Von Lyndon LaRouche
Von Lyndon LaRouche
Vor einigen Wochen veröffentlichten wir eine Mitschrift des außergewöhnlichen Dialogs, den Lyndon LaRouche am 29. April 2010 in New York über verschiedene Aspekte der von ihm vorgeschlagenen Vier-Mächte-Vereinbarung und verwandter Fragen führte. Die Teilnehmer waren Politiker, bedeutende Akademiker führender amerikanischer Universitäten, darunter Stanford University, University of California in Berkeley, MIT, Princeton und Columbia University, sowie Vertreter aus Rußland, China und Indien. Auch einige Journalisten waren eingeladen, um die Gespräche zu verfolgen. Am 5. August kam die gleiche Gruppe erneut zusammen, und es entspann sich ein ebenfalls außergewöhnlicher Dialog. Die Zusammenkunft wurde von LaRouches Sprecherin Debra Freeman moderiert. Es folgt eine überarbeitete Mitschrift von LaRouches Eingangsrede, die Diskussion werden wir in den nächsten Ausgaben dokumentieren.
Debra Freeman: Guten Tag. Es ist, zumindest kalendarisch gesehen, noch nicht so sehr lange her, daß wir hier zusammenkamen, doch es scheint ein ganzes Leben her zu sein, wenn man sich die globalen Ereignisse und das notwendige globale Handlungsmandat der hier Versammelten betrachtet. Jedenfalls hat Herr LaRouche hart gearbeitet, und er wird sicherlich auf einige Dinge eingehen, die meiner Ansicht nach erstaunliche Durchbrüche in unserer Arbeit sind, nicht nur für den Wiederaufbau dieses Landes, sondern auch für die Rückkehr zum richtigen Handeln der ganzen Menschheit auf diesem Planeten und darüber hinaus.
Da alle bereit sind, werde ich nichts weiter sagen, sondern ohne weitere Verzögerung Lyndon LaRouche das Wort erteilen.
Lyndon LaRouche: Ohne mich auf bestimmte Personen zu beziehen, möchte ich folgendes voranschicken. In einer Situation wie der heutigen, wo ich in etwa einem Monat meinen 88. Geburtstag begehe und noch aktiv bin, blicke ich manchmal zurück auf meine persönlichen Erfahrungen in der Politik, die etwa zu der Zeit begannen, als ich am Ende des Zweiten Weltkriegs, wie er genannt wurde, aus Burma zurückkehrte und mich in der amerikanischen Politik, aber auch der britischen Politik in der Indien-Frage zu engagieren begann. Sonderbare Umstände sorgten dafür, daß ich mittendrin in einigen großen Vorgängen stand, die die gesamte Nachkriegszeit geprägt haben. Ich meine die Methoden der Briten, wie sie Rassenunruhen oder sogar religiösen Unruhen in Indien anfachten, um den Verlauf der Geschichte zu verändern, in Verbindung mit der Niete, die auf Franklin Roosevelt als Präsident der Vereinigten Staaten folgte.
Unmittelbar bevor ich nach Burma ging, war ich im Kriegsdienst in Indien. Einige Kameraden fragten mich, ob sie mich einmal privat sprechen könnten, und ich sagte zu, weil ich spürte, was ihnen auf der Seele lag, denn die Ereignisse hatten sich überstürzt. Sie wollten von mir wissen, was ich denke, wie es nach Präsident Franklins Tod mit uns weitergehen würde. Meine Antwort war recht kurz, aber passend, wie ich meine, und die Antwort ist auch für die Umstände bedeutsam, mit denen wir es heute zu tun haben. Ich sagte: „Wir haben unter einem großen Präsidenten gedient. An seine Stelle ist jetzt ein sehr kleiner Mann getreten. Ich habe Angst um uns und um unser Land." Sie schauten mich an, und sie waren zufrieden, daß ich die Frage beantwortet hatte, die sie auf dem Herzen hatten.
Heute mag es einen oder zwei ehemalige Präsidenten geben, die ein oder zwei Jahrzehnte nach ihrem Ausscheiden aus dem höchsten Amt zurückschauen und aus dieser Perspektive bessere Einsichten in die Probleme der amerikanischen Präsidentschaft finden können, und wie sich diese mit den Problemen von Staats- und Regierungschefs oder ähnlich gesinnten Leuten in anderen Ländern vergleichen lassen.
Wir befinden uns in einer der folgenschwersten Perioden der Geschichte. Sie ist in gewisser Weise vergleichbar mit dem Übergang vom Toben der Pest im 14. Jahrhunderts zu den anschließenden umkämpften Entwicklungen, die für die Abgrenzung der neuzeitlichen von der mittelalterlichen und antiken europäischen Zivilisation entscheidend sind. Wir sind wieder an einem solchen Punkt.
Obama: eine gescheiterte Persönlichkeit
Wir stehen in diesem Moment vor wichtigen Entscheidungen. Aber selbst Leute, die in Reaktion darauf bestimmte Veränderungen treffen wollen, arbeiten nach dem falschen Kalender, nach der falschen Uhr. Denn wenn nicht irgendwann in den kommenden zwei Monaten, zu einem noch nicht bestimmbaren Zeitpunkt im August oder September, gewisse Veränderungen stattfinden, dann ist Amerika verloren, das kann ich Ihnen garantieren.
Ich weiß, daß es darüber unter Leuten, die ich für gut unterrichtete Patrioten halte, heftige Auseinandersetzungen gibt. Ihr Streit geht um die Frage: „Müssen wir denn unbedingt den amtierenden Präsidenten stürzen – können wir nicht einen anderen Weg finden, die Vereinigten Staaten solange am Leben zu erhalten, bis wir die Probleme zu einem späteren Zeitpunkt lösen können?" Ich weiß aber zufällig, daß das nicht möglich ist. Mit bestimmten Entwicklungen wäre es möglich, aber dies müßten entscheidende Veränderungen sein.
Doch solange die jetzige Struktur der politischen Entscheidungen auf der höchsten Ebene bleibt, steht fest – und ich will hier ganz offen sein. Diese Frage muß auf den Tisch, denn diese Fakten darf man nicht ignorieren. Unser Problem heute ist, daß der jetzige Präsident Barack Obama schlimmer ist als sein Vorgänger George W. Bush. Obama ist, wie ich an anderer Stelle bereits sagte, eine gescheiterte Persönlichkeit. Das ist ein ganz bestimmter Typus, dem einige berühmte Personen aus der Vergangenheit zuzurechnen sind, wie etwa Kaiser Nero, der Selbstmord beging und Rom damals so ziemlich auf die gleiche Weise regierte wie Präsident Obama heute die USA. Auch Adolf Hitler war offensichtlich eine gescheiterte Persönlichkeit, gescheitert als Künstler, gescheitert als Politiker, gescheitert in jeder Hinsicht. Beide töteten sich selbst, weil ihr psychologischer Zustand es nicht anders zuließ, nachdem ihr überdrehtes Ego Schiffbruch erlitten hatte. „Hitler im Bunker" ist ein etwas entfernteres Bild, das die meisten kennen. Aber Kaiser Nero, das ist ein sehr ähnlicher Fall.
Es gibt zahlreiche Beispiele gescheiterter Persönlichkeiten, die von bestimmten politischen Kräften benutzt und in Zeiten der Krise an die Macht gebracht wurden. Unter Krisenbedingungen haben solche Leute manchmal die größten Katastrophen verursacht, weil sie als Regierungschef oder in welcher Machtposition auch immer scheiterten. Und wir leben jetzt in einer solchen Zeit.
Die Leute werden das auf zweierlei Weise betrachten. Einige werden es mehr aus meinem Blickwinkel betrachten und verstehen, daß die Zeit für die Realwirtschaft ausläuft und sich die Entwicklungen überschlagen. Andere werden es vom Blickwinkel der Präsidentschaft als politischer Institution betrachten, und sie werden weniger wirkungsvoll sein. Sie werden eher geneigt sein, auf einer Plattform politischer Positionen nach Optionen zu suchen. Kompetent werden diejenigen von uns sein, die es von beiden Standpunkten aus betrachten und den Widerspruch, das Paradox zwischen politischer und wirtschaftlicher Macht verstehen. Unter wirtschaftlicher Macht verstehe ich hier nicht, wer eine Firma leitet, sondern wie die Ökonomie funktioniert und welche wirtschaftspolitischen Entscheidungen getroffen werden.
Man muß dabei eines verstehen: Politik ist keine Wissenschaft. Es gibt kein politisches System, das man von Natur aus wissenschaftlich nennen könnte, d.h. Politik bzw. Ökonomie in der Politik basieren nicht auf physikalischen Prinzipien. Sie weichen häufig von der Natur des menschlichen Geistes ab. So etwas wie einen festen Wert von Geld an sich gibt es nicht.
Amerikas Geschichte
Unsere Republik wurde indirekt schon unter der Massachusetts-Kolonie im 17. Jahrhundert gegründet, bevor deren Charta wieder aufgehoben wurde. Damals hatten wir ein Kreditsystem, das auch heute wieder von großer Wichtigkeit ist. Damals wurde zum ersten Mal ein Kreditsystem eingerichtet, das wirtschaftlich höchst erfolgreich war. Die Briten zerschlugen es, weil es nach ihrem Geschmack zu erfolgreich war. Doch damals wurde tatsächlich das Fundament für das politische System der Vereinigten Staaten gelegt.
Das wurde durch die Machenschaften von zwei britischen Monarchen kaputt gemacht. Doch dann trat Benjamin Franklin auf den Plan, als Anhänger von Leuten wie George Washington, die die gleichen Ansichten hatten. Sie prägten die Grundsätze, aus denen dann die Vereinigten Staaten entstanden.
Dann brach die Zeit an, wo die großen Interessen in Europa, die die Auswirkungen des sogenannten Siebenjährigen Kriegs erlebt hatten, erkannten, daß der Widerstand der Amerikaner gegen das Britische Empire, das durch den Sieg im Februar 1763 errichtet worden war, die größte Gefahr für sie darstellte. Sie kamen zu dieser Ansicht, weil sie erkannten, wie die Briten, bzw. die damaligen anglo-holländischen Interessen, mit dem idiotischen Siebenjährigen Krieg die Britische Ostindiengesellschaft als Mittel imperialer Macht benutzten und durch diese Methoden zur eigentlichen imperialen Macht aufstiegen.
Darauf gab es in Europa Reaktionen. In Frankreich beispielsweise gab es einen starken Impuls, die Sache der jungen Republik der Vereinigten Staaten zu unterstützen, weil man erkannte, daß man lieber damit als mit dem Britischen Empire leben wollte. Immerhin war das Britische Empire gebildet worden, indem man Frankreich in den Siebenjährigen Krieg hineinzog.
Genau das hat sich seither in vielen Formen wiederholt! Die Briten sind immer so vorgegangen – nach dem Motto: „Du und Du, ihr führt Krieg!" Der Erste Weltkrieg wurde auf die gleiche Weise in Gang gesetzt. Die Briten reagierten auf die Erfolge der Vereinigten Staaten wie den Sieg unter Präsident Lincoln über die britische Marionette der Konföderation und die Jahrhundertausstellung in Philadelphia 1876. Der Einfluß der Jahrhundertausstellung strahlte vor allem auf Deutschland aus, das mit den Bismarckschen Reformen zu einer wirtschaftlichen Großmacht aufstieg. Ähnliches geschah durch den Einfluß von 1876 in Rußland, als ein großer Russe auf die politische Führung seines Landes einwirkte. Das war auch ein Rückgriff darauf, wie noch vor der Französischen Revolution und vor den Napoleonischen Kriegen mit Hilfe der von Rußland angeführten und vom französischen und vom spanischen König unterstützten Liga der Bewaffneten Neutralität die Freiheit der Vereinigten Staaten erreicht worden war.
Aber das war nicht von Dauer gewesen. Es folgte ein Prozeß von Korruption und Ruin, der in die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege – praktisch einen zweiten Siebenjährigen Krieg – mündete. Dadurch wurden die großen Mächte Europas ruiniert, und die Macht des Britischen Empire wuchs – nicht als Imperium einer Nation, sondern als Imperium eines internationalen monetären Systems.
Dann wieder gab es 1876 eine großartige Bewegung nach dem Sieg der Vereinigten Staaten über das Britische Empire und die Sklaverei, und in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die zum Zweiten Weltkrieg hinführte, hatten wir erneut einen großartigen Präsidenten. Ebenso war McKinley ein großer Präsident, der 1901 erschossen wurde. Wäre McKinley nicht erschossen worden, hätten sich die Vereinigten Staaten niemals mit dem Britischen Empire gegen die Nationen Europas verbündet. Doch nach diesem von langer Hand vorbereiteten Mord an einem Präsidenten der Vereinigten Staaten wurde der Nichtsnutz Theodore Roosevelt Präsident. Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson waren Halunken, genauso wie im wesentlichen die Präsidenten, die ihnen in den zwanziger Jahren folgten.
Franklin D. Roosevelt
Mit der Wahl Franklin Roosevelts gelang ein großer, hart erfochtener Sieg, und die USA wurden wieder eine Großmacht. Die Briten hatten den Zweiten Weltkrieg als Neuauflage des Ersten Weltkriegs geplant, doch Roosevelt war auf der anderen Seite. Die Vereinigten Staaten unterstützten die Briten gegen die Nationen Asiens und Europas nicht mehr.
Die Vereinigten Staaten griffen ein, als die Briten völlig überrascht wurden, denn die deutsche Wehrmacht war eigentlich den kombinierten britischen und französischen Streitkräften unterlegen, aber wegen der faschistischen Regierung in Frankreich gab es eine andere Absprache, und das war, daß Frankreich von den schwächeren Kräften der Wehrmacht überrannt wurde.
Da kam Churchill, ein Imperialist, der unseren Mumm fürchtete, laut schreiend zu Roosevelt und flehte um Beistand. So führten wir an der Seite Englands und im Bündnis mit der damaligen Sowjetunion einen Krieg. Mit dieser Kräftekonstellation, wie bei unserem Sieg 1782, errangen wir einen großen Sieg gegen das Britische Empire. Doch dann starb Franklin Roosevelt, und die Wallstreet-Marionette Harry Truman wurde Präsident, und er ließ nichts aus, um Churchill zu helfen. Seither erleben wir den großen Niedergang, der uns ruiniert hat.
Ich gebe Ihnen ein Beispiel für die Probleme, mit denen Sie es tun haben, wenn jemand von Ihnen Präsident war oder sich hätte vorstellen können, Präsident zu sein. Die heutige Washington Post brachte zufällig – ohne mein Zutun – eine Meldung, die erwähnenswert ist. Ich plante nicht, heute darüber zu sprechen, aber die Sache ist durchaus bedeutsam. Sie geht 38 Jahre zurück. Präsident Nixon, der sich unter diesen Umständen auch als Marionette erwies, hatte damals den Viersternegeneral John D. Lavelle angewiesen, einen Luftangriff gegen die nordvietnamesischen Streitkräfte zu fliegen. Er führte den Angriff aus, doch gab es damals – 1972 – darüber einigen Streit. Nixon hielt es für ratsam – oder es wurde ihm von Henry Kissinger geraten -, nicht die Wahrheit zu sagen, daß er diesen Angriff auf nordvietnamesisches Territorium befohlen hätte. Somit blieb alles bei Lavelle hängen. Er wurde zwar nicht strafrechtlich verfolgt, aber vor genau 38 Jahren aus dem Dienst entlassen. Der Mann lebt nicht mehr, aber jüngst haben sich bestimmte militärische Kreise unter Mithilfe von Senator Webb dafür stark gemacht, in diesem Fall endlich Gerechtigkeit walten zu lassen, und wie in der Washington Post zu lesen war – in der New York Times habe ich es nicht gesehen – wurde General Lavelle völlig rehabilitiert.
Man muß sich darüber klar werden, was dies mit Blick auf die Präsidentschaft bedeutet: Wer war dieser Nixon? Eine Kreatur des damaligen FBI-Chefs [Hoover] und von dessen Freunden Roy Cohn und Kardinal Spellman, die in Amerika eine Terrorherrschaft aufzogen, in deren merkwürdige Geschäfte sie auch den jungen Mann namens Nixon beteiligten. Nixon wurde dann in einer Art Kompromißlösung zu Eisenhowers Vizepräsident ernannt. Eisenhower war mit diesem Anhängsel gar nicht glücklich und ließ dies auch während seiner Präsidentschaft immer wieder durchblicken – aus gutem Grund. Eisenhower hätte viele seiner persönlichen Pläne opfern müssen, wenn er schon früher, zu seiner Zeit als Präsident der Columbia University, die demokratische Präsidentschaftsnominierung angestrebt und erhalten hätte, als ich ihn schriftlich dazu gedrängt und er den von mir angeführten Gründen auch zugestimmt hatte. Er erklärte, damals sei nicht der richtige Zeitpunkt gewesen, und rückblickend würde ich sagen, hatte er recht. Aber wenn er damals Truman als Präsident abgelöst hätte, wäre die Geschichte der Vereinigten Staaten anders verlaufen.
Die Rolle der Realwirtschaft
Wenn man dann zu dem übergeht, was wir heute haben, so ist der jetzige amtierende Präsident der schlimmste gescheiterte Präsident unserer Geschichte. Nach meiner Einschätzung werden die Vereinigten Staaten in den kommenden Wochen oder Monaten untergehen, wenn dieser Mann Präsident bleibt. Und wenn die Vereinigten Staaten untergehen, weiß ich auch, daß es in jedem Teil der Welt zu einem kettenreaktionsartigen Absturz in ein finsteres Zeitalter kommen wird, wie er nur mit dem Europa des 14. Jahrhunderts vergleichbar wäre.
Viele Dinge kommen somit jetzt zusammen. Die Lage ist so, daß die Zivilisation nicht überleben wird, wenn nicht bestimmte Entscheidungen rechtzeitig getroffen werden. Wenn die Vereinigten Staaten jetzt zusammenbrechen, werden kettenreaktionsartig alle anderen Teile der Welt ebenfalls untergehen.
Dabei gibt es zwei Sichtweisen: Aus Sicht der Leute, die an Geld glauben, ist die Sache nicht so einsichtig. Ganz anders ist es, wenn man die Lage der Realwirtschaft betrachtet: den Verlust der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur, den Verlust wichtiger Hochtechnologiebetriebe, den fehlenden Ausbau der Kernkraft als einziger förderungswürdiger Energiequelle, die Unfähigkeit, die Kernfusion als längst überfälligen Nachfolger der Kernspaltung zu entwickeln. Ohne die Kernfusion mit Hilfe des Helium-3-Isotops werden wir nicht in der Lage sein, Menschen sicher aus der Erdumgebung zum Mars zu transportieren. Gegenstände, die sich durch die kosmische Strahlung zwischen Erd- und Marsumlaufbahn bewegen lassen, und elektronisch gesteuerte Dinge kann man dorthin bringen, aber Menschen kann man dem nicht aussetzen.
Wir sind somit an einem Punkt angelangt, wo sich irgendwann in diesem Jahrhundert am Horizont eine Technik abzeichnet, die aus dem Menschen ein Geschöpf des Sonnensystems machen wird, das nicht nur an die Erde gebunden ist. Das ist absehbar. Um die erforderlichen Rohstoffe und Technik zu entwickeln, um Leben auf diesem Planeten erhalten zu können, müssen wir uns in diese positive Richtung bewegen.
