Jede Krise oder Unstimmigkeit stellt die Teilnehmer eines Systems vor
die wichtigste Frage: Sein oder nicht Sein? Um die Seinsfrage unseres heutigen
gescheiterten Wirtschaftsystems zu untersuchen, ist es notwendig die Erzeugung
von Wohlstand oder des Reichtums und seiner Steigerung in der Gesellschaft zu
untersuchen. Man muss hierbei auch auf die historische Streitfrage dieses
Begriffs zwischen Vertretern der klassischen Ökonomie wie Adam Smith, David
Ricardo u.v.a. und Vertretern der physischen Ökonomie z.B. Henry Carey und Friedrich List verweisen.
Denn unter den klassischen Ökonomen kam es oft dazu den Begriff Reichtum
mit dem Begriff Wert je nach Gebrauch zu vertauschen und zu definieren. Zu dem
Zweck war es notwendig eine wissenschaftshistorische Definition dieser beiden
Begriffe zu finden um den Anstieg des Wohlstandes einer Gesellschaft zu messen.
„ Der
Wert ist das Maß der Macht der Natur über den Menschen,
das Maß des Widerstandes, den sie der Befriedigung seiner Wünsche
entgegensetzt. Der Reichthum besteht in der Macht des Menschen, über die
stets unentgeltlichen Dienste der Natur zu gebieten. “
Mit anderen Worten, je mehr der Mensch in der Lage ist eine
Produktionsteigerung von Bedarfsgütern durch neue Errungenschaften in der
Wissenschaft und ihrer Umsetzung z.B. in Form neuer Technologien zu
ermöglichen, umso mehr steigt der Reichtum einer Nation und der Wertverlust des
Produkts führt zu einer Nachfragedeckung in der Bevölkerung.
Der Staatsmann und U.S. – Demokrat Lyndon LaRouche wies bereits des
öfteren darauf hin, daß der Wohlstand einer Nation nur erhöht oder max.
erhalten werden kann, wenn 50 – 60 % der Staatsausgaben in den Erhalt und
Aufbau neuer Infrastrukturen investiert
werden.
„Denn nichts ist für den Fortschritt nachteiliger als die
Unbeweglichkeit, d.h. das pflanzenartige Verwachsensein mit der Scholle, auf
der er zur Welt gekommen ist. Wenn er derartig verwurzelt ist, kann er weder
seinen Geist noch seine kreativen und physischen Fähigkeiten, die zu mehr als
der Hälfte durch die geistige Ausbildung
bestimmt sind, zur Entfaltung bringen. „ 1 Friedrich List
Wenn man nun die Entstehung und Ausprägung der Menschheit unter dem
Aspekt der Wohlstandsvermehrung einmal
näher betrachtet, dann zeigt sich, daß der Mensch ein Entwicklungswesen ist,
und selbständig seine natürlichen Rahmenbedingungen verändern kann. Er wehrt
sich gegen die Macht der Natur und macht sie sich zum Untertan. Wird dieser
Prozeß der Weiterentwicklung und des Fortschrittsdenken gestoppt, setzen die
natürlichen Schranken dem Menschen wieder Grenzen und führen zu einem
Machtverlust über die Natur und zu einem Verfall. Dabei gehen langfristig seine
Errungenschaften und sein erworbener Lebenstandard verloren.
Dies betrifft nicht nur den wissenschaftlichen und technologischen
Fortschritt sondern vor allem die damit verbundene Versorgungs und
Transportmöglichkeit.
