Angelides-Bericht: Der Kampf für Glass-Steagall ist im Gang!

08.02.2011
Angelides-Bericht: Der Kampf für Glass-Steagall ist im Gang! admin 08.02.2011

[url:“files/flugblaetter/FB_2011/20110206_FB_Angelides.pdf“][/url]Am 27. Januar 2011 machte die [url:“http://www.fcic.gov/report]amerikanische Untersuchungskommission zur Finanzkrise (FCIC)[/url], die 2009 geschaffen worden war, um die Ursachen der finanziellen Kernschmelze von 2007-2008 zu untersuchen, Geschichte. Am 16. Februar wird Phil Angelides, der Leiter der Untersuchungskommission dazu vor dem US-Kongreß sprechen.

Wie wir berichteten, enthält der "Angelides"-Bericht eine ungewöhnlich wahrheitsgetreue Darstellung des jahrzehntelangen Prozesses der Deregulierung des Bankensektors, der Entwicklung des „Schattenbankwesens" und der Spekulation mit Finanzderivaten, was den globalen Krach herbeiführte, und betont nachdrücklich, daß die Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes im Jahr 1999, nachdem es schon zuvor in den 90er Jahren von der Federal Reserve immer mehr ausgehöhlt worden war, ein zentraler Faktor beim Zustandekommen den Kollapses war. (In Kürze werden wir dazu eine Dokumentation veröffentlichen, der die Aktivitäten der LaRouche-Bewegung in den USA gegen diesen Zerstörungsprozeß in den letzten dreißig Jahren im einzelnen dokumentiert.) 

LaRouches Aktionskomitee LPAC ist jetzt dabei, im Rahmen einer Mobilisierung zur Wiederherstellung von Glass-Steagall Hunderte von Abgeordneten der Bundesstaaten über den neuen Bericht des FCIC zu informieren. Der Bericht, der die Warnungen der LaRouche-Bewegung eindrucksvoll bestätigt, ist überall im Land in Paperback-Ausgabe erhältlich.

Für Deutschland sind die Erkenntnisse des Berichtes von extremer Wichtigkeit, allein schon wegen der zentralen Rolle der im Bericht eingehend abgehandelten Fälle AIG und Lehman, aber auch wegen der Rolle von Goldman Sachs, die in Deutschland auch eine dominierende politische Kontrolle ausüben. Ganz zu schweigen von den Deregulierungsorgien, die sich nach der Abschaffung von Glass-Steagall 1999 durchgeführt wurden. Helfen Sie mit, die politische Medienblockade zu durchbrechen und auch in Deutschland eine Diskussion über die Konsequenzen aus dem Angelides-Bericht zu erzwingen!

In seinen zahlreichen Fernseh-Interviews, die er seit Veröffentlichung des Berichtes gegeben hat, betont Angelides, daß nach wie vor die gleichen Risikofaktoren wie 2008 existieren, und daß das wieder geschehen könnte. Er verweist auf den „unglaublich raschen" Absatz der Buchausgabe des Berichts als Beleg dafür, daß das amerikanische Volk sehr begierig sei, die Gründe des Finanzkrachs zu erfahren, und wissen wolle, wie man verhindern kann, daß so etwas wieder passiert.

In den Interviews erklärt er u.a. die Entstehung des so genannten „Schattenbankensystems", das 2008 den Umfang des regulären Bankensystems übertraf (13 Bio.$ verglichen mit 11 Bio.), was erst durch den Abbau der Schutzbestimmungen des Glass-Steagall-Gesetzes möglich geworden war. In der „Brian Lehrer Show" auf WNYC-Radio forderte Angelides die Zuhörer auf, sich den FCIC-Bericht aus dem Internet herunterzuladen, und erklärte, warum das so wichtig sei: Er selbst habe sein ganzes Leben mit dem Finanzwesen zu tun gehabt, doch er sei „schockiert" und „fassungslos" über das, was er im Laufe der FCIC-Untersuchungen erfahren habe: „Das Ausmaß, zu dem unser Finanzsystem sich veränderte, von einem System zur Unterstützung der Realwirtschaft – der Unternehmen, der Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohlstand in diesem Land – hin zu einem System, bei dem es darum geht, daß Geld Geld erzeugt, ausschließliche Finanzerzeugung, zum großen Nachteil für das Land… All das haben wir dargelegt, es ist eine Sache, die vor der Geschichte bestehen wird."

Allen jenen, die immer noch behaupten, der Zusammenbruch sei „unvorhersehbar" gewesen, sagt die Zusammenfassung des Berichtes unmißverständlich: „Wir kommen zu dem Schluß, daß die Finanzkrise vermeidbar war. Die Krise war das Resultat menschlichen Handelns und Nichthandelns und hat nichts mit Mutter Natur oder durchgedrehten Computermodellen zu tun. Die Kapitäne der Finanzwelt und die Hüter unseres Finanzsystems waren Warnungen gegenüber taub und nicht in der Lage, die sich entfaltenden Risiken zu hinterfragen, zu verstehen und zu handhaben, die in einem System entstanden, das für das Wohlergehen des amerikanischen Volks so grundlegend ist. Sie haben keine Fehler gemacht, sondern Verbrechen begangen… Eine Krise dieses Ausmaßes hätte nicht eintreten dürfen. Frei nach Shakespeare gesprochen, ,Die Schuld liegt nicht in den Sternen, sondern in uns selbst.’"

Der FCIC-Bericht verweist richtigerweise darauf, daß 30 Jahre „Deregulierung und das sich Verlassen auf die Selbstregulierung der Finanzinstitute, für die sich der frühere Vorsitzende der Federal Reserve Alan Greenspan und andere einsetzten – die von aufeinanderfolgenden Regierungen und Kongressen unterstützt und bei jeder Gelegenheit von der mächtigen Finanzwelt betrieben wurde-  wesentliche Schutzvorrichtungen beseitigt hatten", die die Katastrophe hätten vermeiden können. "Dieser Ansatz eröffnete Lücken bei der Aufsicht über wesentliche Bereiche, in denen Billionen Dollars auf dem Spiel standen, wie etwa dem System der Schattenbanken und dem Schalterhandel mit Derivaten. Darüber hinaus erlaubte die Regierung den Finanzunternehmen, sich ihre bevorzugten Aufseher selbst auszuwählen …."

Der Bericht fällt ein vernichtendes Urteil über die Federal Reserve, andere Aufsichtsbehörden, die Ratingagenturen und natürlich auch über die Finanzinstitute selbst. Tatsächlich war das gesamte System von Korruption durchdrungen. Der Bericht verweist auf die riesigen Schmier- und Lobbyistengelder, die von der Wallstreet nach Washington flossen, um die Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes durchzusetzen, und sagt, den Aufsehern habe „der politische Wille" gefehlt, die Institutionen zu untersuchen und zur Verantwortung zu ziehen, die sie beaufsichtigen sollten. Es wird berichtet, daß die Finanzwelt zwischen 1999 und 2008 mindestens 2,7 Mrd.$ für Lobbying ausgegeben habe, zusätzlich zu den 1 Mrd.$ an Wahlkampfspenden, die von den Wallstreet-verbundenen Kreisen kamen. Und nicht zuletzt weist der Bericht auf den verheerenden Effekt für die Realwirtschaft infolge der Aufblähung des Finanzsektors.[url:“trennbankensystem“] [/url]

[url:“trennbankensystem“]Mehr zu Glass-Steagall finden Sie hier [/url]

Scroll to Top