Beim sog. Kohlendioxid-Ausgleich zahlen reiche Menschen aus westlichen Ländern, damit Arme in der Dritten Welt auf moderne Technik und Entwicklung verzichten.
Beim sog. Kohlendioxid-Ausgleich zahlen reiche Menschen aus westlichen Ländern, damit Arme in der Dritten Welt auf moderne Technik und Entwicklung verzichten.
Eine der Methoden, die Vertreter des Schwindels der globalen Erwärmung neben dem offiziellen Emissionshandel anpreisen, ist der „freiwillige Kohlendioxid-Ausgleich“ (engl. carbon offsetting). Statt selbst weniger CO[sub]2[/sub] zu produzieren, zahlen reiche Menschen aus westlichen Ländern Geld an Organisationen, die das Geld dafür einsetzen, daß arme Menschen in armen Ländern entsprechend weniger CO[sub]2 [/sub]produzieren.
Bei genauerem Hinsehen wird man feststellen, daß das auf Völkermord und moderne Sklaverei hinausläuft. Ein abstoßendes Beispiel ist die britische Firma „Climate Care“, die einen solchen CO[sub]2[/sub]-Ausgleich organisiert: Auf ihrer Webseite sieht man Bilder von gutgelaunten Asiaten und Afrikanern, die mit bloßer Muskelkraft eine mittelalterliche Tretmühle bedienen, um auf diese Weise das Klima-Gewissen reicher Westeuropäer und Amerikaner zu beruhigen.
Am 28. August berichtete die Londoner Times, daß der Chef der britischen Konservativen Partei, David Cameron, seine Kohlendioxid-Emissionen ausgleicht, indem er hilft, dunkelhäutige Menschen faktisch im Zustand der Knechtschaft zu halten. Für jeden Flug ins Ausland macht Cameron eine Spende an eine Kohlendioxid-Ausgleichsfirma, die Menschen in der Dritten Welt ermutigt, auf moderne landwirtschaftliche Methoden zu verzichten und statt dessen ihre Felder mit „umweltfreundlicher“ Muskelkraft zu pflügen und zu bewässern.
Die Times schreibt dazu, daß ein Bauer drei Jahre lang jeden Tag zwei Stunden die Tretmühle treten muß, nur um die CO[sub]2[/sub]-Emissionen der jüngsten Indienreise Camerons auszugleichen! Camerons Umweltschutzberater ist übrigens Seth Goldsmith, ein Neffe des berüchtigten Malthusianers Teddy Goldsmith, der Industrie grundsätzlich ablehnt und die Ansicht vertritt, je weniger Menschen es gibt, desto besser.
Climate Care ist die Firma, der Cameron sein Geld spendet. Auf ihrer Internetseite und in ihrem Werbematerial zitiert sie aus Al Gores Film Eine unbequeme Wahrheit. Im Juni übergab Gore sogar persönlich den Umweltpreis von Climate Care an die Führung des Unternehmens Sunlabob, das tragbare Solarlampen herstellt. Diese Lampen werden stundenweise an Familien in Laos vermietet, um die CO[sub]2[/sub]-Emissionen von Menschen aus dem Westen auszugleichen, deren Lampen natürlich mit elektrischem Strom laufen.
Der Beiratsvorsitzende von Climate Care ist Sir Crispin Tickell, ein fanatischer Befürworter der Bevölkerungsreduktion, der sich öffentlich rühmt, er habe die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher überzeugt, sich der Kampagne gegen die globale Erwärmung anzuschließen. Zu den Kunden von Climate Care, die Geld geben, um ihr schlechtes Klimagewissen zu erleichtern, gehören Prinz Charles, die Firma Land Rover, die Londoner Zeitungen Guardian und Times und die britische Liberaldemokratische Partei.
Ein menschenfeindliches Programm
Das Kohlendioxid-Ausgleichsprogramm von Climate Care ist schlicht und einfach menschenfeindlich. Man betrachte nur ihre Internetseite www.climatecare.org/projects/technologies. Climate Care wirbt dafür, daß arme Familien in Indien Tretmühlen-Pumpen benutzen, um ihre Felder zu bewässern, ohne die Umwelt mit Dieselmotoren zu verschmutzen. Diese Tretmühlen-Pumpen sind aus Bambus, Plastik und Stahl hergestellt und funktionieren wie die Treppensteige-Maschinen im Fitneßclub – mit dem kleinen Unterschied, daß diejenigen, die diese Pumpen bedienen, kein „Abspecken“ nötig haben. Aus der fraglichen Region hört man, daß die Mitglieder dieser Familien stundenlang in die Pedale treten müssen, um genug Grundwasser hochzupumpen, damit sie ihre Felder bewässern können.
