Illustre Berater bei Campact.de
25. Oktober 2010 • 15:55 Uhr

Eine der Beraterinnen von Campact (Campaign and Action) ist Maritta Rogalla von Bieberstein Koch-Weser. Die Dame mit dem längeren Nachnamen stammt aus älterem sächsischen Adel (Rogalla von Bieberstein) und ist die Ehefrau von Caio Koch-Weser, Vizedirektor der „grünen" Deutschen Bank Gruppe. Caio Koch-Weser sitzt im Aufsichtsrat der in Brüssel ansässigen European Climate Foundation, die aus Stiftungen von Superreichen und Hedgefonds gespeist wird und in Deutschland Organisationen wie die Klima-Allianz und campact.de unterstützt. Das radikal-ökologische Netzwerk Campact ist derzeit einer der Hauptorganisatoren verschiedenster Protestaktionen - gegen Stuttgart 21, gegen verlängerte Atomkraftwerklaufzeiten und andere Projekte des Industriestandortes Deutschland.

Sollte die alte Trennung: „Ihr da oben, wir da unten", also endlich überwunden sein? Oder werden solche Organisationen als Fusssoldaten einer imperialen und bankrotten Finanzoligarchie benutzt, die die grüne Ideologie dazu einsetzt, um der Menschheit ihr unveräußerliches Recht auf Entwicklung und Fortschritt als zu teuer, klimaschädlich etc. "auszureden"?

Die Beraterrolle von Frau Koch-Weser bei campact ist ein sehr interessanter Mosaikstein in einer mittlerweile drei Jahrzehnte dauernden „Öko-Elite"-Karriere. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Forschungsarbeiten in Brasilien promovierte sie 1975 an der Universität Bonn und unterrichtete dann 1976-79 Anthropologie an der George Washington University in Washington DC. Darauf folgten verschiedene Funktionen in der Weltbank, wo sie von 1980 bis 1998 tätig war, zum Beispiel als Chefin der Abteilung für die Beurteilung von Entwicklungsprogrammen auf ihre „Umweltverträglichkeit." Zuletzt avancierte sie zur Chefin des Weltbank-Programms zur „Verwaltung von Umwelt und Naturressourcen der Technik-Abteilung für Asien." In den 80er Jahren lag der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bei der Weltbank auf Agrarprogrammen für den südamerikanischen Bereich, insbesondere Brasilien. Ihr in Brasilien geborener Ehemann Caio war damals ebenfalls bei der Weltbank tätig und brachte es dort bis zum Vizedirektor.

Ein Karrieresprung für Maritta Koch-Weser dürfte ihre Ernennung zur Generaldirektorin des wichtigsten global agierenden, britischen Umweltschutzdachverbandes IUCN (International Union for the Conservation of Nature) gewesen sein, dem sie 1999 und 2000 vorstand. In den folgenden Jahren wurde sie zur Gründerin oder Mitgründerin weiterer internationaler Organisationen, vor allem solchen, die wie Earth 3000 oder GEXSI eine Scharnierfunktion zwischen „Umwelt"-projekten und profitversprechenden Investments wahrnehmen. Earth 3000 ging hervor aus der „Earth Charta 2000" (für deren Formulierung Prof. Steven Rockefeller maßgeblich verantwortlich zeichnete). Die Stiftung hat ihren Hauptsitz im sächsischen Schloß Bieberstein, das der Hausherrin Maritta als Kongreßzentrum dient und zum alten, nach der deutschen Wiedervereinigung in den 90er Jahren wiederhergestellten Grundbesitz ihrer Familie Rogalla von Bieberstein gehört.

Der Hauptgeschäftsführerin von Earth 3000 Koch-Weser steht als weiterer Geschäftsführer niemand anderer zur Seite als Maurice Strong, einer der Begründer und Hauptakteur des malthusianischen Club of Rome (http://www.bueso.de/news/imperialen-abgrunde-des-club-of-rome). Das in London ansässige GEXSI (Global Exchange for Social Investments) ist nominell eine "wohltätige" Organisation, der aber ein nicht so gemeinnütziger, nominell eigenständiger Fond mit Namen GEXSI LLP zugeordnet ist, der wiederum Investoren für ausgewählte Projekte sucht. Daß bei beiden Agenturen George Soros bzw. sein Open Society Institute, die Deutsche Bank, aber auch das zur Hedgefond-Gruppe Bain gehörende Bain & Company prominent als Förderer der ersten Stunde - bei GEXSI seit 2004, bei GEXSI LLP seit 2006 -und im weiteren die Schwab Foundation des Davoser Weltwirtschaftsforum-Chefs Klaus Schwab gehören, kann kaum überraschen.

Es paßt auch ins Bild, daß man Maritta Koch-Weser prominent wiederfindet auf der Seite jener, die große Entwicklungsprojekte der Wasserwirtschaft international bekämpfen. Noch in ihrer Funktion als Generaldirektorin der IUCN spielte sie eine führende Rolle bei der Gründungssitzung des World Committee on Dams (WCD) im November 2000 in London. Dort legte sie in ihrer Rede den Schwerpunkt auf die Kosten von Projekten wie dem Bau von großen Staudämmen. Diese, so sagte sie mit Hinweis auf den bei diesem Londoner Treffem vorgelegten 400-Seiten-Bericht, hätten teilweise bis zu 250 Prozent über den ursprünglich veranschlagten Ausgaben gelegen. Aber diese „finanziellen Verluste" seien nur ein Argument gegen solche Projekte, das andere sei der „nicht wieder rückgängig zumachenden Verlust einiger Ökosysteme der Welt." Ihre Rede schloß sie mit der Warnung, nach der Vorlage dieses Berichts „können wir nicht länger sagen, wir hätten davon nichts gewußt." An diesem Treffen nahm auch der niederländische Kronprinz Willem-Alexander teil, der ebenfalls "Alternativen zu Dammbauten" forderte.

Große Aufbauprojekte wie NAWAPA, die Wiederauffüllung des Tschadsees und des Aralsees, die Bewässerung der Wüsten statt mörderischer Spekulationsprojekte wie DESERTEC, die Aufbauprojekte der eurasischen Landbrücke sind aber die einzige Möglichkeit, um nach vierzig Jahren globalisierter Ausplünderung wieder die Lebensgrundlage für eine wachsende Menschheit zu schaffen. Deutschland kann als „noch"-Industrienation wesentlich dazu beitragen. Unsere technologische Basis darf durch grüne Sturmtruppen und ihre imperialen Finanziers nicht zerstört werden.

Siehe dazu auch das BüSo-Dossier: http://www.bueso.de/heisser-herbst