NAWAPA
Was können wir dafür tun? Ich habe diese Frage als eine Frage der grundlegenden Wirtschaftsinfrastruktur definiert und etwas aufgegriffen, was im Zuge des Erfolgs der Tennessee Valley Authority in Amerika geplant wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat eine Spezialfirma für Bauprojekte einen Plan für die sogenannte North American Water and Power Alliance (Nordamerikanische Wasser- und Stromallianz, NAWAPA) erarbeitet. Dieser Plan betrifft eine Landfläche, die heute ziemliches Ödland, teilweise sogar Wüste ist. Sie verläuft in den Vereinigten Staaten von der 50cm-Niederschlagslinie westlich bis zu den Bergen an der Pazifikküste und von Alaska über entsprechende Teile Kanadas durch die ganze USA bis ins nördliche Mexiko. Dieser Plan der Firma Parsons wird funktionieren. Er ist nicht auf dem allerneuesten Stand, aber er bleibt bis auf den heutigen Tag selbst von den Details her äußerst nützlich. Sobald er beschlossen ist, kann mit den Arbeiten sofort begonnen werden!
Es gibt Zehntausende fähige Wissenschaftler oder wissenschaftlich ausgebildete Leute in Bundesstaaten wie Kalifornien, und im Bundesstaat Washington gibt es Menschen mit wertvollen Fähigkeiten, die keinerlei Aussicht auf weitere Beschäftigung haben, nachdem unter unserem verrückten Präsidenten insbesondere die NASA immer weiter abgebaut wird. In diesen Gegenden der westlichen Vereinigten Staaten leben Hunderttausende Baufacharbeiter, die keine Beschäftigung und in absehbarer Zeit auch keine Aussicht auf Beschäftigung haben. Die Arbeiten an diesem Projekt könnten sofort beginnen, wenn Kredite dafür verfügbar wären. Die Leute mit den nötigen Fähigkeiten sind jedenfalls vor Ort oder schnell verfügbar. In den Teilen der USA, wo dieses Projekt anlaufen soll, leben viele Bauarbeiter ohne Aussicht auf andere Beschäftigung. Millionen Menschen mit wissenschaftlichen und verwandten Fähigkeiten könnten sofort tätig werden, um das Projekt zu beginnen.
Damit ließe sich die gesamte Wirtschaft herumreißen, während sie sonst auf den Untergang zusteuert, und wir steuern auf den Untergang zu, denn unter diesem Präsidenten und seiner Politik sind die Vereinigten Staaten in kurzer Zeit am Ende. Wenn das von Franklin Roosevelt 1933 eingeführte Glass-Steagall-Gesetz erneut beschlossen wird und damit die Zockerschulden und die völlig nutzlosen Rettungspakete gestrichen werden, steht das nötige Kapital zur Verfügung. Unter dem amerikanischen Verfassungssystem kann dann der nötige Kredit – nicht Geld! – aufgebracht werden, um schon im Oktober mit den Arbeiten zu beginnen, wenn dieser Präsident entlassen wird. 80% der Amerikaner können ihn nicht ausstehen, wegen dem, was er ihnen angetan hat. Wir können das Ruder herumreißen. Schmeißt seine ganze Mannschaft im Weißen Haus raus! In der Regierung sitzen andere Leute, die absolut fähig sind, die Aufgabe zu meistern. Sie brauchen nur die richtige Politik und die richtige Führung, um die Aufgabe anzupacken.
Weltweiter Aufbau
Wenn das geschieht, leben wir in einer anderen Welt, denn das ganze Projekt ist nicht auf Nordamerika beschränkt. Wir sollten zum Beispiel auch eine Verkehrsverbindung über die Darién-Lücke schaffen, dann haben wir eine durchgehende Verbindung bis hinunter an die Südspitze Südamerikas. Alle Nationen dort werden Nutzen aus den neuen Möglichkeiten ziehen, die es bisher nicht gibt.
Der Eisenbahntunnel unter der Beringstraße, der Alaska mit Rußland verbindet, eröffnet den Zugang zu allen wichtigen Teilen dieses Planeten. Amerika, Eurasien und Afrika öffnen sich durch die Ausweitung großer Infrastrukturprojekte: Verkehr, Stromerzeugung, Wasserwirtschaft!
Das ist in spezifischer Weise wissenschaftlich von Bedeutung. Das Beispiel NAWAPA ist typisch für die Probleme auf der Welt. So hat China beispielsweise Probleme ganz ähnlicher Art. Das gleiche trifft auf Indien zu, das eine sehr große, aber arme Bevölkerung hat und unter einem Mangel an Kernenergie leidet. Ganze Landesteile sind für die arme Bevölkerung nicht entwickelt. Indiens Probleme lassen sich nur mit Hilfe von Thorium-Spaltreaktionen als Ergänzung zum Aufbau der Infrastruktur beheben, damit die Inder auf das von ihnen selbst gewünschte Niveau kommen. Ähnlich ist es für China und andere Nationen.
Schaut auf Afrika. Wo sind da moderne Eisenbahnen oder Magnetbahnen? Ohne diese Infrastruktur kann man nichts für Afrika tun! Man braucht Massenverkehrssysteme und Energie! Wenn man aus der Luft oder vom Satelliten herabblickt, sieht man fast überall in Afrika nur Ödland. Nachts sind fast nirgendwo Lichter. Alle diese Gebiete, in denen man von oben nachts kein Licht sieht, zeigen die Möglichkeit wirtschaftlicher Entwicklung an.
Das ist der heutige Stand. Das ist unsere Krise.
Ich setze mich derzeit mit aller Macht dafür ein, daß diese Bedeutung von NAWAPA erkannt wird – daß es nicht nur etwas für die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ist, sondern eine Art Grundsatzerklärung: Reformiert das Weltfinanz- und Währungssystem! Beseitigt das Schmarotzertum, hinter dem die Inter-Alpha-Gruppe steht, jene Bankengruppe, die mit ihren Ablegern 70% des Finanzkapitals auf der Welt kontrolliert. Das meiste von dem Geld ist zwar nur Täuschung, dennoch ist es eine Macht. Die Inter-Alpha-Gruppe wurde 1971 zufällig gleichzeitig mit der Abschaffung von Franklin Roosevelts Währungssystem fester Wechselkurse gegründet. Und seit dieser Zeit ging es immer nur bergab.
Es ging bergab, als Kennedy umgebracht wurde, weil er gegen den Krieg in Indochina war. General Douglas MacArthur war sein Sachwalter in dieser Frage. Ihr Grundsatz war: Kein ausgedehnter Landkrieg für die US-Streitkräfte in Asien! Wir haben gesehen, was mit der Sowjetunion in Afghanistan wurde, weil sie den gleichen Fehler machte: sich auf einen langen Landkrieg in Asien einzulassen, anstatt die Probleme Asiens zu lösen.
Die vordringliche Frage heute ist somit die Kernkraft. Ohne ein Schwergewicht auf Kernspaltung, Kernfusion und verwandter Technik werden wir nicht der Tatsache Herr, daß wir derzeit die reichsten Vorkommen der Rohstoffe, die die Welt braucht, erschöpfen. Beim Übergang zu einer höheren Energieflußdichte können wir die im Produktionsprozeß eingesetzte Energie transformieren, so daß mehr Leistung entsteht als vorher ohne die höhere Energieflußdichte.
In dem NAWAPA-Projekt selbst steckt auch ein wissenschaftliches Potential, an dem wir derzeit arbeiten und worüber wir in der kommenden Zeit weitere Einzelheiten veröffentlichen werden.
Wüsten begrünen
Der Nordpazifik braucht nicht das ganze Süßwasser, das derzeit aus Alaska und Kanada dorthin fließt. Viel besser ist es, dieses Süßwasser durch das NAWAPA-Projekt abzuleiten. Wir leiten es über das Kanalnetz der Parsons-Projektstudie, der Nordamerikanischen Wasser- und Stromallianz, von Alaska über Kanada bis in die Vereinigten Staaten und Mexiko. Was wird dadurch erreicht? Es entsteht neues Grün in Form von Bäumen, ergänzt von anderen Grünpflanzen. Gräser absorbieren 1-2% der Sonneneinstrahlung, Bäume sogar bis zu 10%. Blattgemüse sind, was die Energieökonomie angeht, effizienter als Gräser wie z.B. Weizen. Auf diese Weise wird das über die NAWAPA-Kette herangeschaffte Wasser aufgenommen und wieder von den Pflanzen abgegeben. Dadurch entstehen im östlichen Teil der Central Plains neue Niederschläge. Wenn dieser Niederschlag wiederum von Pflanzen aufgenommen wird, bevorzugt von energieeffizienten Pflanzen wie Blattgemüse oder anderer Vegetation wie Bäume, entsteht aus dem ersten Nebenprodukt ein sekundärer Niederschlag. Und ein weiterer usw.
Auf diese Weise wird nicht nur Wasser an eine Verbrauchsstelle geschafft, sondern es entsteht ein lebendes System, welches das gleiche Wasser mehrfach nutzt, obwohl es immer das ursprüngliche Wasser bleibt.
Deswegen sollte man sämtliche Sonnenkollektoren abbauen! Sonnenkollektoren haben einen negativen Energieeffekt. Sie sind ein Verbrechen an der Menschheit, denn man zerstört ein Gebiet, das unter dem Einfluß von Chlorophyll fruchtbar werden könnte. In den Weltmeeren gibt es noch andere Dinge mit ähnlicher Funktion, aber das Chlorophyll ist entscheidend, um eine Wüste in nutzbares Land zu verwandeln.
Der Mensch ist jetzt in der Lage, das Zeitalter immer wiederkehrender Dürren zu überwinden, in dem ganze Zivilisationen durch das Vorrücken der Wüsten zerstört wurden. Die Zeit ist gekommen, wo der Mensch die Verantwortung übernehmen muß, die Natur zu unterstützen und Wirkungen auszulösen, die sie bieten kann. Auf diese Weise fördern wir Leben.
Windmühlen – weg damit! Sonnenkollektoren – weg damit! Sie sind schlecht, sie sind Geldverschwendung, sie sind in jeder Hinsicht Verschwendung. Wechselt zur Hochtechnologie! Verwenden wir im Verkehr neue Hochgeschwindigkeitssysteme. Lösen wir uns von der Abhängigkeit dieses tagtäglichen Autoverkehrs über lange Strecken, der die arbeitenden Menschen unnötige Stunden ihres Lebens kostet. Dann gibt es wieder eine Zukunft.
Wer ist Präsident?
Kommen wir schließlich wieder auf das Beispiel Nixon zurück. Was für ein Präsident war dieser Nixon, daß Henry Kissinger ihn soweit einschüchtern konnte, daß er in einer Frage schwieg, obwohl sie das Gewissen dieses Präsidenten sehr belastete? Wer war Präsident? War der Präsident wirklich Nixon? Oder war Henry Kissinger Präsident? Oder eine Gruppe, ein von Henry Kissinger geleitetes Komitee? Oder vielleicht die britische Königin, die großen Einfluß auf Henry Kissinger ausübte? Sie überhäufte ihn geradezu mit Ehrenämtern.
Die Frage ist also, wer das Land eigentlich regierte. Womit hatte es die amerikanische Bevölkerung zu tun? Sie glaubte, Nixon sei ihr Präsident. Doch wer war wirklich Präsident? War es ein Komitee? War es Henry Kissinger oder ein von Kissinger geleitetes Komitee? Wer war der Präsident hinter Jimmy Carter?
Was tat der nächste Präsident [Reagan]? Er hatte gute Seiten, er hatte aber auch ein Programm, das ihm eine Gruppe aufzwang. Was geschah unter George H.W. Bush, dieser kompletten Katastrophe? Er wurde, was das Scheitern angeht, nur noch von seinem Sohn übertroffen, der zwei unglaublich miserable Amtszeiten hatte.
Jetzt ist aber die Zeit gekommen, wo die Amerikaner das nicht länger hinnehmen werden. Die Menschen sind wütend. 80% der Bevölkerung hat einen Haß auf die jetzige Regierung. An einem guten Tag werden es vielleicht sogar 90% Ablehnung.
Jetzt ist die Zeit, wo die Funktion politischer Führung in den Nationen und unter den Nationen entscheidend ist. Nur wenn es gelingt, unter mehreren maßgeblichen Nationen, die in den Augen anderer Nationen eine Macht auf diesem Planeten darstellen, eine Einheit, ein gemeinsames Ziel zu schaffen, wird aus einer solchen ehrlichen Kooperation zusammen mit Wissenschaft und Technologien, die wir bereits haben oder in Kürze entwickeln können, eine allgemeine Lösung erwachsen. Ich bin mir sicher, wenn wir ein Projekt wie NAWAPA zusammenbringen und mit anderen, naheliegenden Vorhaben ergänzen, dann können wir die reale Produktivitätsrate in den Vereinigten Staaten praktisch über Nacht umwenden.
Mit Hilfe von Glass-Steagall können wir den uns erdrückenden Ramsch auf den internationalen Finanzmärkten loswerden. Mit entsprechenden Energieprojekten und internationaler Kooperation können wir auf der Welt wieder reales Wachstum erreichen. Wenn ein solches Wachstum eingetreten ist, können wir auch das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen, weil sie sieht, daß es wieder bergauf geht. Wir können das System politisch halten, und man wird uns Glauben schenken, daß die Kredite, die Regierungen unter einem System fester Wechselkurse vergeben, internationale Investitionen ermöglichen, und man mit einem solchen Kreditsystem die Menschheit retten kann.
Aber die Zeit läuft uns davon. Das sind keine Dinge für eine ferne Zukunft. Der Nutzen all dieser Projekte liegt in der fernen Zukunft, aber durchaus auch in der nächsten Zeit. Doch die entscheidende Phase ist jetzt und in den kommenden Wochen.
Wir legen viel Nachdruck auf das NAWAPA-Projekt, denn es ist nicht nur ein wesentlicher, unverzichtbarer Teil, es ist auch schon fertig geplant. Die Facharbeiter stehen dafür an richtiger Stelle zur Verfügung. Die erforderlichen wissenschaftlichen Kenntnisse existieren an den richtigen Stellen wie der NASA; sie sind dort bloß ohne Verwendung, weil der Präsident die NASA abschaffen will. Doch wir werden uns durchsetzen!
In Europa gibt es ähnliche Kapazitäten. In Deutschland liegen noch ungeahnte Fähigkeiten brach – trotz allem, was Mitterrand, Thatcher und Bush Deutschland angetan haben. Deutschland hat noch Potential, obwohl das Land halb ruiniert wurde. Auch in Rußland ist noch Potential. Trotz der jüngsten Rückschläge ist auch in China noch großes Potential. In Indien ist noch Potential. Es gibt Potential, um Afrika durch große Infrastrukturprojekte zu entwickeln und große Gebiete des Planeten unter jeweils souveränen Nationen in ein System der Zusammenarbeit zu integrieren, wo man daran denkt, was uns die Zukunft als Frucht unserer heutigen Politik bringen wird.
Da wird sich viel verändern, das ist doch einzusehen, nicht wahr? Viele von uns teilen die Hoffnung, daß es gelingen möge. Ernsthafte Menschen denken in diese Richtung.
Freeman: Es sind hier Vertreter der gleichen Gruppe wie das letzte Mal vertreten, d.h. aus den wesentlichen Nationen des Vier-Mächte-Abkommens sowie von einigen anderen. Insgesamt ist die Gruppe jedoch viel größer als im April.
Damit möchte ich Dir den ersten Fragenkomplex vorstellen, der sich um das dreht, was Du als „Bruchpunkt" in der wirtschaftlichen und finanziellen Lage in der Zeit bis Ende September bezeichnet hast. Einige Leute hier haben gesagt, daß sie mit Hilfe der Dreifachkurve genau verstehen, daß es keine anderen Optionen gibt, da die monetäre Kurve inzwischen auch die letzten Reste der physischen Kurve überholt hat. Ohne alle Fragen einzeln anzusprechen, möchte ich die Frage möglichst allgemein formulieren: Warum haben Sie, Herr LaRouche, Ihre Vorhersage des Bruchpunktes auf diesen spezifischen, wichtigen Zeitraum konzentriert? Was hat sich geändert? Hat das etwas mit den jüngsten Entwicklungen um die Euro-Krise und die Lage in Europa zu tun, oder handelt es sich um eine allgemeinere Frage?
LaRouche: Ich habe in dieser Frage, was die Prognosestellung erfordert, meine Einschätzung als solche keineswegs verändert. Das Problem hat sich in der Zwischenzeit jedoch verschlimmert, da das Heilmittel noch nicht angewendet wurde. Das ist so wie bei einem Patienten, zu dem der Arzt kommt und sagt: „Sie sind krank!" und wieder geht. Dann wird der Arzt einen Monat später wieder gerufen und sagt: „Oh, Sie sind viel kränker als das letzte Mal, als ich Sie gesehen habe", und läßt den Patienten mit dieser wertvollen Information allein.
Beim dritten Mal erklärt der Arzt: „Sie müssen unbedingt Ihr Verhalten ändern, sonst werden Sie es nicht mehr lange machen!" Ich habe das schon öfters gesagt.
Dann kommt der Punkt, wo man sagen muß: „Mein Freund, ich habe wirklich eine schlechte Nachricht für dich: Wenn du nicht sofort, auf der Stelle, deine Gewohnheiten änderst, bist du verloren. Du bist bereits so gut wie tot, wenn du nicht unmittelbar dein Verhalten änderst." Radikale Maßnahmen sind jetzt angesagt – und davor stehen wir jetzt.
Man muß zwei Seiten der politischen Lage betrachten: Zuallererst hat der Haß der amerikanischen Bevölkerung auf die Obama-Administration zugenommen. Doch die Amerikaner sind ein komisches Völkchen, denn die meisten von ihnen sind es nicht gewohnt, die Meinung der Experten in Frage zu stelle. Sie wollen lieber, daß man ihnen Hoffnung macht, und fragen: „Können Sie nicht etwas für uns tun?" Doch dann dämmert ihnen etwas: „Augenblick mal, das ist ja die falsche Frage. – Wie kann ich dich ersetzen?" Das sagen sie auch zu dem Arzt oder Möchtegern-Arzt. Da stehen wir jetzt. Betrachten bei diesen Vorgängen die Liste der Gesetze, die verabschiedet bzw. nicht verabschiedet wurden. Was hat Obama getan und mit diktatorischen Maßnahmen durchgepaukt? Das sind keine rechtmäßigen Vorgänge! Obama hat so viele Straftaten begangen, die alle seine Amtsenthebung rechtfertigen würden – ja sogar seine Amtenthebung verlangen!
Man muß sich klar machen, was Obama angerichtet hat, wie er gegen andere intrigiert und welche terroristischen Methoden er anwendet. Eines der Beispiele hierfür muß man wirklich ernsthaft prüfen. Es gibt systematische Angriffe seitens einer dem FBI nahestehenden Einrichtung, die mit Zustimmung der Parlamentspräsidentin Pelosi eine Funktion im Repräsentantenhauses übernommen hat. Diese Einrichtung unternimmt rassistische Attacken gegen jene Teile der schwarzen Bevölkerung, die nicht klein beigeben, wenn man es von ihnen verlangt.
Führende Leute, die zu den besten Teilen der Geschichte der Demokratischen Partei gehören, werden von der eigenen Partei gelyncht! Und das aus scheinheiligem Anlaß. Der Lynchmob wird von der Führung der Demokratischen Partei gelenkt und unterstützt. Auf diese Weise werden die Leute in der Demokratischen Partei, die den Mut haben, das zu vertreten, was die Demokratische Partei vor noch drei oder vier Jahren selbst repräsentiert hatte, vor den Kopf gestoßen.
