Skandal in Großbritannien um Vertuschung von fehlgeschlagenem Nuklearraketentest
25. Januar 2017 • 18:44 Uhr

Die britische Regierung verschwieg dem Parlament, daß im vergangenen Juni eine Trident-Rakete bei einem Raketentest vor der US-Küste vom Kurs abkam und zerstört werden mußte. Der ganze Vorgang wirft bislang noch viele Fragen auf, aber die Umstände sind besorgniserregend und unterstreichen, wie wichtig es ist, die Ära geopolitischer Konfrontation zu beenden.

Verteidigungsminister Michael Fallon mußte am 23. Januar vor dem Unterhaus Fragen zu dem gescheiterten Test einer Trident-Atomrakete beantworten, die im Juni 2016 von einem U-Boot der königlichen Marine aus gestartet war. Die Londoner Sunday Times hatte diesen Zwischenfall am Sonntag bekannt gemacht und berichtet, daß die Rakete bei einem Routinetest in einem militärischen Einsatzraum der US-Marine vor der Küste von Florida von der HMS Vengeance, einem mit ballistischen Raketen bewaffneten U-Boot der britischen Kriegsmarine, nach dem Start „vom Kurs abkam“ und anstatt auf das Zielgebiet vor der Küste Westafrikas in Richtung der US-Küste geflogen sei und zerstört werden mußte. Nun herrscht Empörung im Parlament, denn nur einen Monat nach dem Zwischenfall hatte die Premierministerin Theresa May eine Abstimmung des Parlaments über die Bewilligung von 40 Mrd. Pfund für den Bau einer neuen Klasse von U-Booten veranlaßt, die mit diesen Trident-Raketen ausgerüstet werden sollen, ohne die Abgeordneten über den gescheiterten Test zu informieren.

Eine Frage, die in dieser Debatte bisher nicht gestellt wurde, ist die, ob der Zwischenfall angesichts der Tatsache, daß die USA ihre Raketen im Zustand der „unmittelbaren Gefechtsbereitschaft“ (Launch on warning) halten, katastrophale Folgen hätte haben können.

Der stellv. russische Premierminister Dmitrij Rogosin erklärte auf seiner Facebook-Seite zu diesen Berichten, dies sei ein „gefährlicher Zwischenfall“.

Lyndon LaRouche kommentierte den Bericht über den britischen Raketentest, angesichts der damaligen vielen Provokationen des früheren Präsident Obama und seiner britischen Verbündeten sollte man den Zwischenfall genau untersuchen.

Im Juni 2016 liefen mindestens fünf NATO-Übungen, vier davon in Polen und den baltischen Staaten, bei denen u.a. amerikanische B-52-Bomber in Estland bis auf 50 km an die russische Grenze heranflogen. In der zweiten Juniwoche wurden zwei amerikanische Flugzeugträger ins Mittelmeer und ein mit Raketen bewaffneter Zerstörer ins Schwarze Meer verlegt, während die Verteidigungsminister der NATO in Brüssel zusammenkamen, um die Pläne für die Stationierung von vier NATO-Bataillonen in Polen und den drei baltischen Republiken zu beschließen. Die NATO-Verteidigungsminister sagten außerdem dem Regime in Kiew volle Unterstützung zu und versprachen, vom NATO-Territorium aus nach Süden „Stabilität auszustrahlen“. Der Monat endete mit Präsident Obamas Besuch in Ottawa, wo er die Kanadier unter Druck setzte, sich an der Konfrontationspolitik gegenüber Rußland zu beteiligen.

Die London Times schrieb am 24.1., der damalige US-Präsident Barack Obama habe Cameron gebeten, diesen Zwischenfall unter Verschluß zu halten. Sie zitierte eine Quelle mit den Worten: „Die US-Regierung könnte sich Sorgen darüber gemacht haben, daß weitere Raketen ähnliche Problem haben. Das britische U-Boot hat die Rakete erfolgreich transportiert und abgefeuert; das, was versagte, war die amerikanische Technologie.“ Die Trident werden von Lockheed Martin in Kalifornien hergestellt und gemeinsam mit den amerikanischen Raketen in den USA gewartet.

Großbritannien hat volle operationelle Kontrolle über seine Nuklearwaffen, wie aus einer älteren Antwort auf eine entsprechende Anfrage hervorgeht.
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