„ Betrachten wir nun das entscheidende
Paradox, das bei allen kompetenten Versuchen der Definition von Wirtschaftswissenschaft
gelöst werden muß. … Jede relativ gesunde menschliche
Gesellschaftsform, die tatsächlich immer höhere Ebenen potentieller relativer
Bevölkerungsdichte erreicht, nähert sich immer wieder zwei grundlegenden, stets
neu entstehenden bedrohlichen Grenzen für das Wachstum und Wohlergehen ihrer
Bevölkerung. Das weitere Wachstum, ja selbst schon der Fortbestand der
Gesellschaft ist einerseits negativ beschränkt durch die inhärenten Grenzen der
für sie verfügbaren Umwelt. Andererseits ist es gleichzeitig negativ beschränkt
durch die unvermeidliche Tendenz, an vergleichbare Wachstumsgrenzen zu stoßen
wie alle Tiergattungen: die Tendenz, jede Umgebung relativ stark zu erschöpfen,
solange dagegen nicht das charakteristische antientropische Eingreifen
ins Spiel kommt, das den Menschen von allen niederen Lebensformen
unterscheidet.“ LaRouche
Schauen wir uns doch einmal die historische Entwicklung des
Ruhrgebietes an und untersuchen den willentlichen Veränderungsprozess einer
Wirtschaft ausgehend vom natürlichen Standpunkt hin zu einer zunehmenden Übernahme des menschlichen
Geistes unter dem Aspekt der Wohlstand- vermehrung. Die Entwicklungsgeschichte
im Ruhrgebiets gibt uns einige Aufschlüsse über die Entstehung des heutigen
Lebensstandards. Es zeigt sich daß dieses Niveau nicht gottgegeben ist sondern
hart erkämpft wurde
Doch wie definiert man einen angemesssenen Lebenstandard,
und was gehört eigentlich alles zur Aufrechterhaltung dessen dazu ?
Diese Frage ist hochbrisant, gerade da wir Deutschen uns
mittlerweile, vor Selbstmitleid und dank der Medien- und Parteienpropaganda an
die Sparpolitik und das Gürtelengerschnallen gewöhnt haben.
Aber schauen wir nur einmal 100 Jahre zurück, dann sehen
wir, daß damals das durchschnittliche Lebensalter etwa 46 Jahre betrug. Viele
Krankheiten wie Pocken, Thyphus oder Cholera die 1892 zuletzt in Deutschland
verheerend wütenden, können heute eingedämmt werden. Jeder Mensch in
Deutschland hat heute den Zugang zu sauberem Wasser, zu vielfältigen Nahrungsmitteln,
zu medizinischer Versorgung, zur
Ausbildung und einer gesicherten Energieversorgung. Um dies zu erhalten, ist es
wichtig die Verknüpfung und Verbesserung von großangelegten
Infrastrukturprojekten für den Erhalt des Lebensstandards sicher zu stellen und
neue Technologien einzubinden.
Wie eine Studie der IHK zeigt sind wir schon seit Jahren
nicht mehr in der Lage dank mangelnder
Nettoinvestitionen von 1000 Milliarden nur im Infrastrukturbereich diesen
Standard auf Dauer auch noch aufrecht zuerhalten.
„ Neben einem steigenden Anteil von Investitionen in die
Infrastruktur mit hoher Energieflußdichte sowie zunehmend kapitalintensiver
Investitionsflüsse in die Realkapitalbildung muß unmittelbar dafür gesorgt
werden, daß auch die Arbeitsproduktivität mit kapitalintensiven Maßnahmen
erhöht wird. „ LaRouche
Ein gesunder Lebenstandard wird aber nicht nur durch
eine effizientere Verbesserung im Transport und den Herausfoderungen an den
Maschinen- und Werkzeugmaschinenbau sondern auch in dem damit verbundenen Anstieg
der Bevölkerungsdichte ausgedrückt. Eine Steigerung der Dichte wiederum führt
zu einem Anwachsen des Potentials der Produktivkraft, also der Kraft die den
Wohlstand einer Nation fördert, was sich im Anstieg der Errungenschaften in den Erfindungen, Gewerben, Wissenschaften und
Künsten wiederspiegelt. Ein sinken der Bevölkerungsdichte würde mit einem
Verfall des Wohlstandes und einem sinkenden Lebensstandards einhergehen.
Doch betrachten wir nun den Übergang der
Infrastrukturentwicklung von der natürlichen hin zu einer Künstlichen unter dem
dynamischen Entwicklungsaspekt einer Wirtschaft und dem damit verbundenen
Anstieg des Wohlstandes.
