“Die Seidenstrasse endet in Duisburg”
15. Juni 2016 • 11:38 Uhr

1716 wurde der erste Hafen in Duisburg gebaut. Dieser 300. Geburtstag wird in diesen Wochen in Duisport gefeiert, der heute zum größten Binnenhafen der Welt angewachsen ist und noch weiter wächst. Hafenchef Erich Staake setzt angesichts einer lahmenden Konktur und sinkender Transportvolumen im Westen seine Hoffnungen für die nähere Zukunft auf China und dessen Strategie des Ausbaus der Neuen Seidenstrasse. Dies wurde schon beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Duisburg im März 2014 bei der Einweihung des Yuxinou-Güterzugs besprochen.

“In unseren internationalen Überlegungen spielt die Seidenstraße eine große Rolle,” bekräftigte Staake vor ein paar Tagen in einem Zeitungsinterview. “Die nördliche Seidenstraße endet in Duisburg und fängt am Pazifik an. In 2011 gab es den ersten Zug von Chongqing, der heute in rund elf Tagen bei uns in Duisburg ist. Aktuell werden acht Züge in der Woche zu rund einem Dutzend Ziele in Asien gefahren.”

Die südliche Seidenstraße, erläuterte Staake, solle “von China über Kasachstan und Georgien beziehungsweise den Iran nach Istanbul verlaufen und ebenfalls vor unserer Haustür enden. An der Grenze zu Kasachstan (in Khorgos—d. Red.) entsteht der größte Umschlagplatz Chinas, an dessen Entwicklung wir uns beteiligen. Unsere Partner haben das Ziel, auch andere Regionen Chinas an die Seidenstraße anzubinden. Gemeinsam leisten wir einen aktiven Beitrag zur Entwicklung dieser Route.”

Die Türkei sei eine weitere Brücke in Richtung Asien, wo man ebenfalls mit starken Kooperationen wachsen wolle, so Staake weiter. “Im November 2015 haben wir daher mit dem größten Logistikunternehmen in der Türkei ein Joint Venture gegründet. Aktuell entwickeln wir einen "Dry Port" zum Güterumschlagplatz per Schiene und Straße im Großraum Istanbul." Dieses Drehkreuz werde künftig von zentraler Bedeutung sein, sowohl für die Industrieregion Istanbul als auch für den transkontinentalen Bahnverkehr zwischen Asien und Nordrhein-Westfalen. "... unsere regionale und internationale Strategie greifen nahtlos ineinander. In Duisburg Gelerntes ist wertvolles Know-how für unsere internationalen Partner. So transportieren wir nicht nur Güter, sondern vermarkten auch unser Wissen.”

Das Interview finden Sie hier.