Groß denken, um den Weg aus der Krise zu finden!
20. September 2010 •

Konferenz. In Köln fand am 11. September die erste einer
Serie von Veranstaltungen der BüSo über den Wiederaufbau der
Weltwirtschaft durch Großprojekte statt.

Mit der ersten einer Reihe von geplanten Konferenzen1
in Deutschland zum Thema „Jahrhundertprogramm für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft:
NAWAPA - Beringstraße - Eurasische Landbrücke“ wurde
in Köln am 11. September 2010 ein Vorgeschmack auf eine neue Ära gegeben - eine
Ära, die sich auf technologische Entwicklung und kulturellen Optimismus
gründet, der in der Vergangenheit stets die treibende Kraft war, wenn es darum
ging, den Fortschritt der Menschheit voranzutreiben, den Lebensstandard der
Menschen zu erhöhen und durch das Verständnis der menschlichen Kreativität positiv
auf unser Umfeld einzuwirken.

Die Bundesvorsitzende der BüSo,
Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die Konferenz mit der
Darstellung der für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft erforderlichen
Kursänderung, wobei sie die Bedeutung der USA insbesondere in den nächsten
Wochen hervorhob - ein kleines Zeitfenster, in dem die erforderlichen Maßnahmen
ergriffen werden müssen, um nicht in einen kettenreaktionsartigen Wirtschafts-
und Finanzkollaps zu geraten. Aber sie machte auch deutlich, welche
entscheidenden Auswirkungen es auf der anderen Seite weltweit haben
wird, wenn die Mobilisierung für das NAWAPA-Projekt
sich dort durchsetzen kann.

In den USA hat sich nun eine Massenstreikdynamik entwickelt,
in der sich in der Bevölkerung angesichts der katastrophalen Zustände in vielen
Teilen der USA mit hoher Arbeitslosigkeit, Wachsen von Zeltstätten, dem
Halbieren oder gar Dritteln des Personalbestands von Polizei und Feuerwehr, der
Verarmung der Bevölkerung und dem Nichtstun der Politik ein immer deutlicheres
Bewußtsein entwickelt, daß die Politiker und Parteien über die letzten
Jahrzehnte hinweg und insbesondere im letzten Jahr katastrophal versagt haben.

In diesem Umfeld schlage die Mobilisierung der LaRouche-Kampagne für das NAWAPA-Projekt
„wie ein Donnerblitz“ ein, immer mehr Ingenieure und große Teile der breiten
Bevölkerung stimmen zu. Den Amerikanern sei durch die vielen Großprojekte unter
Präsident Franklin Roosevelt bewußt, daß es sehr wohl Alternativen zur
Sparpolitik gibt, weshalb Kanzlerin Merkels Aussagen, ihre Politik sei
„alternativlos“, sehr schal wirken. Um das Ausmaß des bisher weltweit größten
Infrastruktur-Vorhabens zu verdeutlichen, wurde das animierte Übersichtsvideo
über das NAWAPA-Projekt gezeigt, das Sie auf der
Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität unter www.bueso.de/infrastruktur/
finden.

Claudio Celani, EIR-Redakteur und stellvertretender Vorsitzender des
Movimento Solidarieta in
Italien, stellte dann das Transaqua-Projekt für
Afrika vor, das das Wiederauffüllen des Tschadsees durch die Umleitung von
Wasser aus Nebenflüssen des Zaire-Flusses ermöglichen würde und gerade diese
Krisenregion ausreichend mit Wasser versorgen könnte. (Lesen Sie dazu den
Artikel von Portia Tarumbwa-Strid
in der letzten Ausgabe.)

Hubert Mohs, stellvertretender
Vorsitzender des BüSo-Landesverbands
Baden-Württemberg, befaßte sich in seinem Beitrag mit dem Thema Kerntechnik und
überraschte wohl jeden Anwesenden durch die Natürlichkeit und
Liebenswürdigkeit, mit der er sich diesem Thema widmete. Dabei machte er anhand
von einigen Beispielen - z.B. des Zusammenhangs zwischen Lebenserwartung und
Energieverbrauch einer Gesellschaft - die Notwendigkeit einer höheren
Energieflußdichte und damit verbunden der Kernenergie sehr deutlich und räumte
mit einigen der üblichen Schreckgespenster bzgl. Tschernobyl, Endlagerung etc.
auf.