Zu Beginn bestimmten die günstigen natürlichen Kräfte, vor
allem die Wasserwege der Ruhr, Rhein und Lippe den Einfluss auf die
Manufakturstandorte. So zeigte sich, daß die Wasseranbindungen die einzigen
langfristigen Transportmöglichkeit, allerdings nur in den Sommermonaten
darstellten und gleichzeitig die Wasserräder die einzige Möglichkeit
boten den Arbeitsablauf z.B. der
Schmieden, Hochöfen oder Sägewerke ständig mit mechanischer Energie zu
versorgen.
Einen entscheidenden Faktor spielte im Ruhrgebiet und
Umgebung die billige Kohle die als Hauptexport bis 1850 die Ruhr und umliegende
Städte wie z.B. Mühlheim im Handel beflügelte.
Sie wurde aber für lange Zeit nur einseitig als Feuerquelle
genutzt. Schon im 13. Jh. wurde im Tal der Ruhr gegraben ,vorerst noch ohne
viel Aufwand. Stieß man auf Wasser, konnte kurzfristig durch reine Muskelkraft
ständig mit Hilfe von Pumpen die Förderung erhalten werden. War die Arbeit
hierbei zu aufwändig zog man einfach weiter.
Doch die Kohle stellte bis zur Entwicklung der Kokereien nur einen
Ersatzstoff zur Holzkohle im Verarbeitungsprozeß der Schmieden und
Eisenverwertung dar. Als das Holz im 18. Jh. immer knapper wurde, war die Zeit
reif eine effizientere Rohstoffquelle einzusetzen.
Wie sich zeigte kann eine Nation nicht dabei stehen bleiben
nur von den Gegebenheiten der Natur abhängig zu bleiben, denn die
eingeschränkten Transportmöglichkeiten und die eingeschränkte Verwertung von
Rohstoffen stellen das Überleben der Gesellschaft langfristig in Frage. Die
Notwendigkeit einer arbeitsersparenden Verbesserung der Rahmenbedingung ist
zwingend.
Auf dem Entwicklungstand einer natürlichen Infrastruktur
konnten die anfänglichen Schiffe immer nur in eine Richtung stromabwärts Ladung
transportieren und mussten zurück im Leerlauf kraftaufwändig von Tieren über
Seile zurückgezogen werden. Außerdem mussten die Manufakturen all ihre
Rohstoffe wie Holz und Metalle kostenaufwändig von den Rohstoffquellen bringen
und die Fertigwaren ebenso wieder abtransportieren lassen.
Zu diesem Zeitpunkt, gab es nur wenig ausgebaute Straßen,
und der Rest der Landwege war ständig witterungsabhängig und konnte bei Regen
nicht genutzt werden. Dies wirkte sich somit auf die Transportzeit, den
Lieferpreis und das Zurückhalten der Industrie aus.
Es wurde also eine Herausforderung an den Schöpfungsgeist
gestellt das Tranportsystem und somit auch den Industriesektor neu zu beleben.
Würde diese wissenschaftliche Notwendigkeit zurückgehalten,
wäre die Menschheit verdammt gewesen zurückzufallen auf den Ursprung damit
dasselbe zyklische Schicksal einer
Tierpopulation teilen, wobei jeglicher Lebenskomfort auf der Strecke
bleibt.
Es gab verschiedene Herausforderungen zu meistern. Erstens,
wie ist es möglich eine Überlandverbindung von der Rohstoffquelle zum
Verarbeitungsort zu schaffen und konstant aufrecht zu erhalten? Zweitens, wie
kann garantiert, werden daß die Rohstoffquelle auf langfristige Sicht erhalten
und effizient ausgenutzt wird? Drittens wie kann neue Rohstoffe schaffen, und
den Bisherigen neue Verwendungen zu weisen. Für alle Fragen gab es eine Lösung,
die mit einem wissenschaftlichen Durchbruch in der Thermodynamik zusammenfällt
und die Prinzipien der Natur dem Menschen nutzbar machte.
Die Dampfmaschine, die erst ab 1800 im Ruhrgebiet zum
Einsatz kam, und später von Franz Dinnendahl auch weiterentwickelt wurde war
das umgesetzte Resultat dieses Durchbruchs.
