Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- aufsicht (BaFin), Jochen Sanio, sagte gestern, die Intervention der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Rettung der Deutschen Industriebank (IKB) habe "die schlimmste Bankenkrise in Deutschland seit 1931" verhindert. (Das war aber noch lange nicht das Ende der Geschichte!) In ganz Europa machte die Geschichte Schlagzeilen. Das Interessante an dieser Aussage ist, daß die Intervention am vorigen Sonntag mit einer Krisensitzung der BaFin mit einigen führenden Banken und Sparkassen stattfand, während es die Presse erst am Mittwochabend erfahren durfte.
Die privaten und öffentlichen Banken Deutschlands wurden dazu aufgerufen, sich an dem zur Überbrückung vergebenen Notkredit der Kreditanstalt zu beteiligen. Dies zeigt welches Ausmaß das Ereignis wirklich hat. Auch ist der Versuch sinnlos, dem entlassenen Vorsitzenden der IKB Ortseifen eine Verheimlichung der "Probleme" vorzuwerfen, da das Problem der IKB bei ihrem Fonds Rhineland Funding in Delware lag. Rhineland Funding wurde in dem Debakel um Hypotheken niederer Bonität verwickelt, weil es mit einem Eigenkapitel von nur 500 Euro (sic!) eine Spekulationsblase in der Höhe von 12,7 Milliarden Euro schuf, was seit einiger Zeit bekannt war.
Ein köstliches Detail dieser Geschichte: Rhineland Funding nannten ihre Tätigkeiten "Loreley-Finanzierung" – ein Hinweis auf die berühmte deutsche Sage der Loreley, jener blonden Schönheit, die die Fischer auf die Untiefen des Rheins und in den Untergang lockte.