Amerikanischer Rußlandexperte durchbricht Propagandafront der Medien
11. Dezember 2011 • 16:36 Uhr

Der New Yorker Universitätsprofessor Stephen Cohen, ein Rußlandspezialist, bezichtigte in der letzten Woche im Programm „On Point“ des öffentlichen Rundfunks (National Public Radio) die westlichen Medien der Falschdarstellung bezüglich des Ausgangs der russischen Wahlen. Es sei nicht angebracht, daß Moskauer Demonstranten diktierten, was Amerikaner [über Rußland] sagen und denken. Er sprach davon, daß dies die am wenigsten manipulierten Wahlen im letzten Jahrzehnt gewesen seien und einen wichtigen Schritt für Rußland und für die Demokratie darstellten.

Im Laufe der Sendung zerpflückte er die gängigen Vorwürfe, wie z.B. daß einige Wahlurnen zu Beginn der Abstimmung bereits Wahlzettel enthalten hätten. Wenn es der Kreml tatsächlich auf Wahlfälschung angelegt hätte, so Cohen, dann nicht auf solch eine krude Art und Weise, sondern eher bei der Zusammenfassung der lokalen und regionalen Wahlergebnisse, da dies auf elektronischem Wege erfolgte. Aber wenn das tatsächlich passiert wäre, warum hat dann Putins Partei Vereintes Rußland 15 Prozent an Stimmen verloren, während die Kommunisten, die die einzige organisierte Opposition darstellen, ihr Ergebnis von 11 auf 20 Prozent fast verdoppeln konnten? Und darüber hinaus hätten amerikanische Wahlbeobachter festgestellt, daß die Wahlergebnisse recht genau mit den Umfrageergebnissen vor den Wahlen und den stichprobenartigen Befragungen der Wähler beim Verlassen der Wahllokale korrespondierten.

Und zu der voreiligen Kommentaren der amerikanischen Außenministerin befragt, meinte Cohen: „Ich bedaure zu tiefst, was Frau Clinton gesagt hat.“