Mit diesem Fundament, war es möglich die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen nicht nur in einem Bereich, sondern die gesamte
Wirtschaftsdynamik zu verbessern und die Arbeitsleistung pro Person zu
steigern.
Diese Maschine hatte einen vielfältigen Wirkungsbereich. Es
konnte das Grundwasser in den Gruben Untertage 24 h/Tag abgepumpt werden, ohne
daß nur ein Arbeiter im Prozeß eingebunden wurde. Das bedeutet eine 100
prozentige Arbeitsersparnis. Desweiteren konnten sämtliche Manufakturen diese
neue Energiequelle nutzen und ihren eingeschränkten Produktionsstandort am
Fluss verlassen. Sie waren jetzt nicht mehr auf den Warentransport der
Rohstoffe angewiesen, sondern konnten zum Ort der Nachfrage gehen.
Außerdem, konnte der Kohle, dem Eisen und anderen Erzen ein
neue Bedeutung im Produktionsprozess gegeben werden.
Die Dampfmaschine sorgte dadurch zu einer erheblichen
Steigerung der gewerblichen Produktion, so daß die vorhandenen Verkehrsmittel
nicht mehr ausreichten um den Warentransport zu ermöglichen. Eine Anforderung
nach Verbesserung an das nationale Transportsystem wurde gestellt, und der
Profit stellte sich mit der Eisenbahn und ihren ersten Hauptstrecken durchs
Ruhrgebiet Köln – Minden, Elberfeld – Dortmund und Steele – Vohwinkel in den
1840’er ein.
Die Eisenbahn entwickelt sich zu einem Katalysator neuer
Industrien und Städte und sorgt durch einen Zustrom von Landarbeitern für eine
Belebung des Binnenhandels. “Der Tagelöhner, dem es oft Wochen lang an Arbeit
fehlt, wird seine Zeit nicht mehr im Müßigange verbringen, sondern sich nach
entfernteren Städten und Gegenden begeben, wo für den Augenblick eine
außergewöhnliche Zahl von Arbeitern gesucht wird.“ Friedrich
List :Die Welt bewegt sich
Dieser bedeutende Vorteil wirkt sich nicht nur in der
Produktion sondern vorallem im Konsum der Landwirtschaft aus, die sich nun
vermehrt und günstiger Chemikalien, Mastfutter und Werkzeuge beschaffen konnte.
Ebenso konnte sie ihre durchaus verderblichen Nahrungsmittel schneller absetzen.
Der zunehmende Bedarf der Industrie nach der Eisenbahn, der
einen zusätzlichen Bedarf an Schienen, Weichen und Waggons wachrief erforderte
neue Impulse zur Deckung der Kohlen –
und Eisennachfrage, sodaß der Bergbau und die Hüttenproduktion
beträchtlich zunahmen.
Es mussten neue verbesserte Verarbeitungsmethoden wie, z.B.
das Bessemerverfahren oder das Thomasverfahren zur Gewinnung des Roheisens
entwickelt werden um der Rohstoffversorgung gerecht zu werden.
Aber auch das Dampfschiff, ein durch die Dampfkraft neu
erschlossener Wirtschaftsbereich ermöglichte es neue Wirtschaftsräume über den
Rhein von Mannheim bis nach Holland aufzubauen. „ Erst jetzt konnte die
Schiffahrt der wachsenden Frachtmenge gerecht werden und vor allen Dingen sie
mit der notwendigen Schnelligkeit transportieren.“ Hans
Spethmann
Die schon vorhandenen Häfen wie in Duisburg oder Ruhrort
erlebten einen neuen Aufschwung. Ein neuer Handelszweig neben dem Import von
Getreide konnte eröffnet werden. Die sich neu ansiedelnden chemischen
Industrien, wie z.B. die Sodawerke oder die Schwefelraffinerien erkannten die
Ersparnis des Frachttransports und bauten ihre eigenen Werkshäfen. Es enstand
ein Warenumschlagsplatz der bald tief ins Ruhrgebiet hineingriff. Eine
Neuinvestition in Infrastrukturprojekte wie die Erweiterung des Schleusenbeckens
um 1853 und die Anbindung neuer Eisenbahnstrecken wurde zwingend notwendig.
