China vor dem G-20 Gipfel: Wirtschaftswachstum statt Monetarismus und Finanzkrach
24. August 2016 • 14:21 Uhr

Mit einer Reihe von Beiträgen unterstrich die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am 23.8. die Dringlichkeit, beim kommenden G-20 Gipfel in Hangzhou vom 4.-5. September eine Reform des internationalen Finanz- und Wirtschaftssystems einzuleiten.

Xinhua zitiert den früheren Chef der US-Federal Reserve, Alan Greenspan, der bei einem Interview am letzten Wochenende gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg gesagt hatte, er erwarte den Kollaps der Eurozone. Xinhua macht für diese Möglichkeit und die weitreichenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft „das Versagen der Industrienationen verantwortlich, die wachsende Schere zwischen Reich und Arm zu schliessen, Schuldenlasten abzubauen und nach der Finanzkrise von 2008 neue entschlossene Anstrengungen für wirtschaftliche Entwicklung zu entfalten.“ Inzwischen wachse die Skepsis und Kritik am amerikanischen Modell des Neoliberalismus, der weder Ideen noch Massnahmen vorzuweisen habe, die die Weltwirtschaft voranbringen können. Das Hauptübel liege im Monetarismus, der durch Wachstum ersetzt werden müsse. „Die zu starke Betonung auf Finanzpolitik in einigen Industrieländern hat zu makroökonomischer und finanzieller Instabilität anderswo geführt …“

Man brauche eine „längerfristigere Strategie“ für die Weltwirtschaft, statt kurzfristiger Finanzmassnahmen. Reformen müssten auf Wachstum ausgerichtet sein, schreibt Xinhua unter der Überschrift „G20-Gipfel in China – Startrampe für die globale Wirtschaft“. Alle G-20 Nationen hätten das Recht und die Aufgabe, die Weltwirtschaft zu gestalten. „China wird die G-20 Konferenz nutzen, um den Dialog zwischen Industrei- und Entwicklungsländern zu befördern, mit dem Ziel, durch Reformen und Innovationen das Wachstumspotential auszubauen …".

In einem weiteren Beitrag geht es um die Erwartung von Experten, daß die notwendige neue Wirtschaftsordnung „zu einer fairen Beteiligung aus der globalen Entwicklung führen wird, einschließlich des Transfers neuer Technologien in Entwicklungsländer und zur Schaffung von Produktionskapazitäten und Investitionen dort, wo sie dringend gebraucht werden.“ Der G-20 Gipfel sei nur der Anfang dieses Prozesses.

Beim sog. T-20-Vorbereitungstreffen für den G20-Gipfel waren am 29. und 30. Juli Vertreter von Denkfabriken aus 25 Nationen in Beijing zusammengekommen, um über das Thema „Entwicklung neuer globaler Beziehungen“ zu beraten. Frau Zepp-LaRouche, Präsidentin des internationalen Schiller-Instituts, sprach in der ersten Gesprächsrunde zum Thema: „Globale Regierungsführung (Governance): Systemverbesserung und Kapazitätsausweitung“. Hier finden Sie ihren Vortrag im Wortlaut: "Von der Neuen Seidenstraße zur Weltlandbrücke".