29 ukrainische Organisationen: dringlicher Appell an die internationale Staatengemeinschaft gegen Bürgerkrieg und Putsch in der Ukraine!
28. Januar 2014 • 17:02 Uhr

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Die ukrainische Ökonomin Natalja Vitrenko und 28 weitere führende Vertreter ukrainischer Parteien und Organisationen veröffentlichten am 25. Januar den folgenden Appell gegen die Destabilisierung des Landes. Angesichts der absolut einseitigen deutschen Medienberichterstattung und der aggressiven politischen Einflußnahme von EU-Vertretern wie dem deutschen Europaabgeordneten Elmar Brok (CDU), veröffentlichen wir diesen Aufruf hier im Wortlaut, um der Öffentlichkeit einen Zugang zu anderen Informationen zu ermöglichen. Und die Frage stellt sich: wie ernst meint es die deutsche Politik wirklich mit ihrer Stellung gegen einen neuen Holocaust und einen neuen Faschismus?

Stoppt die Versuche, einen Bürgerkrieg, einen Putsch und den Zerfall des Landes herbeizuführen!

Appell politischer Parteien und öffentlicher Organisationen der Ukraine an den UN-Generalsekretär und die Führungen der EU und der USA - 25. Januar 2014.

Die politische Krise der Ukraine verschlimmert sich von Tag zu Tag und führt das Land auf den Weg in einen Bruderkrieg, den Verlust seiner Souveränität und den Zerfall des Staates. Dies ist ein ausländisches Projekt, die Ukraine zu besetzen. Es wird gegen die Interessen und die Forderungen unserer Bevölkerung umgesetzt. Es wird auf verfassungswidrigem Wege durchgeführt und unter Verletzung internationaler Normen und Prinzipien, die auf friedlichem Handeln, freien Wahlen, Freiheit der Rede und Respekt vor den Menschenrechten gründen.

Da die internationalen Medien die Informationen über die Ukraine vorsätzlich verzerren, die dann von Politikern und Vertretern der EU und der USA aufgegriffen und als Vorwand zur Unterstützung illegaler Aktionen der Guerilla verwendet werden, sehen wir uns verpflichtet zu dem folgenden Appell:

1. Der Vorwand für die Veranstaltung des Euromaidan in Kiew war die Weigerung der Regierung und des Präsidenten der Ukraine, ein Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Wir verweisen auf den Inhalt dieses Dokuments, um dessentwillen die parlamentarische Opposition die Menschen auf den Maidan gerufen hat. Der Kern des Arguments ist der völlige Verlust der Souveränität der Ukraine durch den Transfer der Entscheidungsautorität auf supranationale Körperschaften (den Assoziierungsrat und den Handelsausschuß), wodurch diese juristisch über die Verfassung und die Gesetze der Ukraine gestellt werden. Es ist zweifelsfrei erwiesen, daß dies der Nationalen Souveränitätserklärung der Ukraine, der Verfassung der Ukraine und den Entscheidungen des Verfassungsgerichtes der Ukraine widerspricht. Es widerspricht auch den Willensäußerungen des Volks der Ukraine in den Referenden vom 17. März und vom 1. Dezember 1991.

Die Umsetzung des Assoziierungsabkommens mit der EU würde unbestreitbar zur Zerstörung der Wirtschaft, der Industrie, der Landwirtschaft, des Dienstleistungssektors und der Wissenschaft des Landes führen.

Die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU würde zur völligen Beseitigung von Staatseigentum führen, das mit den Oligarchen des Westens in Konkurrenz steht.

Das Assoziierungsabkommen mit der EU würde die nationale und staatliche Souveränität der Ukraine beseitigen. Die darin eingebetteten politischen Konvergenzmechanismen würden auch die politische Souveränität beseitigen und die Ukraine in die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik einbinden. Dieses rußlandfeindliche Projekt sieht die Vertreibung der Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation aus Sewastopol und der Krim insgesamt vor, und zieht die Ukraine in den militärischen Block der NATO.

