Die Zentralbanken der Welt haben in den letzten 48 Stunden 323 Milliarden $ in das Finanzsystem gepumpt, schrieb der Londoner Guardian am 11. August.
Weitere hitzige Schlagzeilen in der britischen Presse:
„Zentralbanken drucken Milliarden, aber der globale Absturz bleibt.“, Guardian
„City [of London] von einer der größten Krisen seit Jahrzehnten betroffen“, Daily Telegraph
„Weltmärkte stehen unter der Spannung der Kreditkrise“ &
„Tote Hypotheken erzeugen globale Panik“, Times
Die Londoner Börse stürzte am Freitag ab. Der FTSE Index verlor 3,7 % und vernichtete 64 Milliarden £ an Wert der führenden Aktien. Dies ist vergleichbar mit den Verlusten von -10,84 % im Oktober 1987 und -5,72 % am 11. September 2001.
Minengesellschaften, Händler von Hedgefonds und Banken wurden schwer getroffen. Große Verlierer sind vor allem Man Group mit Verlusten von 9 %, Hypothekenverleiher Northern Rock mit 9,6 %, Lonim 7 %, BHP Billiton 6,7 % und Barclays Bank 6,4 % , die insgesamt 3 Milliarden £ an Börsenwert verloren.
Der FTSE-Kollaps um 232,9 auf 6038 Punkte ließ einen Händler laut Today’s Daily Telegraph aufschreien: "Das ist ohnegleichen. In den letzten 15 Handelsminuten sind wir um 50 Punkte gefallen. Das ist verdammt ernst – holt mich hier raus, ich will hier nicht mehr bleiben. Ich habe Angst."
Indessen hielt sich die Bank of England bedeckt zum Thema Finanzspritzen. Sie braucht auch hier, laut Guardian, gar keine Entscheidung zu treffen, da sie ein neues Geldmarktsystem eingeführt hat, bei dem ihr eine permanente Einrichtung zur Verfügung steht, auf welche die Handelsbanken zugreifen können, wann immer sie wollen. Die Rate liegt mit 6,75 % einem Prozent über der angehenden Rate, aber es ist bis jetzt noch nicht klar ob, das etwas nutzen wird, solange noch keine weiteren Meldungen bekannt gemacht wurden.
Premierminister Gordon Brown, der letzten Monat noch Schatzkanzler war, meinte: "Es wird immer Marktprobleme geben, und natürlich können wir uns nicht von anderen Teilen der Welt isolieren. Ich denke, die wichtige Botschaft der britischen Ökonomie ist die, daß wir alles in unserer Macht stehende getan haben, und auch in Zukunft tun werden, um die Stabilität der Wirtschaft zu erhalten."