Ägyptischer Vorschlag für langfristigen Frieden in Nahost

16.06.2026
Ägyptischer Vorschlag für langfristigen Frieden in Nahost klaus 16.06.2026

Mohamed Hegazy, ehemaliger stellvertretender Außenminister Ägyptens, hat einen umfassenden Vorschlag für eine langfristige Friedensgrundlage im Nahen Osten vorgelegt. In einem am 12. Juni in der ägyptischen Online-Zeitung „Ahram Online“ veröffentlichten Beitrag fordert Hegazy einen „Rahmen für kollektive Sicherheit und Zusammenarbeit“ für die gesamte arabische Welt und Südwestasien. Er fordert „eine umfassende strategische Vision, die Stabilität, Entwicklung, Zusammenarbeit und gegenseitige Interessen in den Mittelpunkt einer neuen Gleichung für den Nahen Osten stellt“, wobei das Ziel darin bestehe, „nicht nur den politischen Stillstand zu überwinden, sondern von einem Paradigma des Konfliktmanagements zu einem umfassenden regionalen Friedensaufbau überzugehen. Nachhaltige Sicherheit wird nicht allein durch Machtgleichgewichte erreicht, sondern durch Institutionen der Zusammenarbeit, Mechanismen für den Dialog und Rahmenbedingungen für den Umgang mit Differenzen“, schreibt er.

Er nennt dafür fünf „grundlegende Säulen“, beginnend mit der Beendigung des Krieges im Gazastreifen, der Wahrung des palästinensischen Territoriums und einer gerechten Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung. Darüber hinaus schlägt Hegazy vor, „einen regionalen Rahmen für kollektive Sicherheit und Zusammenarbeit zu schaffen, der die Wassersicherheit im Nilbecken, die Sicherheit am Roten Meer, die Sicherheit am Golf und die Sicherheit im östlichen Mittelmeerraum umfasst“, sowie „Sicherheit mit wirtschaftlicher Entwicklung, regionaler Integration und gemeinsamen Interessen zu verknüpfen, um nachhaltige Stabilität für alle zu erreichen“.

Hegazy merkt abschließend an: „Das ultimative Ziel der vorgeschlagenen Initiative ist nicht die Schaffung eines neuen politischen Bündnisses oder einer zusätzlichen regionalen Achse. Vielmehr zielt sie darauf ab, einen historischen Prozess in Gang zu setzen, um die regionale Sicherheit selbst auf der Grundlage regionaler Integration, der Überwindung von Differenzen und einer geografisch geprägten Entwicklung neu zu definieren – weg von Militärblöcken und konfrontativen Bündnissen.“

In diesem Zusammenhang schlägt er vor, Ägypten sollte eine „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten“ einberufen. Ägypten könne in diesem Rahmen eine führende Rolle spielen. Der Prozess könnte durch eine diplomatische Rundreise eingeleitet werden, um andere Länder der Region für den Plan zu gewinnen. Zu diesen zählt er die Türkei, Saudi-Arabien sowie weitere arabische Staaten, den Aufbau eines „strategischen Dialogs mit den Vereinigten Staaten“ und natürlich den Iran.

Quelle: eirna.de

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