Warum unterstützt der Westen saudische Kriegsverbrechen gegen Jemen?
14. Februar 2017 • 11:57 Uhr

Drei Hilfswerke der Vereinten Nationen – FAO, UNICEF und WFP – veröffentlichten am 10.2. einen gemeinsamen Bericht, der unterstreicht, warum die saudische Blockade des Jemen im Rahmen des saudischen Krieges gegen die angeblich vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen sofort beendet werden muß.

Dem UN-Bericht zufolge haben inzwischen 17,1 Mio. der 27,4 Mio. Jemeniten Schwierigkeiten, sich zu ernähren – eine Zunahme um 3 Mio. in nur 7 Monaten. 7,3 Mio. Menschen brauchen nach vorläufigen Schätzungen Nahrungsmittelhilfen, was auf die zunehmende Verschlechterung der Lebensbedingungen im Zuge des Konfliktes zurückgeführt wird.

Ein UNICEF-Bericht vom 31.1. besagt, daß 2016 im Jemen etwa 63.000 Kinder an Mangelernährung starben, fast eine halbe Million leiden an „schwerer akuter Mangelernährung“, d.h. sie sind kurz vor dem Verhungern. „Das gegenwärtige Ausmaß des Hungers im Jemen ist beispiellos und dies führt zu schweren Leiden und negativen humanitären Konsequenzen für Millionen Jemeniten“, erklärte Stephen Anderson, der Direktor des WFP.

Diese Tragödie ist eine direkte Folge der gnadenlosen Bombenangriffe gegen den Jemen, die die Saudis seit März 2015 mit Unterstützung des Westens durchführen. Der Flughafen der Hauptstadt Sanaa wurde zerstört, und der einzige von der Regierung kontrollierte Hafen, Hudaida, wird von der Seeseite blockiert, und die Ladekräne wurden bombardiert. Die Saudis verhindern, daß vier neue Kräne des WFP in den Hafen geliefert wurden. Der zweite große Hafen des Landes, Aden, ist aufgrund der Präsenz von Al-Kaida und IS/Daesch für Hilfslieferungen zu unsicher.

UN-Beobachter und Vertreter von Hilfsorganisationen warnen, daß die von den Saudis angeführte Koalition Kriegsverbrechen begeht, indem sie Schulen, Krankenhäuser, Märkte und andere zivile Ziele angreift. Aber es wird nichts getan, um die Bombenangriffe zu unterbinden. Die britische Regierung bekräftigte sogar im vergangenen Monat, daß sie trotzdem weiter Waffen nach Saudi-Arabien liefern wird, was heftige Proteste im Unterhaus auslöste.