Aber bei vielen Leuten braut sich der Ärger immer mehr zusammen – und das nicht ohne Grund, sondern weil die Mißstände immer größer werden. Ihre Erregung wird durch die Mißstände angefacht, durch die Schmähungen, die sie sich von der Regierung gefallen lassen müssen. Die Empörung nimmt zu, weil die Leute, die sie selbst gewählt haben, jetzt ihre schlimmsten Feinde sind. Man will sie aushungern und umbringen! Ihnen wird die Krankenversorgung weggenommen, ihnen wird die Bildung weggenommen, ihnen wird die Zukunft weggenommen und ihre Häuser werden zwangsversteigert! Und all das wegen der Politik, die hinter der jetzigen Regierung steht und sie kontrolliert.
Durch all das ist deutlich geworden, daß sich jene, die diese Politik befolgten, aufgrund ihrer Pflichtvergessenheit strafbar gemacht haben. Sie haben Gesetze erlassen, deren Wirkungen verbrecherisch und unmenschlich sind und offen gegen die Absicht unserer Verfassung verstoßen. Diese Leute sind ungeeignet, hohe Ämter zu bekleiden.
Das Volk kennt die Lösung immer noch nicht. Sie fordern: „Einen Arzt! Ich will einen neuen Arzt! Du bringst mich um. Ich brauche einen neuen Arzt!"
Das ist Politik. Der Arzt muß eine politische Lösung finden. Ich kann Ihnen jederzeit die Lösung sagen; es ist offensichtlich, wo die physische Lösung liegt. Wir müssen zu einer Wirtschaft mit hoher Energieflußdichte, zu einer auf Infrastruktur basierenden Wirtschaft zurückkehren. Wir brauchen keine sogenannte „projektbasierte" oder „jobbasierte" Wirtschaft, sondern eine arbeitsbasierte Wirtschaft! Die Menschen brauchen eine Möglichkeit, etwas Nützliches zu tun oder zum Fortschritt von Leuten beizutragen, die nützlich sind.
Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur sagen, daß in das jetzige Währungssystem eine Hyperinflationsrate eingebaut ist, und das kommt aus Washington, genauso wie aus New York: Eine hyperinflationäre Explosion von Finanzderivaten in verschiedenen Bereichen. Das Verhältnis zwischen dem gesamten umlaufenden Geld, d.h. nominellem Geld, nominellen Krediten seitens der Banken, und dem tatsächlichen Geld, das als Teil des produktiven Prozesses durch die Wirtschaft fließt, gerät völlig außer Kontrolle.
Was ist da zu tun? Wenn man bloße Geldbewegungen zu erklären versucht, wird man auf falsche Antworten und Einschätzungen kommen. Jeder schreit: „Wir brauchen Geld!" Und sie bekommen Geld. Doch das Geld ist wertlos, denn weder beim Konsum noch bei den Investitionen fällt davon etwas für die Gesellschaft ab. Die Industrie verfällt, die Infrastruktur kollabiert, und die Leute haben nichts mehr zu essen. Das geschieht, wenn man solchen Leuten gestattet, wie Parasiten Geld zu machen: der Appetit der Parasiten wächst, und die Ernährung der Bevölkerung schrumpft!
Wir befinden uns jetzt an einem Punkt, den man gewöhnlich einen „ökonomischen Bruchpunkt" nennt. Das müssen wir stoppen. Hierbei ist die Europäische Union im Grunde nur ein relativ untergeordneter Faktor. Die Hauptfaktoren sind die Vereinigten Staaten, Rußland, China und Indien sowie eng damit verbundene Nationen. So ist Südkorea zum Beispiel bei der Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten, Rußland, China und Indien ein sehr wichtiges Land. Genauso auch Japan, das einen erheblichen Beitrag in diesem Prozeß leisten könnte.
Wenn man diese Gruppe von Nationen mit dem Ziel zusammenbringt, sich an die Spitze eines weltweiten Aufschwungs zu setzen, werden sich andere Nationen auf der Welt anschließen. Dazu brauchen wir eine Gruppe führender Nationen als souveräne Staaten, keine Art Imperium, sondern souveräne Nationen, die ein souveränes nationales Interesse verfolgen, welches von den Menschen mitgetragen und verstanden wird. Diese Nationen werden so handeln, weil sie wissen, daß dies für sie selbst und für die ganze Welt richtig ist.
Präsident Obama ist das Problem, aber man muß auch verstehen, daß er nicht das größte Problem auf der Welt ist; das ist das Britische Empire. Doch das Britische Empire ist nicht die Bevölkerung des Vereinigten Königreiches. Dieses wird von der Bankengruppe repräsentiert, die Lord Rothschild 1971 als Inter-Alpha-Gruppe organisiert hat. Sie ist heute der größte parasitäre Blutsauger auf der Welt. Sie ist das Vehikel für alle Blutsauger. Weg damit!
Wie räumt man damit auf? In den USA muß das Glass-Steagall-Gesetz wieder in Kraft treten! Sobald das Glass-Steagall-Gesetz verabschiedet ist und sich andere Nationen dazu durchringen, das gleiche zu tun und sich den Vereinigten Staaten in einem System fester Wechselkurse auf Grundlage von Glass-Steagall anzuschließen, befinden wir uns auf dem Weg zum Aufschwung. Sich auf diesen Weg zu begeben, bedeutet die Inangriffnahme großer Infrastrukturprojekte, die den Fortschritt beschleunigen und Beschäftigung in Industrie und Landwirtschaft schaffen. Infrastrukturprojekte wie NAWAPA zusammen mit der Kernfusion und dem Ausbau der Kernkraft stehen für den entscheidenden Faktor, der eine Erholung der Weltwirtschaft bewirken kann.
Jetzt ist die Zeit, das anzupacken.
Freeman: Lyn, noch einmal nachgehakt: Zwei Fragesteller hier wollen sicher sein, daß sie dich richtig verstanden haben. Sie sagen, wenn man die Dreifach-Kurve als Rahmen nimmt und sich die gesamte in Umlauf befindliche Geldmenge betrachtet, so wird deutlich, daß der Anteil des Geldes, der noch irgendeine Beziehung zur physischen Realität hat, praktisch auf null abgesunken ist. Hingegen steigt die andere Kurve, die als „anderes Geld" bezeichnet wird, exponentiell an.
Aber die eigentliche Frage an dich, das eigentliche Problem ist, daß die Krise nicht in den Schwankungen des Euros oder der Märkte schlechthin besteht. Auch wenn die Lage dort dramatisch ist, muß die eigentliche Krise anhand der physischen Produktion pro Kopf definiert werden. Und genau weil diese kollabiert ist, sind wir jetzt an einem Punkt, wo die physischen Kapazitäten, die noch von der Regierung Roosevelt stammen und unter der Regierung Kennedy ausgebaut wurden, nicht nur zerfallen, sondern manchmal sogar bewußt zerstört und abgebaut werden. Das bringt uns in die Krise, d.h. die Krise ist nicht monetär schlechthin, sondern sie definiert sich anders.
Wir brauchen, so meine ich, Aufklärung darüber, weil dies mit der sehr angeregten Diskussion zusammenhängt, die letzte Woche hier begann und sich heute Morgen fortsetzte, d.h. mit der Frage, was ist eigentlich Infrastruktur? Dazu können wir kommen, wenn du vielleicht erst auf das vorige eingehen könntest.
LaRouche: Die Frage ist, was Geld rechtmäßigerweise ist. Ich würde sagen, daß alles Geld, das nicht einem Glass-Steagall-Kreditstandard entspricht, wertlos ist. Man muß nur das Glass-Steagall-Gesetz verabschieden und dieses mit einem Abkommen über feste Wechselkurse zwischen Nationen verbinden, die einer solchen Reform zustimmen. Damit wird mit einem Schlag das meiste von dem Geld ausgelöscht, das sich derzeit angeblich in Umlauf befindet. Damit wird man die meisten Bankinstitute und verwandte Einrichtungen in New York City und ähnlichen Orten auf der ganzen Welt dicht machen.
Das ist wahrhaft eine Revolution. Doch ohne diese Revolution gibt es kein Überleben.
Wer eine Revolution will, die funktioniert, eine, die ohne Blutvergießen auskommt, muß einfach das Glass-Steagall-Gesetz durchsetzen. Damit wird ausgesagt, daß die ausstehenden Schulden, die nicht auf einem Äquivalent des Glass-Steagall-Standards, d.h. auf Handelsbankgeschäften beruhen, Spielschulden sind. Geld aus solchen Monopoly-Spielen wird als Zahlungsmittel nicht mehr anerkannt. Es ist nicht real! Es wird gestrichen!
Dann wird es erst wirklich lustig. Wenn man so vorgeht, was passiert dann mit der Finanzmacht der Wallstreet oder Londons oder anderer Teile der Welt? Parasiten der Welt vereinigt euch! Ihr habt nichts zu verlieren außer eurem Verstand! Darum geht es hier. Das ist der Grund, warum es Britannien den Vereinigten Staaten nicht erlauben will, eine Glass-Steagall-Reform durchzusetzen. Wir wissen sogar, daß das Britische Empire die USA angewiesen hat, Glass-Steagall nicht zu verabschieden. Und wenn das Britische Empire spricht, fängt der jetzige Präsident der Vereinigten Staaten an zu winseln, dann läuft er raus und bellt.
Das ist die Frage in diesem Kampf. Es geht darum, die größte Konzentration finanzieller Macht auf diesem Planeten zu kippen! Wir legen uns mit dem von Lord Rotschild geschaffenen System der Inter-Alpha-Gruppe und deren Ablegern an, die etwa 70% der gesamten im weltweiten Bankensystem konzentrierten Finanzmacht repräsentiert, und löschen sie mit einem Federstrich aus. Banco Santander – wisch und weg! Sie ist ohnehin nichts wert. Auch andere Mitglieder dieser Gruppe sind praktisch nichts wert. Sie haben keinen realen Wert für die Menschheit. Sie tun nichts, was irgendeinen Wert hätte! Sie sind Blutsauger und Parasiten.
Die Finanzblasen des 18. Jahrhunderts waren nichts dagegen. Die heutige Blase ist riesig!
Betrachten wir einmal, wie die Blase geschaffen wurde. Es begann damit, was die Briten als eigentlicher Anführer der Versailler Mächte Deutschland antaten. Sie schufen insbesondere zusammen mit Frankreich das System, das Deutschland damals aufgezwungen wurde.
Dieser Angriff in den zwanziger Jahren konzentrierte sich auf die Grenzen Deutschlands. Das gesamte Gewicht jenes wertlosen Geldes, das mit diesem finanziellen Ersten Weltkrieg verbunden war, wurde mit voller Wucht auf Deutschland abgeladen. Als die Franzosen dann das Ruhrgebiet besetzten, brach ein entscheidender Teil der deutschen Industrie weg, mit dem sich die törichte und eingeschüchterte deutsche Regierung über Wasser zu halten versuchte. Daraufhin entwickelte sich im Sommer und Herbst 1923 die hyperinflationäre Explosion. Sie traf Deutschland, allerdings nur Deutschland allein.
Wer hat später zum Beispiel die Ausplünderung der ehemaligen Sowjetunion betrieben? Dies geschah auf britische Anweisung. Zu den britischen Lakaien gehörte auch François Mitterrand, der sich zwar Sozialist nannte, den ich aber immer für einen Faschisten gehalten habe, denn er arbeitete für eine gewisse französische Interimregierung unter deutscher Besatzung. Auch George H.W. Bush gehört dazu, ein habsüchtiger kleiner Tölpel, dessen Vater persönlich Hitler in Deutschland an die Macht brachte – und zwar im Auftrag der Briten. Und Mrs. Thatcher, die natürlich britisch ist. Diese Machtgruppe verständigte sich 1989-90 darauf, wie man die Länder der ehemaligen Sowjetunion am besten plündern könnte. Sie bauten ein System auf, das sie das „Euro-System" nannten, welches ganz Europa zum Vorteil des Britischen Empire zerstören sollte. Diese sogenannte „Reform" steht unter der Oberaufsicht der amtierenden britischen Regierung, die zwar in der Vorgehensweise etwas verwirrt ist, deren Absicht aber bösartig ist.
Zum Verständnis: Die treibende Kraft dahinter ist der World Wildlife Fund von Prinz Philip und seinem früheren Intimus, dem früheren SS-Mann Prinz Bernhard. Der World Wildlife Fund will einen Technologistopp und will das Produktivitäts- und Bildungsniveau der Bevölkerung senken. Die Weltbevölkerung soll auf weniger als 2 Mrd. Menschen absinken – das ist nach wie vor ihr Ziel! Heute leben 6,7 bis 6,8 Mrd. Menschen, und diese Zahl soll auf 2 Mrd. abgesenkt werden. Warum? Schauen wir dazu in die Geschichte des antiken Griechenlands zurück, auf die Geschichte, wie die Olympier Prometheus angriffen. Hier wird das gleiche sichtbar: die Masse der Leute wird dumm gehalten und verroht, so daß sie der imperialen Macht keinen Widerstand entgegensetzen können.
So war auch das Römische Reich, das einen systematischen Völkermord gegen ganze Völker betrieb. Das ist die Geschichte aller Imperien. Das Byzantinische Reich war genauso. Das Habsburger Reich war genauso, und seine heutigen Überreste handeln noch immer so.
Es stellt sich also diese Frage: Wir verbrauchen Rohstoffe, wir brauchen sie allerdings nicht gänzlich auf, da sie ja auf der Erde verbleiben und wir sie nicht vom Planeten Erde exportieren. Doch zuerst beuten wir die konzentriertesten Rohstoffquellen aus, die man deshalb auch die reichsten Lagerstätten nennt. Mit ihrer Ausbeutung verteilt sich deren Konzentration. Die Mineralien gehen nicht verloren, sie sind nach wie vor vorhanden, nur ihre Konzentration nimmt ab. Aber wir müssen einen Ausgleich für den Umstand finden, daß die reichsten und am einfachsten zugänglichen Stoffkonzentrationen verbraucht werden – und zwar, indem wir die Energieflußdichte unserer Technologie steigern. In der gesamten Menschheitsgeschichte bestimmte dies alle bekannten Fortschritte zur Steigerung der Produktion.
Anfangs herrschten maritime Systeme vor. Unter Karl dem Großen kamen Flußsysteme als Ergänzung hinzu. Auf die Entwicklung von Flußsystemen folgte der Bau von Eisenbahnnetzen, die für den Transport hochwertiger Güter weitaus effizienter sind. Heute steht auf globaler Basis der Übergang zu Magnetschwebesystemen an, die wegen ihrer Effizienz die Schiffsfracht weitgehend ersetzen werden.
Um überleben zu können, muß die Menschheit das technologische Niveau und unseren Erfindungsreichtum für dessen Umsetzung ständig erhöhen. Jedoch mit dem Tod Franklin Roosevelts am Ende des Krieges kam es zu einem vollständigen weltpolitischen Wandel, denn sein Nachfolger Truman war ein Mann der Wallstreet und zudem ein Bundesgenosse von Winston Churchill.
Die Vereinigten Staaten waren eigentlich entschlossen, als Ergebnis des Krieges den Imperialismus überall auf der Welt abzuschaffen, und Roosevelt hatte Churchill wiederholt erklärt: „Winston, wenn dieser Krieg vorbei ist, wird es keinen Imperialismus mehr geben! Die Dinge werden sich ändern; wir werden die Völker befreien, wir werden ihnen bei der Entwicklung ihrer Länder helfen. Das System des Britischen Empire wird keinen Bestand haben."
Doch es kam anders. Wir gingen unter britischer Anleitung zu einer amerikanisierten Version des britischen Systems über. Dann brachten uns die Briten dazu, Kennedy umzubringen, der unter dem Einfluß von Eleanor Roosevelt, einer seiner wichtigsten politischen Beraterinnen, gegen den britischen Einfluß ankämpfte. Kennedy setzte sich für den Schutz der Stahlindustrie ein, um die Briten daran zu hindern, unsere gesamte Hochtechnologie-Industrie kaputt zu machen. Er setzte das Raumfahrtprogramm in Gang, und er wollte lange Kriege in Asien nach dem Vorbild des Siebenjährigen Kriegs vermeiden, mit dem törichte Nationen zugrundegerichtet wurden – so wie der törichte Napoleon fast ganz Europa zum Vorteil des Britische Empire vernichtete. Erst machte man ihn zum Gespött und dann setzte man ihn in einer Grabstätte in Paris bei. Doch indem er als Laufbursche Britanniens ganz Europa in einer Serie ständiger Kriege, den Napoleonischen Kriegen, zerstörte, schuf er die Grundlagen für das Britische Empire.
Das gleiche spielt sich heute wieder ab. Der Zweite Weltkrieg war das gleiche. Bei den Kriegen zuvor hatten sich die Briten mit Japan gegen China, Rußland und Korea verbündet. Weitere lange Kriege folgten.
Man muß folgendes verstehen: Selbst bei einem Stillstand muß die Energieflußdichte und die Wissenschaftsintensität der Produktion ansteigen. Deswegen ist jeder Anstieg im Geldumlauf, der sich nicht nach dieser Vorgabe in einer Produktivitätssteigerung, d.h. steigenden physischen Kosten gemessen an der Energieflußdichte ausdrückt, zwangsläufig der Weg in den Verfall.
Sobald der Kollaps der Sowjetunion eingetreten war, waren diese Kreise wild entschlossen, den gesamten Planeten zu zerstören. Dabei war die von Mitterrand, Thatcher und George H.W. Bush durchgesetzte Vereinbarung, die sich nahtlos an den Versailler Vertrag anschließt, der Hauptfaktor zur Zerstörung der Weltwirtschaft.
Wenn man das versteht, so wird deutlich, daß die Leute, die die Massachusetts Bay Colony gründeten, recht hatten, ehe die Briten ihre Charta aufhoben. Franklin Roosevelt hatte recht. Die Amerikaner hatten recht, die Europäer hatten unrecht! Die Europäer konnten ihr oligarchisches System nicht abschütteln, und deswegen waren sie angreifbar. Es gab nur einen einzigen wirklichen Unterschied: die meisten Amerikaner waren Europäer, die aus Europa in die Vereinigten Staaten gekommen waren. Heute leben Leute auch aus anderen Teilen der Welt bei uns, aber im Grunde war es so: wir waren Europäer, die den europäischen Imperialismus ablehnten, bei dem die Briten den Ton angaben.
Der Unterschied drückte sich darin aus, daß wir ein Kreditsystem und kein Geldsystem wollten. Die Vorstellung, daß Geld irgendeinen Eigenwert darstellt, ist ein großer Fehler. Geld hat keinen Eigenwert. Geld kann nie etwas anderes darstellen – weil es keinen eigenen physischen Wert hat. Man kann es nicht essen, man kann es nicht kochen, man kann es nicht atmen. Es ist wertlos! Anders bei einem Kreditsystem, über das souveräne Nationen oder deren Entsprechung Handel und Investitionen steuern. Aber Handel und Investitionen sind nicht Geld. Handel und Investitionen haben etwas mit den Produktivkräften der Arbeit und den Produkten der Arbeitsproduktivkraft zu tun, d.h. den Produkten des menschlichen Geistes. Alles ist physisch oder biologisch.
