Analyse: Papst Leos Botschaft an Afrika und die Welt

18.05.2026
Analyse: Papst Leos Botschaft an Afrika und die Welt klaus 18.05.2026

Die westlichen Medien konzentrierten sich auf die hysterische Reaktion der Regie­rung von US-Präsident Donald Trump – angefangen mit dem Präsidenten selbst und seinem Vizepräsidenten – auf Papst Leos Mobilisierung der katholischen Kirche weltweit gegen die kriegerische Drohung mit der „Auslöschung einer ganzen Zivilisation“. Doch der Botschaft von Papst Leos Missionsreise vom 13. bis 23. April nach Afrika, dem heutigen Konti­nent der Hoffnung, schenkten sie nur sehr wenig Aufmerksamkeit.

Der Papst prangerte während der gesamten Reise weiter den Krieg und nach der Weltherrschaft strebende „Despoten und Tyrannen“ an. Wie weltweit anerkannt wurde, verkörperte er moralische Autorität mit seiner entschiedenen Erklärung, daß er Präsident Trump und dessen Regierung „nicht fürchtet“ und kein Interesse an einer Debatte mit ihnen hat, weil seine Aufgabe darin bestehe, das Evangelium zu predigen. Auf der letzten Etappe seiner Reise, in Äquatorialguinea, wiederholte er die Formulierungen, die Trumps Zorn zuerst hervorgerufen hatten, und verurteilte diejenigen, die im Namen Gottes Krieg führen (alle Reden findet man auf der Internetseite des Heiligen Stuhls).

Die meisten Vertreter des arroganten westlichen Establishments und seiner Medien beachten kaum, welchen enormen Beitrag der Papst zu der großen Aufgabe leistet, die vor der Menschheit liegt: anstelle des barbarischen, oligarchischen Systems der Finanzimperialisten eine Gesellschaft zu schaffen, die in den Augen des Schöpfers dem Menschen wirklich gerecht wird.

Der Papst bereiste vier Länder Afrikas – Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea – als „Pilger des Friedens und der Einheit“, als „Hirte“ und „Diener des Dialogs, der Brüderlichkeit und des Friedens“. Ob bei Treffen mit Regierungsvertretern und Diplomaten, in Predigten in zahlreichen großen Messen, in Ansprachen vor Professoren und Studenten, bei Begegnungen mit Jugendlichen, in Ansprachen vor religiösen Führern oder bei Besuchen der Großen Moschee von Algier, in Altenheimen, einem Waisenhaus, einer psychiatrischen Klinik oder einem Gefängnis: immer bemühte er sich, alle und ganz insbesondere die jungen Menschen dazu zu inspirieren, Verantwortung zu übernehmen und „aktive Akteure des Wandels“ zu werden, um „eine Zukunft des Friedens und der Versöhnung“ zu verwirklichen, „in der die Würde jedes Menschen geachtet und seine Grundrechte garantiert werden“.

Mit derselben Dringlichkeit, mit der er zur Beendigung der Kriege aufrief, betonte Papst Leo während seiner gesamten Reise, daß „die Zeit gekommen ist, heute, nicht morgen, jetzt und nicht in der Zukunft“, daß Gesellschaften und Volkswirtschaften sich von Moral leiten lassen und dem Gemeinwohl ihrer Völker dienen. Wiederholt verurteilte er die Ausbeutung der Ressourcen des Kontinents durch reiche, spekulative Interessen – ausländische wie inländische – und lobte die jungen Menschen Afrikas als „Freude und Hoffnung“, als „eine tiefgreifende und stärkende Kraft“, durch die Afrika zu den Veränderungen beitragen kann, die in dieser „außergewöhnlichen Zeit großer Erneuerung“ weltweit möglich sind. So riet er: „Despoten und Tyrannen des Körpers und des Geistes wollen die Seelen passiv machen und die Leidenschaften öde, zur Trägheit neigend, fügsam und der Macht unterworfen… Von dieser Entfremdung befreit uns die wahre Freude.“

In allen Ländern ermutigte Leo die Menschen, darauf zu vertrauen, daß Afrika in der Welt eine große Rolle zu spielen hat, gerade wegen seiner jungen Bevölkerung und deren Wunsch nach Veränderung. „Afrika kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die allzu engen Horizonte einer Menschheit zu erweitern, der es schwerfällt zu hoffen“, sagte er vor Studenten und Professoren an der Katholischen Universität Zentralafrikas in Kameruns Hauptstadt Yaoundé.

„Vielleicht ist genau dies heute der größte Hunger: Es gibt einen Hunger nach Zukunft, aber nach einer Zukunft, die von Hoffnung erfüllt ist, die eine neue Gerechtigkeit hervorbringen kann, die Früchte des Friedens und der Geschwisterlichkeit tragen kann“, so seine Worte in der Predigt während einer Messe in der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis in Mongomo in Äquatorialguinea. Auch hier betonte er: „Und es handelt sich nicht um eine unbekannte Zukunft, auf die wir passiv warten müssen, sondern um eine Zukunft, die gerade wir gerufen sind, mit Gottes Gnade aufzubauen.“

In seiner Ansprache an Regierungsmitglieder, Vertreter der Zivilgesellschaft und das diplomatische Korps in Angola brachte Papst Leo auf wunderschöne Weise zum Ausdruck, wie Afrika beim Aufbau dieser Welt eine Vorreiterrolle übernehmen kann:

„Afrika ist für die ganze Welt ein Reservoir der Freude und der Hoffnung, die ich ohne zu zögern als ,politische‘ Tugenden bezeichnen würde, denn seine jungen Menschen und seine Armen träumen noch immer, hoffen noch immer, geben sich nicht mit dem Bestehenden zufrieden, wollen sich wieder aufrichten, sich auf große Verantwortung vorbereiten und sich persönlich engagieren. Die Weisheit eines Volkes läßt sich nämlich von keiner Ideologie auslöschen, und tatsächlich ist der Wunsch nach Unendlichkeit, der im menschlichen Herzen wohnt, ein Prinzip des sozialen Wandels, das tiefer geht als jedes politische oder kulturelle Programm. Ich bin hier unter Ihnen im Dienst der besten Kräfte, die die Menschen und Gemeinschaften beleben, aus denen Angola ein farbenfrohes Mosaik bildet.“ …..

Hier können Sie den ausführlichen Artikel von Gretchen Small über die verschiedenen Stationen der Papst-Reise und ihre besonderen Schwerpunkte weiterlesen.

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