Hurrikans, Erdbeben - Naturkatastrophen vorhersagen!
11. September 2017 • 20:03 Uhr

Der absurde Reflex, alle Naturkatastrophen sofort dem "menschengemachten Klimawandel" zuzuschreiben, ist verantwortungslos und inkompetent. Damit lenken Politiker und Medien erstens von den mörderischen Konsequenzen der jahrzehntelangen monetaristischen Sparpolitik ab, die verhindert, daß ausreichende Infrastruktur und Schutzmechanismen errichtet werden. Zweitens soll so die Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagenprobleme verhindert werden, die für Lösungen erforderlich sind. Dazu hier einige Reflektionen.

Die Zeit Ende August und Anfang September war in unserem Sonnensystem höchst turbulent. Massive Hurrikans (Harvey, Katia, Iram, José) treffen die USA und die Karibik; auf der Sonne gab es mehrere explosive Eruptionen (darunter die stärkste seit mehr als einem Jahrzehnt), wodurch Plasma auf die Erde ausgestoßen und mehrere geomagnetische Stürme ausgelöst wurden; und Mexiko wurde vom stärksten Erdbeben seit mehr als einem Jahrzehnt getroffen - ein Beben der Stärke 8,1 rund 90 km vor der Südwestküste.

Diese Naturextreme erinnern uns daran, wie sehr die Menschheit Gefahren in unserem Sonnensystem ausgeliefert ist, und sie unterstreichen die strategische Realität dieser Zeit: Nationen müssen gemeinsam handeln, um die Erde vor diesen Gefahren zu schützen.

Das Beben von Chiapas mit der Stärke 8,1 forderte mehr als hundert Menschenleben (so der Stand am 10.9.). Dank elektrischer Sensoren und Frühwarnsystemen konnten viele Anwohner wenigstens etwa eine halbe Minute vor dem Eintreffen der Wellen des Bebens gewarnt werden, sie konnten sich gerade noch aus Gebäuden retten oder in Schutzräume fliehen. Aber wieviel besser wäre es, wenn man Stunden oder sogar Tage vorher warnen könnte?

Seit Jahrzehnten leisten kleine Forschergruppen Pionierarbeit daran, Frühwarnsignale, die Stunden, Tage oder Wochen vor akuten seismischen Ereignissen auftreten, zu erfassen, zu studieren und zu verstehen. Diese Forscher haben belegt, daß Erdbeben verschiedene elektrische, elektromagnetische, magnetische, thermische oder andere Signale vorausgehen, und schufen damit die Grundlage für Frühwarnsysteme, die zahllose Menschenleben retten könnten.

Einer der hausragenden Pioniere dieser Forschungen ist Prof. Sergej Pulinez, der zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dimitar Ouzounov an der Entwicklung eines gekoppelten Modells von Lithosphäre, Atmosphäre und Ionosphäre arbeitet. Das Modell erklärt die Physik hinter den Erdbeben-Frühwarnzeichen und liefert den theoretischen Rahmen für ein Frühwarnsystem. Nach gründlichen Studien und Demonstrationen ist Team jetzt bereit, diese Arbeit konkret zur Anwendung zu bringen - wenn Staaten bereit sind, solche Frühwarnsysteme zu entwickeln.

Wenn jetzt das neue Paradigma im Zusammenhang mit der Gürtel- und Straßen-Initiative und der BRICS-Partnerschaft Gestalt annimmt, sollte dies zu einer strategischen Zusammenarbeit aller Länder für den Schutz der Erde und ihrer Bewohner vor solchen menschheitsbedrohenden Gefahren führen. Die Herausforderungen sind offensichtlich: Gemeinsam müssen wir es schaffen, Erdbeben und Vulkanausbrüche vorherzusagen, die Erde vor Asteroiden und Kometen zu schützen, extreme Wetterereignisse unter Kontrolle zu bekommen und zusammenarbeiten, um unsere menschliche Gemeinschaft zu schützen.