UN-Vollversammlung: Afrika fordert seinen rechtmäßigen Platz in der Welt
3. Oktober 2017 • 12:30 Uhr

Die Interventionen mehrerer afrikanischer Staatschefs in der diesjährigen UN-Vollversammlung zeigten zunehmenden Optimismus und Selbstvertrauen auf dem Kontinent, was vor allem den von China gebauten und finanzierten Großprojekten und der realen daraus entstandenen wirtschaftlichen sowie sozialen Verbesserung zu verdanken ist. Sie alle betonten die Notwendigkeit, Gewalt, Terrorismus und Extremismus u.a. durch wirtschaftliche Entwicklung und Abbau der Armut zu bekämpfen, was auch der Schlüssel zur Lösung der Flüchtlingskrise ist. Neben der Gürtel- und Straßen-Initiative setzen viele afrikanische Länder auf die BRICS-Dynamik, die dem Kontinent neue Perspektiven verschafft. Ägypten und Guinea gehörten zu den fünf Ländern, die Anfang September im chinesischen Xiamen erstmals Gäste eines BRICS-Gipfels waren.

Vor der UN-Generalversammlung betonte der ägyptische Präsident Abdel Fattah Al-Sisi am 19.9.: „Afrika liegt Ägyptens Außenpolitik am Herzen... Dort liegen unsere historischen Wurzeln, und aus Afrika ziehen wir den Stolz auf unsere Identität und unser tiefes Zugehörigkeitsgefühl. Dieser Kontinent ist inzwischen auch den gleichen Sicherheitsbedrohungen unterworfen, vor denen die arabische Region steht, und er stellt ein wichtiges Beispiel der Krise in der gegenwärtigen internationalen Wirtschaftsordnung dar, die Armut und wirtschaftliche Ungleichheit zementiert. Diese globale Ordnung trägt eine große Verantwortung für die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisen, die den Frieden und Stabilität auf der Welt bedrohen, was jede Diskussion über nachhaltige Entwicklungsziele vergeblich macht.“ Al-Sisi verurteilte mehrfach die gegenwärtige Weltordnung mit ihrer Gewalt und ihren „Nullsummenspielen“.

Alphonse Condé, der Präsident Guineas, das gegenwärtig die Präsidentschaft der Afrikanischen Union innehat, erklärte am selben Tag, das früher unterdrückte und ausgebeutete Afrika sei jetzt erwacht. „Das 21. Jahrhundert wird zweifellos ein Jahrhundert sein, in dem Afrikaner mehr zählen und entscheidend sein werden, weil unter Afrikas Staatsführungen und Jugend immer mehr die Überzeugung herrscht, daß die Stunde der Erneuerung gekommen ist.“ Der Mangel an Entwicklung sei nicht Afrikas Schicksal, im vergangenen Jahrzehnt sei es der dynamischste Kontinent von allen gewesen. Condé betonte, Afrika brauche jetzt wirtschaftliche Diversifizierung und Industrialisierung.

Als Vertreter Südafrikas, das schon BRICS-Mitglied ist, verurteilte Präsident Zuma rundheraus die westliche Strategie der „Regimewechsel“. Er ist derzeit selbst Opfer einer solchen Operation, hinter der internationale Finanzinteressen stehen, die das Land ausbeuten wollen.