Die oben genannten Argumente bestätigen, daß das Assoziierungsabkommen der Ukraine mit der EU ein Projekt des Westens zur Übernahme und Kolonisierung der Ukraine ist. Mit seiner Umsetzung wurde die parlamentarische Opposition beauftragt: die Parteien Batkiwschtschyna (Vaterland), Klitschkos Udar (Schlag) und Swoboda (Freiheit).

2. Wir halten es für notwendig, Ihre genaue Aufmerksamkeit auf die politischen Kräfte zu lenken, die den Euromaidan organisierten und heute Kampfhandlungen auf dem Boden der Ukraine durchführen. Die Terroristen haben nicht nur blutige Kämpfe mit den Polizeikräften in Gang gesetzt, sie besetzten Regierungsgebäude und legten Brände in den Parteibüros ihrer politischen Gegner, und sie verwenden die Gesetze des Pöbels gegen die Bürger der Ukraine. Dies bedroht unbestreitbar die Sicherheit und das Leben der Bürger und ihre Würde und die Unverletzbarkeit ihres Eigentums.

Sie sollten verstehen, daß Sie selbst, indem Sie die Aktionen der Guerillas in der Ukraine unterstützen und ihnen den Status von „Euromaidan-Aktivisten“ zuerkennen, die sich an angeblich friedlichen Aktionen beteiligen, direkt ukrainische Neonazis und Neofaschisten schützen, aufstacheln und antreiben.

Keiner dieser Oppositionellen (Jazenjuk, Klitschko und Tjagnibok) verhehlt, daß sie Anhänger der Ideologie und Praxis der Organisation Ukrainischer Nationalisten - Ukrainischen Aufstandsarmee (OUN-UPA) sind. Sie durchsetzen ihre Reden auf dem Maidan mit dem Ruf „Ruhm der Ukraine - Ruhm den Helden!“ Dieser Nazigruß wurde im April 1941 von den ukrainischen Nationalisten (bei der zweiten Versammlung der OUN) eingeführt, als Kopie der entsprechenden Slogans von Hitlers Nazipartei. Andere Slogans, die auf dem Maidan regelmäßig skandiert werden, lauten: „Ruhm der Ukraine - Tod ihren Feinden“ „Ukraine über alles“ - „Ukraine den Ukrainern“ - „Erdolcht die Moskowiter und hängt die Kommunisten“.

Wo immer die Euromaidan-Leute in der Ukraine hinkommen, verbreiten sie, neben den genannten Slogans, auch rassistische Symbole wie das Wolfskreuz, eines der ersten Embleme von Hitlers NSDAP, das Keltische Kreuz eines der wichtigsten Symbole der Neonazis und Rassisten, das für die Überlegenheit der weißen Rasse steht, und die Zahlen 14 und 88. Die 14 steht für die Vierzehn Worte des amerikanischen Neonazis David Lane, der wegen Menschenrechtsverletzungen und Bildung einer kriminellen Vereinigung im Bundesstaat Indiana zu 190 Jahren Gefängnis verurteilt wurde , die 88 steht als Kode für „Heil Hitler“ (da der Buchstabe „H“ der achte des Alphabets ist). Der rechte Sektor, der die Guerillas koordiniert, verwendet bei allen seinen Aktionen die schwarz-rote Flagge. Sie ist ein Symbol der Nazi-Ideologie von „Blut und Boden“, die 1930 als eine Form der nationalsozialistischen Doktrin konsolidiert wurde, die Hitler und seine Anhänger nach ihrer Machtübernahme 1933 dazu benutzen, ihr Regime zu rechtfertigen.

Der Neonazi-Charakter des Euromaidan zeigt sich auch in der ständigen Verwendung von Portraits der blutigen Henker unseres Volkes, Bandera und Schuchewitsch - Agenten der Abwehr unter den Tarnnamen „Grau“ und „Taras Tschuprinka“ Am 14. Januar wurde am Rathaus von Kiew [das von den Demonstranten besetzt war] als Provokation ein Portrait Banderas ausgehängt. Nach dem darauffolgenden Skandal wurde es dann ins Innere des Gebäudes verlegt. Ebenso teuflisch war der Marsch der Maidan-Teilnehmer mit Fackeln durch die Innenstadt am 1. Januar - Banderas Geburtstag.

