OBOR, BRICS und EAEU – Zusammenarbeit für den Wiederaufbau einer zerstörten Welt
27. Dezember 2016 • 14:18 Uhr

Kooperation für die Zukunft statt geopolitischer Kriege heißt die Devise für 2017: Chinas wird die „Seidenstraßen“-Politik (OBOR) und die Zusammenarbeit der BRICS-Nationen weiter konsolidieren. Für nächstes Jahr sind zwei große internationale Gipfeltreffen geplant, wobei der BRICS-Gipfel in Xiamen/Fujian Provinz im September stattfinden wird. Mehr als 100 Länder und internationale Organisationen haben ihre Unterstützung für die OBOR-Initiative erklärt, mit 40 Ländern hat China darüber Kooperationsabkommen geschlossen.Der Präsident des China Institute of International Studies, Su Ge, erklärte gegenüber der Global Times, China werde mit den beiden Gipfeltreffen eine positive Rolle bei der globalen Koordination multinationaler Diskussionen spielen. Das Gipfeltreffen in Xiamen werde von den BRICS-Ländern als Meilenstein für ihre Kooperation gesehen. Zhu Jiejin, stellvertretender Direktor des Zentrums für BRICS-Studien an der Fudan Universität Shanghai, wurde von Xinhua mit den Worten zitiert: „Der Gipfel wird einigen BRICS-Mitgliedstaaten die Möglichkeit geben, sich an China zu wenden, wenn auf westliche Länder kein Verlass ist.“

Am 26. Dezember fand in Petersburg ein Treffen des Rates der Eurasischen Wirtschaftsunion statt, an dem die Staatschefs von Armenien, Ksachstan und Kirgistan teilnahmen. Präsident Putin hob hervor, die EAEU habe bereits einige wichtige Resultate erzielt. Eine der Hauptprioritäten sei, ein positives Geschäftsklima zu entwickeln, "um die Produktion und das technologische Potential der Mitgliedsstaaten voll zu entwickeln." 2016 war der Start für einen gemeinsamen Markt im Gesundheitssektor; nun hat man sich auf ein Konzept geeinigt, bis 2025 einen Gemeinsamen Markt für Öl, Gas und Ölprodukte zu schaffen. Bis 2025 soll auch ein Gemeinsamer Finanzraum entwickelt werden. Die EAEU hat einen Freihandelsvertrag mit Vietnam abgeschlossen; Israel, Indien, Iran, Singapur und Ägypten haben ebenfalls ihr Interesse zum Ausdruck gebracht, und die rechtlichen Voraussetzungen wurden dafür mit den letztgenannten vier Ländern auf den Weg gebracht. Außerdem, so Putin, arbeite man mit China zusammen.

An Heiligabend fand am Grenzfluß Amur (früher Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen der Sowjetunion und China) eine Zeremonie statt, um die Bauarbeiten einer neuen Brücke zu eröffnen, die bis 2018 fertig sein soll. Diese Brücke wird den Güter- und Personenaustausch zwischen den beiden Grenzbezirken Amur auf der russischen Seite und Chinas Heilongjiang-Provinz massiv erhöhen. Man rechnet mit 3 Millionen Tonnen Güteraufkommen und 1.48 Millionen Passagieren von 2020 an. Die Brücke wird 20 km lang sein, 14.5 Meter breit und die Grenzstädte Blagoveshchensk und Heihe verbinden. 1400 Arbeiter sind daran beteiligt. Das Projekt soll 355 Millionen Dollar kosten und ist ein echter Durchbruch – es hat zwanzig Jahre gedauert, bis Diskussionen und Pläne abgeschlossen werden konnten.

Und schliesslich baut Rußland auch den nigerianischen Nuklearsektor auf. Nigeria und Rußland unterzeichneten vor einigen Tagen dafür ein Projektentwicklungsabkommen. Die Gespräche über den Bau von vier Reaktoren mit einer geplanten Gesamtleistung von 4800 MW begannen zwischen der nigerianischen Behörde NAEC und Rußlands Rosatom 2015. 2012 waren bereits drei Abkommen über die friedliche Nutzung der Kernenergie geschlossen worden, in dem es neben dem Bau von Kernkraftwerken auch um die Errichtung eines Mehrzweckreaktors ging, um die Ausbildung in Nukleartechnologie in Nigeria zu fördern. Dr. Kirill Komarov kündigte im Namen der russischen Delegation an, sein Land erweitere die Stipendiumsangebote für junge Nigerianer, die ihr Wissen über den Einsatz nuklearer Technologie für friedliche Zwecke verbessern wollen.