„Selbst die alten Verkehrseinrichtungen verbesserten sich in
vielfacher Hinsicht, angeregt durch die scharfe Konkurrenz. So ist doch die
Eisenbahn in keiner Weise gehemmt wurden. Vielmehr erhielt sie gerade jetzt
erst besonderen Antrieb.“ Franz Schnabel
Viele hafentechnische Herausforderungen mussten gemeistert
werden, um den immensen Warenumschlag gerecht zu werden. Anstatt vieler
Menschenhände, wurden z.B. Dampfkräne oder Kohlekipper bevorzugt.
Der Rheinstrom erlangte plötzlich eine neue wirtschaftliche
Bedeutung und die Idee einer Anbindung an den Osten und Norden über künstliche
Wasserstraßen rückte immer mehr in den Blickpunkt. Verschiedene Projekte wie
der Mittellandkanal, der Rhein-Herne-Kanal oder der Dortmund-Ems-Kanal wurden
in Angriff genommen.
Wie zuvor, setzt dieser Wunsch der Erweiterung der
Infrastruktur neue Kräfte frei. Die Wirtschaft wurde herausgefordert den Wunsch
nach neuen Maschinen nachzukommen. Es mussten serienweise Schleusen, Hebewerke
gebaut und neue Lagerstätten und Hafenanlagen erweitert werden. Um einen
konstanten Wasserfluss zu erhalten wurde es notwendig Talsperren zu bauen wie
z.B. die Möhnetalsperre zur Regulierung der Ruhr. Um drohendem Hochwasser am
Rhein vorzubeugen mussten umfangreiche Abgrabungen und neue Deichsysteme
aufgebaut werden.
„Tatsächlich sind Infrastrukturen immense Investitionen.
Doch der Staat gewinnt im Industrie-Prozeß desshalb immer mehr Einfluss, weil
die Industrialisierung zwangsläufig auf den staatlichen Ausbau der Infrastrukur
angwiesen ist.“ Roland Günter
Um die Produktion und den Ausbau der Produktionsmethoden,
die bisher nur zögernd durch Eigenkapital angetrieben wurden anzukurbeln griff
der Staat nach langem überlegen dazu, das Standbein der Infrastruktur nämlich
die Eisenbahn in staatlich gestützte Aktiengesellschaften zu verwandeln.
Doch 1873, als ein künstlicher Boom der Aktiengesellschaften
der grötenteils rein spekulativer Natur war platzte und die vielen
neugegründeten Eisenbahnunternehmungen, die viel Kapital benötigten aber nur
kurzfristig wenig Erträge schafften untergingen rächte sich die mangelnde
Kontrolle staatlicher Intervention im Infrastrukturbereich. Viele
Unternehmungen wurden gegründet um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben und
schließlich wieder zu verkaufen. Es kam zu einer unkontrollierten
Produktionausweitung der aber nicht immer eine entsprechende Nachfrage
gegenüberstand.
Mit dem Platzen dieser Blase und den zerstörerischen
Auswirkungen auf die Industrieentwicklung reagierte der Staat unter Mitwirkung
einer vernünftigen Regierung von Bismarck und gelehrten Ökonomen wie Wilhelm v.
Kardorf oder Franz Stöpel. Anders als in Großbritannien zog man eine Lehre aus
dem fehlenden Einfluss der Regierung und eröffnete die Debatte einer
Schutzpolitik die 1879 zu Wiederbelebung
der Zollpolitik von Friedrich List führte, denn es war wichtig eine 2.
industrielle Revolution zu fördern.
Die steigende Produktion und die Entwicklung neuer
Industriezweige, z.B. in der Chemischen und Metallurgie erhöhte den
Energieverbrauch und erforderte einen immer effizienteren Abbau von Kohle und
anderen Rohstoffen. Die Ausweitung der Wirtschaftsräume machte es notwendig
Energie ohne viel Verluste zu transportieren, und einen regelmäßigen
Arbeitsablauf Tag und Nacht zu ermöglichen.