Der Mythos, wonach Geld einen Eigenwert hätte, ist das Problem. Das amerikanische Verfassungssystem, die Hamiltonische Vorstellung eines Kreditsystems, behandelt Geld ausschließlich als Kredit. Deswegen sage ich, wir müssen ein Kreditsystem errichten und das jetzige weltweite monetäre System abschaffen. Nur mit Hilfe eines Kreditsystems, das durch den Willen souveräner Nationalstaaten geschaffen wird, läßt sich über ein System fester Wechselkurse Stabilität herstellen: eine stabile Beziehung zwischen den Investitionen von heute und den Erträgen von morgen.
Das große Problem besteht darin, wenn Leute überlegen, auf welche Weise man mit der Wallstreet Kompromisse schließen oder die Wallstreet reformieren könnte. Ich hingegen sage: ich will die Wallstreet nicht reformieren. Ich habe die Wallstreet lange genug beobachtet – man muß sie abschaffen. Ich will in den Vereinigten Staaten zu einem föderalen Kreditsystem zurückkehren, wie es Hamilton im Sinn hatte – zu einem Nationalbanksystem, das von der Regierung getrennt ist, aber mit der Regierung zur Unterstützung eines stabilen Kreditsystems zusammenarbeitet. Wie Hamilton in seinem Bericht On the Subject of Manufactures dargestellt hat, basiert ein solches System immer auf der Entwicklung der Infrastruktur, wobei sich die Infrastruktur in eine Richtung entwickelt, die den großen Elementen der Produktion entspricht.
Der beste Weg, heute Ökonomie zu verstehen – und tatsächlich der einzige Weg, um unter den heutigen technologischen wie auch weltpolitischen Bedingungen Ökonomie zu verstehen – ist, sich die Welt vom Standpunkt der großen Errungenschaften von Wladimir Wernadskij zu betrachten. Er verkörperte einen Zweig der Wissenschaft, der aus den großartigen Entwicklungen in der physikalischen Chemie hervorgegangen ist – im Gegensatz zum Monetarismus und all den Dingen, die sich in Frankreich und anderen Ländern unter dem Einfluß von Leuten wie Bertrand Russell zugetragen haben. Deswegen muß Schluß sein mit dem Monetarismus!
Dabei muß auch verstanden werden, daß wir ein Kreditsystem, das ja die Verwendung von Geld als Ausdruck von Kredit bedeutet, dazu einsetzen, um eine Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Souveränen zu fördern – einzelnen Nationen und Individuen, die dabei zu einem gemeinsamen Zweck, einer nationalen oder regionalen Absicht kooperieren. Dazu brauchen wir ein System fester Wechselkurse frei von Spekulation, mit der sich Geld in eine Seuche verwandelt.
Da liegt das Problem. Wenn wir heute die Welt retten wollen, wie wir es ja vorhaben, dann muß klar sein, daß Geld praktisch wertlos ist. Dieser wertlose Bereich des Geldes muß verschwinden. Man muß den Geldbegriff abschaffen, der diesen Fehler hervorruft.
In den Vereinigten Staaten müssen wir nur eines tun: zur Absicht unserer Verfassung zurückkehren. Darin ist alles enthalten! All das war in der ersten amerikanischen Regierung und sogar bereits implizit in der Unabhängigkeitserklärung enthalten. Besonders sichtbar wurde es bei der Gründung der föderalen Union aus den Kolonien, die zu Staaten in einem föderalen System wurden. Unser Erfolg hatte Einfluß auf Europa und andere Staaten, in denen Teile von dem, was wir erreicht hatten, übernommen wurden – wie im Falle von Bismarck-Deutschland. Bei der Weltausstellung in Philadelphia 1876 sahen Deutschland, Rußland und andere Länder die Errungenschaften, die unter Lincoln und später erzielt wurden, und begannen, sich an diesem amerikanischen Modell zu orientieren. Allerdings fuhr das Britische Empire als maritime Macht dazwischen und meinte, Eisenbahnen, vor allem transkontinentale Eisenbahnnetze, seien zuviel, denn transkontinentale Eisenbahnen minderten die Möglichkeiten des Britischen Empire, die Welt als Seemacht zu beherrschen.
Deswegen wurde der Erste und der Zweite Weltkrieg in Gang gesetzt. Durch die Nachahmung des erfolgreichen amerikanischen Modells in der Zeit unter Lincoln und seinen Nachfolgern 1876 war der europäische Kontinent zu mächtig geworden. Deswegen wurde der Krieg begonnen!
Alles, was in der Zwischenzeit geschah, alle Kriege, mit denen wir es heute zu tun haben, sind Teil davon – besonders durch die britische Kontrolle über die Sykes-Picot-Regionen des Nahen Ostens. Mit diesen heißen politischen Fragen müssen wir uns befassen, wenn wir wirtschaftliche Reformen durchsetzen wollen. Denn wir treten gegen die größte politische Macht auf der heutigen Welt an, und die ist ein monetärer Parasit. Die Frage, die gestellt wird, lautet: Kann man nicht einen Kompromiß finden, mit dem sich dieser monetäre Parasit zufrieden geben wird? Aus Erfahrung weiß ich genau, worum es dabei geht. Und genau das müssen wir hier aufgreifen.
Es kann nicht darum gehen, das monetäre System „zu reformieren". Man muß es zerstören! Wie zerstört man es? Man muß es in ein Kreditsystem verwandeln. Wie geht das? Mit zwei Maßnahmen: Mit Glass-Steagall als universellem Prinzip und einem System von Handelsbanken. Jeder, der das anders anpacken will, tut dies auf eigenes Risiko. Die amerikanische Regierung darf keinerlei Verantwortung für die Risiken des Spielkasinos Wallstreet übernehmen. Nur der für unser Land wesentliche Kredit im Rahmen eines Kreditsystems wird geschützt. Europa empfehlen wir, das gleiche zu tun.
Trennen wir uns vom monetaristischen System! Es muß von dieser Erde oder zumindest aus den führenden Nationen dieser Erde verschwinden. Dann können diese Nationen das Tempo vorgeben, dem andere folgen werden.
Geld contra Kredit
Freeman: Bevor wir zu einigen Fragen über Infrastruktur und NAWAPA kommen bzw. der Bedeutung von dem, was du gerade ausgeführt hast, habe ich hier eine Frage von der russischen Delegation und eine Frage von der chinesischen Delegation. Bevor wir weitergehen, möchte ich dir Gelegenheit geben, auf diese Fragen einzugehen.
Die Frage der russischen Delegation lautet: „Herr LaRouche, bevor Sie zugeschaltet wurden, haben wir bei unseren Beratungen heute morgen über eine Stunde lang die Frage des Kreditsystems oder Geldsystems diskutiert. Einige Ihrer amerikanischen Kollegen meinten, das Amerikanische System, wie sie es nannten, basiere nicht auf Geld, sondern auf Kredit, und Geld sei nur als Kreditinstrument relevant – wenn ich das falsch darstelle, möge man mich bitte korrigieren.
Sofern Amerika nicht ein völlig anderes System hat, dessen Ursprung sich von allen anderen auf der Welt unterscheidet, so verstehe ich das nicht. Wir sind immer davon ausgegangen – und wenn ich „wir" sage, meine ich nicht nur mein Land, sondern viele andere Länder, einschließlich das Ihrige -, daß am Anfang eines Projekts, was immer es sein mag, als erstes die Frage nach dem Geld aufkommt. In Rußland stellte sich diese Frage mit Sicherheit spätestens nach dem Fall des Kommunismus. Dann wurde uns jedoch auch gesagt: ,O.K. Sie brauchen Geld für Ihr geplantes Vorhaben. Doch um dieses Geld zu bekommen, müßt ihr erst unsere Stiefel lecken!‘
Doch unsere amerikanischen Kollegen meinen, Geld spiele gar keine Rolle. Es sei nur als Kreditinstrument relevant. Ich würde genau das Gegenteil behaupten: Geld ist ein Instrument der Macht, und in Rußland haben wir das ziemlich scharf zu spüren bekommen. Auch gibt es einige Beschwerden, wenn man sieht, wie Geld als Instrument der Macht im Entwicklungssektor, insbesondere in Afrika, eingesetzt wird.
Was haben wir hier übersehen? Stimmt es wirklich, daß die Vereinigten Staaten eine geheime Geschichte haben, die so ganz anders ist?"
LaRouche: Nein, keine geheime Geschichte, sondern eine Geschichte, die leider unbekannt ist – was wohl an den Leuten liegt, denen unsere Presse gehört. Dazu kommt der Haß der Wallstreet auf Franklin Roosevelt in den dreißiger und vierziger Jahren. Zur Frage der Macht…: Als wir unsere Nation gründeten, stützte sich unser Land laut unserer Verfassung auf ein Kreditsystem. Aber wurde immer der Verfassung gefolgt? Was war zum Beispiel mit Andrew Jackson? Das war ein britischer Agent, vollkommen korrupt. Aber einige halten ihn für einen Helden Amerikas! Für die Demokratische Partei ist Andrew Jackson offiziell einer ihrer Helden. Was für ein Quatsch! Er war ein Schwein – ein Schwein, das der Wallstreet gehörte!
Entscheidend ist: das Ziel muß die Produktion von Reichtum sein. Und man darf nicht zulassen, daß die Wallstreet oder London die Landeswährung in Gefahr bringen. Roosevelt hätte ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht, deswegen waren sie froh, als sie ihn los waren. Hätte Roosevelt länger gelebt, dann hätte er verwirklicht, was er während seiner Präsidentschaft schon immer vorhatte. Er wollte das Vermächtnis seines berühmten Vorfahren Isaac Roosevelt einlösen, der die Bank of New York gegründet hatte und ein Verbündeter Alexander Hamiltons gewesen war. Lincoln vertrat die gleiche Politik, genauso wie der große Ökonom Henry Carey.
Aber uns drohte ständig Gefahr vom Empire. Das Britische Empire beherrschte die Welt! Viele haben Illusionen darüber. Gewöhnlich lehren die Historiker, die Bevölkerung des Vereinigten Königreiches sei irgendwie das Britische Empire. Das stimmt nicht. Die Einwohner Großbritanniens sind weitgehend verdummt, weil sie unter dieser Tyrannei des Empires leben müssen – und das schon seit dem Siebenjährigen Krieg, als die britische Ostindiengesellschaft zu einem Weltreich wurde. Das britische System ist ein Weltimperium! Und der einzige, der das britische System in jüngerer Zeit herausgefordert hat, waren die Vereinigten Staaten.
Aber die Vereinigten Staaten wurden geschwächt; sie wurden geschwächt durch die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege. Außerdem beging Lafayette einen Fehler, als er eigentlich hätte handeln müssen, aber er war zu nachgiebig mit seinem König, der wegen der Halsbandaffäre der Königin in Mißkredit geraten war – was im übrigen eine britische Geheimdienstoperation gewesen ist.
Hier liegt der Grund dafür, daß wir in der Welt durchgehend ein ganz reales Problem haben, das sich an verschiedensten Beispielen der Wirtschaftsgeschichte verdeutlichen läßt. Was geschah etwa mit der Sowjetunion? Weswegen ist sie auseinandergefallen? Sie zerfiel infolge eines britischen Komplotts. Ich habe zufällig Kenntnis davon, daß der französische Präsident Mitterrand ein britischer Agent war. Ich weiß das, weil mir hochrangige Leute in Großbritannien, die ich kenne, davon berichteten. Wie konnte ich das bestätigen? Ich kannte das gaullistische System Frankreichs; ich wußte, wer François Mitterrand wirklich war. Als jemand, der die Zeit des Zweiten Weltkriegs miterlebt hat, denkt man daran zurück, was in Frankreich vorging, als eine faschistische Regierung mit Hitler gemeinsame Sache machte und überlegene französische Streitkräfte trotz britischer Unterstützung geschlagen wurden! Das war Korruption innerhalb der französischen Regierung. Daraus erwuchs in Frankreich ein Regime, das wegen seines Faschismus berüchtigt war. Die Franzosen selbst exekutierten den Mann, der die faschistische Übereinkunft mit Hitler zustande brachte. Er hatte Frankreich nicht vollständig den Deutschen ausgeliefert, aber er stand in freundschaftlicher Beziehung zu den Nazis. Weil er ein Faschist war!
Solche Probleme gab es immer, weil das Empire ideologisch eine gewaltige Reichweite hat. Wie ist das möglich? Das ist möglich, weil die meisten unserer Bürger zwar im Grunde in dem, was sie über die Menschen denken, ehrenwerte Ansichten haben, aber nicht wirklich verstehen, was in der Welt vorgeht.
Es gab zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts nur eine Person, die wußte, was Imperialismus wirklich war. Das war Rosa Luxemburg. Sie lieferte in ihren Schriften zu diesem Thema eine richtige Definition des Imperialismus, wohingegen all die sogenannten Sozialisten und anderen Imperialismusexperten nicht wußten, wovon sie sprachen. Sie wußte es, genauso wie auch der amerikanische Historiker Herbert Feis vom State Department, der die Geschichte des Imperialismus aufarbeitete.
Die Geschichte des Imperialismus
Luxemburg hatte recht! Der Imperialismus entstand im Grunde als atlantisches System. Er entwickelte sich im Zuge des Untergangs des Persischen Reichs, wodurch sich die Machtstellung des Kults von Delphi konsolidierte – nicht der Griechen als solche, sondern des Delphikults. Es war ein seegestütztes imperiales System, wo Völker auf Inseln oder anderen befestigten Stellungen über den Handel und die Lebensweise der anderen Völker am Mittelmeer herrschen konnten. Daraus entwickelte sich später das System der großen Imperien: das Römische Reich, das Byzantinische Reich, dann das Habsburger Reich und das Britische Empire, mit der Hilfe des armseligen Heinrich VIII., der nicht wußte, wie er mit seinem Geschlechtstrieb umgehen sollte.
Das ist der Punkt, daß dieser Imperialismus immer vorherrschte. Dies hatte zwei Formen. Eine davon war in der europäischen Erfahrung das Perserreich und zuvor Babylon. Das war typisch für ein Imperium. Dann gab es das Mittelmeerimperium, das sich nach dem Untergang des Perserreichs entwickelte. Es hatte anfangs die Form einer Gruppe von mehreren imperialen Systemen, doch dann entschied man sich für Rom als Hauptsitz, und Rom beherrschte die ganze Region. Als Rom wegen seinen eigenen Schwächen unterging, sprang Byzanz als Ersatz ein, doch nur mit mäßigem Erfolg. Um 1000 n.Chr. entstand das venezianische System, das die Finanzen der gesamten Region beherrschte.
Infolgedessen kam es zur Schwarzen Pest. Dann kam die Renaissance, besonders die florentinische Renaissance, und es entstand das System, auf dem alle Errungenschaften des neuzeitlichen Europa beruhen; teilweise ging es noch weiter zurück auf Dante Alighieri u.a. All das wurde aber von den Habsburgern bzw. im Grunde von Venedig niedergeschlagen.
Dann war die Lage unhaltbar, und die Zivilisation begann, sich auf den Atlantik zu verlagern. Das Mittelmeer war kein beherrschender Faktor der imperialen Macht mehr. An diesem Punkt verschob sich der politische Hauptsitz des Imperialismus von Venedig und den Sitzen der Habsburger nach Norden in die englisch-holländische Region als atlantischem Zentrum. London wurde zusammen mit den Niederlanden zum Hauptsitz des internationalen Imperialismus, einer Form des Finanzimperialismus, der den Welthandel über die Meere beherrschte. Das ist Imperialismus!
Das hat bis heute nicht aufgehört. Der britische Imperialismus ist nach wie vor das imperialistische Weltsystem! Man muß sich nur die Inter-Alpha-Gruppe betrachten. Verdeutlichen Sie sich, welches Ausmaß die finanzielle Kontrolle der Inter-Alpha-Bankengruppe und verwandter Gruppen über das heutigen Weltgeschehen hat.
Was ist das heutige Imperium? Es ist das Britische Empire, wie es sich in dem von Lord Rothschild 1971 neu geschaffenen Britischen Empire ausdrückt. Die Vereinigten Staaten wurden damals besiegt, weil sie sich auf den Krieg in Indochina eingelassen haben. Das hat uns kaputt gemacht! Den so bewirkten Schwächezustand nutzten die Briten 1971 aus und erzwangen mit Hilfe der Nixon-Administration die Abschaffung des Systems fester Wechselkurse.
Anschließend machten sie in den Vereinigten Staaten alles kaputt, was den wirtschaftlichen Erfolg Amerikas seit Roosevelts Zeiten und zuvor ausgemacht hatte. Das System gleitender Wechselkurse und unvorstellbar korrupte Methoden wurden eingeführt. Die Infrastruktur der Vereinigten Staaten zerfiel; was den Stand der Infrastruktur angeht, befinden wir uns immer noch im Jahre 1968 oder heute sogar noch davor! Wir sind nie darüber hinaus gekommen.
Wir werden von einem weltweiten Imperialsystem beherrscht, das man richtigerweise das britische Imperialsystem nennen muß. Dieses Herrschaftssystem geht nicht von den Menschen des Vereinigten Königreichs aus, sondern es ist die Weltherrschaft einer internationalen Finanzmacht, die mit der Inter-Alpha-Gruppe und deren Hilfstruppen über ein Machtmonopol verfügt, das 70% der internationalen Bankenwelt kontrolliert. (Wenn Sie wissen wollen, wo die Inflation herkommt, dort kommt sie her!)
Sobald Sie darüber Klarheit haben, verstehen Sie, was wir mit unseren Vorschlägen zum Amerikanischen System meinen. Das ist tatsächlich das System der amerikanischen Verfassung, wobei aber die Vereinigten Staaten, bei hartnäckigem Widerstand, seit ihrem Bestehen fast immer unter der Knute des Britischen Empire standen.
Wir entstanden als ein Ableger [Europas], durch Menschen, die die Entstehung des Empire und die ständigen Kriegsbedingungen der Zeit von 1492 bis 1648 nicht mehr aushielten und hierher kamen. Auch meine Vorfahren kamen unter diesen Vorzeichen hier an, um ein Gesellschaftssystem aufzubauen, das frei von den monetaristischen imperialen und oligarchischen Systemen Europas das Beste der europäischen Zivilisation fortführen sollte.
Das Problem ist also, zu verstehen, was Imperialismus ist. Wir verstehen unter Imperialismus die ständige Beherrschung von Nationen durch eine oligarchische Klasse. Das sind die „Reichen und Schönen" von heute, die Oligarchie, für die alle übrigen als Untermenschen gelten.
Wir in den Vereinigten Staaten stehen mit unserer Verfassung für eine ganz bestimmte Errungenschaft – jedenfalls an verschiedenen, aber durchaus nicht allen Punkten in unserer Geschichte. Das lebt in uns über Generationen hinweg weiter. In gewisser Weise lebt in uns die Idee weiter, mit der man im 17. Jahrhundert in Massachusetts landete. Wir kommen immer wieder darauf zurück, weil einige von uns sich so verstehen und die Erinnerung wach halten.
Unser Ziel war immer, den Imperialismus abzuschaffen. Wir verachten ihn. Wir versuchen, uns vor ihm zu schützen. Doch hat uns der britische Imperialismus häufig zu Boden geworfen. Wer den britischen Imperialismus sehen will, der soll sich fragen, wo sich die britische Ostindiengesellschaft heute befindet, der gehe nach Boston, nach New York City oder Chicago und suche die Nachfolger der britischen Ostindiengesellschaft und von ihr ausgehende Interessen. Dort liegt das Problem. Wir müssen damit endgültig aufräumen! Dazu müssen wir lediglich unserer Verfassung Geltung verschaffen, gegen die wir so häufig verstoßen haben – besonders seit Roosevelts Tod und besonders seit den Entscheidungen von 1971.