Rainer Apel, ebenfalls EIR-Redakteur,
sprach über das Potential der Entwicklung Sibiriens und insbesondere über die
Wiederauffüllung des Aralsees, der in den letzten 50 Jahren um mehr als 60%
geschrumpft ist, und die damit verbundenen Probleme.

Ein wichtiger Punkt war natürlich die große Bedeutung des
deutschen Mittelstands und der deutschen Maschinenbaukapazität für die
Realisierung solcher Projekte, weil dies in keinem anderen Land ähnlich
entwickelt und ausgebaut vorhanden ist.

Alle Vorträge werden demnächst als Audiodateien auf der
Internetseite der BüSo NRW, www.bueso.de/nrw,
veröffentlicht werden.

Selbst den größten Kulturpessimisten - oder „praktischen
Realisten“, wie sie sich gerne nennen - muß es wie Schuppen von den Augen
gefallen sein, welche Stunde geschlagen hat und daß die Bevölkerung durchaus -
wenn auch noch langsam und träge - begonnen hat, die blind übernommenen Dogmen
der grünen Antifortschritts- und zu Unrecht so genannten Umweltorganisationen
sowie der liberalen Wirtschaftstheorien zu hinterfragen und ihnen auf den Grund
zu gehen. Welche erleichternde Folgen diese sokratische Auseinandersetzung für
alle Beteiligten hatte, zeigte sich insbesondere in dem äußerst angeregten
Dialog zwischen den Rednern, Mitgliedern und Gästen dieser Veranstaltung.
Typische „Einwände“ oder „Bedenken“ betrafen die Fragen der Kerntechnik, des
Umweltschutzes oder der Finanzierung solcher Großprojekte - so wie diese seit
Jahrzehnten von den Politikern und Massenmedien vorgeschützt werden, wenn es
darum geht, die Ablehnung von Investition in den produktiven Bereich zur
Reaktivierung der Gesellschaft und der Wirtschaft zu rechtfertigen.

Man vergleiche dies mit der Bereitwilligkeit, Riesensummen
in die Rettungspakete für Finanzinstitute zu stecken, die keinerlei Wirkung
zeigten - was natürlich vorher abzusehen war, wenn man an die Erfahrung aus den
dreißiger Jahren denkt, als Europa den Weg der Sparpolitik beschritt, um
Finanzinteressen zu bedienen, was zu einer uns allen bekannten
wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und moralischen Katastrophe führte,
wohingegen die USA unter Roosevelt jene Maßnahmen ergriffen, die auch heute
wieder eine Frage des Überlebens sind.

Das ist zunächst einmal die Einführung eines Glass-Steagall-Standards, also eines Trennbankensystems,
das die Geschäftsbanken unter staatlichen Schutz stellt, damit die
Spareinlagen, die Renten und die Löhne der Bevölkerung geschützt sind, und die
Investmentbanken ihrem selbstverschuldeten Schicksal überläßt. Die dadurch von
der Last der Spekulationen befreite Wirtschaft kann unter souveräner Führung
durch staatliche Investitionen in wohldefinierte realwirtschaftliche Projekte,
allen voran in die Infrastruktur, wieder aufgebaut werden und so ein großer
Teil der Bevölkerung aus Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung in
produktive, gut bezahlte und vor allem sinnvolle Arbeitsplätze gebracht werden.

Was durch die Vorträge und die Diskussionsbeiträge sehr
deutlich wurde, ist der allgemeine Wunsch, den derzeit vorherrschenden
politischen Konsens bzw. die öffentliche Meinung durch die Idee abzulösen, daß
die Gesetze des Universums wißbar sind und vom
Menschen entdeckt und angewendet werden müssen, und daß ein Fortschritt und
damit die Gewährleistung eines hohen Lebensstandards für eine wachsende
Weltbevölkerung nur durch die kreative Hypothesenbildung des Menschen über
universale Gesetze möglich ist. Und einen hohen Lebensstandard wünscht sich
doch jeder, nicht wahr?

           
Katarzyna Kruczkowski,
Landesvorsitzende BüSo NRW

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