Wieder einmal war es auf langfristige Sicht notwendig einen
Durchbruch im Bereich der Wissenschaft zu fördern, wenn dieser entstandene
Produktionsprozess aufrechterhalten werden sollte. Bedeutende Entdeckungen im
Bereich der Elekrodynamik und Elektrizität gab es bereits Ende des 18.
Jahrundert durch die Forschungen Benjamin Franklins, Michael Faraday oder André-Marie Ampère. Doch es dauerte bis
1830 daß dieser Wissenschaftsbereich sich aus den Fängen des reinen
Experimentierens befreite. Nun war es wichtig, daß die Erkentnisse der
Wissenschaft ihren Beitrag leisteten um den Erfoderungen einer neuen
produktiven Wirtschaft gerecht zu werden. Mit der Entwicklung des ersten
Elektromotors 1850 war es nun möglich elektrischen Strom bereit zu stellen und
auch zu nutzen.
Nun musste das Verständnis des Potentials der entstehenden
Elektroindustrie in der Bevölkerung erweckt werden. Sämtliche Weltaustellungen
ob nun 1876 in Philadelphia, später in
Paris oder Berlin trugen ihren Beitrag dazu bei. In Berlin fällt diese Zeit mit
der Gründung berühmter Konzerne wie der Siemens & Halske oder der Deutschen
Edison Gesellschaft, der späteren AEG zusammen. Aber auch im Ruhrgebiet ist
dies die Blüte von Energiekozernen wie der Rheinisch Westfälischen
Elektrizitätswerke, dem Elektrotechnischen Verein in Dortmund oder der
Ausrichtung von Unternehmen z.B. Thyssen, Bechem & Keetmann der späteren Demag
auf die Elektroindustrie. Dadurch entsprang eine wahre Blüte in der
Schwerindustrie die mit half die Dampfkraft im Bergbau und der Stahlindustrie
zu ersetzen. Neue Maschinen, wie elektrische Fahrstühle, Bohrmaschinen oder
Lüfter halfen es die unterirdische Förderung zu erweitern. Im Bereich der
chemischen Industrie, war es möglich Trockenmaschinen, Zentrifugen und
Kälteerzeugungs- maschinen einzusetzen. Alle diese Neuerungen blieben nicht nur
auf die Industrie beschränkt, sondern konnten auch im Alltag der Bevölkerung zu
einem Anstieg der Lebenqualität beitragen.
Diese Produktionsausweitung stellte auch die Infrastruktur
vor die Herausfoderung einer steigenden Bevölkerungsdichte in den
Industriezentren gerecht zu werden. Überlandleitung zur Stromversorgung mussten
gelegt werden, Straßenbahnen und U-Bahnen für den Personenverkehr folgten. Selbst
in Wuppertal kam es 1901 zum Bau der ersten Hängebahn.
Doch all diese Beiträge zur Verbesserung des Lebenstandards
und dem damit erhöhten Verbauch, stellen uns vor die Frage, wie sollen wir die
steigende Nachfrage nach Rohstoffen und Energie decken?
Es gab zu Beginn des 20. Jahrhunderts den
wissenschaftlichen Beginn zur Grundlage einer weiteren industriellen
Revolution, die heute 2009 wieder aufgegriffen werden muss. Dieser Durchbruch
begann bei der weiteren Nachforschung im Bereich der zugrundeliegenden Ursachen
der elektrischen und atomaren Phänomene. Forschungsgruppen in Frankreich getragen durch Jean Becquerel, die Familie Curie oder in England
repräsentiert durch Ernest Rutherford und in Deutschland vertreten durch Erwin
Schrödinger und Max Planck ebneten den Weg dafür. Nur die industrielle
Umsetzung, die in Deutschland einen neuen Energieträger bereitstellte, der die
steigende Energienachfrage decken konnte nämlich die Atomenergie, stellte sich
mit Beginn der 1970er Jahre zunehmend ein. Was für einen Durchbruch schaffte
diese neue Wissenschaft in der Nutzung von Radioistopen ( Atomabkömmlingen )
und ihren räumlichen Eigenschaften wie dem magnetischen Feld für den
Bereich der Medizin, der Werkstofftechnik und Materialprüfung, der
bildgebenden Verfahren und der Konservierung von Lebensmitteln und Bekämpfung
von Krankheitserregern.
