In einem Interview mit Voice of Russia sagte der Direktor des Geographischen Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, Arkadij Tischkow, das Erdbeben in Japan sei möglicherweise von Sonne und Mond ausgelöst worden.
Arkadij Tischkow sagte, daß die Zyklen der seismischen Aktivität der Erde direkt mit dem solaren „Wetter" zusammenhängen. Die Sonne stößt Protonenströme aus, die die Aktivität der Erde beeinflussen. Das sei der erste Grund. Der zweite sei, daß der Mond jetzt seine größte Annäherung an die Erde erreicht, was, zusammen mit dem Einfluß der Sonne, die Aktivität der Ozeane beeinflussen könne, nämlich die Frequenz von Ebbe und Flut. Wenn eine so große Masse wie das Wasser des Pazifiks die Frequenz von Ebbe und Flut verändere, dann könne dies sehr wohl eine Wirkung auf die dortige Vulkankette haben – den pazifischen Feuerkranz.
Der Mond sei derzeit nur etwa 350.000 km von der Erde entfernt, also näher als irgendwann im letzten Jahrzehnt. Es ist also nur natürlich, daß seine Masse eine Wirkung auf die Lithosphäre der Erde habe. Hinzu komme, daß die solare Aktivität jetzt auf dem höchsten Stand der letzten Jahre ist; so verursachte erst in den letzten Tagen ein neuer Ausbruch der Sonne einen sehr starken Magnetsturm.
Die Beziehungen zwischen diesen Phänomenen, so Tischkow, könne man vielleicht nicht immer sogleich bestimmen, aber es gibt sie und sie zeigen sich stets. Die Zyklen der seismischen und der solaren Aktivität stimmen überein, und das wird auch zwischen 2011 und 2015 so sein, wenn der Zyklus der vulkanischen und der seismischen Aktivität in ein Maximum eintritt. Es könnte also sein, daß nicht nur Japan, sondern auch den nahegelegenen russischen Gebieten – Sachalin, Kamtschatka und den Kurilen-Inseln – weitere Erdstöße bevorstehen.