Widerstand in Griechenland gegen EU-Diktat wächst
21. Mai 2012 • 21:17 Uhr

In Vorbereitung für die erneuten griechischen Parlamentswahlen am 17.6. veröffentlichte der Widerstandskämpfer und weltbekannte Komponist Mikis Theodorakis einen „Aufruf zur Einheit der Memorandumsgegner“. Darin erklärt er, für alle griechischen Patrioten stelle sich dieselbe existentielle Alternative wie auch für ihre Vorfahren in der Vergangenheit: „Freiheit oder Tod!“ Erfolg werde man nur haben, wenn sich alle Gegner des EU-Austeritätsdiktats sich „hinter einer einzigen roten Linie sammeln“. Er forderte die Vertreter der Griechischen Kommunistischen Partei (KKE), SYRIZA, der Demokratischen Linken und den Unabhängigen Griechen auf, sich zu einer „Sozialen Patriotischen Front“ zusammenzuschließen.

In einem Interview mit CNN warnte Alexis Tsipras, Sprecher des SYRIZA-Bündnisses, wenn die EU ihre Politik nicht ändere, würden Europa und Griechenland „zur Hölle gehen“. „Ich weiß nicht, was Frau Merkel tun will, aber ich weiß, was wir tun wollen... Wir wollen die Sparmaßnahmen in Griechenland und auch in Europa ändern. Wir wollen das tun, indem wir andere Kräfte und Völker in Europa mit einschließen, Menschen, die eine große Veränderung wollen. ...“ Tsipras sagte auf die Frage, was er als Regierungschef tun würde: „Zunächst einmal werden wir alle Austeritätsmaßnahmen aufheben... Wir glauben, daß diese Krise keine griechische Krise ist, sondern eine europäische." Man müsse eine gemeinsame Lösung finden, u.a. für die "Neuverhandlung der öffentlichen Schulden aller europäischen Länder.“ „Wir haben das gleiche Problem wie Italien, wie Spanien, wie Portugal, und auch wie Irland und Mitteleuropa.“

Gegenüber dem "Wall Street Journal" sagte Tsipras, er propagiere keine einseitigen Schritte, aber wenn Griechenlands „Partner“ einseitige Maßnahmen ergreifen und Gelder sperren würden, „dann werden wir gezwungen sein, unsere Zahlungen an die Gläubiger einzustellen“. Dann hätte Griechenland genug Geld, um seine Arbeiter und Rentner zu bezahlen. „Was immer wir tun werden, es wird nicht leicht werden. Aber es würde auch für ganz Europa schwierig, weil der Euro zusammenbräche.“ Deshalb sollten beide Seiten zurückstecken, „bevor wir diesen Punkt erreichen“, und „eine europäische Lösung finden“.

In einem Interview mit der britischen Tageszeitung "The Guardian" forderte Tsipras kürzlich auch einen "New Deal für Europa im Stile Roosevelts." Das allerdings kann nur funktionieren, wenn das gescheiterte Euro-Experiment beendet wird und wirtschaftlich-technologischer Aufbau mit großen Projekten und staatlicher Kreditschöpfung in den Mittelpunkt rückt. Nicht nur für Griechenland, sondern auch für die anderen Nationen Südeuropas, bzw. ganz Europas, muß das nachindustriell-grüne und monetaristische Paradigma endlich beendet werden! Es geht um die Zukunft der Menschheit, nicht um das Überleben von Bürokraten und Spekulanten.