Im Bericht der US-Untersuchungskommission zur Finanzkrise (FCIC) wurde eindeutig belegt, daß die Aufhebung der Regulierungen des Glass-Steagall-Gesetzes die Katastrophe im Finanzsystem erst möglich machte. Jetzt hat der Leiter des Aufsichtsgremiums über den Bankenrettungsfonds TARP, Sen. Ted Kaufman aus Delaware, in einem Interview im Fernsehsender C-SPAN vor einer Ausschußsitzung am 18.3. die Abschaffung des Trennbanken-Gesetzes verurteilt.
Auf die Frage, was man aus dem Finanzkrach lerne, antwortete Kaufman: „Ich bin fest davon überzeugt, daß die Deregulierung das Problem war – tatsächlich haben wir Glass-Steagall abgeschafft." Nach der Großen Depression und der Arbeit der Pecora-Kommission „sagte man, wir müssen die Runs auf die Banken stoppen. Das kann man tun, indem man den Banken sagt: ,Wenn ihr die Regulierung mitmacht, bieten wir euch Schutz und (die Bundeseinlagenversicherung) FDIC, weil es notwendig ist, daß Menschen ihr Geld bei einer Bank deponieren können und wissen, daß es dort absolut sicher ist. Dann könnt ihr reguliert und geschützt sein. Aber wenn ihr das tut, könnt ihr euch nicht an diesen ausgeklügelten riskanten Bankgeschäften beteiligen."
Das sei gut gegangen, „bis wir Glass-Steagall abschafften und den Banken sagten, ihr könnt diese Geschäfte wieder betreiben. Das war ein ganz, ganz großer Fehler. Dann legten wir gesetzlich fest, man könne nichts tun, um Derivate zu regulieren, das war ein anderes großes Problem… Die Regulierung ist entscheidend. Man muß die Banken regulieren. Meiner Meinung nach müssen wir das Riskante von den Banken abtrennen."
Kaufman bezog sich auch auf einen Kommentar im Wall Street Journal vom 17.3.: „TARP war für die Steuerzahler kein Gewinn". Die drei Verfasser müssen es wissen, es sind nämlich ein früheres Mitglied der TARP-Aufsicht Paul Atkins, und zwei amtierende Mitglieder, Mark McWatters und Kenneth Troske. Sie schrieben, die Großbanken hätten die TARP-Kredite größtenteils mit Geldern aus Rettungspaketen der Federal Reserve, des Finanzministeriums und der FDIC zurückgezahlt – und diese Rettungsaktionen seien viel größer und viel weniger kontrolliert als TARP gewesen.
Die Fed kaufte den Banken für ca. 1,25 Bio.$ hypothekengedeckte Papiere (MBS), die von den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac stammten, zum vollen Nominalwert ab. Gleichzeitig pumpte das Schatzministerium 200 Mrd.$ (nach Angaben des Haushaltsbüros des Kongresses, dem Congressional Budget Office, werden es bald 400 Mrd.$ sein) in Fannie und Freddie, um eine völlige Entwertung dieser MBS zu verhindern. Zusätzlich zu diesen 1,25 Bio.$ versorgten Fed und FDIC allein die 19 Großbanken aus dem „Streßtest" mit weiteren 2 Bio. $. Am Ende des Artikels erklären die Autoren, das 2319 Seiten lange "Dodd-Frank"-Bankengesetz vom letzten Jahr trage nichts dazu bei, um diese Probleme zu lösen. Genau das war von vornherein klar – denn es wurde mit der Absicht vom Weißen Haus und Finanzministerium durchgedrückt, um die Glass-Steagall-Gesetzesvorlagen, die auf dem Tisch lagen, zu sabotieren.