Die Mehrheit der Amerikaner ist aufgebracht darüber, daß die Regierung Obama das Raumfahrtprogramm einstellen will, und viele frühere Astronauten haben sich erzürnt geäußert. Diese Entscheidung ist auch für die Raumfahrtprogramme europäischer Nationen ein schwerer Schlag und kann nicht einfach hignenommen werden.
Der vielleicht wichtigste Vorstoß bisher kommt von 27 Kongreßabgeordneten beider Parteien in den USA, die am 12.2. einen gemeinsamen Brief mit einer Warnung an NASA-Chef Charles Bolden schickten. Bolden erteilt bereits Anweisungen, das NASA-Mondprogramm Constellation einzustellen, noch bevor der Kongreß über die vom Präsidenten geplante Streichung der Mittel für das Programm diskutiert hat. In dem Brief der Kongreßabgeordneten heißt es, damit habe Bolden möglicherweise gegen das Haushaltsgesetz von 1974 (Impoundment Control Act) und Vorschriften für Bewilligungen im Haushaltsjahr 2010 verstoßen. Das Gesetz von 1974 war eine Reaktion darauf, daß der damalige Präsident Nixon vom Kongreß für bestimmte Zwecke bewilligte Gelder nicht verwenden ließ, und untersagt dies. Die Abgeordneten forderten Bolden ultimativ auf, seine Anweisungen bis zum 1.3. rückgängig zu machen.
Bei einer Pressekonferenz am 12.2. hatte der Bürgermeister von Huntsville/Alabama, Tommy Battle, eine Mobilisierung („Second to None") angekündigt, um die volle Finanzierung des bemannten NASA-Mond-Programms „Constellation" wiederherzustellen. Seit den Zeiten Wernher von Brauns und seiner Mannschaft war Huntsvilles Redstone Arsenal und später das NASA Marshall Space Flight Center das Zentrum des Raumfahrtprogramms für Raketendesign und Entwicklung. Die Earth Orbital Ares-I und die Lunar Ares-V Heavy Lift-Rakete wurden beide dort entwickelt.
Die Aktionsgruppe wird vom früheren Abgeordneten Robert „Bud" Cramer geleitet und umfasst den früheren NASA- Administrator Mike Griffin, der jetzt in Huntsville lehrt, ortsansässige Persönlichkeiten und Firmenvertreter, sowie offizielle NASA-Mitarbeiter. „Ohne Constellation", sagte der Bürgermeister, „nehmen wir diese Nation aus dem bemannten Raumfahrtprogramm, ohne eine klare Vision, ohne erprobten Plan und ohne Zeitvorstellung, wann Amerika diese Flüge wieder aufnehmen wird. Ich bin besorgt darüber, daß so eine ganze Generation und ihr Talent verloren gehen wird, bevor unsere Nation wieder zum bemannten Flug ins All zurückkehrt." Am 9.2. hatte bereits eine Tagung mit zwanzig führenden Vertretern der Luft- und Raumfahrt, Mike Griffin und dem Abgeordneten Arthur Davis, der für das Amt des Gouverneurs kandidiert, stattgefunden.
Der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche hatte zu der Bedeutung des Raumfahrtprogramms am 4.2. gesagt:„Seit der Gründung unserer Republik hing die Existenz unsere Nation davon ab, daß die Produktivität unserer Arbeitskraft, pro Kopf und pro Quadratkilometer unseres Territoriums, sich durch aufeinanderfolgende Steigerungswellen durch Wissenschaft und damit einhergehenden Aspekten ständig erhöhte. Jetzt aber, vor allem seit der Regierung des früheren Präsidenten George W. Bush und nun unter Obama, sind Wissenschaft und Technologie, also genau die Mittel, von denen das Gedeihen unser Republik bisher abhing, Schritt für Schritt zerstört worden." Lyndon LaRouche hatte am 4. Februar Obamas Pläne, in seinem Haushaltsentwurf das amerikanische bemannte Raumfahrtprogramm praktisch zu eliminieren und „privaten Interessen" zu überlassen, scharf attackiert und den Rücktritt des amerikanischen Präsidenten gefordert. Mit seinem Vorgehen habe der amerikanische Präsident den Rubikon überschritten. Damit solle die letzte Bastion des technologischen Fortschritts der USA, das Raumfahrt-Programm, zerschlagen werden." Der amerikanische Präsident müsse- entweder freiwillig oder aufgrund der Entscheidung der Amerikaner - sein Amt aufgeben. Dies gebiete die "Zielsetzung der amerikanischen Verfassung".


