Bauindustrie wirft Merz Vernachlässigung vor

18.09.2025
Bauindustrie wirft Merz Vernachlässigung vor root 18.09.2025

Die geplante Verwendung bzw. Nichtverwendung des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für die Modernisierung der Infrastruktur stößt in der Bauindustrie auf scharfe Kritik. Entgegen den Versprechungen werde es kaum zusätzliche Investitionen geben, sagte Peter Hübner, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauwirtschaft (HDB), am 15.9.25 in Berlin. Die Regierung Merz hätte Maßnahmen in der Baupolitik versprochen, „stattdessen erleben wir dieselben Taschenspielertricks wie in den vergangenen Jahren… Der normale Etat schrumpft, die Lücke wird mit dem Sondervermögen aufgefüllt.“

Im Jahr 2026 würden insgesamt 33,7 Milliarden Euro für Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserstraßen zur Verfügung stehen. Das seien nur 270 Millionen Euro mehr als 2025. Beispiel Autobahnen: Auch hier gebe es nur eine leichte Erhöhung auf 10,3 Milliarden Euro – 260 Millionen Euro mehr als 2025. Laut HDB reiche dies für den Bau von zwei mittelgroßen Brücken. „Wir haben 400 baufällige Brücken – nur zum Vergleich.“ Der geringe Zuwachs auf dem Papier werde zudem durch Preissteigerungen aufgezehrt. Und von den 500 Milliarden Euro seien 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz vorgesehen – nicht unbedingt für reale Bauvorhaben.

Hübner kritisierte die Vernachlässigung des Bausektors scharf und kritisierte Merz: „Im Augenblick haben wir das Gefühl, dass Außenpolitik interessanter ist als Innenpolitik.“ Laut Hübner verfüge die Bauindustrie grundsätzlich über genügend Kapazitäten, um zusätzliche Investitionen zu bewältigen. Derzeit sei sie nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet.

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