Serbisch-griechische Kooperation: Donau-Morava-Vardar-Kanal wieder auf der Tagesordnung
8. Februar 2017 • 12:20 Uhr

Die Donau-Morava-Vardar/Axios-Wasserstraße, die die Donau mit dem Ägäischen Meer verbinden soll und Teil des Programms des Schiller-Instituts für den Wiederaufbau der Mittelmeer- und Balkanregion ist, steht wieder auf der Tagesordnung. Sputnik berichtet, daß der griechische Premierminister Alexis Tsipras am 2. Februar während seines Staatsbesuchs in Serbien erklärte, die beiden Seiten hätten vereinbart, ihre „globalen“ Ideen zu entwickeln. Dazu gehören der Ausbau der Eisenbahnverbindung zwischen Belgrad und Thessaloniki, und der Bau der Wasserstraße zur Verbindung von Donau und Ägäis. Tsipras sagte, das Projekt könne potentiell „die Geographie des Balkan verändern“.

Der Sputnik-Bericht gibt einen Überblick über die Geschichte des Projektes, angefangen 1904, als Nikola Stamenkovic, ein Professor der Technischen Fakultär der Belgrader Universität, es erstmals vorschlug. Ein amerikanisches Unternehmen aus New Jersey legte dann 1908 eine Dokumentation über die Wasserstraße vor, die den Weg für eine serbisch-türkische Vereinbarung über den Bau bereitete, der 1909 begonnen, aber dann durch die Balkankriege unterbrochen wurde. (Nicht erwähnt wird in dem Bericht ein Treffen 1908 in St. Petersburg zwischen amerikanischen und russischen Unternehmen, die den Kanal bauen wollten.)

1961 arbeiteten Jugoslawien und Griechenland ein neues Projekt aus, und 1973 besuchten Experten der Vereinten Nationen Jugoslawien, um das Projekt abzusegnen. Anschließend bewilligte die Europäische Gemeinschaft Mittel für den Ausbau des (in Griechenland Axios genannten) Vardar-Flusses, aber all das wurde 1990 im Kontext der Kriege nach dem Zusammenbruch von Jugoslawien eingestellt.

2013 wurde das Projekt vom heutigen serbischen Botschafter in China, Milan Bacevic, wieder aufgegriffen, der damals Minister seines Landes für natürliche Ressourcen und Bergbau war. Mitte 2013 erstellte das chinesische Unternehmen China Gezhouba eine Machbarkeitsstudie. Und 2014, bei einer Konferenz des Schiller-Instituts in Frankfurt über das Potential der Neuen Seidenstraße, stellten zwei serbische Professoren das Projekt vor.

Sputnik berichtete, daß die chinesische Machbarkeitsstudie erstmals zeigte, daß die vorgeschlagene Wasserstraße realisierbar und wirtschaftlich vernünftig sei, was die logistischen Kosten, die Stromerzeugung und gewisse Umweltbedenken angehe.

Im November 2016 wies der serbische Präsident Tomislav Nikolic während seiner Gespräche mit dem makedonischen Präsidenten Ivanov auf die Bedeutung des Projektes hin und erklärte, es sei eine historische Chance für die Region, die Serbien und Makedonien nicht verpassen dürften. Nikolic gab auch bekannt, daß China bereit sei, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, wenn Serbien, Makedonien und Griechenland zu einer Einigung gelangten.

In einem Interview mit Sputnik Serbien sagte Miodrag Jovanovic, Professor des Baufakultät an der Belgrader Universität, Serbien allein könne es sich nicht leisten, die Donau-Morava-Vardar/Axios-Wasserstraße zu bauen und zu unterhalten. Es sei jedoch möglich mit chinesischer Unterstützung, wobei er auf die chinesische Beteiligung am griechischen Hafen Piräus (67%) als Vorbild verwies.