Das ist auch unsere Empfehlung für die Welt, wie sie Roosevelt in seinen Plänen für die Nachkriegswelt ausdrückte: Wir wollen, daß jene Nationen, die die Erfahrung dieser Kriege durchgemacht haben, sich als souveräne Nationalstaaten verbünden, um die letzten Überreste des monetaristischen Imperialismus von dieser Erde zu verbannen. Beseitigen wir den Kolonialismus und errichten wir eine Weltordnung souveräner Nationalstaaten, die durch ein System fester Wechselkurse und ein Kreditsystem – kein Geldsystem – zusammengehalten werden.
Zukunftsaufgaben für China und andere
Freeman: Die nächste Frage kommt von der chinesischen Delegation: „Herr LaRouche, Sie haben wahrscheinlich gehört, worüber in der letzten Woche international viel diskutiert wurde, daß nämlich China zur zweitgrößten Volkswirtschaft in der Welt aufgestiegen ist. Wir hätten gern gewußt, ob Sie dieser Bewertung nach den von Ihnen aufgestellten Regeln zustimmen, oder ob Sie diese Bewertung nur für ein Produkt monetaristischer Ansichten halten."
LaRouche: Nein – wahrscheinlich teilweise. Generell haben Menschen, wenn es um Meinungsbildung geht, Angst vor dem Geld, vor der Macht des Geldes. Deswegen glauben sie lieber an das Geld, weil sie gerne an dessen Macht glauben. Es ist populär: „Jeder sagt es, daß China jetzt die zweitgrößte Macht auf der Welt ist. Wie wunderbar, nicht wahr?"
Das ist aber nicht die wirkliche Frage. Wir wissen, daß China große Probleme hat, und wir kennen zumindest die Hauptursachen dieser Probleme.
Es fing damit an, daß China von Nixon und seinen Leuten eingeladen wurde, bei einem System mitzumachen, unter dem das Land Billigwaren herstellen würde; und wir würden unsere Betriebe nach China verlagern, um dort und in anderen Teilen Asiens die billigen Arbeitskräfte auszunutzen, während wir unsere Industrie in den Vereinigten Staaten dicht machen. Das gleiche geschah in gewisser Weise auch von Europa aus. Seit 1971 ging es daher mit dem industriellen und landwirtschaftlichen Potential Europas und der Vereinigten Staaten bergab.
Einiges davon geschah bewußt. Der Zerstörungsprozeß unter Nixon hielt sich noch in Grenzen, aber die Zerstörung unter Carter war immens. Und die Zerstörung nach der Regierung Carter ist verheerend!
China wurde also gesagt, es habe einen großen Markt mit billigen Arbeitskräften, und wenn es bereit wäre, seine Billigarbeit einzusetzen, könnten sich dort wunderbare Dinge entwickeln, es würden chinesische Milliardäre wie eine neue Obstsorte am Baum wachsen, die man bewundern, aber nicht essen könnte. So wurde die Illusion geschaffen, China befinde sich auf der Straße des Erfolgs. Aber China hat sich seine Wohltäter nicht genau angeschaut. Es hat nicht gesehen, was das Britische Empire und seine anglo-amerikanischen Freunde wirklich wollten.
Es kam, wie es kommen mußte: Die Weltwirtschaft brach, wie abzusehen war, zusammen. Der Kollaps der Weltwirtschaft war zwangsläufig. China verlor seine Märkte.
Gleichzeitig gibt es in China Gebiete im Landesinneren, die unbedingt entwickelt werden müssen, doch die Arbeitskräfte sind nach wie vor sehr billig. Und der zukünftige Fortschritt Chinas ist in großer Gefahr. Ich bin mir sicher, daß die chinesische Regierung darüber sehr besorgt ist. Was sie in öffentlichen Erklärungen sagt, ist eine Sache; aber innerlich spüren sie, daß nicht alles zum Besten bestellt ist. Sie steht vor bedrohlichen Problemen.
Befassen wir uns mit Rußland und China, da Rußland im Zusammenhang mit der Frage über China aufkam. Was ist der Unterschied zwischen beiden Ländern? Rußland wurde stark entvölkert, doch wenn man sich Rußlands Territorium und Geschichte und die Technik in den Institutionen betrachtet, ergibt das ein etwas anderes Bild. Rußland verfügt auf seinem Staatsgebiet, das nur schwach bevölkert ist, über ein großes Potential an Rohstoffen, die für die Menschen im südlichen Teil Asiens von großem Nutzen sein können. Rußland hat außerdem einen sehr kompetenten Wissenschaftskader, der weiß, wie man all diese Rohstoffe finden kann; schon der Bau der Transsibirischen Eisenbahn war Teil dieser Entwicklung. Seit damals, als zu Leibniz‘ Zeiten der neue Zar [Peter I.] an die Macht kam, ist die Mineralogie in Rußland die höchstentwickelte auf der Welt. Hier gibt es einen engen Zusammenhang mit den Arbeiten Alexanders von Humboldt, der sich auch in diesen Gegenden aufgehalten hat.
Entscheidend ist, daß China wirtschaftliche Entwicklung braucht. Seine Entwicklung reicht nicht aus, um einen aus unserer Sicht akzeptablen Lebensstandard für die gesamte chinesische Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Die Chancen für die Zukunft stehen schlecht, wenn wir die physischen, soziologischen Bedingungen für die Bevölkerung Chinas insgesamt nicht verbessern – insbesondere da sich der Weltmarkt, auf den China heute weitgehend angewiesen ist, im Prozeß des Zusammenbruchs befindet.
Entwicklung durch moderne Technik
In Indien liegen die Dinge etwas anders. China hat schätzungsweise 1,4 Mrd. Menschen; Indien 1,1 Mrd. Jetzt schauen Sie sich an, wieviel extrem arme Menschen es in diesen Ländern gibt, im Verhältnis zur Zahl der Menschen, die nach europäischem Standard als einigermaßen wohlsituiert gelten können – Sie sehen sofort, daß es hier ein Problem gibt. Die Massenarmut besonders in den asiatischen Ländern muß überwunden werden. Besonders hervorstechend ist das Armutsproblem in den größten Nationen, in China und Indien. Wenn wir dieses Problem, das China und Indien bedroht, nicht lösen helfen, können wir sicher sein, daß wir auf diesem Planeten nicht glücklich sein werden.
Was folgt daraus? Es folgt daraus, daß wir in einer bestimmten Weise in China und Indien investieren müssen. Indien ist in finanzieller Hinsicht zwar in einer besseren Situation, aber was wir brauchen, ist eine weltweite technische Revolution auf der Grundlage eines Kreditsystems. Wir müssen das Hochtechnologie-Potential ankurbeln, das in der europäischen Kultur steckt, wozu auch die russische Kultur gehört.
Rußlands großartiges wissenschaftliches Potential, das von der Sowjetunion und der Zeit davor als kultureller Faktor übrig geblieben ist, ist weitgehend aufgebraucht. Dennoch kann Rußland einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Planeten leisten – zum Beispiel die Bahnverbindung unter der Beringstraße. Wenn dieses Projekt verwirklicht und mit dem NAWAPA-System verbunden werden kann, werden sich die Beziehungen zwischen den großen Kontinenten der Erde verändern, denn die Infrastrukturentwicklung wird natürlich auch nach Afrika weitergehen. Das wichtigste, das wir aufbauen werden, ist Infrastruktur! Die Infrastruktur wird nicht all die Dinge hervorbringen, die wir verbrauchen werden, aber sie wird die Produktionsmittel der Dinge erzeugen, die wir verbrauchen werden – so wie ich es im Falle von NAWAPA bereits angedeutet habe.
Deswegen müssen wir auf globaler Ebene investieren. Ein Kreditsystem auf Grundlage fester Wechselkurse muß auf globaler Ebene für den internationalen Handel und für Investitionen mobilisiert werden, um so Nationen wie China und Indien dabei zu helfen, die Kapitalintensität ihres Wachstums zu erhöhen. Es muß unsere Absicht sein, die Nationen dieser Welt auf eine bestimmte Ebene von Lebensstandard und Kultur anzuheben.
Wenn wir das nicht tun, verschieben wir die Probleme in die Zukunft.
Nach meiner Sicht müssen wir so herangehen: Wir müssen ein internationales Kreditsystem auf Grundlage fester Wechselkurse schaffen. Nur mit einem System fester Wechselkurse und sehr niedrigen Kosten der Kreditaufnahme läßt sich in Ländern wie China und Indien etwas erreichen. Das muß kommen! Wir brauchen ein internationales Investitionsabkommen mittels eines Systems fester Wechselkurse, durch das wir einen Wissenschaftsmotor in Gang setzen können, um hauptsächlich mit Infrastruktur das produktive Potential dieser Länder aufzubauen. Im Vordergrund muß dabei das produktive Potential in den Bürgern aller dieser Länder stehen. So müssen wir vorgehen.
Für die Zukunft Chinas sollte man in Asien bzw. dem transpazifischen Bereich so vorgehen – man sagt: „Hier steht China heute. Wir müssen sicherstellen, daß es sich nicht zurückentwickelt. Wir müssen China helfen, Hochtechnologie zu entwickeln und die Teile der chinesischen Bevölkerung einzusetzen, die lernen können, mit moderner Technik zu arbeiten. Sie werden innerhalb Chinas zum Fortschrittsmotor. Wir müssen das unterstützen, indem wir ihnen bei Infrastrukturinvestitionen in Schnellbahnsysteme, die Wasserwirtschaft, sanitäre Einrichtungen usw. helfen. Ganz wichtig dabei ist Wasser! Wir müssen die Niederschläge auf der Erde insgesamt besser verteilen, so wie wir es in den Vereinigten Staaten und Kanada tun werden. Wir wollen dort eine Bewegung von Niederschlagsgebieten von West nach Ost, vom Pazifik zum Atlantik erreichen; und das gleiche muß auch in anderen Teilen der Welt geschehen. Die Trockengebiete dieser Welt müssen mit Hilfe von sich selbst verstärkenden Wettersystemen bezwungen werden. Auf diese Weise kann in Zentralasien eine Feuchtigkeitszone entstehen, die die Lage dort verbessern hilft.
Das erfordert eine Vision, die sich über drei Generationen, von jeweils 25 Jahren erstreckt, und in diesem Jahrhundert werden noch drei Generationen oder mehr heranwachsen. Wir müssen uns Ziele stecken, die sich entsprechend in drei Generationen verwirklichen lassen. Wir müssen uns fragen: Wo werden wir in diesem ganzen Prozeß Generation nach Generation stehen, um die Lebensbedingungen der Menschheit zu verbessern?
Wenn wir so denken, und wir wieder ein System fester Wechselkurse einrichten, wenn sich nicht jede Nation nur um ihre eigenen Bedürfnisse kümmert, sondern wir uns in entscheidenden technologischen Investitionsbereichen gegenseitig helfen, dann können wir sicherstellen, daß Nationen wie China und Indien – oder auch Afrika, das hierfür ein zentrales Beispiel ist – eine Grundlage erhalten, um aufzuholen, während wir die ganze Welt in einen besseren Zustand versetzen. Nur so geht es: So müssen wir denken.
Das Maß der Infrastruktur
Freeman: Es gibt zwar noch einige weitere Fragen zu diesem Thema, aber ich meine, es ist Zeit, jetzt zu einigen Fragen über NAWAPA und dessen Bedeutung überzugehen. Die erste Frage hat eine längere Einleitung, sie lautet folgendermaßen:
„Wie Sie wissen, war Debra in der letzten Woche bei uns, und wir haben drei oder vier Tage lang intensive Gespräche über verschiedene Themen geführt. Wir erinnerten uns bei dieser Gelegenheit daran, daß wir schon vor scheinbar sehr langer Zeit – lange bevor jemand von uns persönlich in Kontakt mit Ihnen oder einem Ihrer Mitarbeiter kam -, als unsere Arbeitsgruppe zusammengestellt wurde, die Aufgabe erhielten, ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung der Vereinigten Staaten auszuarbeiten. Wir sollten uns einen Plan zum Ausbau dringend erforderlicher Infrastruktur ausdenken, usw. usw., das muß man jetzt nicht weiter ausführen.
Das waren unsere Anfänge. Einer der Vorträge in der Diskussion letzte Woche war für viele von uns sehr provokativ, und ich hätte gern Ihren Kommentar dazu. Der Titel des Vortrags lautete ,Was ist Infrastruktur?‘. Die Hauptaussage war, wir seien sehr nachlässig in dem geworden, was wir als Infrastruktur definieren. Wir hätten uns so weit von jeder Vorstellung von Realwirtschaft entfernt, daß heute praktisch alles, was irgendwie mit der Realität zu tun hat oder eine konkrete physische Grundlage hat, Infrastruktur genannt wird.
Ich vereinfache hier den langen, in meinen Augen hervorragenden Vortrag etwas, aber es wurde geltend gemacht, daß man sich klar machen müsse, worüber man überhaupt spricht, wenn es um Infrastruktur geht. Wenn eine Brücke instandsetzt werden muß, sollte man die Brücke reparieren. Das sollte man aber nicht als ein großes Infrastrukturprojekt ausgeben. Wenn eine Straße Schäden hat, die behoben werden müssen, wenn die Wasserrohre einer Stadt platzen, weil sich 40 Jahre lang niemand mehr darum gekümmert hat (wie ich weiß, hatte man an der Westküste ziemliche Probleme damit), dann muß man das in Ordnung bringen, aber man darf nicht behaupten, das wären große Infrastrukturprojekte.
Bedeutsamer ist, wenn ein Projekt dringend benötigte Arbeitsplätze schafft, aber das allein wäre noch nicht ausreichend. Ex-Präsident Clinton hat sich kürzlich ebenfalls dazu geäußert, was ich für sehr interessant hielt. Es wurde argumentiert, der grundsätzliche Maßstab für die Definition wirtschaftlicher Infrastruktur sei, ob diese zu einer Steigerung der Produktivität führt oder nicht. Unter Produktivität wurde meiner Meinung nach verstanden, was Sie ganz speziell als Energieflußdichte bezeichnet haben. Wenn man ein mögliches Projekt gegen ein anderes abwägen muß, ist entscheidend, wieviel potentielle Produktivität infolge dieses Projekts für die menschliche Arbeitskraft, aber auch für die allgemeine Produktivität in Landwirtschaft, Industrie usw. erzielt werden kann.
Bei der Auswahl und Prioritätensetzung von Projekten muß man sich auf die Frage konzentrieren, welches die größten Fortschritte in diesen Kernbereichen bewirken wird. Darum geht es, wenn wir von Infrastruktur reden. Einfach nur reparieren, was kaputt gegangen ist, oder nur einigen Leuten Arbeit beschaffen – was zweifellos notwendig ist und getan werden muß -, ist nicht ausreichend und war auch nicht die Aufgabe unserer Gruppe. Das allein macht keinen Wirtschaftsaufschwung aus, es wird lediglich für einige Menschen Arbeit schaffen, bestimmte Steuereinnahmen erhöhen und ähnliches. Damit wird aber kein Entwicklungsrahmen für die ganze Nation oder für zukünftige Generationen geschaffen.
Ich möchte Sie bitten, Ihre eigenen Ansichten hierüber darzustellen, denn der erwähnte Vortrag war sehr provokativ für uns, und da er im zeitlichen Zusammenhang mit unseren Arbeiten über die Bedeutung des NAWAPA-Projekts stand, war er ein wirklicher Augenöffner. Stimmen Sie mit dieser Einschätzung überein?"
LaRouche: Ich stimme dieser Einschätzung voll zu. Die Frage ist eher, was nötig ist, damit die Menschen die Gründe für diese Einschätzung verstehen. Es ist offensichtlich eine ganz andere Herangehensweise, als sonst üblich ist.
Man sieht, daß das Problem immer wieder auftaucht; man kann es in der Geschichte der europäischen Zivilisation ausfindig machen. Wenn man an Aischylos‘ Prometheus-Trilogie und speziell Der gefesselte Prometheus zurückdenkt, muß man sich vergegenwärtigen, was vorher in der dort beschriebenen Kultur geschehen war.
Vorgeschichte der europäischen Zivilisation
Was wir die europäische Zivilisation nennen, ist das Ergebnis von planetaren Entwicklungen seit etwa 100.000 Jahren, zumindest nach unserem Wissen – über das, was davor geschah, ist unser Wissen sehr viel begrenzter. In diesen etwa 100.000 Jahren der letzten großen Eiszeit auf diesem Planeten lag das Wasser der Ozeane etwa 130 m tiefer, und als etwa um 17.000 v.Chr. die Gletscher zu schmelzen begannen, stieg das Wasser wieder auf die heutige Höhe an – das mag etwa um 3000 v.Chr. erreicht worden sein.
Während dieser langen Evolutionsphase des Erdsystems unter der letzten großen Eiszeit (es gab noch andere Eiszeiten davor) war die vorherrschende, leistungsfähigste menschliche Kultur auf diesem Planeten eine maritime Kultur von Seevölkern. Zu der Zeit fanden regelmäßige Seereisen zwischen Gegenden am Atlantik und Afrika bis in die Karibik und zurück statt, schon damals konnte man in Schiffsverbänden mit Segel und Ruder die gleiche Route zurücklegen, auf der Kolumbus später entlang der vorherrschenden Strömungen die Karibik erreichte. Auf der Rückfahrt benutzte man die Meeresströmungen auf gleiche Weise, wie man heute nach Europa zurückkehrt.
Es gab damals bedeutsame Kulturen, die sich dadurch auszeichneten, daß sie die Natur des Sternenhimmels kannten. Sie sahen im Sternenzelt nicht mehr eine Vielzahl von Lichtpunkten, sondern eine nach festen Prinzipien organisierte Struktur, die Albert Einstein später als ein endliches, aber unbegrenztes Universum bezeichnete – ein Universum, das in diesem Sinne nicht unendlich, sondern endlich ist, aber in der Zunahme seiner Größe oder Entwicklung keine Grenzen hat.
Diese Menschen hatten also eine Vorstellung des Universums als Teil ihres Navigationssystems, das sie zu diesem Zweck entwickelt hatten. Denn Dinge bewegen sich, Strömungen bewegen sich, Orte bewegen sich. Und sie verwendeten Magnetstein als Navigationskompaß. Bereits vor 100.000 Jahren oder so waren die entsprechenden Zyklen wohlbekannt.
Am Mittelmeer weiter im Landesinneren lebten Völker wie die Berber, die auch heute noch dort leben. Als das Mittelmeer mit steigendem Meeresspiegel zugänglicher wurde, kamen die Seevölker an und breiteten sich in Teilen des Mittelmeerraums aus. Ägypten entwickelte sich: Das antike Ägypten war das Produkt der Entwicklung der Seevölker zu einer Zeit, als diese ganze Gegend Afrikas infolge der großen Gletscherschmelze überflutet wurde und es zu erheblichen Wetterumstellungen kam. Augenscheinlich lebten damals die Berber in dieser Gegend, und die Seevölker wurden so zu Kolonisten und unterwarfen die Völker dort.
Sie bewohnten verschiedene Teile dieses Gebiets, wobei sie durchaus wissenschaftliche Vorstellungen verfolgten. Sie entwickelten die Astronomie, deren praktischer Ausdruck die Navigation auf See war.
Damit entstanden zwei unterschiedliche Menschengruppen: die Landbewohner, die keine großen Entfernungen zurücklegten, und die anderen, die weite Seereisen unternahmen. Dabei entwickelten sich im Mittelmeerraum Kulturen, in denen die Seefahrer den Ton angaben und sich zu Göttern aufschwangen, wie sie bei Homer und in den griechischen Legenden beschrieben sind. Sie nannten sich Götter, und wenn sie einen der Ureinwohner heirateten, wurden die Kinder zu Halbgöttern.
