10.000 Hitzetote in einer Woche: was sind die Prioritäten der EU?

15.07.2026
10.000 Hitzetote in einer Woche: was sind die Prioritäten der EU? klaus 15.07.2026

Die Hitzewelle Ende Juni in ganz Westeuropa forderte in nur einer Woche vom 22. bis 28. Juni 10.650 Todesopfer. Das geht aus dem von der EU und der WHO unterstützten EuroMOMO-Sterblichkeitsmonitor hervor. Mehr als 9.000 der Verstorbenen waren 65 Jahre oder älter. In Belgien war dies die tödlichste Hitzewelle seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000; Deutschland verzeichnete allein in dieser Woche 5.486 zusätzliche Todesfälle. Und die Hitzewelle ist noch nicht vorbei: In Italien gelten heute bereits in vier Städten Warnungen vor extremer Hitze mit Höchsttemperaturen nahe 41 °C. Die Zahl der Städte könnte bis Mittwoch auf sieben ansteigen – darunter die Hauptstadt Rom.

Was sind im Vergleich dazu die Prioritäten der europäischen Regierungen? Die EU stellt rund 260 Milliarden Euro pro Jahr – nach einigen Schätzungen sogar weit mehr – bereit, um im Rahmen ihres „Green Deal“ und der „Fit for 55“-Initiative den CO₂-Ausstoß zu senken und die für die kommenden Jahrzehnte prognostizierten Temperaturen um Bruchteile eines Grads zu senken. Und wie sehen dagegen die Maßnahmen aus, um Menschen vor der Hitze zu schützen? Nur etwa jeder fünfte europäische Haushalt verfügt über eine Klimaanlage, gegenüber fast neun von zehn in den Vereinigten Staaten oder Japan.

Ein Großteil der europäischen Klimaexperten betrachtet Klimaanlagen hingegen sogar als Teil des Problems, als eine zu vermeidende „Kohlenstoffsünde“ und nicht als bewährte Technologie, die das Leben älterer und pflegebedürftiger Menschen schützt und allen mehr Komfort und Produktivität ermöglicht. Der Zusammenhang ist nicht schwer zu erkennen. Die Länder mit der höchsten hitzebedingten Sterblichkeit – Belgien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien – sind genau jene, in denen Klimaanlagen nach wie vor die Ausnahme sind, während Italien, wo mehr als 50 Prozent der Haushalte über eine Klimaanlage verfügen, weitaus besser geschützt ist.

Eine Politik, die Hunderte von Milliarden in eine trügerische Klimamodell-Zukunft und weitere Hunderte von Milliarden in Rüstungsgüter steckt, während ältere Menschen mangels Klimaanlagen dem Tod überlassen werden, hat ihre Prioritäten falsch gesetzt.

Der Trend könnte sich aber in Kürze umkehren. Der chinesische Hersteller Midea berichtete, die Produktion hochgefahren zu haben, um in nur dreieinhalb Tagen 20.000 Klimaanlagen für den Export nach Frankreich herzustellen, was die derzeit bestehende Nachfrage verdeutlicht, auf die zunehmend reagiert wird.

Quelle: eirna.de

Scroll to Top