Früher gab es solche Pumpen in britischen Gefängnissen, aber sie wurden schon vor hundert Jahren abgeschafft. Was als Strafe für britische Verbrecher zu inhuman war, soll heute für indische Bauern eine positive, umweltfreundliche Alternative zum Einsatz von Maschinen sein. Bei Climate Care wird das, was einst als unmenschliche Knochenarbeit galt, zur „Humanenergie“ hochstilisiert. Voller Eigenlob feiert Climate Care auf seiner Webseite seinen Erfolg, indische Bauern an die Tretmühlen zu zwingen: „Manchmal ist der menschliche Körper selbst die beste Quelle erneuerbarer Energien. Mit ein wenig unorthodoxem Denken und ein paar einfachen Materialien lassen sich oft Energielösungen finden, die fossile Treibstoffe durch Muskelkraft ersetzen.“
Um zu zeigen, daß Muskelkraft viel besser ist als Maschinen, zeigt Climate Care auf seiner Internetseite lächelnde nackte Dorfbewohner auf einer Tretmühlenpumpe neben einem kleinen Häuschen, das mit einer Energiesparlampe und einem Ofen zur Dungverbrennung aus örtlichen Materialien ausgerüstet ist.
Climate Care hat noch mehr Ideen zum Kohlendioxidausgleich. Ein Projekt betrifft arme Menschen, die in der Nähe eines Reservats für Tiger, dem Nationalpark Ranthambhore, leben. Climate Care lehrt die Anwohner, anstelle von Holz Kuhfladen zu verbrennen, weil „die Tiger den Wald brauchen“. In der Welt des CO[sub]2[/sub]-Ausgleiches gehen die Tiere eben vor.
Man sieht an diesen skandalösen Machenschaften, wie sich unter den Samthandschuhen der „Umweltschützer“ die eiserne Faust verbirgt. Fast alle westlichen Politiker haben sich inzwischen dem Ziel verschrieben, die CO[sub]2[/sub]-Emissionen zu drosseln. Aber für die ärmsten der Armen bedeutet der Abbau der Emissionen, daß sie keine Maschinen verwenden dürfen und ihre Familien körperlich schwerer arbeiten oder zu primitiver Technik zurückkehren müssen – wie Kuhfladen einsammeln und sie dann in einem „Ökoofen“ verbrennen, den z.B. Al Gore bezahlt hat, um die Emissionen seiner jüngsten Flugreise auszugleichen.
Climate Care steht bei der Werbung für solche Ökosklaverei nicht allein. Andere Kohlendioxid-Ausgleichsfirmen ermutigen Menschen in Kenia, mit Dung betriebene Generatoren einzusetzen, oder Inder, Kerosinlampen durch Solarlampen zu ersetzen. Es wurde berichtet, Aufforstungsprogramme zum CO[sub]2[/sub]-Ausgleich in Guatemala, Ekuador und Uganda hätten die Wasserversorgung der örtlichen Siedlungen unterbrochen, so daß tausende Dorfbewohner abwandern mußten und um das versprochene Einkommen als Pfleger dieser Bäume betrogen wurden.
Ablaßhandel des 21. Jahrhunderts
Wie viele Familien in Indien oder Afrika müssen wohl auf die Tretmühle, um Al Gores Kohlendioxidspuren zu verwischen, damit er dann selbstgerecht behaupten kann, er führe einen „CO[sub]2[/sub]-neutralen Lebensstil“? Der CO[sub]2[/sub]-Ausgleich – in Wirklichkeit ein „Lebensstil-Ausgleich“ – ist im Grunde nicht anderes als jener Ablaß, den im Mittelalter wohlhabende Leute der Kirche zahlten, um Vergebung für ihre Sünden zu erhalten. Dieser moderne Ablaß sagt alles über die Haltung Al Gores und der Jünger seiner Theorie der „globalen Erwärmung“: Sie predigen Wasser, trinken selbst aber Wein.
Der CO[sub]2[/sub]-Ausgleich wirft ein Licht auf die gefährliche Entwicklungsfeindlichkeit der Umweltschutzbewegung. Wie der britische Journalist Ross Clark am 11. August richtig im Spectator schrieb, beruht dieser Ausgleich darauf, daß sich die Dritte Welt nicht entwickelt: „Kohlendioxid-Ausgleichspläne funktionieren nur, wenn ihre Empfänger in der Dritten Welt weiter in sehr primitiven Verhältnissen leben. Sobald sie einen westlichen, mit fossilen Treibstoffen betriebenen Lebensstil anstreben, ist der Plan annulliert.“
Wer sich für Kohlendioxid-Ausgleich begeistert, der sollte vielleicht lieber anfangen, selbst mit Kuhfladen zu heizen. Leuten mit der Leibesfülle eines Al Gore könnte es gar nicht schaden, ab und zu ein paar Stunden auf der Tretmühle zu verbringen, um ihr erdgasbeheiztes Schwimmbecken mit Wasser zu füllen.