Lyndon LaRouche: Den Blick auf die Zukunft richten
13. November 2012 • 19:31 Uhr

Der amerikanische Staatsmann und Ökonom Lyndon LaRouche betonte bei einem privaten Treffen in Washington am 8.11., es sei nach dem "inkompetenten Unsinn", den beide Kandidaten während des Wahlkampfes von sich gegeben hätten, entscheidend, sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Derzeit befinde sich die Welt auf Kurs in einen thermonuklearen Krieg und die Verschärfung einer Wirtschaftspolitik, die durch mörderische Austerität und das Abwürgen realer Entwicklung die zukünftigen Existenzgrundlagen ruiniert. Dies führe zur Hyperinflation, aber weder Demokraten noch Republikaner wollten diese Realität sehen, weil sie die zugrundeliegenden Ursachen nicht erkennen und prognostizieren könnten.

Jeffrey Steinberg vom Nachrichtenmagazin EIR (Executive Intelligence Review), der außerdem detailliert auf die Benghazi-Affäre ging, fügte hinzu: „Viele törichte Staats- und Regierungschefs, besonders in Westeuropa, ließen Dienstagabend die Sektkorken knallen, als sie sahen, daß Präsident Obama wiedergewählt wurde.“ Denn sie erblickten darin vor allem „die Garantie, daß die USA über die Federal Reserve weiter enorme Geldsummen - meistens verdeckt - in die EZB pumpen, um die Rettung der europäischen Privatbanken und europäischen Staatsschulden fortzusetzen." Das aber schaffe im transatlantischen und wahrscheinlich globalen Maßstab eine Neuauflage der Weimarer Hyperinflation von 1923. Die USA seien so zentral an der europäischen Bankenrettung beteiligt, daß sie unmitelbar betroffen wären, wenn Griechenland die Zahlungsunfähigkeit erklärten und aus dem Euro aussteigen würde.

Steinberg weiter: „Ohne einen radikalen Kurswechsel in der Politik werden die Staatsschulden der USA bis Jahresende auf 16,8 Bio.$ steigen. Das bedeutet, daß auf jedem einzelnen in Amerika um die 250.000$ Schulden lasten, persönliche private Schulden noch nicht mitgerechnet.“ Das sei 35% mehr als in Griechenland und noch bedeutend mehr im Vergleich mit Spanien, Portugal, Italien, Irland oder Frankreich. So stehe die ganze transatlantische Region am Rande einer hyperinflationären Explosion.

Statt in die grundlegende Infrastruktur zu investieren, wofür seit Jahrzehnten Pläne in der Schublade lägen, habe man auf beiden Seiten des Atlantik Billionen in die Bankenrettung gesteckt. Als Beispiel nannte er die Verwüstungen des Hurrikan Sandy an der Ostküste der USA. Schon vor Jahren habe man Pläne für Hochwasserbarrieren im Raum New York City erstellt, die aber nicht gebaut wurden, weil die Kosten von 6 Mrd.$ als zu hoch galten. Aber nun koste der Wiederaufbau von Strom- und Gasversorgung, Verkehrswegen, Brücken, Häusern usw. mindestens 50 Mrd.$, vielleicht bis zu 100 Mrd.$. Mit der jetzt geltenden Wirtschaftspolitik in den USA, der Fixierung auf Sparpolitik und Bankenrettung um jeden Preis werde es keinen Wiederaufbau geben. Präsident Obama hatte sich im Wahlkampf ausdrücklich gegen das Trennbankensystem "Glass-Steagall" gestellt und Mitt Romney wollte sogar die vorhandenen Regulierungen noch abbauen.