ägypten hatten 1956, also vor 60 Jahren, ihre diplomatischen Beziehungen aufgenommen, ein Startschuß für Chinas Beziehungen mit der arabischen Welt. In einem Gastbeitrag für die ägyptische Zeitung Al Ahram am 19.1. unterstrich Präsident Xi Jinping die Bedeutung des Verhältnisses zu Ägypten, die er als exemplarisch für die Beziehungen zur arabischen Welt bezeichnete. „In sechs Jahrzehnten hat sich die chinesisch-arabische Freundschaft und Zusammenarbeit historisch gewandelt, wobei wir viel wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Trotz Veränderungen in der internationalen Lage respektieren und behandeln sich beide Seiten als gleichberechtigt und haben als Freund, Bruder und Partner zusammengearbeitet. Was uns verbindet, ist die Entschlossenheit für eine „win-win“-Kooperation und gemeinsame Entwicklung. Egal wie die Dinge sich verändern werden, gemeinsame Interessen und nachhaltige Entwicklung waren immer das gemeinsame Anliegen beider Seiten. Wir respektieren das jeweilige soziale System und den Entwicklungskurs des anderen und haben einen Dialog der Zivilisationen gefördert. Die chinesisch-ägyptische Zusammenarbeit ist über die Jahre von den Prinzipien gemeinsamen Vertrauens, gemeinsamer Hilfe, gemeinsamen Vorteils und gemeinsamer Prosperität bestimmt gewesen.“

Präsident Xi Jinping unterstrich die Bedeutung der chinesischen Neuen Seidenstraßenpolitik (“Ein Gürtel, Eine Straße“) und die gemeinsamen Entwicklungspläne, die dafür jetzt umgesetzt werden sollen. Insbesondere betonte er die Notwendigkeit für Frieden im Nahen Osten. „China und die arabischen Länder müssen den Frieden in der Region verteidigen. Es gibt keine Ruhe in der Welt mit Instabilität im Nahen Osten. Das Studium der Geschichte zeigt, daß Gewalt nie die richtige Lösung für Probleme ist; eine „Nullsummen“ - oder „Der Gewinner bekommt alles“-Logik entspricht nicht den Erfordernissen unserer Zeit. Der sicherste Weg, um den größten gemeinsamen Nenner der Interessen verschiedener Parteien zu finden, ist, einen Konsensus zu suchen und sich verständnisvoll und entgegenkommend zu verhalten. China wird wie bisher auch den Friedensprozeß im Nahen Osten fördern. China unterstützt einen eigenständigen, souveränen palästinensischen Staat auf Grundlage der Grenzen von 1967 , mit Ostjerusalem als Hauptstadt. China wird weiter zum Gemeinwohl beitragen und mit Ägypten und anderen arabischen Ländern zusammenarbeiten, um Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu sichern.“

Die Beziehungen beider Länder reichen weit zurück, wie Präsident Xi schrieb: " China und Ägypten sind alte Kulturen. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern gehen bis in die Antike zurück. Vor mehr als 2000 Jahren schickte der Kaiserhof der Han-Dynastie Emissäre nach Alexandria. Die antike Seidenstraße verband beide Seiten.“ Beim Besuch des chinesischen Präsidenten ist auch eine Kulturvorstellung mit Präsident Sisi beim historischen Luxor- Tempel (1400 v.Ch.) vorgesehen. 2016 wurde zum ägyptisch-chinesischen Kulturjahr erklärt.

Außerdem betonte Präsident Xi seine persönlichen Beziehungen zu Ägypten, das er vor 16 Jahren zuerst besucht hatte. Er unterstrich die guten Beziehungen zu Präsident Al-Sisi und hob dessen Anwesenheit bei den Feierlichkeiten zum Ende des 2. Weltkriege in Beijing letztes Jahr hervor. Xi erinnerte auch an das Treffen des damaligen chinesischen Preminiers Zhou En Lai und Präsident Gamal Abdul Nasser bei der Bandung-Konferenz gegen Kolonialismus und Hegemoniestreben („Blockfreien-Bewegung“), das die Voraussetzungen für die spätere Aufnahme diplomatischer Beziehungen schuf.