Der afghanische Minister für Drogenbekämpfung, Gen. Khodaidad, hat in einem Interview die Politik des NATO-Generals John Craddock unterstützt, gegen die u.a. der Spiegel mit seiner Veröffentlichung eines "Geheimmemorandums" von Gen. Craddock mobil gemacht hatte. Khodaidad sagte jetzt, afghanische Drogenbarone seien ebenso zu bekämpfen und zu "eliminieren", wie Taliban und andere regierungsfeindliche Rebellengruppen.
In seinem Interview führte Khodaidad an, die Drogenhändler und Aufständischen "sind gleich … sie unterstützen den Terror in Afghanistan. Sie arbeiten mit denselben Netzwerken," die in der Provinz Helmand, dem Zentrum einer riesigen Opiumindustrie und dem Hauptschlachtfeld der Taliban-Rebellen, besonders aktiv seien. Sie sind "im Besitz von Kalaschnikows, schmuggeln Drogen und beschützen Schmugglerkonvois – sie alle stützen den Terrorismus in Afghanistan," so Khodaidad.
Angesichts der britisch inszenierten Lügenkampagne gegen General Craddock, der als kaltblütiger Killer dargestellt wurde, bleibt abzuwarten, welche Behandlung General Khodaidad erfahren wird. Khodaidads studierte an der Nationalen Verteidigungsakademie Indiens sowie an der Militärakademie "M.W. Frunse" in Moskau.
Khodaidad: "Ich wiederhole das seit sechs oder sieben Jahren. Es wurde aber von der internationalen Gemeinschaft nicht wahrgenommen: Drogen sind bedeutender als der Terrorismus und al-Kaida, denn durch [den Drogenhandel] bekommen die Drogenschmuggler, die Taliban und die Terroristen erst ihren Antrieb."
Eine Ablehnung der Anerkennung dieser Tatsache durch einige Europäer bedeutet die bewußte oder unbewußte Unterstützung der britischen Politik. Aus der britisch kontrollierten Provinz Helmands kommen immerhin über 50% des afghanischen Opiums. Darauf basiert u.a. die Stärke der aufständischen und separatistischen Kräfte, welche die Entwicklung und Stabilisierung Afghanistans bislang extrem geschwächt haben und die vom früheren britischen Verteidigungsminister Des Brown verteidigt wurden, wie z.B. die "Pushtunische Nationalbewegung", die aus Teilen Afghanistans und Pakistans ein neues Staatsgebilde schaffen soll. Mit einer weiteren Akzeptanz solcher terroristischen Drogenhändlerkreise würde auch ein Großteil des Heroinhandels mit Europa gebilligt.
In der rechts abgebildeten Karte (zum Vergrößern anklicken) sind die Transportwege für den Drogenschmuggel aus Afghanistan nach Europa aufgezeigt, die jedem Militär bekannt sein dürften. Die Zusammenarbeit mit den Nachbarn Afghanistans zur Unterbindung des Drogenanbaus in Afghanistan hat somit höchste Priorität, wenn aus der militärischen Sackgasse Afghanistans ein eigenständiger und sich entwickelnder Bestandteil des eurasischen Kontinents werden soll.