Nicht nur der Kiewer Maidan, sondern auch die Maidans in anderen Regionen der Ukraine waren stark durchsetzt von der Naziideologie, und sie nutzen die Praktiken ihrer Vorgänger - in ihren Aktionen gegen die Polizeibehörden wie gegen ukrainische Zivilisten (einschließlich ihrer politischen Gegner).

Entweder verfolgen Washington und Brüssel den gefährlichen Kurs, den Nazi-Charakter des Euromaidan zu ignorieren, oder sie schließen bewußt ihre Augen und vertuschen die faschistische Ideologie der parlamentarischen Opposition und des Euromaidan in der Ukraine. Es ist angemessen, zu fragen: „Haben die UN, die EU und die USA aufgehört, die Charta und die Urteile der Nürnberger Kriegsverbrechertribunale anzuerkennen, wo Hitlers Nazis und ihre Handlanger verurteilt wurden? Haben die Menschenrechte in den Ländern der EU und in der Weltgemeinschaft keinen Wert mehr? Betrachtet man die Verehrung Hitlers und seiner Massenmorde an Zivilisten durch ukrainische Nationalisten jetzt als Demokratie?“

3. Die Rechte jener Bürger der Ukraine, die den Nazismus und den Neonazismus verurteilen, eine andere Ideologie vertreten, die Souveränität der Ukraine verteidigen und das Assoziierungsabkommen mit der EU kategorisch ablehnen, während sie in der Integration der Ukraine in die Zollunion einen Ausweg aus der Krise sehen, werden mit Füßen getreten! Repräsentative Umfragen zeigen, daß mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Integration der Ukraine mit Rußland befürworten, und daß 97% den Nazismus ablehnen. Denken die EU und die UN, daß die Rechte dieser zig Millionen von Ukrainern nicht verteidigt werden sollen? Betrachten die EU und die UN es als Standard der Demokratie, wenn sogenannte „Selbstschutz-Einheiten“ des Euromaidan unter Verstoß gegen die Verfassung und die Normen des Völkerrechtes Bürger entführen, durchsuchen, verhören, foltern und abführen, um die „Urteile“ zu vollstrecken?

Wie bestehen auf der Beteiligung unserer Vertreter an den Verhandlungen mit dem Präsidenten der Ukraine und der parlamentarischen Opposition, und wir bitten Sie, diese Forderung zu unterstützen. Wir bitten auch dringend darum, daß Sie eine autorisierte Delegation der Unterzeichner empfangen, um objektive Informationen zu erhalten über das, was in der Ukraine geschieht.

Wir als Anführer politischer Parteien und öffentlicher Organisationen der Ukraine bringen hiermit unserer Sorge zum Ausdruck, daß Politiker und Vertreter der UN, der EU, der USA und der internationalen Gemeinschaft eine verzerrte Wahrnehmung der Ereignisse haben, die organisiert werden, um einen Staatsstreich in der Ukraine herbeizuführen, und keine wirksamen Maßnahmen ergreifen, um diesen faschistischen Putsch zu stoppen.

Wir fordern die Führung der UN, der EU und der USA auf, sofort die Aktionen der ukrainischen Naziorganisationen zu verurteilen und ihrerseits die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen Bruder- und Bürgerkrieg in unserem Land zu verhindern.

Wir übermitteln Kopien dieses Appells an die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates.

Gezeichnet:

