Russischer Anti-Drogen-Chef: Finanzsystem reorganisieren, um die Rauschgiftplage zu stoppen!
22. November 2011 • 17:46 Uhr

Der Leiter der russischen Behörde zur Rauschgiftbekämpfung, Viktor Iwanow, schockierte in Washington am 19.11. seine Zuhörer mit der Enthüllung, daß die Finanzblase die größte treibende Kraft hinter dem mörderischen Drogenhandel auf der Welt ist. In seiner Rede vor dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) forderte er eine „drastische Umgestaltung des internationalen Finanzsystems“, um den Drogenhandel auszumerzen. Dabei erwähnte er namentlich das Glass-Steagall-Gesetz.

Iwanow, der die Behörde seit 2008 leitet und zuvor stellvertretender Kreml-Stabschef und enger Mitarbeiter von Präsident Putin war, zeigte dramatische Grafiken zum Zusammenhang zwischen „schmutzigem Geld“ und der Finanzkrise. Weniger als 0,5% des Drogengeldes werde tatsächlich beschlagnahmt, der Rest fließe in die Finanzblase. Das Problem betreffe nicht bloß einzelne Institute, sondern das ganze System. Dazu zeigte er die "finanzielle Seifenblase" von 600 Bio. $ ungedeckten nominellen Forderungen im Finanzsystem. Es sei "offensichtlich und analytisch" bestätigt, "daß das existierende Finanzsystem, das mit Finanzinstrumenten wie Optionen, Futures, Swaps und anderen operiert, die die sogenannte ,finanzielle Seifenblase’ bilden, ohne Spritzen von ,schmutzigem’ Geld nicht mehr existieren kann.“ Eine andere Grafik zeigte, wie durch die Blase die Realwirtschaft - symbolisch dargestellt durch eine Eisenbahn - erstickt wird.

Iwanow zitierte den früheren Leiter der UN-Drogenkontrollbehörde, Antonio Costa, der darauf hingewiesen hatte, daß die Injektion von Drogendollars in internationale Großbanken während der Liquiditätspanik 2008-09 eine wichtige Rolle gespielt hatte, um das dringend benötigte Cash während der Liquiditätspanik 2008-09 zu besorgen.

Zum Schluß sagte er: „Bis zu einem gewissen Grade beobachten wir eine Neuauflage der Logik des Glass-Steagall-Gesetzes, das 1933 auf dem Höhepunkt der Großen Depression in den USA beschlossen wurde und Geschäfts- und Investmentbereiche der Banken trennte. Die Beseitigung der Finanzblase allein... wird jedoch nicht ausreichen. Der Schlüssel zur Ausmerzung des globalen Drogenhandels liegt darin, zu einer Wirtschaft zu wechseln, die kriminelles Geld ausschließt..., eine Wirtschaft, die auf Entwicklung setzt, in der Entscheidungen für Entwicklungsprojekte und Kredite für festgesetzte Zwecke getroffen werden.“

Auf Nachfrage eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur EIR zum Glass-Steagall-Gesetz antwortete Iwanow, man müsse den Strom des schmutzigen Geldes aus der Realwirtschaft „wegmeißeln“. Zum Zusammenhang zwischen Drogen und Terrorismus sagte er, bestimmte Fälle, z.B. die Finanzierung der Eisenbahnbomben von Madrid, seien gut dokumentiert, das Problem müsse aber auf der Ebene der internationalen Finanzmärkte gelöst werden.