Dieses System hatte zwei Merkmale. Eines war nutzbringend, wie das, was die Pythagoräer oder die Leute hervorbrachten, die die Große Pyramide von Gizeh bauten. Sie bauten Nationen und Gesellschaften auf. Andere verlegten sich darauf, die Gesellschaft auszurauben. Mit ihren überlegenen technischen Kenntnissen unterdrückten sie Völker wie die Berber, die als Sprachkultur noch heute existieren.
Im Rahmen dieses Prozesses entwickelte sich die Wissenschaft, allerdings setzte sich dann das durch, was man als oligarchische Tendenz bezeichnen kann. Diese oligarchische Tendenz zwang den „niederen" Menschenklassen einen Zustand auf, der sich mit dem von Tieren vergleichen ließ. In der großen Aischylos-Trilogie, wovon nur Der gefesselte Prometheus bis heute erhalten geblieben ist, erhält man einen detaillierten Einblick in dieses oligarchische Prinzip. Die gewöhnlichen Menschen dürfen sich nicht zu Göttern aufschwingen. Sie dürfen zum Beispiel nicht wissen, wie man das Feuer benutzt. Ihnen ist verboten, sich Kenntnisse über die Verwendung des Feuers anzueignen. Daraus wurde das oligarchische System, dessen damaligen Ursprünge heute in Form des Britischen Empires, als Klassensystem dieser Art weiterexistieren.
Andere Leute, wie die Pythagoräer und Platon, hatten eine ganz andere Einstellung. Sie glaubten, daß die schöpferischen Fähigkeiten der Menschen entscheidend sind.
Nach den Vorstellungen des oligarchischen Systems war das Universum unveränderlich. Aristoteles meinte zum Beispiel, das Universum sei wohl geschaffen worden, aber der Gott, der es schuf, sei irgendwann gestorben und damit unfähig, weitere Veränderungen vorzunehmen. Somit sei das Universum jetzt ein feststehendes System, das sich nie mehr ändern werde und sich auch nie mehr ändern dürfe.
Andere große Denker wie Philo von Alexandria verurteilten Aristoteles deswegen und meinten, die Kreativität lebe weiter.
Zwei Wissenschaftssysteme
Bis heute ist die Geschichte der Wissenschaft in zwei Teile geteilt. Auf der einen Seite stehen jene von uns, die mit Albert Einstein wissen, daß das Universum inhärent kreativ ist. Diese Vorstellung erhielt mit Louis Pasteur einen besonderen Anstoß. Louis Pasteur war überzeugt zu wissen, was Leben sei, konnte es nur noch nicht richtig definieren. Allerdings ebnete er einer neuen Entwicklung den Weg, die man physikalische Chemie nennt und die die bisherige Physik als solche ersetzte. Die mathematische Physik ist oftmals eine andere Glaubensrichtung; sie glaubt an das Primat eines unveränderlichen Universums vom aristotelischen oder Sarpischen neuzeitlichen liberalen Typ. Aristoteles behauptete zu wissen, was das Universum sei: Es sei bereits festgelegt und wir könnten es nicht verändern. Die Sarpianer meinen, ja, man könne das Universum verändern, nur wisse man nicht, warum und wie. Daraus entstand der neuzeitliche Liberalismus, der sich am besten an der erbärmlichen Figur Galileos, einem wahrhaften Schwindler und Betrüger, zeigt.
Im neuzeitlichen Europa gibt es somit diese beiden Systeme. Die wirkliche Wissenschaft entwickelte sich aus den Arbeiten Cusas oder Brunelleschis vor ihm, d.h. aus dem dunklen Zeitalter ging Wissenschaft hervor, wie auf dem großen Konzil von Florenz. Die Wissenschaft wurde sichtbar an den Errungenschaften Brunelleschis, der das Prinzip physikalischer Krümmung in Form der Kettenlinie entdeckte. Der von ihm geplante Bau der Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore beruhte auf dem Kettenlinienprinzip und wäre mit einer aristotelischen bzw. sogenannten euklidischen Kurve nicht möglich gewesen.
Kardinal Nikolaus von Kues verkörperte die gleiche Denkrichtung, die er in seiner De Docta Ignorantia fortsetzte.
Die gegenteilige Strömung war die Sichtweise des Aristoteles, die auch die Sichtweise der Habsburger war. Auf dieser Grundlage begannen die Religionskriege. Inmitten dieser Entwicklungen stellte sich heraus, daß die Habsburger ihre Sache nicht gut machten und man mit Aristoteles nicht weiter kam. So kam Sarpi daher und meinte, der Mensch wisse nicht, was das Universum sei; der Mensch kenne nur Freude und Schmerz, und mit Hilfe der Mathematik des Geldes lasse sich der Unterschied zwischen Freude und Schmerz herausfinden. Das ist das liberale System. Der schlimmste Vertreter des liberalen Systems ist Bertrand Russell, wahrscheinlich der bösartigste Mensch, der sich zu seinen Lebzeiten auf der Erde herumdrückte.
Es gibt somit zwei Ansichten. Die mathematische Physik ist als Wirtschaftstheorie für die Menschheit völlig unbrauchbar. Einstein und andere, die in die Kategorie der neuzeitlichen physikalischen Chemie gehören, sagen hingegen, das Universum entwickele sich ständig weiter.
Wernadskijs Phasenräume
Um heute Ökonomie zu verstehen, muß man die entscheidenden Leistungen Wladimir Wernadskijs verstehen, der das Universum in drei Unterbereiche eingeteilt hat. Der eine ist das endliche, festgelegte Universum des Unbelebten. In Koexistenz mit den unbelebten Bereichen des Universums, die keines der Merkmale des Lebens aufweisen, steht dann das Leben als solches und dessen Produkte. Auf einem großen Teil der Erdkruste gibt es eine derartige grundlegende Wechselbeziehung zwischen Belebtem und Unbelebtem. Und es gibt ein drittes Prinzip, das nicht für Tiere oder andere Lebewesen, sondern nur für den Menschen kennzeichnend ist. Die Menschheit ist der willentlichen Schöpfung fähig.
Im Grunde ist alles schöpferisch: Das Universum insgesamt ist kreativ, indem es ständig neue Zustände erzeugt. Es erzeugt neue Zustände unter lebenden Prozessen, aber die Tiere oder auch die Pflanzen haben dabei kein Wort mitzureden. Sie lassen es mit sich geschehen. Das Lebensprinzip ist in ihre Natur eingebaut und tritt mit dem Unbelebten in Wechselwirkung.
Doch dann kommt der Mensch mit seinem Willen. Der Mensch kann Prinzipien entdecken. Dadurch ändert der Mensch das Verhalten der Menschheit und er verändert das Verhalten des Tierreichs und der unbelebten Universums. Es gibt keine fixen Systeme.
Wenn man sagt, etwas habe einen Wert, so muß man also dazusagen, worin sich die Kreativität ausdrückt. Wenn man etwas repariert, das nützlich ist oder weiter genutzt werden kann, dann ist das sinnvoll. Aber wohin entwickelt sich die Wirtschaft insgesamt? Man muß deshalb in der Realwirtschaft oder der physischen Ökonomie zwei Dinge auseinanderhalten: Eines ist, das gleiche Produktivitätsniveau wie vorher aufrechtzuerhalten – in der Volkswirtschaft insgesamt oder in bestimmten Teilen davon. Die Alternative dazu ist, zum Erfinder zu werden. Wer ein universelles physikalisches Prinzip entdeckt, das bisher nicht bekannt war, der verändert die Menschheit, indem die Macht des Menschen über das Universum erhöht wird.
Infrastruktur des Fortschritts
Dafür ist die Infrastruktur wesentlich. Darin ist die Frage völlig korrekt: Man muß Infrastruktur als Prinzip definieren. Unser System sogenannter Infrastruktur ist ein wesentlicher Teil des Prozesses zur Erhöhung der Arbeitsproduktivkräfte, um zu ersetzen, was man aufgebraucht hat. Denkt man an die Infrastruktur einer fixen Gesellschaft, oder an eine Infrastruktur des Fortschritts?
Wie muß man das verstehen? Nehmen wir als Beispiel das NAWAPA-Projekt und vergleichen wir damit die von Roosevelt 1933 geschaffene Tennessee Valley Authority, die im Grunde ein Vorläufer davon war. Worin liegt der Unterschied?
Die Menschheit schafft sich bewußt eine Plattform, eine bestimmte Ebene, worauf der Produktionsprozeß stattfindet. Was eigentlich in der Produktion geschieht, ist nichts Physisches im gewöhnlichen Sinne. Was wir aufbauen, ist mehr eine Plattform, etwa in Form einer Erhöhung der Energieflußdichte von Kraftquellen.
Wenn man das so betrachtet, versteht man zum Beispiel die Arbeit Pasteurs. Pasteur hatte nicht behauptet, Leben definiert zu haben, aber er öffnete das Tor zu jenen Bereichen der physikalischen Chemie, die später zu einem besseren Verständnis von Lebensprozessen führten. Das Vorgehen Pasteurs und ähnlicher Leute verschaffte der modernen Wissenschaft durch den Einfluß Bernhard Riemanns die Möglichkeit, lebende Prozesse zu entdecken und zu verstehen.
Wernadskij verkörpert hierbei einen bestimmten Gipfelpunkt, denn er definierte vom Standpunkt der physikalischen Chemie den funktionalen Unterschied zwischen dem Unbelebten, dem Belebten samt seiner Ablagerungen und dem menschlichen Geist. Wenn wir also von menschlicher Infrastruktur sprechen, muß man auch die schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Geistes einbeziehen.
Das Gegenteil dazu ist der Mathematiker. In der Mathematik gibt es keine Kreativität, außer daß einige begabte Leute die Mathematik durch ihre Kreativität umgestalten. Aber in der Mathematik als solcher steckt keine eigene Wahrheit. Wahrheit in der Mathematik gibt es nur in dem Maße, in dem konzeptionelle Methoden entdeckt werden, die einen mathematischen Schatten werfen, aber die Quelle der Kreativität liegt nicht in der Mathematik.
Die Kreativität im Individuum liegt hauptsächlich in verschiedenen Formen klassischer künstlerischer Komposition. Dort entsteht die schöpferische Vorstellungskraft, besonders in den Metaphern großer Literatur, William Empsons Buch Seven Types of Ambiguity verdeutlicht diese Anomalie.
In der Zerstörung der klassischen Musik und ihrem Verständnis, in der Zerstörung der klassischen Poesie bzw. der klassischen Kunst im allgemeinen liegt der moralische Niedergang der Bevölkerung Europas und der Vereinigten Staaten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs begründet. Die Kunst erfuhr eine vorsätzliche Zerstörung vom Edlen und Geschmackvollen zum Abgeschmackten. Das Problem mit der heutigen Bevölkerung liegt darin, daß sie durch den Einfluß dieser neuen Kunstvorstellungen verdorben wurde. Denn genau darin drücken sich die schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Geistes aus, wie das Beispiel von Einstein und seiner Geige zeigt. Ohne klassische Musik oder klassische Komposition dieser Art gibt es bei Wissenschaftlern keine Kreativität. Ohne sie gibt es nur Mathematiker.
Mathematiker sind geistig tot; sie sind wie Rechenmaschinen – sie arbeiten immer nur mit dem, was man in sie hineintut. Wenn man es mit Mathematik zu tun hat – wir erfinden sie hoffentlich immer wieder neu, sonst werden wir stagnieren -, muß man einfach das Computerprogramm ändern. Damit werden dem Computer Dinge beigebracht, die er vorher nicht konnte.
Die Fähigkeit, die Veränderung im Computer vorzunehmen, liegt in den klassischen künstlerischen Fähigkeiten. Deswegen müssen wir die Vorstellungskraft stärken. Um das zu verdeutlichen, nehmen wir das Beispiel NAWAPA. NAWAPA ist ein ausgezeichnetes Beispiel hierfür.
Das Beispiel des Chlorophylls
Im Zuge unserer laufenden Arbeit werden wir bald etwas über die Rolle des Chlorophylls veröffentlichen. Wir müssen das meiste von diesem verrückten Zeug, die Sonnenkollektoren und diese verdammten Windmühlen, abbauen. Wir brauchen einen neuen Don Quixote, der mit diesen Windmühlen ein für allemal aufräumt! Dann kann es Fortschritt geben. Fortschritt liegt in der Kreativität. Wir machen Fortschritte, indem wir erkennen, was insbesondere in lebenden Prozessen kreativ ist. Dabei stellt man fest, daß die Sonnenstrahlung, die auf die Erdoberfläche fällt, als Energiequelle sehr ineffektiv ist. Sie ist neben der einfachen Verbrennung von Holz und Müll die schlechteste Option. Am besten ist deshalb, daß man die Sonne für sich arbeiten läßt. Lassen wir die Sonne auf das Chlorophyll einwirken. Es gibt noch andere Verbindungen dieser Art, die ähnliche Funktionen erfüllen und dafür ein anderes Zentralatom verwenden, zum Beispiel Magnesium in einem Fall.
Chlorophyll erhöht die Energieflußdichte chemischer Prozesse auf ganz spezifische Weise. Durch das Wachstum von Lebensprozessen, die alle die gleichen Merkmale wie das Chlorophyll in seiner Funktion haben, bewirken wir eine Transformation der Umwelt. Biomasse bzw. das, was zu Biomasse wird, wird in einen Prozeß verwandelt, mit dem wir die Produktivität von Leben erhöhen – die Macht von Lebensprozessen über den Planeten oder besser noch die Energieflußdichte des Wachstums. So funktioniert eine Ökonomie. Alles andere wäre einfache Abnutzung.
Alles, was getan werden muß, um dies anzupacken – und es ließe sich sofort anpacken -, ist, Obama loszuwerden. Er muß weg! Und wir müssen Glass-Steagall durchsetzen. In einem dafür geeigneten politischen System läßt sich das NAWAPA-Projekt in Angriff nehmen. Praktisch noch am gleichen Morgen könnte der erste Spatenstich erfolgen. Es mag noch bis Oktober dauern, aber wir könnten einen Anfang machen. Das würde dem Planeten so einiges ersparen, denn es würde wieder eine Integration der Welt ermöglichen, weil wir verstehen, wie dieser Planet als eine angenehmere Wohnstätte entwickelt werden kann.
Das streben wir an. Infrastruktur bedeutet die Fähigkeit, die Energieflußdichte menschlichen Lebens zu erhöhen. Um die Praktiken der Menschheit bzw. deren Äquivalent auf eine höhere Ebene zu heben, muß die Energieflußdichte ansteigen. Ohne die Kernkraft läßt sich unser Planet mit seiner derzeitigen Bevölkerung nicht erhalten. Ohne die Kernfusion lassen sich die Probleme nicht lösen, die im weiteren Verlauf auf uns zukommen. Leute, die gegen die Kernkraft und gegen die Kernfusion sind, sind nicht nur dumm, sondern kriminell. Sie wollen vielleicht nicht kriminell sein, aber sie sind wie ein betrunkener Autofahrer, der nicht weiß, in welche Richtung er fahren soll.
Infrastruktur bedeutet, ein System aufzubauen, mit dem sich Prozesse wie die Umwandlung des auf die Erde einfallenden Sonnenlichts auf nützliche Weise einsetzen lassen. Lassen wir das Chlorophyll seine Arbeit tun! Bäume können zum Beispiel bis zu 10% des einfallenden Sonnenlichts in Biomasse verwandeln, Gräser immerhin noch 1%. Deswegen sollten wir so viele Bäume wie möglich haben. Keinesfalls dürfen Bäume gefällt werden, um Sonnenkollektoren zu installieren!
Das ist meine Vorstellung. Es muß dazu die geeignete Wissenschaft entwickelt werden, wobei sich die geeignete Wissenschaft an der spezifischen Revolution orientieren muß, die Wladimir Wernadskij mit seinem Konzept der Biosphäre und Noosphäre bewirkt hat. Diese Art Chemie und Physik muß man lernen, wenn man eine kompetente Wirtschaftspolitik betreiben will. Wer das nicht versteht, hinkt seiner Zeit hinterher und wird das Problem wahrscheinlich nicht lösen können. Holen wir jemanden her, der sich auskennt.
Richtiges Eingreifen in die Natur
Freeman: Die nächste Frage kommt von jemandem, der auch an unseren Diskussionen letzte Woche beteiligt war. Er sagt:
„Herr LaRouche, ich vermute, Ihnen wurde von unserem Treffen in Kalifornien letzte Woche berichtet, wo wir einige dieser Frage sehr eingehend diskutiert haben. Der Vorschlag, sich auf NAWAPA als Großprojekt zu konzentrieren, das uns auf den Weg zum Aufschwung bringt, hat zu sehr interessanten Perspektiven geführt, denn je mehr wir uns damit beschäftigten, wurde uns klar, daß man mit diesem Projekt ungeheuer viel bewirken kann: Es würde dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen, es würde Frischwasser in Gebiete der Vereinigten Staaten bringen, die es vordringlich gebrauchen, denn, wie wir festgestellt haben, beginnen sich die Wüsten bei uns zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auszudehnen. Auch wurde uns klar, daß wir viele Probleme, die sich im Zusammenhang mit der Rettung und Ausweitung des Raumfahrtprogramms stellen – insbesondere mit Blick auf die Besiedlung des Weltalls -, mit einem erweiterten NAWAPA-Programm angehen können.
Wir sind von all dem sehr begeistert, und im weiteren Verlauf wurde uns immer klarer, daß wir damit viele Prozesse unseres Universums bewußt zu transformieren und zu handhaben beginnen.
Damit entstand aber auch eine Frage, wobei ich Sie aber um Nachsicht ersuche, wenn ich die Frage ungenau formulieren sollte, da ich nicht genau weiß, wie ich sie stellen soll. Es wurde in einigen Diskussionen hier gefragt, wie der Mensch tatsächlich fähig ist, bewußt in die Natur einzugreifen. Einerseits hat sich in den Diskussionen über NAWAPA die Frage der Kernenergie gelöst. In verschiedenen Vorträgen, die gehalten wurden, wurde absolut klar, daß es hier nichts zu diskutieren gibt. Ohne die Kernkraft zu nutzen, würden wir nirgendwo weiterkommen.
Außerdem wurde sehr klar, daß die Nutzung der Sonnenenergie nicht nur keine besonders effektive Methode der Energieerzeugung ist, sondern sogar destruktive Folgen hat.
Daß der Bau von NAWAPA in der Folge eine reale Klimaveränderung bewirken würde, ist für einige von uns eine sehr spannende Perspektive. Aus einigen der Vorträge wurde zudem deutlich, daß derartige Eingriffe des Menschen schon immer in der Geschichte unserer Gattung stattgefunden haben, wobei wir vor allem über die Nahrungsmittelerzeugung gesprochen haben. Der Unterschied ist enorm. Wenn wir heute Nahrungsmittel in ihrer Wildform anbauten – so wie etwa wilder Mais wächst -, benötigten wir etwa die Hälfte der gesamten Fläche der Vereinigten Staaten, um den gleichen Nährwert zu erzielen. Heute brauchen wir nur vier Prozent der Fläche.
