Afghanistans Präsident Harnid Karzai hat einen weiteren Schritt gegen die britische Kolonialisierung seines Landes unternommen, indem er (den englischen) Lord Paddy Ashdown als "UN-Sondergesandten" für Afghanistan mit der Begründung ablehnte, daß dieser nahezu imperiale Kontrolle über die Nation fordere.
Beim Wirtschaftsgipfel in Davos stellte Karzai in Gesprächen mit Condi Rice, dem Führer der Konservativen Partei Großbritanniens, David Cameron, Gordon Brown und Ban Ki-Moon klar, daß er Ashdown nicht akzeptieren würde.
Das ist nicht die erste Handlung, die den Briten sauer aufstoßen wird: Am 25.1. beschuldigte Karzai die britische Armee, für die Übernahme der Helmand-Provinz durch die Taliban verantwortlich zu sein. Besonders verurteilte er die Absetzung des bisherigen Gouverneurs, der von den Briten als "Kriegsherrn" diffamiert und ersetzt worden war: dieser hatte, Karzai zufolge, die Taliban in Schach gehalten. Zuvor hatte der Präsident im Dezember zwei MI6-Agenten des Landes verwiesen, da diese hinter seinem Rücken mit Elementen der Taliban kollaboriert hatten.
Lord Paddy Ashdown, in den 1990ern Vorsitzender der liberal-demokratischen Partei Englands, war von 2002-2006 auch "UN-Hochkommissar" für Bosnien-Herzegovina, wo er sich mit seiner diktatorischen Art allgemein den Titel "Vizekönig von Bosnien" einhandelte. Ashdown verhinderte u.a. den Aufbau der zerstörten Region durch die Beschränkung der Kreditvergabe auf die Interessen der Privatwirtschaft. Als am 17. Januar angekündigt wurde, daß er als UN-Sondergesandter für Afghanistan benannt werden sollte, um den Wiederaufbau und die Hilfe aus der westlichen Welt zu koordinieren, wurde die offizielle Ankündigung verzögert, während "Paddy" noch mehr Machtbefugnisse verlangte.