„ Nehmen wir nun als Beispiel die
versiegenden Frischwasserquellen. Die Vorräte werden durch die jetzt lebende
Bevölkerung erschöpft, und das, obwohl die große Masse der Bitterarmen auf der
Welt sehr wenig verbraucht. Dieses Problem läßt sich nur durch eine generelle
Steigerung des Energieflußdichte-Durchsatzes lösen, eine Steigerung, die ohne rasche
Erhöhung der Anzahl erzeugter Gigawatts aus modernen Kernkraftwerken mit hoher
Energieflußdichte nicht möglich wäre. Das gleiche trifft auch für andere
unentbehrliche Mineralstoffe zu.[sup] [/sup]Ein Großteil der hochwertigen
Mineralvorkommen unseres Planeten wird in ähnlicher Weise aufgebraucht. Nur
wenn die Menschheit in der physikalischen Chemie und der physikalischen
Biochemie sehr hohe Energiedichteflüsse anwendet, kann dieser Trend
durchbrochen werden. Die dafür erforderlichen Nutzanwendungen kann nur der
menschliche Geist schaffen. „
Diese Errungenschaften der Forschung sollten aber
nicht nur auf einige Bereiche beschränkt bleiben, sondern sollten vorallem neue
Herausforderungen im Infrastrukturbereich schaffen um einen steigenden
Lebensstandard auszubauen. Die Weiterentwicklung neuer Technologien kann vor
allem durch die Verwendung der Magnetbahn, in Deutschland Transrapid, welche
die besprochenen magnetisch-atomaren Phänomene benutzt und für die bereits 1933
Hermann Kemper die technischen Grundlagen legte vorangetrieben werden. Durch
den Ausbau eines neuen Infrastrukturnetzwerkes ist es möglich neue
Wirtschafträume zu erschließen weit entfernt jetziger Vorstellungen. Es wird
eine Herausforderung an die Werkstofftechnik und die Wissenschaft gestellt neue
Probleme im Bereich der Atomphysik und den Eigenschaften ihrer Felder herauszufinden. Denn es muss eine neue
Produktionsausweitung und Effizienz in der Rohstoffverwertung für den Stahlbedarf und der Erzeugung neuer
Oberflächen bereit gestellt werden. Die neusten Modelle des Magnetzuges in
Japan, die bereits den Einsatz von Supraleitern erfodern versprechen einen
weiteren Anreiz in der Forschung der Metallurgie, der Chemie und der
technischen Industrie wie z.B. bei der ständigen Kühlung der Oberflächen.
Die hauptsächliche Bedeutung für den Transrapid, und
die Atomkraft für die nächsten 50 Jahre liegt darin begründet eine Basis für
neue Infrastrukturkorridore zu bilden, und zwar weltweit. Es liegen bereits über
100 seperate Infrastrukturprojekte vor, die nur mit ausreichend Energie
versorgt und mit Rohstoffquellen verbunden sein müssen. Wenn wir den nächsten
Sprung im Bereich der Infrastruktur zur Ermöglichung dieser vor uns liegenden
Projekte verpassen, und an der jetzigen unwissenschaftlichen Politik, dem
Sparen an der Grundlagenforschung und dem Ausbaustopp neuer Technologien
festhalten, sind wir langfristig schuldig für das Sinken des Lebensstandards.
Seien wir aus der Geschichte gewarnt als 1882, schon einmal eine Generation
versucht hat einen Fortschritt lieber auf Kosten des kurzfristigen Profits zu
opfern. In den letzten Jahren blieb unseren Kommunen unter der heutigen
Sparpolitik keine andere Möglichkeit als mit Hilfe von Cross Border Leasing
Verträgen ihre eigene Infrastrukturbasis zu verkaufen um am Leben zu bleiben.
Aber wie die Geschichte bereits zeigte, wer seine eigene Infrastruktur
vernachlässigt zerstört nicht nur seine Beweglichkeit, sondern auch die Herausforderung der Gesellschaft am Leben der
nächsten Generation teilzunehmen.