Daraus ergeben sich Fragen über das Verhältnis des Menschen zur Natur, und wie wir bei bestimmten Aspekten, beispielsweise bei der Ernährung, mit Agrartechnik umgehen. Ohne in weitere Einzelheiten zu gehen, möchte ich meine Frage so stellen: Einerseits glauben viele von uns, daß der Mensch genau zu diesem Zweck auf diesen Planeten gekommen ist. Der Mensch wird durch das Einwirken auf seine Grundnahrungsmittel nicht zum Letztverbraucher, sondern erhöht in Wirklichkeit den Anteil an nutzbaren Nährstoffen.
Doch ergibt sich auch eine andere Frage, zu der Sie sich bitte äußern mögen. Ich meine damit die Art von Bio-Engineering, die zum Beispiel Monsanto betreibt. Wir hatten einige heftige Auseinandersetzungen darüber, denn einige in unserer Gruppe finanzieren ihre Arbeit durch Gelder von Monsanto. Meiner Ansicht nach aber ist das, was Monsanto da treibt, schlecht und sogar gefährlich. Hier im Raum bin ich wohl am unteren Ende des Spektrums von Leuten, die man Umweltschützer nennen könnte, aber ich weiß nicht so recht, wie ich die Frage stellen soll. Ich möchte wissen, was Sie von der Sache mit Monsanto halten, wenn man sie im größeren Zusammenhang der Beziehung des Menschen zur Natur sieht. Was sind die Kriterien eines positiven Eingreifens in die Natur, beispielsweise einer Klimaveränderung, die hilft, im Gegensatz zu einer, die schadet?
Noch etwas zu NAWAPA. Eine der Nachfragen, die einer meiner Kollegen aufgebracht hat, bezieht sich auf rechtliche Veränderungen in den USA, die NAWAPA im Grunde illegal machen würden. Doch bitte gehen Sie darauf erst einmal allgemeiner mit Blick auf die Beziehung des Menschen zur Natur ein. Und ich würde mich freuen, wenn Sie auch etwas zu Monsanto sagen könnten."
LaRouche: Gut, das will ich tun. Zuerst sollte man auf die Wortbedeutung achten, denn wer meint, es sei wie ein Wunder, daß Menschen offenbar nach so etwas streben, der sollte sich die Frage stellen, warum er das als Wunder empfindet oder was er unter „wunderbar" versteht.
Wenn das Universum inhärent kreativ ist, wie Wernadskij und seine Anhänger verdeutlicht haben, läßt sich dann sagen, daß das Universum eine Mission hat? Experimentell ja! Aus Sicht der Experimentalphysik ist das Universum von einer Mission erfüllt, die man Anti-Entropie oder Entwicklung nennen könnte, wobei diese Entwicklung nicht quantitativ, sondern im wesentlichen qualitativ ist.
Nehmen wir als Beispiel die Lebensprozesse, wie wir sie auf der Erde kennen. Wieviel Zeit wurde mit Einzellern oder noch einfacheren Lebensformen vertan? Warum wurde nicht gleich zu dem Hauptprojekt übergegangen? Warum hat es in der Geschichte lebender Prozesse bzw. deren Nachweisen so lange gedauert, bis endlich mehrzellige Lebensformen entstanden? Wie kam es dazu, daß alle die Dinge aus den Meeren hervorgingen, und wie konnten irgendwann Lebewesen bis schließlich hin zum Menschen auf der Erdoberfläche herumlaufen, ohne in irgendeiner Flüssigkeit leben zu müssen? Aber vielleicht ist auch Luft eine Flüssigkeit.
Dann muß man an die Entwicklung der Atmosphäre denken, die durch Lebensprozesse zustande kam. Insofern ist nichts bemerkenswert oder wirklich erstaunlich an dem Umstand, daß alles Gute in seiner Entwicklung einen Zweck oder eine Absicht ausdrückt – die Absicht, etwas zu erreichen. Ein nützliches Beispiel für solche Versuche ist, daß diese Dinge überhaupt entstanden sind.
Bösartigkeit des Nullwachstums
Die Menschheit ist von Natur aus kreativ, und zwar willentlich. Das ist der interessanteste Fall. Pflanzen sind auf ihre Weise ebenfalls kreativ. Selbst das materielle Sein unbelebter Prozesse hat seine eigene Art Kreativität. Das Universum erschafft sich selbst wieder und immer wieder, mehr und immer mehr. Es durchläuft destruktive Phasen, die sich dann als kreative Phasen erweisen usw., solche Dinge.
Dabei kommt ein Problem auf. Wer einer Gehirnwäsche von Leuten unterzogen wurde, die den olympischen Zeus aus der berühmten Prometheus-Erzählung vergöttern, wer diese Sichtweise akzeptiert, der steht auf der Seite der Oligarchie, deren Praxis darin besteht, das gewöhnliche Volk wie Tiere zu behandeln, die immer nur tun, was schon deren Väter, Großväter und Urgroßväter getan haben. Wenn sie etwas ändern möchten, gilt das als Unrecht: „Wenn sie versuchen, die menschliche Bevölkerung zu vergrößern, ist das Unrecht. Wenn sie die Menschen gebildeter machen wollen, ist das Unrecht. Das System darf nicht angetastet werden. Wir wollen ein aristotelisches System mit einer festen Ordnung, das wie ein Uhrwerk abläuft. Man zieht es wieder auf, bis es verschlissen ist, und dann wird es durch eine neue Uhr ersetzt."
Oder man geht zur Kehrseite, einem Sarpischen System, das immer destruktiv ist: Jeder gegen jeden. Man weiß, daß ein solches System moralisch abwegig ist. Auch wissenschaftlich läßt sich nachweisen, daß die Natur eine solche Vorstellung verabscheut, denn die Geschichte der menschlichen Gattung und die uns bekannte Geschichte des Universums besagt, daß das Universum auf Kreativität, d.h. Anti-Entropie beruht. Insofern sind die Anhänger der Lehren des Aristoteles und Sarpis, die sich heute im britischen System ausdrücken, Feinde des Fortschritts. Sie hassen den Fortschritt. Warum? Weil sie bösartig sind. Die Folgen sind bösartig.
Die Idee des Nullwachstums ist böse, und die Leute, die daran glauben, sind bösartig – nicht weil sie von vornherein so geschaffen wären, sondern weil sie sich bewußt so entschieden haben. Deswegen darf man solches Verhalten nicht bestärken. Wir als menschliche Wesen sind empfänglich dafür, was der Zweck menschlichen Seins ist, wie es sich in all den universellen Zeugnissen der bekannten Geschichte ausdrückt. Deswegen haben wir uns dafür entschieden, kreativ zu sein. Wir lassen uns nicht verdummen, wir nehmen keine Drogen, wir verkommen nicht in irgendwelchen Bordellen, um uns mit einer neuen Spezies zu vergnügen, die wir als Sexualobjekt entdeckt haben. Das ist nicht unser Weg. Wir wollen Fortschritt.
Aus allem, was wir wissen, erkennen wir, daß Kreativität eine Eigenschaft unseres Universums und eine Verpflichtung für die Menschheit ist. Alle uns verfügbaren Nachweise besagen das. Behilflich sind uns dabei Dinge wie die Riemannsche Sicht des Universums, die eine Erweiterung der Sicht von Leibniz und von Nikolaus von Kues vor ihm ist. Das müssen wir in der Praxis akzeptieren. Alles deutet darauf hin. Und jedesmal, wenn wir davon abweichen, geraten wir als Menschheit in Schwierigkeiten.
Unsere Aufgabe ist es, den Oligarchismus von diesem Planeten zu verbannen. Denn der Oligarchismus herrscht immer noch auf der Welt vor. Nicht die Huren, die Zuhälter beherrschen das Universum. Das ist das Problem und die eigentliche Antwort.
Die Idee des Fortschritts, die unbegrenzten Grenzen des qualitativen Fortschritts der Menschheit sollten das einvernehmliche Moralgesetz aller Nationen und Völker auf diesem Planeten sein. Rückständigkeit ist übel, nur weil sie rückständig ist. Wir wollen, daß die Menschen Fortschritte machen.
Ein kleines Wesen wird in eine arme Familie geboren. Es lernt nie etwas und hat nie irgendwelche Kultur. Es stirbt elendiglich an irgendeiner Krankheit. Meint jemand, das sei gut so? Warum konnte sich dieser kleine Mensch nie entwickeln? Wir wissen, was Menschen erreichen können. Warum durfte es das nicht? Wer sind wir? Was für ein Gesindel sind wir, daß wir uns nicht um diesen kleinen Menschen kümmern? Erschreckt uns das nicht? Jeder Mensch hat von Geburt an bestimmte Potentiale, die wir in allen Menschen achten sollten. Denn darin liegt die Zukunft, zu der jeder Mensch einen Beitrag leisten kann. „Ihr wollt, daß sich nichts ändert? Was für Ungeheuer seid ihr?"
Fortschritt ist Moral, und was nicht Fortschritt ist, hat auch keine Moral.
Das Problem der Präsidentschaft
Freeman: Es gibt einige Fragen im Zusammenhang mit Entdeckungen, die unsere Arbeitsgruppe machte, als wir uns mit der Bedeutung und den Folgen eines erweiterten NAWAPA-Projekts beschäftigten. Eines davon war, daß dadurch bestimmte vorhandene Probleme behoben würden. Einige in der Gruppe waren sehr aufgeregt, als sie das erkannten – oder genauer gesagt, als sie zum erstenmal darüber nachdachten, daß wir als Gattung angesichts des derzeitigen Produktionsniveaus auf der Welt nicht genug erzeugen, um uns selbst zu erhalten, weil wir eine ziemlich verrückte Politik toleriert haben. Und mit NAWAPA wird offensichtlich damit begonnen, dem auf verschiedene Weise entgegenzuwirken.
So wurde etwa deutlich, daß man schon bei den ersten Schritten der Umsetzung dieses Projektes damit beginnen könnte, die landwirtschaftliche Nutzfläche in den USA westlich des Mississippi zu verdoppeln. Das andere, was angesprochen wurde, war die Ironie, daß es relativ gesehen die meisten Umweltschützer in den USA in Kalifornien gibt, wo sich auch die produktivsten Landwirtschaftsflächen unserer Nation befinden, die aus einer Wüste zum Blühen gebracht wurden.
Wir hatten letzte Woche viele Diskussionen darüber, daß das nicht immer so war, sondern erst möglich wurde durch Roosevelts Central-Valley-Projekt und später durch den Vater des verrückten Jerry Brown, welcher Elemente dieses Rooseveltschen Central-Valley-Projektes durch das sogenannte Landes-Wasser-Projekt erweiterte. Und obwohl alle die Vorteile hiervon genießen, gibt es diese Nullwachstums-Mentalität.
Einer unserer Teilnehmer hielt vor einer Gruppe von Ökonomen in Frankreich einen Vortrag über NAWAPA und das Potential, das NAWAPA in sich birgt, und einer der Einwände gegen das Projekt war genau das, worin wir einen seiner großen Vorteile sehen: die Vorstellung, daß durch NAWAPA die nutzbare landwirtschaftliche Fläche westlich des Mississippi verdoppelt würde. Einige dieser französischen Ökonomen fanden das erschreckend. Sie erklärten das so: Wenn man überall auf dem Planeten diese Landwirtschaftsregionen untersuche, stelle man fest, daß der „Geburtenzyklus" – der zeitliche Abstand zwischen den Geburten – dort am kürzesten sei. Diese Leute bauen nicht nur Nahrungsmittel an, sie setzen auch Kinder in die Welt. Und das war für sie etwas ganz Schlechtes – sicherlich, das ich kann wohl sagen, im Gegensatz zur Überzeugung der hier Anwesenden.
Was die meisten nicht erkennen, ist, daß das Wasser, das von NAWAPA verwendet wird, keine bestimmte, feststehende Menge an Wasser ist, die einfach verbraucht wird, sondern daß dieses Wasser durch NAWAPA tatsächlich umgesetzt und recycelt werden würde. Wir hatten viele Diskussionen darüber, wie dies funktioniert, und wir bekamen einige sehr gute Beiträge unserer Freunde in Rußland.
Es gab eine Frage, die aufkam, die den Leuten hier vielleicht nicht so bewußt ist, die aber geklärt werden muß: Die Regierung Obama hat mehrere Exekutivanordnungen erlassen, nach denen NAWAPA als illegal bewertet würde. Obama hat offensichtlich eine Politik für die Ozeane und das Wasser übernommen, die nicht nur Projekte wie NAWAPA verbieten würde, sondern sogar darauf abzielt, bestimmte Wasserregulierungs-Projekte, die in der Vergangenheit verwirklicht wurden, wieder rückgängig zu machen. Die betreffende Exekutivanordnung verbietet nicht nur weitere solche Verbesserungen, sie verpflichtet die Bundesregierung sogar, Verbesserungen wie die TVA zurückzunehmen. Dinge wie z.B. Staudämme werden dort mehrfach als eine Krankheit bezeichnet, von der wir geschlagen sind.
Kennen Sie diese Exekutivanordnung und wissen Sie, wo sie herstammt und wie man damit umgehen sollte? Denn sie stellt offensichtlich ein sehr schlimmes Hindernis dar. Es wurde nicht vom Kongreß beschlossen, sondern durch die Präsidentschaft, und die Frage ist, wie Sie damit umgehen würden?
LaRouche: Nun, das erste, was man tun muß, ist, den Präsidenten hinauszuwerfen. Denn er steht für das, was man als den „Dionysos-Kult" bezeichnet – wer die europäische Geschichte der klassischen Kultur kennt, weiß das. Die Absicht ist nicht, ein Problem zu lösen, die Absicht ist, eines zu schaffen. Es ist Boshaftigkeit, das Böse an sich. Der Präsident der Vereinigten Staaten verkörpert das Böse, was soviel heißt, daß er ein Mitglied oder Produkt des Dionysos-Kultes ist.
Denken Sie zurück an die sechziger Jahre, insbesondere die späten sechziger Jahre, was damals unter den jungen Leuten im Studentenalter los war, die zum Militärdienst eingezogen werden sollten. Sie werden sich erinnern, daß damals bis Anfang der siebziger Jahre Leute wie Mark Rudd und andere seiner Art berühmt wurden… Außer seiner Rolle bei der Verbreitung der Gonorrhöe verbreitete er auch einige Ideen, die noch übler waren als die von ihm weitergegebene Gonorrhöe. Damals wurde der Dionysos-Kult gezielt zum Programm der Indoktrination von Studenten, besonders jenen aus Familien, die als einflußreich galten. Dadurch verbreiteten sich nicht bloß Gonorrhöe, sondern auch geistige Vorstellungen von vergleichbarem Wert bzw. Unwert.
Deshalb gibt es in unserer Gesellschaft Menschen, die man als Nazis betrachten sollte. Sie sind das heutige Äquivalent zu den Nazis.
Ein Teil der extremen grünen Bewegung in Deutschland ist z.B. eine übersprungene Generation der Nazis. Erinnern Sie sich, daß die Ideologie der Nazis – wie dies bei Göring und anderen zum Ausdruck kam – ursprünglich eine grüne Ideologie war. Das gleiche gab es in Frankreich, und zum Teil hatte es dort seinen Ursprung.
Das ist der Feind. Diese Leute sind kriminell, sie haben eine kriminelle Geisteshaltung. Und wir können nicht zulassen, daß sie irgendwelche Autorität über die Gesellschaft ausüben. Das wäre so, als sagte man: Ich verehre Satan.
Freeman: Die nächste Frage kommt von unserer russischen Delegation: „Herr LaRouche, wie Sie sicherlich wissen, hat Rußland in Person von Wladimir Putin aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen und der Trockenheit heute einen vorläufigen Exportstopp für Weizen, Mais, Gerste, Roggen und Mehl verhängt. Derzeit läuft diese Frist vom 15. August bis zum Jahresende. Aus unserer Delegation verlautet, daß diese Bekanntgabe zu äußerst häßlichen Angriffen auf Rußland aus verschiedenen Kreisen geführt hat. Eine davon ist Ihnen, Herr LaRouche, bekannt: Es ist Ambrose Evans-Pritchard, der erklärte, Putins Entscheidung sei ohne Beispiel, dadurch würden dem Markt ein Viertel der weltweiten Weizenexporte entzogen, dies sei lediglich ein Schachzug Putins, um Rußland mehr Macht zu verschaffen usw. usw. In seinem Artikel im Telegraph behauptet Evans-Pritchard außerdem, man müsse damit rechnen, daß sich der Brotpreis praktisch über Nacht verdoppeln werde.
Wir halten es für wichtig, einiges dazu anzumerken, nämlich: Herr Putin handelte so nach einem Treffen mit einer Gruppe von Wetterexperten, die ihn davon in Kenntnis setzten, daß sich die derzeitige Lage nicht sehr bald bessern und die Trockenheit anhalten werde. Wahrscheinlich wird der Boden auch noch im nächsten Monat zu hart sein, um die Wintersaat auszubringen. Das bedeutet für uns den Verlust von zwei Ernten. Vom Standpunkt unserer eigenen Sicherheit haben wir keine andere Wahl, als uns von den Exportmärkten zurückzuziehen. Es soll nur vorübergehend sein, dennoch könnte diese Maßnahme bis zu zwei Jahren andauern.
Außerdem hat Herr Putin Kasachstan und Weißrußland, beide ebenfalls große Weizenausfuhrländer, ersucht, die Exporte einzustellen.
Wir möchten dazu sagen, auch wenn es eine verzweifelte Lage ist, hat Herr Putin sicherlich nicht leichtfertig oder aus Übermut so gehandelt. Es geschieht auch nicht, um unsere Macht in der Welt zu stärken oder die Welt als Geisel zu halten. Der Beweis hierfür ist, denken wir, daß uns letzte Woche und noch einmal unmittelbar vor unserem heutigen Zusammentreffen gesagt wurde, daß Rußland sich nicht nur sehr gerne an der Erweiterung des NAWAPA-Projekts in den USA beteiligen würde, sondern daß Rußland bereits seit geraumer Zeit Pläne für ganz ähnliche Projekte in Zentralasien verfolgt, wo wir genauso unter der Ausdehnung der Wüsten leiden. Wenn es unsere Absicht wäre, die Welt irgendwie zur Geisel zu nehmen, würden wir offensichtlich weder unsere Beteiligung an NAWAPA anbieten, noch sagen, daß wir amerikanische Beteiligung an einem ähnlichen Projekt in Zentralasien begrüßten.
Das Fazit lautet: Wir kämpfen seit Wochen gegen sengende Hitze und Trockenheit an, und es ist keinerlei Linderung in Sicht. Die Aussicht ist eher, daß die Lage so anhält. Es ist wohl bekannt, daß auch die Ukraine ihre Weizenexporte wegen der wahrhaft katastrophalen Lage eingestellt hat.
Wir wollen nur klarstellen, daß Rußland hierbei keine niederträchtigen Motive verfolgt, sondern eine Beteiligung an NAWAPA hier in Amerika und auch Ihre Beteiligung an einem solchen Projekt in Rußland begrüßen würde. Dadurch könnte unserer Ansicht nach ein großer Schritt getan werden, um sicherzustellen, daß wir nicht weitere Katastrophen dieser Art erleben – vor allem solche Flächenbrände, wie sie die Menschen in Kalifornien ebenfalls sehr gut kennen, von denen wir in der letzten Saison wie nie zuvor heimgesucht wurden.
Vielleicht könnten Sie dazu etwas sagen. Wir unterstützen natürlich Putins Entscheidung, denn es ist nicht ersichtlich, daß er unter den Bedingungen hätte anders handeln können. Er will keinesfalls die Welt verhungern lassen, aber die Sicherheit unserer Nation steht offensichtlich an erster Stelle.
Putin hat richtig gehandelt!
