Bundeskanzlerin Angela Merkel und italienischer Prämierminister Romano Prodi wollen Tony Blair nächstes Jahr nicht als „Europäischen Vorsitzenden“ haben. Die italienische Presse berichtet, die beiden Regierungschefs seien sich darüber bei dem italienisch-deutschen Treffen gestern in Berlin einig gewesen. Blairs Kandidatur wurde insbesondere von Frankreichs Nicolas Sarkozy betrieben.
Das italienisch-deutsche Treffen hat die beiden Länder anscheinend näher gebracht, sie stimmten auch in Bezug auf die Kosovo- und Afghanistan-Politik übereingestimmt. Beide Länder sind gegen eine unilaterale Unabhängigkeit Kosovos.
Das Thema des Ausbaus der logistischen und infrastrukturellen Nord-Süd-Korridore wurde ebenfalls diskutiert. Der italienische Entwicklungsminister Bersani sagte: „Unsere Häfen können Verkehrsknoten für deutsche Produkte nach Asien sein und eine Alternative für die nördlichen [Häfen] werden.“ Es wurden Vereinbarungen zur Zusammenarbeit in der Raumfahrt und im Eisenbahnverkehr unterschrieben und über eine Zusammenarbeit in wissenschaftlichen Forschungsprojekten diskutiert.