Argentinische Präsidentin: brutale Austerität wird Griechenland umbringen

08.07.2011
Argentinische Präsidentin: brutale Austerität wird Griechenland umbringen admin 08.07.2011

Wenn man die drastische Austerität sieht, die Griechenland jetzt aufgezwungen wird, „zweifelt man daran, dass Wirtschaftswissenschaftler wirklich so intelligent sind", so die argentinische Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner in einer Rede am 1. Juli in Buenos Aires.

In ihrer Rede sagte Fernandez, „wenn ich den Patienten mit den gleichen Symptomen und derselben Pathologie sehe", an der Argentinien in den 90er Jahren litt und, dass [Wirtschaftswissenschaftler] dieselbe Medizin anwenden wollen, die den [argentinischen] Patienten umgebracht hat, stelle ich die sogenannte Rationalität der Wirtschaftswissenschaftler in Frage." "Über Jahre hinweg", fügte sie hinzu, "legte man Argentinien die neoliberale Politik auf, die das Land deindustrialisierte und zu einer gewaltigen Schuldenlast führte, die schließlich im Jahr 2001 mit dem Zahlungsverzug und darauffolgender Restrukturierung explodierte."

"Es ist notwendig, sich von traditionellen Schemata zu entfernen, um die momentane Krise zu lösen," betonte Fernandez ausdrücklich. "Ein weiteres Zögern, sich mit den wirklichen Ursachen auseinander zu setzen, die Griechenland und andere europäische Länder belasten, wird die Auswirkungen nur schlimmer machen, genau wie es Argentinien passiert ist." Früher oder später werde es zu einer Restrukturierung von Griechenlands Schulden kommen.

Kirchner sagte, die These des "ökonomischen Liberalismus" basiere auf der "Einschränkung des Verbrauchs, was sich auf die verwundbarsten Sektoren [der Gesellschaft] auswirkt und letzten Endes auf die gesamte Wirtschaft." Wenn man die Leute daran hindere, zu essen, gäbe es natürlich eine Reaktion.

Fernandez erklärte, die Inhaber von argentinischen Anleihen hätten 2005 bei der Restrukturierung einen "Haircut von 75%" akzeptieren müssen, weil die Priorität für das Land war, zu wachsen, die Industrie wieder aufzubauen, den Binnenmarkt zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Die Geier-Fonds hätten sich damals lauthals beschwert, es sei „unethisch", nicht den vollen Betrag der Schulden zu zahlen, aber Argentinien habe darauf geantwortet, dass es unethisch von den Finanzhaien war, wucherische Zinsraten zu verlangen.

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