Der Londoner "Independent" und andere Zeitungen verbreiten jetzt die neuesten Schreckensszenarien, die dem Gehirn (?) von Al Gore entsprungen sind. Der jüngste Anlass ist das Zerbrechen der sog. Wilkins-Eisdecke, die sich am südlichen Ende der westantarktischen Halbinsel befindet und etwas so groß ist wie Nordirland. Die neuen Horroszenarien beschreiben das angebliche Ansteigen des Meeresspiegels durch das Schmelzen und Zusammenbrechen der antarktischen Eisplatten. Und an allem ist natürlich der Mensch mit seiner Industrialisierung schuld.
Dumm nur, daß Al Gore und seine "Warmaholics" nicht begreifen, daß diese Eisplatten sowieso auf dem Ozean reiben, und daß ihr Schmelzen oder Auseinanderbrechen keinen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge hat.
Dr. Duncan Wingham, Professor an der Universität London für Klimaphysik und Leiter des Zentrums für Modelle der Polarbeobachtung, weist außerdem darauf hin, daß die Antarktis keine Quelle für Meerwasser ist, sondern eine Senke. Seinen Berechnungen zufolge werde die Antarktis die weltweiten Meresspiegel um 0,08 mm pro Jahr senken.
Der Artikel im Independent versäumt auch, anzugeben, dass im Pazifik seit der Dekadischen Schwankung (Pacific Decadal Oscillation, PDO) in den 70er Jahren die zirkumpolaren Meeresströmungen wieder wärmeres Wasser zur Westantarktis bringen. (PDO: eine abrupte Änderung der Wassertemperatur im Pazifik. Alle 20-30 Jahre kommt es dort zu einem großräumigen Wechsel von kalt nach warm und umgekehrt.) Dies ist einer der vielen Faktoren, der die Veränderungsraten der westantarktischen Eisdecken beeinflusst.
Außerdem wächst das Eis in der Antarktis. Während über einen angeblich spektakulären Verlust bei der westantarktischen Eisdecke berichtet wird, macht das Wachstum der ostantarktischen Eisdecke diesen mehr als wett. Das antarktische Eis weist einen Netto-Massenanstieg auf: in der Westantarktis liegen die Massenveränderungen bei -95 +/-11 Gt pro Jahr, während sie mit +142+/-10Gt pro Jahr in der Ostantarktis wachsen. Dieses Jahr hat das antarktische Eis zwei Wochen nach dem Ende der antarktischen Eisschmelzeperiode bereits überdurchschnittlich zugenommen.