LaRouche: Vielleicht folgendes dazu: Wenn die Briten besonders seit der Zeit Margaret Thatchers Rußland etwas anders behandelt hätten, wäre es gar nicht erst zu diesem Problem gekommen. Die Kombination von George H.W. Bush, dem damaligen französischen Präsidenten François Mitterrand und eben Margaret Thatcher verkörpert die Grundursache dieses Problems! Die Brände von Torfmooren in der ganzen Gegend um Moskau, bis die Menschen kaum mehr atmen konnten, und die weitere Zuspitzung der Lage wegen der Wetterlage sind eine typische Folge davon, was insbesondere die Briten in der ganzen Zeit seit der sogenannten Krise von 1989 Rußland angetan haben.
Ich habe mich damit im Frühjahr 1989 beschäftigt, als mir das chronische Problem der Nahrungsmittelversorgung in der Sowjetunion Sorge machte. Ich regte damals an, daß die Vereinigten Staaten technische Hilfe leisten sollten mit einem Abkommen, das ich „Nahrungsmittel für den Frieden" nannte. Denn durch die Zusammenarbeit mit einer Nation in einer humanitären Notlage kann Freundschaft entstehen. Laufende kleine Streitigkeiten lassen sich auf diese Weise entschärfen, weil man feststellt, daß man Freunde hat.
Auf diese Weise sollten wir beispielsweise auch mit der Krise in Teilen Asiens umgehen. Wir sind nicht immer allzu glücklich mit der Politik des Iran. Aber wir dürfen die Lage nicht noch verschlimmern! Wir müssen einen Weg der Zusammenarbeit suchen, um das Problem zu lösen, so wie es Rußland im Fall der Atomverhandlungen mit dem Iran getan hat. Wir müssen dem Iran das Recht auf Entwicklung zugestehen und sicherstellen, daß dem Land die Mittel zur Entwicklung nicht vorenthalten werden!
Wir wissen zwar nicht, ob es darauf die Reaktion gibt, die wir uns wünschen, aber so muß man es machen! Weil es richtig ist. Bevor Obama kam, war diese Tendenz in den Institutionen der Vereinigten Staaten sogar noch vorhanden. Mit Obama wurde alles schlimmer, denn Obama ist ein ausgemachter britischer Agent: Das ist sein Charakter. Sie haben ihn billig bekommen und ihn aufgebaut, weil sie Hillary Clinton nicht wollten! Sie waren entschlossen, alles zu tun, damit Hillary Clinton nicht Präsidentin würde. Wenn man ihr nicht so übel mitgespielt hätte, wäre sie jetzt Präsidentin und wir hätten das ganze Problem nicht.
Wer mit der Lage nicht zufrieden ist, kann das also den Leuten anlasten, die mit Überredung, Schwindeln und allerlei schmutzigen Tricks Obama den Amerikanern aufgezwungen haben.
Wir müssen den Spieß umdrehen. Wir müssen sagen: Das ist unser Plan. Das ganze Weltsystem geht zum Teufel, wenn es mit Obama als Präsident und mit britischer Vorherrschaft über fast die ganze Welt so weitergeht. Dagegen stelle ich die hinterhältige Absicht, meine geheime bzw. gar nicht so geheime Freude, die gesamte Inter-Alpha-Organisation bankrott gehen zu lassen! Denn dieses weltweite imperialistische System ist die eigentliche Ursache für den Mangel an Entwicklung auf der ganzen Welt!
Rußland wäre mit seinen wissenschaftlichen Fähigkeiten absolut in der Lage, mit diesem Problem fertigzuwerden. Aber ich habe verfolgt, was Rußland Schlag auf Schlag angetan wurde, seit es zum Auseinanderbrechen der Sowjetunion kam. Außerdem kenne ich die Rolle britischer Agenten, die bestimmte Aspekte der russischen Politik beeinflussen und so alles noch schlimmer machten. Ich bin gegen britische Agenten in russischem Gewand, denn sie sind schlecht für Rußland, ich kann sie nicht ausstehen.
Aber hier brauchen wir Zusammenarbeit. Putin hat nicht nur richtig gehandelt, es wäre sogar falsch gewesen, wenn er nicht so gehandelt hätte. Er hatte keinen triftigen Grund, nicht so vorzugehen. Er hatte keine Wahl.
Evans-Pritchard ist ein bekannter britischer Agent der übelsten Sorte, der in den Vereinigten Staaten wie auch anderswo mit schmutzigen Machenschaften aufgefallen ist. Es schafft es gewöhnlich, überall, wo er auch ist, mit dem falschen Fuß aufzustehen. Er ist eine Landplage. Er verkörpert typisch die Unmoral der Leute, die vielleicht einen David Kelly umbringen, weil der Blair und dessen Lügen im Vorfeld des Irakkriegs bloßgestellt hatte. Man sollte mit ihm so umspringen, wie er es verdient: wie mit einer Art neuem, britischen Mark Rudd. Er ist eine Landplage.
Nein, ich habe völliges Verständnis für Putin. Und es geht mir nicht nur darum, die Opposition dagegen zu verurteilen, denn ich habe in den letzten Tagen eigene Informationen über die Lage um Moskau und anderswo bekommen. Auf Grundlage meiner eigenen Fakten stimme ich vollkommen zu, daß Putin auf jeden Fall das Richtige getan hat.
Die Frage ist, was muß als nächstes geschehen? Wie geht es weiter? Nehmen wir dies zum Anlaß, über NAWAPA als Bestandteil einer internationalen Politik der Zusammenarbeit zwischen einer Gruppe von Nationen zu diskutieren. Die einzige richtige Reaktion darauf besteht darin, eine internationale Zusammenarbeit zu beginnen, um die Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung aller Nationen und die dafür erforderlichen praktischen Maßnahmen sicherzustellen.
NAWAPA und das Mars-Projekt
Freeman: Die nächste Frage kommt von der Gruppe, die sich vor der Neuorientierung auf das NAWAPA-Sofortprogramm im Zuge deiner Äußerungen vor einigen Wochen mit dem Raumfahrtprojekt und insbesondere mit der Besiedlung des Mars beschäftigte. Sie haben die folgende Frage eingereicht:
„Als wir uns ansahen, was man tun muß, um mit dem Raumfahrtprogramm voranzukommen, merkten wir, wieviel Arbeit dort noch zu tun ist – ungeheuer viel. Aber einer der Aspekte, der uns am NAWAPA-Programm so begeistert und uns davon überzeugt hat, daß es eine ausgezeichnete Möglichkeit bietet, einen Wirtschaftsaufschwung einzuleiten, liegt darin, daß die Planung und der Grundentwurf bereits fertiggestellt ist, auch wenn noch vieles zur Erweiterung getan werden muß. Wir sind absolut davon überzeugt, daß mit den Arbeiten daran schon nächste Woche begonnen werden könnte.
Doch noch etwas anderes fesselte uns. Ich weiß, daß Sie umfangreiche Studien zur Frage der Besiedlung des Weltraums und des Mars angefertigt haben. Tatsächlich bin ich auf Sie als politische Persönlichkeit erstmals aufmerksam geworden, als Sie in einem Präsidentschaftswahlkampf vor vielen Jahren eine bemerkenswerte halbstündige Fernsehwerbung mit dem Titel ,Die Frau auf dem Mars‘ ausstrahlen ließen. Ich habe davon die ganze Zeit ein Videoband behalten und es viele Male angeschaut. Vor kurzem habe ich mein altes, ramponiertes Video auf DVD überspielt, damit ich es meinen Freunden vorspielen konnte.
Doch das nur am Rande. Ich denke, daß wir, wenn man die Besiedlung des Weltraums ernst nimmt, nicht nur vieles von NAWAPA lernen können, sondern dieses Projekt wahrscheinlich der erste und notwendige Schritt ist. Die Frage, wie wir unsere Atmosphäre besser beherrschen lernen, kann uns sehr wohl zu dem Wissen verhelfen, das wir brauchen, um außerhalb unseres Planeten lebenserhaltende Systeme zu schaffen. Denn wenn man von der Besiedlung des Weltraums spricht, muß man sich im klaren darüber sein, daß dort jede nennenswerte Atmosphäre fehlt. Also müssen wir eine schaffen, wenn wir dort Leben erhalten wollen. Das ist eine große Aufgabe.
Aber noch einmal: Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß NAWAPA unbedingt notwendig sein wird, nicht nur um solche Systeme auf dem Mars zu schaffen, sondern um überhaupt dorthin zu kommen! Vielleicht wird es auch notwendig sein, überhaupt herauszubekommen, wie man die Fahrzeuge baut, die uns dorthin bringen.
Als ich das aufbrachte, meinten einige meiner Freunde hier, das sei doch alles Science-Fiction. Ich glaube das nicht, und ich meine, Sie wissen darüber wahrscheinlich mehr als irgend jemand von uns. Können Sie etwas dazu sagen?"
LaRouche: Nehmen wir einmal an, morgen früh würde entschieden, zum einen Obama aus dem Amt zu jagen und zum anderen, unmittelbar die ursprüngliche Version des Glass-Steagall-Gesetzes mit rückwirkender Gültigkeit wiedereinzuführen. Gleichzeitig würden wir uns sofort mit anderen Ländern verständigen, in welche Richtung wir zu gehen beabsichtigen, und ihnen vorschlagen, sich in selbstgewählter Weise an unserem Vorgehen zu beteiligen.
Sobald Obama und alles, was mit ihm verbunden ist, weg ist, können wir uns auf die Hunderttausenden von Menschen konzentrieren, die bereits in den NAWAPA-relevanten Hauptgebieten der Vereinigten Staaten leben. Größenordnungsmäßig Hunderttausende Menschen vor allem in Kalifornien und dem Bundesstaat Washington sitzen untätig herum und warten darauf, daß die ihnen vertrauten Arbeitsplätze zurückkommen. Darunter sind Wissenschaftler, Techniker, Ingenieure und andere mit ähnlichen Qualifikationen. Hätten wir eine funktionierende Präsidentschaft, könnten wir bereits im Oktober loslegen!
Ohne die ständigen Querschüsse aus dem Weißen Haus gäbe es sofortige Unterstützung für eine Reform des Bankensystems wie unter Franklin Roosevelt. Eine solche Reform würde besagen: „Auf Wiedersehen, Wallstreet! Du hättest schon seit langem verschwinden sollen. Wir brauchen dich nicht mehr!" Wir brauchen auch die Bankenelite in Boston („The Vault") nicht mehr. Wir brauchen keinen dieser Überreste der Britischen Ostindiengesellschaft mehr, die sich viel zu lange als Parasiten in unserem Lande aufgeführt haben. Sie haben unsere Präsidenten gemacht, sie haben das Rauschgift und andere Dinge ins Land gebracht, sie haben die Sklaverei und vieles mehr erzeugt.
Internationale Zusammenarbeit
Sobald darin Einigkeit herrscht, wären wir soweit, uns an einige Länder zu wenden, die ich zuvor schon benannt habe. Diese Länder sind Rußland, China und Indien. Es beschränkt sich nicht auf diese Länder, aber wenn sie einem solchen Abkommen beitreten, hätten wir den Baustein, um die Welt neu zu ordnen. Wie gesagt, Deutschland wäre eines der geeigneten, wichtigen Länder in Europa, das auf seine Teilnahme angesprochen werden muß. Dort gibt es immer noch einige – beinahe verlorene – wichtige Technologien, wie man in China wohl weiß. Diese können für andere Länder von großem Wert sein.
Gleichzeitig werden wir die Kernkraft in bisher unbekanntem Umfang ausbauen: den Thoriumzyklus, den Uranzyklus und den Kernfusionszyklus. Daraus werden wir die Energie für unsere Vorhaben gewinnen. Dann kommt das Raumfahrtprogramm.
Sobald es soweit ist, lautet der nächste Schritt: „Spaten los!" in den für das NAWAPA-Projekt vorgesehenen Gebieten. Es geht dabei um Hunderttausende von Menschen, die derzeit arbeitslos sind, aber für die unterschiedlichen Erfordernisse qualifiziert sind. Viele von ihnen kommen aus dem Westen der Vereinigten Staaten, wo sie gewöhnlich Arbeit hatten, diese aber verloren haben oder bald verlieren werden. Beginnen wir auf der Stelle mit dem Projekt!
Das Projekt selbst ist sehr genau umrissen. Es ist für die Abwicklung in halbautonome Bereiche unterteilt, wo selbständig entschieden werden kann, ob ein bestimmter Ort oder ein anderer der richtige Bauplatz für den ursprünglichen Parson-Plan ist.
Danach ist unser erster Schritt, mit Freunden in Rußland zu sprechen, die gerne den Eisenbahntunnel unter der Beringstraße realisiert sehen wollen. Auch der frühere, inzwischen verstorbene Gouverneur von Alaska hat sich für dieses Projekt eingesetzt. Es gibt recht klare allgemeine Vorstellungen darüber, wie der Tunnel unter der Beringstraße gebaut werden sollte. Dadurch würden sich in Sibirien plötzliche Veränderungen ergeben. Bei Sibirien sprechen wir von einem der weltgrößten Gebiete mit Minerallagerstätten, welches für die Nationen im südlichen Teil Asiens von Bedeutung ist, insbesondere für China. Man sollte die Mongolei als Nation und als Volk zu einer aktiveren Beteiligung bringen. Man sollte Japan einzubinden, Japan wünscht sich nichts mehr als das. Japans Probleme wären sofort gelöst, wenn es zu dieser Art Zusammenarbeit kommt. Südkorea wäre sofort davon begeistert, und das ist wichtig, weil dessen wissenschaftliche Fähigkeiten beträchtlich sind.
Alles das wird in Gang kommen, wenn man erklärt: „Wir legen mit NAWAPA los, und wir verpflichten uns, auch die logische Erweiterung, den Beringstraßentunnel, in Angriff zu nehmen." Ein ganzer Prozeß käme in Gang. Der wird einige Zeit in Anspruch nehmen, aber eine Entscheidung muß fallen. So muß man an die Sache rangehen.
Die Probleme im Weltraum
Alles, was darüber hinaus geht, ist sogar noch interessanter. Denn es gibt eine Vielzahl von Problemen, die mir damals 1988 bereits bekannt waren und worüber ich seither viel mehr erfahren habe. Vor allem haben wir die Frage der kosmischen Strahlung aufgegriffen, denn der Weg zwischen Erde und Mars im Weltraum ist kein leerer Raum. Er ist voller kosmischer Strahlung, die sich auf die gesamte Welt erstreckt, wohin man auch blickt: auf lebende Prozesse, auf unbelebte Prozesse, auf unsere Galaxis, außerhalb unserer Galaxis usw.
Auch die Schwerkraft ist eine wichtige Frage, wenn es darum geht, Menschen in den Marsorbit zu bringen. Auch schon beim Mond ist sie wichtig. Es wird bereits einiges versucht, um den Folgen mangelnder oder geringerer Schwerkraft auf den Menschen entgegenzuwirken, doch ist dieses Problem unserer Ansicht nach noch nicht gelöst.
Es ist zwar gelungen, das Problem durch körperliches Training und ähnliches zu mindern, doch die eigentliche Lösung ist, den Mars in viel kürzerer Zeit zu erreichen – was aber nur mit der Kernfusion möglich ist. Und der beste Brennstoff für die Kernfusion ist Helium-3, das gleich dort auf dem Mond vorhanden ist, wo es die Sonne über viele, viele Jahre abgelagert hat. Mit der Kernfusion verfügen wir somit vom Grundkonzept her über ein Antriebssystem, das wir brauchen, um in einer überschaubaren Anzahl von Tagen zum Mars zu gelangen. Denn die ganze Zeit, die man sich im Weltraum befindet, ist man Gefahren ausgesetzt, die man teilweise kennt, aber teilweise auch nicht kennt.
Auch der längere Aufenthalt auf dem Mars ist ein Problem. Der Mars hat nur ein Drittel der Größe der Erde. Vom Standpunkt menschlicher Aktivitäten gibt es vielerlei Gefährdungen, die wir auf diesem Planeten bereits entdeckt haben. Letztlich werden wir auf dem Mars eine richtige Infrastruktur aufbauen müssen. Um die Gefahren zu mindern, brauchen wir eine schützende Umgebung, die das ersetzt, was wir auf der Erde vorfinden, dort aber nicht vorhanden ist. Wir werden auf dem Mars einen Klimawandel herbeiführen müssen! Ich denke, wir könnten uns gegen Ende dieses Jahrhunderts in diese Richtung bewegen, wenn wir den von mir angeregten Weg einschlagen. Dann werden wir in der Wissenschaft viele dieser Probleme zu lösen beginnen.
Das bedeutet, daß der Ausgangspunkt unseres Denkens nicht länger der ist, von der Erde nach außen ins Sonnensystem zu schauen. Wir müssen uns vorstellen, daß wir uns unmittelbar außerhalb der Erdatmosphäre in einem Satelliten oder auf dem Mond befinden und zurück auf die Erde blicken. Dann sagen wir: „Dieser Planet ist unser Garten. Was fangen wir damit jetzt an?" NAWAPA ist ein Teil der Antwort. Solche Projekte wie dieses brauchen wir weltweit, nicht nur in den Vereinigten Staaten. Entsprechende Pläne müssen auch in anderen Teilen der Erde umgesetzt werden, wo beispielsweise die Wüstenausbreitung ein Problem ist.
So müssen wir darüber denken. Wir sollten davon ausgehen, daß wir in einer Region des Sonnensystems zwischen Mars und Erde leben, bei der wir an Kepler denken. Nennen wir sie die „Kepler-Region". Darin werden wir tätig sein. Wir werden im Sonnensystem tätig sein, und die Region zwischen Mars und Erde, die Kepler als erster erkundet und definiert hat, wird unsere Hauptorientierung sein.
Das sollte uns froh stimmen. Wir sollten Dinge tun, die auch andere Menschen, die ähnlich denken wie ich, froh machen. Ich meine, uns sollte ein Gefühl von Unsterblichkeit antreiben – nicht als biologisches Phänomen, sondern Unsterblichkeit als Lebenszweck und als Beitrag in Form eigener Entdeckungen, die über die kommenden Generationen weiterleben.
Freeman: Es hat eine gewisse Ironie, daß du so endest. Zu Beginn unseres Treffens in Kalifornien letzte Woche sprachen wir über eine Äußerung des früheren Präsidenten Clinton, in der dieser große Sorge über die Lage der amerikanischen Bevölkerung, über ihre verbreitete Entfremdung und Wut ausdrückte. Er sagte, nur Arbeitsplätze zu schaffen, reichte nicht aus. Man müsse den Menschen wieder eine Lebensaufgabe geben.
Im Namen aller hier kann ich sagen, daß die dringend gebrauchte Mission, von der Clinton sprach, jetzt vorhanden ist. Diese Aufgabe besteht darin, NAWAPA in Gang zu bringen. Und es ist ganz klar, daß wir diese Mission mit unseren Freunden jenseits beider großer Ozeane teilen können, und so sollten wir unsere Blicke darauf richten.
Es gab noch mehr Fragen, die wir nicht aufgegriffen haben, aber wir sind über unsere Zeit und wir müssen sie bei weiteren Gelegenheiten behandeln. Alle hier sind begeistert und froh, und wir alle wollen unseren Dank an dich übermitteln. Vielen Dank an dich Lyn! Ich bin sicher, daß dies erst der Anfang eines sehr fruchtbaren Prozesses in den nächsten Wochen ist.
LaRouche: Gut. Ich danke Ihnen. Es hat Spaß gemacht.