Griechische Gewerkschaften: „Erst kommen die Menschen, dann Profite und Märkte!"

Auch wenn die griechische Regierung behauptet, die Bevölkerung stünde hinter ihr, ist nichts weiter von der Wahrheit entfernt. Ein Drittel der griechischen Bevölkerung will gegen die massive Austeritätspolitik auf die Straßen gehen: die GSEE (Allgemeine Vereinigung der Griechischen Arbeite), die zwei Millionen Arbeiter des privaten Sektors repräsentiert, entschied Ende der Woche, am 24. Februar einen Ausstand durchzuführen. Das Motto des Streiks:„Menschen kommen zuerst, Märkte und Profite danach". Ein Vertreter der GSEE beschuldigte die Regierung, sie hätte „vor den Märkten kapituliert".

ADEDY, die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, welche 600.000 staatliche Arbeiter repräsentiert, plant für den 10. Februar einen Streik, um gegen Pläne der Regierung zu protestieren, keine Gehaltserhöhungen für bestimmte Einkommenskategorien zuzulassen und extra Vergütungen für alle staatlichen Arbeiter zu streichen. „Unsere schlimmste Erwartung wurde bestätigt," sagte der ADEDY-Vorsitzende Spyros Papaspyros gegenüber Bloomberg: „Da wird noch mehr kommen".

 Die Gewerkschaft der Finanzamt-Angestellten trat am 4.2. in den Streik, wobei 14000 Arbeitern, 98% der Mitgliederschaft auf die Straßen gingen und das Wirtschafts- und Finanzministerium blockierten.

Mittlerweile sind die griechischen Landwirte in der dritten Woche ihrer Protestaktionen - wobei sie mit ihren Traktoren an 20 Punkten in Zentral- und Nord-Griechenland Straßen blockieren. Das betrifft auch die bulgarischen Grenzübergänge, wobei der Ministerpräsident Bulgariens, Borisove den EU Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso anrief, um eine Lösung zu verlangen.

In Spanien drohten die Gewerkschaften ebenfalls mit massiven Protesten, nachdem die Regierung Haushaltskürzungen, Anhebung des Rentenalters und Lohnstops angekündigt hatte. In Portugal will die Regierung nationale Guthaben verkaufen und weitere Privatisierungen durchsetzen, um Staatsschulden zu zahlen. Die Gewerkschaften im öffentlichen Sektor haben die geplanten Kürzungen als „skandalös" abgelehnt und vor Streiks gewarnt. Portugal, mit seinen 10 Millionen Einwohnern hat eine offizielle Arbeitslosigkeit von 10%.

 

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