Ein Vortrag des ehemaligen Vorsitzenden des deutschen P.E.N.-Clubs und Autors von 80 Büchern, Wolfgang Bittner, am 9. Oktober in Berlin war eine bemerkenswerte und willkommene Abkehr vom Kriegswahn in Deutschland. Bittner sprach über sein neues Buch Geopolitik im Überblick: Deutschland – USA – EU – Russland. In seinem Vortrag stellte er die Gefahr des wirtschaftlichen Ruins Deutschlands der gedankenlosen Entschlossenheit des Bundeskanzlers gegenüber, die deutsche Armee zur stärksten in Europa zu machen.
Bittner beklagte den Mangel an öffentlicher Opposition gegen diese destruktive Politik und hob die Gefahr einer immer strengeren staatlichen Überwachung hervor, die den Weg in den Totalitarismus ebne. Er beschrieb auch die Schachtsche Austerität gegenüber der zivilen Wirtschaft, wie sie im „Operationsplan Deutschland“ dargelegt ist, der die Bereitschaft schaffen soll, Beschränkungen aufzuerlegen. Er warnte vor einem Wiederaufleben des Militarismus in Deutschland unter dem falschen Vorwand, Russland bereite einen Angriff auf die NATO vor. Er zitierte den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, der kürzlich behauptet hatte, der Ukrainekrieg schaffe ein neues Bewusstsein für militärische Bedrohungen, das auch in den Schulen vermittelt werden müsse. Und er zitierte Verteidigungsminister Pistorius, der fordert, alle Schulen in Deutschland uneingeschränkt für Werber der Bundeswehr zu öffnen.
Bittner zitierte aus einem Papier der Bundeswehr, in dem Soldaten aufgefordert werden, sich auf alle Eventualitäten im Krieg vorzubereiten, indem sie ihr Testament schreiben, ihre Finanzen regeln und die Versorgung von Familienangehörigen und sogar Haustieren im Todesfall sicherstellen. Das soll sie besser auf einen Krieg vorbereiten, falls ein Verbündeter angegriffen wird.
Prof. Bittners Vortrag enthielt auch Zitate von geopolitischen Strategen wie dem Stratfor-Gründer George Friedman, der offen verkündete, dass das Ziel der imperialen Kräfte im Westen darin besteht, Deutschland und Russland um jeden Preis auseinander zu bringen.
Das letzte Kapitel seines neuen Buches widmet er dem neuen Weltwirtschafts- und Sicherheitssystem, das von den BRICS-Staaten als Revolte der Globalen Mehrheit gegen die 12 Prozent des „Globalen Westens“ geschaffen wird. Bittner beschrieb den Kampf dieser Länder um Selbstbestimmung, und wie das Imperium mit allen Mitteln, bis hin zu Staatsstreichen und Kriegen, ihre Bemühungen zu sabotieren versucht.