Zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs, die sich auf dem afrikanischen Aufbaugipfel im kenianischen Nairobi versammelt hatten, haben ihr Engagement für den Aufbau der strategischen Infrastruktur Afrikas bekräftigt. Der von der Africa Finance Corporation (AFC) ausgerichtete Gipfel fand am 23. und 24. April statt und wurde von Regierungschefs, Geschäftsleuten und politischen Entscheidungsträgern aus Ostafrika besucht.
In seiner Grundsatzrede gab Kenias Präsident William Ruto den Ton für die Diskussionen über das Thema „Infrastruktur als Motor der Industrialisierung“ vor. „Wir müssen anerkennen, dass andere Regionen auch vor solchen Herausforderungen standen, diese aber überwunden haben. Afrikas Stellung im globalen Handel erfordert dringendes Handeln. Wir brauchen einen Weg nach vorn in Bezug auf die Fertigung und die Wertschöpfung“, sagte Ruto.
Der ugandische Präsident Yoweri Museveni forderte einen koordinierten und strategischen Ansatz für die Infrastrukturentwicklung und erklärte auf dem Gipfel: „Die Transformation Afrikas erfordert, dass vorrangige Infrastrukturprojekte durch koordinierte Planung und regionale Zusammenarbeit von der Konzeption zur Umsetzung gebracht werden.“ Die Umstellung vom Export von Rohstoffen auf die lokale Produktion von Fertigwaren werde die staatlichen Einnahmen steigern und Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem gesamten Kontinent schaffen, so Museveni. Länder sollten keine Kredite aufnehmen, um laufende Ausgaben zu finanzieren, sondern um in produktive Sektoren wie Stromerzeugung, Eisenbahnen, Kraftstoffpipelines und in industrielle Fertigung zu investieren.
„Die Infrastruktur muss das stärken, was ich als das Mark der Wirtschaft bezeichne, nämlich die Kernsysteme, die die Industrialisierung und das langfristige Wachstum stützen“, sagte er.
Eines der wichtigsten auf der Konferenz vorgeschlagenen Projekte war der Bau einer großen Ölraffinerie im Hafen von Tanga in Tansania, die in Zusammenarbeit zwischen Kenia, Tansania und Uganda errichtet werden soll. Die Raffinerie würde Öl aus Uganda und der Demokratischen Republik Kongo verarbeiten. Uganda und Tansania stehen bereits kurz vor der Fertigstellung der ostafrikanischen Rohölpipeline, die Öl aus Uganda zum Hafen von Tanga transportieren wird.
Präsident Ruto sprach sich nachdrücklich für das Raffinerieprojekt aus, da es entscheidend dafür sei, die Region in Bezug auf Erdölprojekte autark zu machen.
Der nigerianische Unternehmer Aliko Dangote, der die größte Raffinerie Afrikas betreibt, erklärte während des Gipfeltreffens: „Ich möchte den beiden hier anwesenden Präsidenten ebenfalls versichern, dass wir mit ihrer Unterstützung für die Raffinerie in Ostafrika eine ähnliche Anlage wie die in Nigeria errichten werden.“ Dangote lobte zudem die Entscheidung der Regierung Museveni, den Export unverarbeiteter Rohmineralien zu verbieten.
Quelle: eirna.de