4. Juli 2007 (LPAC) – Die Milliarden, die die Briten heimlich auf amerikanische Bankkonten des ehemaligen saudischen Botschafters Prinz Bandar bin-Sultan verschoben und die aus dem sog. Al-Yamamah-Geschäft zwischen BAE Systems und Saudi-Arabien herstammten, liefen, wie jüngste Schlagzeilenberichte der britischen Presse über den BAE-Skandal aufdeckten, über die in Washington D.C. ansässige Riggs Bank. Unsere Nachforschungen förderten nun eine Geflecht von Handlungen und eine institutionelle Verflechtung zwischen der Riggs Bank, die den BAE-Schmiergeldfonds aufnahm; der der Bushfamilie nahe stehenden Carlyle-Gruppe, die der amerikanische Handelspartner von BAE ist; sowie den Bush-Netzwerken in der Regierung ans Licht.
John Carter Beese, Jr., ein Veteran der Bush-nahen, in Baltimore ansässigen Investmentbank Alexander Brown & Sons, der er fast zwanzig Jahre diente, war eine Schlüsselfigur bei der Gründung der gigantischen Fusions-und Übernahme-Beteiligungsgesellschaft Carlyle-Gruppe.
Die Kontakte von Beese zu den Bush-Netzwerken gehen mindestens auf das Jahr 1980 zurück, als er der für die Finanzen zuständige Co-Vorsitzende des Präsidentschaftswahlkampfs von George Herbert Walker Bush war. Zu jener Zeit traf sich Beese dem Vernehmen nach mit Bushs texanischem Freund Joe Allbritton, als dieser sich gerade in die Riggs Bank einkaufte. Bush war zuvor Direktor von Allbrittons Interstate Bank in Houston geworden, nachdem er 1976 von seinem Posten als Direktor der Central Intelligence Agency (CIA) zurückgetreten war. Allbritton kontrollierte schließlich 41% der Riggs-Aktien, und Beese wurde 1998 ein leitender Angestellter bei der Riggs Bank.
Beese, der Anfang dieses Jahres Selbstmord beging, begann seine Karriere 1978 bei Alexander Brown, direkt nachdem er das Rollins College in Florida absolvierte, wo er sich mit dem Bruder des jungen Bush, Marvin, angefreundet hatte. Beese wurde offenbar der Schützling des Geschäftsführers von Alexander Brown, A.B. „Buzzy“ Krongard, und 1987, mit gerade einmal 30 Jahren, war Beese schon im Vorstand der Brown-Firma.
Im selben Jahr 1987 wurde Beese ein Gründungsdirektor der Carlyle-Gruppe, zusammen mit einer Handvoll von Personen, die eng mit dem damaligen Vizepräsidenten George H.W. Bush vertraut waren.
Beese war von zentraler Bedeutung bei der Finanzierung von Carlyle, die wahrscheinlich über Alexander Brown-, und Berichten zufolge auch über Mellon-Netzwerke abgewickelt wurde.
Nachdem er bei der Entstehung von Carlyle mitgeholfen hatte, wechselte Beese in die Bundesregierung, indem er sich 1990 von George H.W. Bush zum Direktor der OPIC (Overseas Private Investment Corp.) ernennen ließ, einem Büro, welches Regierungsbeihilfen für US-Unternehmen mit Auslandshandelsbeziehungen steuert.
1992 wurde Beese Mitglied der SEC (Securities and Exchange Commission), wo er sich „für ‚Markt-basierte Lösungen’ für Regulierungsmaßnahmen bei Anlageformen stark machte.“ Mit anderen Worten: Er versuchte, die Organisation, für die er arbeitete, aufzulösen. 1994 ging Beese mit seiner gesammelten Erfahrung zurück zu Alexander Brown.
1998 trat Beese, nachdem er bereits über Alexander Brown einen Anleihenverkauf für sie abgewickelt hatte, direkt in die Riggs Bank ein. Er überzeugte seinen alten Freund Joe Allbritton, eine Risikokapital-Abteilung mit einem Kapitalstock von $ 100 Millionen einzurichten, die Riggs Capital Partners genannt wurde und deren Vorsitzender er wurde. Während nicht viel über die Aktivitäten dieser Abteilung bekannt ist, entstand sie kurz nachdem die Riggs Bank J. Bush & Co., das private Bankgeschäft von „Dubya“ Bushs Onkel Jonathan (einem Bruder von George H.W. Bush) übernommen hatte. Jonathan Bush hatte sein Unternehmen 1970 in der erklärten Absicht gegründet, „diskrete Bankdienstleistungen für die Botschaften in Washington D.C. anzubieten.“
Finanzfahnder berichteten später, daß Kontrolleure ab 1998 erstmals Unregelmäßigkeiten in den Aktivitäten der Riggs Bank feststellten.
2001 wurde Beese ein Direktor von Riggs mit spezieller Verantwortung für „Einhaltungsfragen“, mit anderen Worten war er also dafür zuständig, die Bank von Regulierungskontrollen freizuhalten.
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