Ägyptische Außenpolitik setzt auf Nahrungsmittel- und Wassersicherheit im Sudan

29.03.2011
Ägyptische Außenpolitik setzt auf Nahrungsmittel- und Wassersicherheit im Sudan admin 29.03.2011

28. März – Für seine erste Auslandsreise hat sich der neue ägyptische Premierminister Essam Sharaf  auf den Weg nach Sudan gemacht. Er wurde im Februar vom Höchsten Militärrat nach dem Sturz von Hosni Mubarak ernannt. Sein Anliegen, gemeinsame großangelegte Nahrungsmittelproduktion und Wasserprojekte auf die Tagesordung zu setzen, ist ein deutliches Zeichen geistiger Gesundheit. „Ägypten wird die Vollendung des nur zum Teil  gebauten Jonglei Kanals im unschiffbaren Bereich des Nils im Süden Sudans zur höchsten Priorität machen," sagte  Regierungssprecher Magdi Radi bei einer Pressekonferenz in Khartoum. Und ferner, „ Wir möchten mit dem Bau des Joglei Kanals beginnen, weil er jährlich 4 Mrd. m³ Nilwasser zur Verfügung stellen wird."  [url:“node/4070″][siehe Video „Nordafrika: Die blaue Revolution"  auf http://bueso.de/node/9711][/url]

Auch der Außen-, Agrar- und Bewässerungsminister nehmen am zweitägigen Besuch im Norden und Süden Sudans teil. Nach dem Referendum im Januar über die Abspaltung wird der Süden die Trennung vom Norden bis Juni vollziehen; beide Landesteile bilden dann eigenständige Staaten.

Die ägyptischen Behörden betonten, dass der Sudan ein wichtiger Verbündeter sei – sowohl in der Frage des Agrarpotentials als auch bei den Anstrengungen Kairos, akzeptable Abkommen über die Zukunft der wichtigen Wasserquellen mit Ländern die stromaufwärts des Nils liegen, zu beschließen. Historisch gibt es eine von britischer Seite geschürte Opposition zum Jonglei-Kanal bei einigen Fraktionen der südsudanesischen Rebellen.

Sharaf sagte, dass Ägypten der drittgrößte Investor im Sudan sei, wo laufende Investitionen bis zu 5,4 Mrd.$ betragen, und er wolle dies erhöhen. Der ägyptische Premier hob ein Abkommen zwischen dem gemeinsamen Ministerialrat, Nahrungsmittelsicherheit durch verschiedene Projekte zu gewährleisten, besonders hervor. „Unser erstes strategisches Projekt liegt in der Fleischproduktion. Wir werden auch bei einem Vertrag für das Geziraprojekt mitwirken," sagte er im Bezug auf Sudans riesiges, aber vernachlässigtes Agrarprojekt zwischem dem blauen und weißen Nil südlich von Khartoum.

Sudanesische Behörden sagten, dass 17 000 Hektar schon in dem Bundestaat White Nile für die Tierzucht bereitgestellt wurden. Der äyptische Agrarminister Ayman Abu Hadid bezeichnete einige der Nahrungsmittelprojekte im Bereich Fleisch-, Zucker-, Weizen-, und Maisproduktion als dringlich. Sie könnten binnen sechs Monate losgehen.

Nahrungsmittelproduktion und die Schaffung von neuen Wasser- und Bodenressourcen ist eine unmittelbare Frage von Leben und Tod für die ägyptische Nation, die so abhängig vom Ausland geworden ist, daß sie bis zu 50% des Nahrungsmittelkonsums von dort beziehen muss. All dies ist 30 Jahren IWF-„Reformpolitik" und Globalisierung zu verdanken. 

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