Der Weg zum Frieden in Syrien führt über Moskau
19. November 2015 • 23:41 Uhr

Während sich in Deutschland und Frankreich bereits mehr oder weniger die Einsicht durchgesetzt hat, daß der IS nur in Zusammenarbeit mit Rußland besiegt werden kann, werden inzwischen auch im angloamerikanischen RaumStimmen in dieser Richtung lauter.

In London sagte der ehemalige Chef des Verteidigungsstabes, Sir David Richards, gegenüber BBC, Premierminister David Cameron müsse seine „widersprüchlichen Kriegsziele“ fallenlassen. Man müsse den erzwungenen Regierungswechsel (regime change) zugunsten des Kampfes gegen den IS aufgeben. „Jeder General wird Ihnen erklären, daß man in einem Krieg eine gemeinsame Absicht und eine klare Zielsetzung haben muß.“ Außerdem müsse Cameron akzeptieren, daß die syrische Armee, der Iran und die Hisbollah realistischerweise die einzig kompetenten Bodentruppen darstellten, um den IS zu bekämpfen. Man müsse Syrien das Schicksal des Iraks ersparen.

„Rußland spielt in dieser Hinsicht, ob wir es mögen oder nicht, eine führende Rolle. Neben den traurigen Ereignissen in Frankreich, könnte man sagen, hat die russische Intervention [in Syrien] diesen Sinneswandel hervorgebracht. Wir müssen uns damit abfinden, daß sie dort sind.“

Wie Berichte über den G-20 Gipfel in Antalya am 15. Und 16. November unterstreichen, ist dies keine Einzelmeinung. So schreibt der irische Journalist Finian Cunningham am 18. November in einer Kolumne in Sputnik unter der Überschrift „Putin - der richtige Mann zur rechten Zeit“, daß der enthusiastische Empfang, der Putin in Antalya zu Teil wurde, auf sein entschlossenes Eingreifen in Syrien zurückzuführen sei. Cunninghan zitiert dann die Financial Times: „Eine Zusammenkunft mit dem russischen Präsidenten war bei westlichen Staatsführern heiß begehrt, die nicht umhin kommen zu erkennen, daß der Weg zum Frieden in Syrien unausweichlich über Moskau führt.“

Und Cunningham fährt in Sputnik fort: „Es hat sich gezeigt, daß Rußland mit seiner Intervention in Syrien recht hatte. Der effektivste Weg, um die Terror-Netzwerke von ISIL und anderer Dschihadistengruppen wie die Nusra-Front zu schlagen, besteht in der Unterstützung des syrischen Staates, in der Koordination mit der syrisch-arabischen Armee und im Angriff auf die Dschihadisten in einem umfassenden Feldzug.“

In den USA erklärte der republikanische Senator Dan Coats gegenüber Sputnik, daß Rußlands militärische Fähigkeiten und diplomatisches Gewicht eine positive Veränderung im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in Gang setzen könnte, wenn Washington und Moskau zusammenarbeiteten.

Und die demokratische Abgeordnete Tulsi Gabbard aus Hawaii attackierte in CNN Präsident Obama für dessen illegales Vorgehen in Syrien. Auf die Frage warum Obamas Krieg in Syrien illegal sei, sagte sie: „Er ist illegal, weil der Kongreß, weil das amerikanische Volk, der souveränen syrischen Regierung von Assad nicht den Krieg erklärt hat. Und er ist kontraproduktiv, weil man so die gleichen Ziele wie ISIS, Al Kaida und andere extremistisch-islamistische Gruppen verfolgt.“