  • Alexander Wassiljewitsch Bondartschuk, Ukrainische Arbeiterpartei (Marxisten-Leninisten), Abgeordneter der Ukraine in der 2., 3. und 4. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Natalja Michailowna Witrenko, Progressive Sozialistische Partei der Ukraine, Doktor der Wirtschaftswissenschaft, Abgeordnete der Ukraine in der 2. und 3. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Leonid Iwanowitsch Gratsch, Kommunistische Marxistisch-Leninistische Partei der Ukraine, Doktor der Geschichtswissenschaft, Abgeordneter der Ukraine in der 4., 5. und 6. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Sergej Wassiljewitsch Dowgan, Ehrenvorsitzender der Bauernpartei der Ukraine, Abgeordneter der Ukraine in der 2. und 3. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Jewgenij Georgijewitsch Dubownik, Anti-NATO-Front von Sewastopol, Abgeordneter im Stadtrat von Sewastopol, 5. und 6. Sitzungsperiode
  • Ljudmila Pawlowna Kajotkina, Allukrainischer Frauenverband „Geschenk des Lebens”, Abgeordnete des Regionalparlaments von Donetsk, 5. Sitzungsperiode
  • Sergej Nikolajewitsch Kijaschko, Versammlung Slawischer Völker Weißrußlands, Rußlands und der Ukraine
  • Wassili Fyodorovich Kuvshinov, Union Sowjetischer Offiziere, Chigirin
  • Nikolai Fjodorowitsch Larinenko, Abgeordneter der Ukraine in der 2. und 3. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Jelena Anatoljewna Masur, Allukrainischer Bürgerverband „Für die Union von Ukraine, Belarus und Rußland (ZUBR)
  • Tatjana Alexandrowna Makarenko, Bürgerverband „Russische Gemeinschaft”, Dnepropetrowsk
  • Gennadi Makarow, Koordinierungsrat Russischer Organisationen in der Ostukraine
  • Wladimir Romanowitsch Martschenko, Urkainische Arbeiterföderation, Abgeordneter der Ukraine in der 1., 2. und 3. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Alexander Wiktorowitsch Swistunow, Russische Bewegung der Ukraine, Abgeordneter des Obersten Rates der Autonomen Republik Krim, 5. Sitzungsperiode
  • Walentina Petrowna Semenjuk-Samsonenko, Union der Frauen für die Zukunft der Kinder der Ukraine, Kandidatin der Wirtschaftswissenschaften, Abgeordnete der Ukraine in der 2., 3., 4. und 5. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Waleri Alexandrowitsch Sergatschow, Kiew-Rus-Partei, Abgeordneter des Regionalparlaments von Odessa, 5. Sitzungsperiode
  • Olga Nikolojewna Solowenko, Union Eurasischer Völker, Abgeordnete des Regionalparlaments von Odessa, 5. Sitzungsperiode
  • Pavel Wassiljevitsch Tischtschenko, Bürgerverband „Trudowaja Charkowschtschina”, Region Charkow, Abgeordneter der Ukraine in der 3. Sitzungsperiode des Obersten Rada
  • Konstantin Wiktorowitsch Schurow, Russische Gemeinschaft der Ukraine
  • Wladimir Wladimirowitsch Bogatyrew, Allukrainischer Bürgerverband „Russische Union“
  • Ljudmila Anatoljewna Gorbachowa, „Union Orthodoxer Frauen der Ukraine”, Region Winnitsa
  • Nikolai Wladimirowitsch Kowaljow, Bürgerverband zur Unterstützung der Kanonischen Orthodoxie „Der Weg der Orthodoxen im Namen des gesegneten und apostelgleichen Prinz Wladimir“, Autonome Republik Krim
  • Wladimir Iljitsch Matrochin, Russische Gemeinschaft Lwiw, Abgeordneter des Regionalparlaments von Lwow, 2. Sitzungsperiode
  • Alexej Borisowitsch Merkulow, Unionsbewegung 17. März
  • Alexander Iwanowitsch Ogorodnikow, Union Sowjetischer Offiziere, Uman
  • Alexander Sergejewitsch Pokrowskij, Regionalverband „Intelligenzia für Sozialismus”, Kandidat der Wirtschaftswissenschaften, Abgeordneter des Bezirksrates von Salisnychy in der Stadt Lwiw, 1. Sitzungsperiode
  • Nadeschda Gennadijewna Poljakowa, „Russische Gemeinschaft”, Jewpatorija
  • Wiktor Wiktorowitsch Silenko, Allukrainischer Verband russischer Patrioten (VORS)
  • Anna Fjodorowna Zysar, Kinder des Krieges, Sewastopol
  • Alexander Waruschko, Soziales Sicherheitsforum „Vereinigte Slawische Front“